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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1958-04-01 · 4 (Abril, 1958) · p. Seite 10

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XX (1958)
Issue
4 (Abril, 1958)
Date
1958-04-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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10 BOLETIN INFORMATIVO Abril 1958 BEN ZWI'S ZWEITE AMTSPERIODE von Walter Eytan Generaldirektor des israelischen Aussenministeriums JIZCHAK BEN ZV1 Das Amt des Präsidenten Israels stellt eine Institution dar, die sich in der Entwicklung befindet und wie vieles andere in Israel zur Gestaltung der Geschichte des Volkes beiträgt. Nicht j'&de Institution kann von Anfang an endgültige Formen annehmen: Erfahrung die nur im Laufe von Jahren erworben werden kann, formt ihren Charakter. Insbesondere ein Amt wie das des Staatsoberhauptes, bei dessen Gestaltung Tradition von besonderer Bedeutung ist, wächst mit dem Staate und mit den Menschen, die zu seiner Entwicklung beitragen und ihn formen. Jitzchak Ben Zwi ist der zweite Präsident Israels und der erste, der für eine zweite Amtsperiode gewählt wurde. Dr. Chaim Weizmann, der erste Präsident, verschied im November 1952; er bekleidete sein Amt kaum vier Jahre. Man kann wohl sagen, dass Dr. Chaim Weizmann seinem hohen Amte so viel Autorität und Zauber verlieh, wie das Amt ihm selbst. Für ihn war es der Höhepunkt eines lebenslangen Dienstes am jüdischen Volke und eines einzigartigen internationalen Ruhmes. Nach seinem Tode wurde Ben Zwi zum Präsidenten gewählt und bekleidet seither das Präsidentenamt. Der Präsident von Israel wird durch das Parlament, die Knesset gewählt. Vier Jahre währt die Amtsdauer der Knesset. Der Präsident ist fünf Jahre im Amt. Dies hat mehrere Gründe. Der Hauptgrund liegt wahrscheinlich in der Absicht, eine Uebereinstimmung in der Amtsdauer der Präsidentschaft und der der Knesset zu vermeiden; dieses System soll mit Ausnahme von ausserordentlichen Verhältnissen die Möglichkeit sichern, dass eine Knesset vorhanden ist, wenn ein neuer Präsident gewählt werden muss und dass in der Zeit der Knesset-Wahlen der Präsident im Amt ist, um ein Mitglied der Knesset mit der Bildung der neuen Regierung beauftragen zu können. Ein anderer Grund besteht darin, dass sich in der Knesset die rasch änd e r n d e Zusammensetzung und auch die politische Konstellation der Bevölkerung Israels spiegeln und das Amt des Staatspräsidenten vom politischen Leben und seinen Auseinandersetzungen nicht berührt werden soll. Die Präsidentschaft in Israel unterscheidet sich wesentlich vom Amte des Präsidenten der Vereinigten Staaten oder des Präsidenten der meisten Staaten von Lateinamerika. Seine Stellung und seine Pflichten erinnern eher an eine konstitutionelle Monarchie (wobei natürlich die konstitutionelle Monarchie erblich ist, während der Präsident gewählt wird). Der Präsident symbolisiert als eine souveräne nationale Persönlichkeit die Einigkeit des Staates und des Volkes. Er hat mannigfaltige konsti tutionelle Pflichten zu erfüllen, wie z. B. die Unterzeichnung sämtlicher von der Knesset angenommenen Gesetze; kein Gesetz kann in Kraft treten, ohne vorher vom Präsidenten. unterzeichnet zu werden. Er ernennt offiziell die Botschafter, die Gesandten und die Konsuln und empfängt die Botschafter und die Gesandten fremder Staaten, die in Israel akkreditiert sind. Ausserdem ist er befugt, nach seinem eigenen Gutdünken und nach Beratung mit dem Justizminister zu begnadigen. Diese formellen Pflichten stellen' die konstitutionelle Funktion seines Amtes dar. Sie nehmen jedoch nur einen Teil der Zeit des Präsidenten in Anspruch und spiegeln keineswegs in vollem Umfange seinen grossen Einfluss auf das Leben des Volkes wieder. Die Präsidentschaft ist in Wirklichkeit das Amt, das der Präsident aus ihm macht. Als Symbol des Staates personifiziert der Präsident auch seinen Charakter, seine Ziele, sowie die Ideale des Volkes. Abgesehen von der ruhigen Forschungsarbeit, die Jitzchak Ben Zwi einen Platz eigener Prägung in der Welt der Wissenschaft einräumt, zeichnet den Präsidenten Israels, der nun seine zweite Amtsperiode antritt, ein besonderes Verständnis für das Wesen und die Bestrebungen des Volkes aus. Dies kennzeichnet sein eigenes Wirken und seine Haltung. Dr. Weizmann war durch seine Krankheit gehindert, das Land zu bereisen und sich dem Volke zu zeigen; demzufolge ist es dem gewöhnlichen Bürger, dem Mann auf der Strasse, erst durch die Wahl von Ben Zwi möglich seinen Präsidenten persönlich oder im Film, oder zumindest durch die Berichte über sein Tun und Schaffen kennenzulemen. Ben Zwi ist der ideale Präsident eines demokratischen Staates geworden. Er ist einfach in seinem Auftreten, ohne sich selbst oder sein Amt, welches er mit seltener Würde und Zurückhaltung bekleidet, herabzusetzen. Im Gegenteil, gerade durch seine Einfachheit und Zurückhaltung ist er in der Ausübung seiner Pflichten besonders eindrucksvoll. Die Neuwahl Ben Zwis zum Präsidenten, die unter allgemeiner Zustimmung zustande kam. stellt eine Anerkennung des Erfolges dar, mit welchem er seine Aufgaben während der ersten fünf Jahre, trotz aller Reibungen und Gegensätze zwischen den Parteien erfüllte. Seine einmütige Neuwahl ist somit ein besonders bedeutsames Zeichen der Einigkeit des Volkes von Israel. Jitzchak Ben Zwi verkörpert nicht nur diese Einigkeit; durch die einzigartige Ausübung seines Amtes hat er wesentlich mehr als jeder andere dazu beigetragen, um diese Einigkeit zu gestalten. ISRAEL UND LATEINAMERIKA Mehrere von den Lateinamerikanischen Republiken spielten eine Rolle — und zwei von ihnen eine entscheidende — in den Ereignissen, die zur Gruendung des Staates Israel vor zehn Jahren fuehrten. Drei von ihnen — Guatemala, Uruguay und Perú — waren unter den elf Mitgliedern des Sonderkomittées der Vereinten Nationen, welches die Teilung Palaestinas, die Liquidierung des Britischen Mandates und die Errichtung von zwei selbstaendigen Staaten, einem juedischen und einem arabischen, empfahl. Als das Kommitté, seine Vernehmungen in Jerusalem beendigte, begab es sich nach Genf, um dort seine Vorschlaege vorzubereiten. Seine Mitglieder hatten sicherlich ueber die Loesung, die vorzuschlagen war, uebereingestimmt. Die Hauptbefuerwoerter der Teilung waren Guatemala und Uruguay— und sie siegten. Spaeter im Verlaufe des Jahres als die Generalversammlung der Vereinten Nationen den Vorschlag des Kommitées annahm, ernannte sie eine neue Kommission zur Vorbereitung der Teilung und Ueberwachung des Ueberganges von der Mandatsverwaltung ,zur Selbstaendigkeit fuer Juden und Araber. In dieser Kommission, welche einfach die “Palaestinakommission, g e n n a n t wurde waren zwei, von den f u e n f Mitgliedern, Lateinamerikanische Staaten — Bolivien und Panamá. Die Dinge entwickelten sich so, dass der Palaestinakommission nie erlaubt wurde nach Palaestina zu kommen: die britische Mandatsadministration lehnte ihre Einreise ins Land ab. Doch einem kleinen Vorposten gelang es, unter grossen Schwierigkeiten und Hindernissen in Jerusalem sich niederzulassen und er bestand hier, als das Britische Mandat zu Ende ging und die Selbstaendigkeit Israels proklamiert wurde. Alle Mittel — und Suedamerikanischen Republiken erwarben ihre Selbststaendikeit von kolonialer Herrschaft im neunzehnten Jahrhundert dank ihren nationalen Helden, den “Befreiern”,. von denen Bolivar der bedeutendste war. Sie hueteten sorgfältig ihre Selbststaendigkeit bis zum heutigen Tage und beeilten sich ihre Sympathien gegenueber anderen Voelkem an den Tag zu legen, als sie diese, ein Jahrhundert spaeter, im Kampfe um ihre Emanzipation, aehnlich der, von ihnen erkaempften, vorfanden. Heute sind diese Lateinamerikanischen Staaten in den Vereinten Nationen an der vordersten Front jeder Bewegung gegen den Kolonialismus. Ihre Einstellung zu diesem Problem ist praktisch, gerade ohne viel Philosophie und Ideologie. Sie glauben ganz einfach, dass jedes Volk, das frei sein will, das Recht hat, frei zu sein und dass dieses Recht ihm nicht abgesprochen werden kann. Israel entwickelte in den neun Jahren seiner Existenz staerkere diplomatische Beziehungen zu den Lateinamerikanischen Laendern, als jedes andere jLand des Mittleren Ostens. Israel unterhaelt diplomatische Beziehungen mit nicht. weniger, als achtzehn von zwanzig selbststaendigen Republiken des Mittel — und Suedamerikanischen Kontinentes. Das heisst hicht, dass es achtzehn Gesandte oder Minister dort hat: leider erlaubt dies nicht das Budget des Aussenministeriums . Alle, ausser einem von den Gesandten oder Ministern in diesem Teil der Welt wurden akreditiert fuer zwei, oder mehrere Laender. Zum Beispiel, der Minister Israels in Lima, Perú, ist fuer vier Laender akreditiert, der Gesandte in Buenos Aires fuer eines weniger und der Minister in Mexico fuer einige mehr. Israel hat besonders enge Beziehungen, mit den juedischen Gemeinden in Lateinamerika, welche zwar verschieden gross sind doch in ihrer Beziehung zu Israel sich gleichen. In der Republik Argentinien gibt es an die 100.000 Juden — so viel wie in Gross Britanien — aber in El Salvador, leben anderseits nur zwei hundert juedische Familien. Eis ist nicht genuegend bekannt, dass die meisten Pionierimmigranten nach Israel — Chaluzim — aus Sued — und Mittelamerika, hauptsaechlich aus Argentinien, Chile, Uruguay, Mexico und Brasilien kommen — viel mehr, als aus jedem anderen grossen Zentrum juedischen Lebens, wie Gross - Britarnen, Suedafrika, oder den Vereinigten Staaten. Es gibt in Israel ganze Kibuzim, ausschliesslich von jungen Maennern und Frauen, deren Muttersprache Spanisch oder Portugiesisch war, bewohnt: es ist nicht so lange her, als ich einen Kibuz im noerdlichen Negev besuchte, wo alle Mitglieder ohne Ausnahme aus Brazilien stammten: und dieser Kibuz war nicht der einzige. Es ist auch zu bemerken, dass diese jungen Menschen aus Lateinamerika in die schwierigsten und gefaehrlichsten Teile des Landes gehen; sie kamen nach Israel nicht um eines leichten Lebens willen. WALTER EYTAN sfeágSj gÉÂg ISRAELS DIPLOMATISCHE VERTRETER IN CHILE Dr. A. L. Kubovy und S. Goren mit Ihren Gattinen.

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