Mannheim
Compact Memory

Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1958-04-01 · 4 (Abril, 1958) · p. Seite 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XX (1958)
Issue
4 (Abril, 1958)
Date
1958-04-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/8553624-8557203-9194370--2233-8557259
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

8 BOLETIN INFORMATIVO Abril 1958 OBERRABINER Prof. ZWI PEREZ CHAJEZ Leider haben wir an dieser Stelle in Unkenntnis dieses Datums nicht des 30. Sterbetages des einstigen Wiener Oberrabbiners Prof. Dr. Zwi Pérez Cha jes gedacht. Aber es kann keine bessere Gelegenheit gefunden werden, als dies in der Nummer des Boletín Informativo, die dem 10. Bestehen unserer Medinat Israel gewidmet ist, nachzuholen. Denn kein Geringerer als Chajim Nachman Bialik hat in diesem Manne die bedeutendste Persoenlichkeit nach Theodor Herzl gesehen. Er, der am 13. Oktober 1876 in Brody geboren ist und einer hervorragenden Gelehrtenfamilie ent stammte, starb am 13. Dezember 1927 weithin geruehmt wegen seiner hervorragenden wissenschaftlichen Taetigkeit und als eine der zentralen Figuren der zionistischen Bewegung. Chajes vollendete seine Studien in Wien, ging dann als Dozent an das Collegio Rabbinico in Florenz, nahm ein Jahr vor Ausbruch des ersten Weltkrieges die Berufung der Triester Gemeinde zum Rabbiner an und damit begann sein Aufstieg zu seinem spaeteren Wirken als einer der wichtigsten Fuehrer des juedischen Volkes in seiner Zeit. Seinen Hoehepunkt erreichte sein Leben in seiner Wirksamkeit als Oberrabbiner von Wien, wo er der Nachfolger von Persoenlichkeiten wie Jellinek, Mannheimer und Guedemann wurde. Schon seine Antrittsrede in Wien mag seine Zuhoerer haben ahnen lassen, dass dieser neue Oberrabbiner nicht mehr die Sprache der Assimilations - und Emanzipationsepoche sprach. “Den alten heiligen Judenstolz, die wundartragende, wundertaetige Judenkraft kann ich Euch wieder lehren. Stolz sollt ihr wieder darueber empfinden, dass Ihr dem Volke angehoert, das das jugendfrischeste ist unter den am Webstuhl der Geschichte wirkenden”. Mit diesen Worten begann er seine Ansprache und’er schloss: “Schwer ist die Verantwortung, die auf mir ruht, gross aber auch die Macht, die in meine Hand gelegt ist. Ich werde sie nicht missbrauchen... Meinem Volke zu dienen, bin ich zu Euch gekommen, ihm zu dienen mit meinem ganzen Herzen, mit meiner ganzen Seele, mit meinem ganzen Vermoegen. Doch sonst bin ich keines Menschen Diener. Mein Eigenstes, mein Hoechstes, mein Tiefstes und Persoenlichstes mein Gewissen, kennt keinen anderen Herrn als die goettliche Stimme, die ich in mir vernehme. Nicht, um ein Amt auszufuellen, stehe ich hier, sondern um eine Mission zu erfuellen. Wer mir meine geistige Freiheit, meine Unabhaengigkeit nimmt, der macht mich zu einem unbrauchbaren Werkzeug. Wer aber meint, durch Drohungen oder Lockungen, durch Schmaehungen oder Versprechungen mich von dem Wege abziehen zu koennen, den ich gehen muss, mich den Ueberzeugungen entfremden zu koennen, die ich in jahrelangem Ringen mir erkaempfte, der wird auf Granit beissen”. Diese herrlichen Worte, hat Prof. Dr. Moritz Rosenfeld (s. 1.), der jahrelang unter uns gelebt hat und der ueber das Grab hinaus ein treuer Freund und Mitarbeiter von Chajes war, in seinem zweibaendigen Werk, in dem er das Leben dieses Mannes charakterisierte und seine Reden und Vortraege kuenftigen Generationen aufbewahrte, aufgezeichnet. Seine Reden waren ein staendiges Bekenntnis zum juedischen Volk und zu seiner Renaissance auf seinem eigenen Boden. Seine Vortraege lassen die tiefschuerfende Weisheit dieses Lehrers in Israel ahnen. Die Popularitaet dieses Mannes, der staendig mit reinem Herzen zum Volke sprach, wuchs derartig, dass er 1921 zum Vorsitzenden des zionistischen Aktionskomites gewaehlt wurde. So wurde er zum Wortfuehrer der juedischen Weltoeffentlichkeit. Er fuhr als Politiker und juedischer Staatsmann nach Rom, London und San Remo und schuf ein ausgedehntes juedisches Schulnetz in Wien und nahm an der Gruendung von Wohlfahrtsinstitutionen teil. Er war Rabbiner, Seelsorger und Kaempfer zugleich. Schliesslich wurde er auch einer der Schoepfer der Hebraeischen Universitaet auf dem Skopusberg. Seine Sehnsucht war es, an dieser Staette der Weisheit als Dozent wirken zu koennen, um dort nur als Lehrer und Wissenschaftler taetig zu sein. Dieser Wunschtraum hat sich leider nicht mehr erfuellt. Am Hoehepunkt seines Lebens, mit einundfuenfzig Jahren, wurde er in Wien zur ewigen Ruhe getragen. In seinem Nachruf auf dem Friedhof sagte Rabb. Dr. Feuchtwang: Alles, was in seinen Wirkungskreis kam, musste ihn lieben, lieben und verehren. Er hatte eine solche innere Pers oenlichkeit und Groesse und Fuerstlichkeit, dass man sagen kann, wem er nicht innerlich gut sein konnte, in dem musste etwas Ungutes sein”. Ein anderer sprach: So wird er fortleben in der Lokalgeschichte Wiens, in der Universalgeschichte unseres Volkes und in der Wissenschaft des Judentums fuer und fuer”. LOEWENSTEIN. S. C. I. "B'NE 1ISROEL" LIGA DE DAMAS celebran el 10, Jom Haazmau th el Sábado 26 de Abril de 1958 a las 10 p. m. con un GRAN BAILE Atracciones, Juegos, 2 Orquestas, Tómbola, Buffet, Bar. Entrada $ 600.- BLINDE KINDER IN ISRAEL bedürfen Eurer Freundschaft und Hilfe Unterstuetzt das Blindenheim in Jerusalem _**fi***-*:.* Asociación de los Amigos de los Ciegos Israelitas "TORMEI-OR" Portugal 810 Santiago Casilla 2487 msm vERwroogniivfi IDO 000 OLIM DIE HEILIGE PFLICHT DER. KOLLEKTIVITAET MUSS VON ALLEN ERFUELLT WERDEN

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.