Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XX (1958)
- Issue
- 4 (Abril, 1958)
- Date
- 1958-04-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Abril 1958 BOLETIN INFORMATIVO 7 ISRAEL-LAND DER JUGEND von Hardy Svarsensky Jeder Mensch auf dieser Erde, wo er sich auch immer befinden mag, stellt eine kleine Welt dar, mit ihren Freunden und Sorgen, mit ihren angenehmen und mit ihren Schattenseiten. Ueberall gibt es glückliche und unglückliche ernste und oberflaechliche, gebildete und unkultivierte Menschen. Aber es dürfte nur sehr wenige Laender geben, in denen der Lebenswillen der Bevoelkerung, die Bejahung dieses unseres menschlichen Daseins mit seinen Erhabenheiten und Schwierigkeiten so ausgepraegt ist wie in Israel. Dieses Land, in welchem der friedliche Bürger und Bauer, der Arbeiter und der Gelehrte niemals vollkommen demobilisiert ist, hallt nicht von dem monotonen, rauhen schweren Tritt der Soldatenstiefel wider. Es sind keine Marsch- und Soldatenlieder von denen das Land erfüllt ist. Aber Israel ist doch ein Land des Liedes, des Liedes der Arbeit und der Felder, des Liedes der Sehnsucht nach einem neuen, ganz anderen Leben, in dem dieser fatale Unterschied zwischen den einzelnen Schichten der Bevoelkerung beseitigt wird, der Schranken errichtet zwischen Mensch und Mensch. Schoenheiten der Natur sieht der Tourist in allen Laendern. Im Grunde genommen hat jede Landschaft ihre Reize. Selbst in der Monotonie des Meeres liegt eine berauschende Melodie. Und von dem Schweigen des Eises oder der Wüste geht eine gewaltige Anziehungskraft aus. Natur und Schoenheit sind in manchem Sinn gleichlaufende Begriffe. Das Besondere und Wesentliche, was auf uns über die sentimentalen Eindrücke hinaus wirkt, ist das spezifische Gepraege, das der Mensch, das ein Volk der Landschaft zu geben vermag. Nicht die Schoenheiten der Natur sind das Besondere in Israel, nicht der historische Boden und Selbst nicht die Heiligkeit der Staetten, an denen wir bewundernd und vom “Atem der Zeiten” erfasst einen Augenblick verweilen. Das Volk, die Bevoelkerung, der Mensch, alle zusammen, die Gemeinschaft Israels, das ist der Faktor, der diesem Lande seinen Stempel aüfdrückt. Auch in dieser Gesellschaft gibt es schwere Kaempfe, gewaltige geistige, materielle, wirtschaftliche und persoenliche Auseinandersetzungen. Es gibt Hass und Liebe, Neid und Eifersucht wie anderswo auch. Der Israeli ist ein Mensch wie andere Menschen. Und er ist doch in einem Punkt anders: in seiner Stellung zu seinem eigenen Lande- Diese Einstellung ist durchaus nicht .unkritisch. Das kleine Land ist von heftigen Parteidisküssionen eschüttert. Die oeffentliehe Debatte ist ein Ausdruck der demokratischen Gesinnung, des allgemeinen Interesses an dem Geschehen in und um Israel, der Verantwortung, die jeder auf seinen Schultern fühlt. Trotz aller und vieler Kritik sieht jeder Israeli zuversichtlich in die Zukunft, die schwer sein mag, die aber jüdisch und israelisch sein wird. Das Land seufzt unter der Last der Steuern, der Verantwortungen, der Verpflichtungen, unter dem Kriegseinsatz, der staendigen Mobilisierung, der starken Inanspruchnahme aller Kraefte. Trotz allem ist das Land glücklich. Die Jugend lacht und singt und arbeitet, wie vielleicht nirgends auf der Welt. Stark und gesund, entschlossen und bereit, baut diese Jugend auf, das Land, das Volk, den Staat, die Zukunft. Manchem mag es Vorkommen, als würde diese Jugend von sich selbst zu stark eingenommen sein. Dieser Eindruck ist vielleicht nicht falsch. Aber wenn man auch nur ein wenig die gewaltigen Leistungen und den unermüdlichen Einsatz berücksichtigt, wenn man überlegt welche Erfolge dieser kleine Staat aufzuweisen hat, welche Rolle diese Jugend dabei spielt, der wird verstehen dass ein Grund für diese Selbstsicherheit vorhanden ist. Zwei gewonnene Kriege gegen eine feindliche Welt weniger als zwei Millionen Menschen gegen eine vielfache Ueberzahl, neues Leben, neue Kolonien, neue Werke neuer grünender Boden inmitten der weiten Oede der Wüste, das alles hat diese, hat Israels Jugend geschaffen. Und an ihrer Spitze steht ein jugendlicher Mann von über 70 Jahren, David Ben Gurion, Symbol und hoechste Ausdrucksform eines unbezaehmbaren Willens zum Leben, zur Tat, zum Bauen, zum Fortschritt. In diesem Lande bleibt jeder Mensch jung. Das Leben, das Tempo der Arbeit und der Entwicklung laesst ein Altern nicht zu. Jeder Tag bringt Neues. Im Parlament sitzen junge Menschen, in der Regierung und vor allem in der Armee. Der Chef des Generalstabes ist der aelteste Offizier, er ist aber noch keine vierzig Jahre alt. Der Kommandant des Sinai-Feldzuges, der durch einen Flugzeugunfall ums Leben kam, war 29 Jahre alt. Vielleicht ist Israel eines der wenigen Laender, wo Alter keine Privilegien schafft. Die Leistung allein entscheidet. Sicherlich aber ist Israel dasjenige Land auf der Welt in welchem der ernsteste Versuch einer Neugestaltung der Gesellschaft gemacht worden ist. Die Schranken zwischen den verschiedenen Schichten und Klassen, die zu einer unseligen Zerschneidung des Erdballs geführt haben, sind in Israel gefallen. Geld allein repraesentiert nichts. Vielleicht haben die tiefen kulturellen Unterschiede zwischen den aus Europa und den aus den orientalischen Laendern gekommenen Juden einen bis dato unbekannten Trennungsstrich gezogen, der aber taeglich mehr verschwindet und eines Tages nicht mehr zu sehen sein wird, wenn diese neue Einwanderung vollkommen absorbiert ist, nicht nur wirtschaftlich, sondern auch gesellschaftlich. Trotz aller Zwiste und Streitigkeiten, die es in Israel in reichlichem Masse gibt und die in einem schillernd bunten Parteileben ihren nicht immer glücklichen Ausdruck finden, bildet das Land und seine Menschen eine grosse Familie. Das alte Postulat „Kol Jisrael cha-werim”, das man wohl am treffendsten mit „Alle Juden sind Brüder” übersetzen kann, ist in Israel zur Wirklichkeit geworden. Dort sind alle Israelim Brüder. Das will nicht heissen, dass sich alle lieben, denn auch unter Brüdern treten mitunter Differenzen auf, aber sie sind doch Brüder, und das Band der grossen Famüie erweist sich in den entscheidenden Augenblicken des Lebens als staerker denn aller Streit. Dies zu beobachten, dürfte das groesste Erlebnis sein, das einen Wanderer durch Israel beeindrucken kann. '/.*/ Pts S.SA- JISKOR tiaaH! Que recuerde el Ishuv Judío de Chile a los me¡ores de sus hijos, de corazón límpido y visión clara, los Jalutzim de nuestra patria. ERN5T MUELLER Y ASHA GHNESIN ENRIQUE ROTHSHILD WERNI HIRSCHBERG Que cayeron en las batallas por la Independencia de Israel y que con su muerte nos ordenaron la vida. SCHOEN UND SUESS . . . (Photo Kluger) (La Semana Israelita)