Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XX (1958)
- Issue
- 4 (Abril, 1958)
- Date
- 1958-04-01
- Page
- Seite 15 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Abril 1958 BOLETIN INFORMATIVO 15 Á f KALEIDOSKOP DER GESCHEHNISSE DIE GIPFELKONFERENZ Es vergeht kaum ein Tag, an dem die Kabelagenturen nicht mit ausfuehrlichen Berichten ueber den Streit um die Konferenz der Staatsoberhaeupter auf warten. Washington verlangt ein Treffen der Aussenminister, auf dem diese die zu treffenden Abkommen wenn moeglich so weit kochen sollen, dass ihre Chefs nur noch den Senf der Unterschrift da zuzugeben brauchen. In Moskau ist man der Ansicht, dass die Kanzler nicht mehr als die Speisekarte vorbereiten sollten. In London und Paris versucht man, unter dem Druck der oeffentlichen Meinung, die Konferenz irgendwie zustande zu bringen und macht vermittelnde Vorschlaege. Und so entstand eine diplomatische Korrespondenz ueber die Frage, ob man sich unterhalten soll, worueber man sich unterhalten soll, und wie man sich unterhalten soll, deren Volumen taeglich anschwillt. Um uns gewoehnlichen Sterblichen ihr Verstaendnis etwas zu erschweren —es waere ja sonst keine richtige diplomatische Korrespondenz— wechseln die verschiedenen Partner ab und zu ihre Positionen. So lehnten die Russen Mr. Dulles eine Zeitlang als Verhandlungspartner einfach ab, bis es ihnen dadurch gelang, seine im Westen stark laedierte Reputation wieder etwas zu heben. Sie wollen ihn zumindest solange wie moeglich auf seinem Posten halten. Der Staatssekretaer seinerseits besteht darauf, die Wiedervereinigung Deutschlands auf die Tagesordnung zu setzen, obwohl Adenauer persoenlich erklaert, dass er dies nicht als conditio sine qua non sehen wolle. Macmillan schlaegt einen Nichtangriffspakt vor und Gromyko korrespondiert mit Pineau ueber den Stand des Briefwechsels Bulganin-Eisenhower. Mit ein wenig Muehe kann man vielleicht verstehen, wer eigentlich was will. So laesst sich rekonstruieren, dass die Russen sich eine Propaganda- Plattform schaffen wollten, als sie merkten, dass ihre Baeume in den Himmel wuchsen. Oder besser gesagt, ihre Hunde. Die U. S. A. waren mit Recht nicht bereit, dazu den noetigen Resonanzboden zu liefern, im Verlaufe der endlosen Debatten wuchs aber ihre Bereitschaft proportioneil zu ihrem Selbstbewusstsein und letzteres in logarithmischer Funktion der von der “Explorer” - Familie beschriebenen Ellipsen. Es bleibt aber die Frage offen, ob es sich auch lohnt, der ganzen “Gipfel” Korrespondenz zu folgen. Denn im Grunde genommen sind die moeglichen Resultate sehr wenige: Entweder kommt die Konferenz zustande oder sie kommt nicht zustande. Wenn sie nicht zustande kommt, kann nichts dabei heraus kommen. Und wenn sie zustande kommt, kann auch nichts dabei heraus kommen. VAETERCHEN NIKITA Es ist soweit; er hat es geschafft. Sechzehn Mal ist die Sowjet-Regierung in den fuenf Jahren seit Väterchen Josefs Tod reorganisiert worden. Malenkow stieg und fiel, Beria wurde umgebracht, Vischinsky starb, Ka ganowitsch verschwand in der Versenkung, Zhukow kam zurueck in die Garnison, Molotow entpuppte sich in seinen alten Tagen als ein lebenslaenglicher Parteifeind und sein Gegenspieler Schepilov als sein Partner. Nur einer stieg und stieg und stieg. Aus der Versenkung, deren Umgangsformen er noch nicht einmal abgelegt hat. Sein Vorgaenger baute sich eine politische Plattform durch die Schaffung des Mythos Lenin. Er baute die seine durch die Zertruemmerung des Mythos Stalin. Heute bereut er vielleicht schon, nicht wenigstens einen Teil des marmornen Sockels stehen gelassen zu haben. Fuer sein eigenes Denkmal bei Lebzeiten. Der misstrauische Georgier liess seine potentiellen Rivalen gruppenweise fuesilieren. Der verschlagene Ukrainer umgab sich mit dem Heiligenschein der Leutseligkeit und schaltete die seinen nur aus dem politischen Leben aus. Wird er es dabei bewenden lassen, jetzt, auf dem Gipfel seiner Macht? Mit einer feurigen Anklage gegen den “Persoenlichkeitskult”, und die unipersonelle Diktatur; mit einem Glaubensbekenntnis zur ’’kollektiven Fuehrung”, zur Demokratisierung und zur Liberalisierung hat der neue Autokrat seine Diktatur errichtet und die kollektive Fuehrung ad absurdum gefuehrt. Mit Lug und Trug. K hat die Schluessel der Firma “B. & K.” an sich genommen. Ohne Schluesselgeld. Und B hat dazu Beifall geklatscht. Das gehoert zu den Spielregeln. Armes russisches Volk. Arme Welt. WICHTIGER ALS SATELLITEN Der chilenische Botschafter in Washington, Mariano Puga, erregte vor kurzem nicht geringes Aufsehen durch eine Erklaerung, die allgemein als wenig diplomatisch und daher als sehr intelligent und zutreffend angesehen wurde. Foster Dulles war gerade von der jammervollen Ankara - Konferenz der Bagdad-Pakt-Maechte zurueckgekehrt und schickte sich an, nach Manila zu fliegen, um den SEATO-Beratungen beizuwohnen, als es das Schicksal in Gestalt des Generalsekretaers der OE A (Organización de Estados Americanos) wollte, ihn zu einer Tagung einzuladen. Nicht in Ankara oder Manila, sondern in Washington. Zehn Minuten im Auto vom Buero oder der Wohnung des Herrn Staatssekretaer. Doch der Herr Staatssekretaer bedauerte. Er habe keine Zeit. Botschafter Puga nahm zwar dazu keine Stellung, sagte aber, die Vereinigten Staaten sollten sich lieber etwas mehr um die Zustaende vor ihrer eigenen Haustuer und das Wohlergehen ihrer lateinamerika n i s c h e n Freunde und Alliierten kuemmern, als um den wenig praktischen und sinnvollen Wettkampf mit den Russen um die “Eroberung des Raums”. Der rhetorische Effekt der Erklaerung, der selbst von einer solch gemessenen und gemaessigten Zeitung wie “El Mercurio” gefeiert wurde, mag groesser gewesen sein als ihr logisches Fundament. Denn eine Sache schliesst die andere nicht aus und im Grunde genommen haben sie nichts miteinander zu tun. Die falsche Einschaetzung der Lage in Lateinamerika ist weiter nichts als ein Teil der verfehlten Aussenpolitik der USA. Und die fieberhafte Behandlung der Raumgeschoss-Projekte ist lediglich eine Konsequenz der fahrlaessigen Politik in der Zeit des Verteidigungsminister Wilson. Es besteht also kein Gegensatz, sondern eher eine U ebereinstimmung. Trotzdem ist der Gedanke “wichtiger als Satelliten” wert, festgehalten zu werden. Wenn nicht alles truegt, scheinen naemlich die Englaender zu beweisen, dass es so etwas gibt. Die Maschine, die das fertig bringt, haben sie in allzu grosser Bescheidenheit mit dem letzten Buchstaben des Alphabets “Zeta” genannt, sie ist aber in der Lage, eine Temperatur von ca. fuenf Millionen Grad zu erzeugen und dabei die Fusion von Deuterium (schwerem Wasserstoff) zu erreichen. Wenn es einmal gelingen wird, diesen Prozess ueber die experimentelle Phase hinaus zu entwickeln —was natuerlich noch viele Jahre dauern kann oder muss—, so wird der Menschheit eine nie versiegende Energ iequelle erschlossen sein: das Wasser der Weltmeere. Dass eine solche “kontrollierte Wasserstoffbombe” der Menschheit mehr Segen bringen kann als ein Wochenende mit dem Raumschiff nach dem Mond, scheint ausser Zweifel. Es haengt aber alles davon ab, ob nicht vorher zufaellig ein paar “unkontrollierte Wasserstoffbomben” den edlen Wettstreit gegenstandslos machen. DIE “LOKALEN” KONFLIKTE Die Entwicklung der Superlativen Waffen von interkontinentaler Reichweite und unvorstellbarer Zerstoerungskraft hat enorm dazu beigetragen, die Begrenzung der sogenannten lokalen Konflikte zu erschweren. In der gleichen Richtung wirkt sich auch die zunehmende Verflechtung der Weltwirtschaft, die Verkürzung der Distanzen, die Verquickung der politischen Interessen, die Einmischung der Grossmaechte in alle Winkel der Erde und das Einfrieren des kalten Kriegs vom Nordpol zur Antarktis aus. Wo immer ein “Kleinkrieg” aufflammt oder der Status quo bedroht scheint, wird von einer ernsten Bedrohung des Weltfriedens gesprochen. Ob dies Bulganin war, der anlaesslich der Sinai-Kampagne mit einem Weltkrieg drohte oder Sukarno, der vor einer Einmi- (Fortsetzung Seite 23) Áf .rSi'tSa» 'm0- ISRAEL. TO0AY w&ym- C *i*») 0 UM'S ISRAEL 'V t £ a nfmoH ■ px an - ■*h StAte Ar At Sf&t* Hai** TéIAvjjí ..jal'f» : k IM mm S R Ä E L' TODAY Oecui Aviv El SIN A T ¿it- .\,\X n tr*t& •v 3 MAL ISRAEL Das Land der Bibel, der Plan der NU, die heutigen Grenzen. (Karte “Time”)