Mannheim
Compact Memory

Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1958-03-01 · 3 (Marzo, 1958) · p. Seite 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XX (1958)
Issue
3 (Marzo, 1958)
Date
1958-03-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/8553624-8557203-9194366--2218-8557245
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

10 BOLETIN INFORMATIVO Marzo 1956 Israel will den Beduinen helfen Israel macht den Versuch, den Beduinen das zwanzigste Jahrhundert näherzubringen, ohne das sie bisher recht gut auszukommen glaubten. Für diese umherziehenden stolzen arabischen Nomaden, die seit Jahrhunderten durch den Mitleren Osten wandern, gibt es keine Landesgrenzen. Sie weideten ihre Kamele, Schafe und Ziegen wo immer sich Wasser und Gras fand. Sobald sie weiterzogen, nahmen sie ihre langen schwarzen Wollzelte mit. Sie waren die Krieger, die das Herz des “Lawrence von Arabien” gewannen u. die den Briten im ersten Weltkrieg so gute Dienste erwiesen hatten. Aus ihrer Mitte stammen die jungen Männer, die später den Kern der von den Briten geschulten Arabischen Legion bildeten. Im Jahre 1948 gab es im Gebiet, das sich vom Gaza-Streifen bis zum Toten Meer und dem Golf von Akaba erstreckt, etwa 70.000 Beduinen. Bei Beendigung der Kämpfe zwischen Israel und den Arabern waren die meisten nach Jordanien oder Aegypten geflohen; indessen aber haben viele zu ihren alten Weidegründen zurückgefunden. Heute gibt es im Bezirk Beer-Schewa etwa 13.500 Beduinen. Sie sind Bürger Israels, und es werden behutsame Versuche gemacht, sie in das Leben des Staates einzugliedern. Vorläufig ähnelt dieser Versuch dem Bemühen, einen Menschen, der sein Leben lang barfus ging, Schuhe anzuziehen. Die Israel - Regierung hat nun ein “Beduinen-Schutzgebiet” auf einer Fläche von etwa 121.500 Hektar Halbwüste östlich und nördlich von Beer- Schewa errichtet. In dieser Gegend weiden neunzehn Stämme ihr Vieh und pflanzen ihre kleinen Kornäcker. Einmal wöchentlich gehen sie nach Beer-Schewa zum Markt — im übrigen brauchen sie einen besonderen Erlaubnisschein, wenn sie das ihnen angewiesene Gebiet verlassen wollen. Der grösste Teil dieser Stämme lebt aber noch in Jordanien und in der ägyptischen Sinaiwüste. Trotz der Bemühungen der israelischen Armee und der Grenzpolizei haben die Beduinen ihren traditi onellen Schmuggelhandel beibehalten, bei dem Rauschgifte, Munition, Vieh und Ehefrauen getauscht werden. Um dies zu bekämpfen, plant Israel die Beduinen auf dem Land zu verwurzeln und aus ihnen Bauern und Viehzüchter zu machen. Der Militärgouvemeur des Bezirks Beer-Schewa und dessen Stab bemühen sich energisch um die Hebung des Lebensstandards der Beduinen. Man versucht zu erreichen, dass sie Boden erwerben und kultivieren und das Nomadenleben aufgeben. Die Regierung hat, um ihnen zu helfen, neue Wasserleitungen in dem Gebiet anlegen lassen, sie regt auch die Erwerbung von landwirtschaftlichen Geräten und Massnahmen zur Konservierung der Flächen an, die durch langjährige Weidenbenutzung verbraucht sind. Fünf kleine Polykliniken wurden eingerichtet und einmal wöchentlich empfängt dort ein Arzt die Kranken. Mit Hilfe der Regierung wurden sechs Schulen eröffnet, in denen israelische Araber in arabischer Sprache Unterricht erteilen. Die Beduinen weigern sich aber auch jetzt noch oft, ihre Zelte zu verlassen, in Betten zu schlafen und Essbestecke zu benutzen. Einer der Stämme hat jedoch mittlerweile eine Koopeperative gegründet und zwei Traktoren und eine Combine erworben. Der Scheich des Stammes erzählte vor kurzem einem Besucher, dass ein Traktor mit Leichtigkeit die Arbeit von zwanzig Kamelen verrichten kann. Ein anderer Stamm baut jetzt eine neue Schule und leiht sich von der israelischen Regierung landwirtschaftliche Maschinen aus. Trotz alldem ist es noch schwer, die Zukunft der Beduinen in Israel vorauszusehen. In vielem gleichen sie den amerikanischen I nd i a n e r n, vielleicht wird auch ihr Schicksal einmal ein gleiches sein. 1 TRAKTOR 20 KAMELE Eine Bruecke ueber Jahrhunderte pííiíl'íSí! mm Vom Einfluss deutscher Juden auf das Sozialwerk in Israel Von Dr. Margarete Turnowsky - Pinner Die Hitachduth Olej Germania war die erste grosse landsmannschaftliche Vereinigung Erez Israels. Geschaffen und getragen von einem Kreis früh eingewanderter verantwortungsbewusster und sachkundiger deutscher Zionisten, stellte sie sich die Aufgabe, die aus Deutschland kommenden Flüchtlinge des Naziregimes im Lande aufzunehmen und möglichst reibungslos einzuordnen. Die HOG wurde später zum Irgun Olej Merkas Europa. Doch von grösserer Bedeutung für den Aufbau des Jischuw war, dass die von ihr geschaffene Form von sämtlichen Landsmannschaften nachgebildet wurde, in denen zu Landeing esessenen grosse Gruppen von neu einwandemden Landsleuten kamen. Die im Herbst 1933 begründete Lischka Leesra Sozialith Lemaan Olej Germania war dem damals entstehenden System öffentlicher Fürsorgestellen eingefügt. Aber dieses soziale Amt, das in den ersten fünf Jahren ausschliesslich deutschen und bis 1939 mitteleuropäischen Olim diente, stand unter einem einflussreichen Vorstand von Persönlichkeiten der HOG und stützte sich bei der Wirtschaftsberatung, der Arbeitseinordnung und Kulturarbeit auf diese. Im Weltkrieg wurde aus dem Amt für Einwanderer aus Deutschland ein allen Landsmannschaften dienendes “Einwandererfürsorgeamt”, die Lischka Lemaan Haoleh. Menschen des mitteleuropäischen Kreises blieben massgebend im Vorstand, und die Arbeit baute auf den Erfahrungen und gefestigten Prinzipien der Anfangsjahre auf. 1935 wurde mit Hilfe der Georg Landauer unterstehenden “Deutschen Abteilung” als wichtiges Kreditinstitut für die wirtschaftliche Einordnung deutscher Olim die Kupat-Milwe Leolej Germania begründet. Sie wurde zur Kupath- Milwe Leolej, also einer landsmannschaftlich unbegrenzten Darlehnskasse. Anstelle einer zunächst bei ihr eingerichteten Spezialabteilung für soziale “Grenzfälle” entstand im Oktober 1938 die Kupath-Eser, die dem Büro der HOG eingefügt wurde. Sie wurde zum Vorbild für Darlehnskassen vieler landsmannschaftlicher Organisationen. Noch vor Beginn der Naziregierung entstand in Deutschland, geschaffen durch eine phantasiestarke, leidenchaftliche deutsche Zionistin die “Jugendalija”, die sich zunächst auf einen Kreis deutscher Menschen stützte und einige Jahre lang nur Jugendliche aus Deutschland zur landwirtschaftlichen Erziehung nach Palästina brachte. Sie wurde das groesste, alle Einwandererkreise umfassende, sozialpädagogische Werk Israels. OEFFENTLICHE SOZIALARBEIT Der Beginn der organisierten öffentlichen Sozialarbeit in Erez Israel ist mit dem Namen von Henrietta Szold verknüpft. Wir sind nicht berechtigt, sie unserem Kreis zuzurechnen. Aber niemand kann Henrietta Szolds Wesen und Wirksamkeit begreifen, der sie nicht als Abkömmling einer aus Oesterreich - Ungarn nach Amerika übergesiedelten geistigen Familie sieht. Sie hatte zwei Muttersprachen, englisch und deutsch, und ihre Liebe zu allem, was ihr deutsche Judenheit bedeutete, war einer der bestimmenden Momente in ihrem Tun. Es sind sehr viele von unseren Menschen, die all ihr Können, ihren Aufbauwillen und ihre Kraft einsetzten, um das Fürsorgewesen im Lande zu entwickeln. Sie haben den später hinzukommenden Sozialarbeitern aus allen Gruppen des Jischuw den Weg gebahnt. Eine Erhebung vom Jahre 1935 errechnet die Zahl der mittel- und westeuropäischen Sozialarbeiter Israels noch heute auf 214, das ist etwa ein Drittel aller durch die Zählung erfassten Fachkräfte. Es scheint bedenklich, aus diesem grossen Kreise einzelne Persönlichkeiten zu nennen, auch wenn sie Wichtiges leisteten und wenn sie heute an prominenter Stelle stehen. Nur von einer der Hingegangenen soll hier gesprochen werden, von Siddy Wronsky, der eigentümlich Begabten, der so vieles gelang und so vieles nicht gelang — und nur von dem, was sie im Lande erfolgreich tat oder doch begann, sei hier die Rede: von ihrer Gründung des Jerusalemer Sozialarbeiterseminars, der Einrichtung von Kurzkursen zur Ausbildung älterer, landerfahrener Fürsorger, von dem Aufbau einer sozialen Fachbibliothek, der Anregung des Fachverbands palästinensischer Sozialarbeiter und (vielleicht bedeutsamer als alles andere) von ihrem Versuch, durch Hunderte von Verhandlungen und Vorträgen im Jischuw den Gedanken vom Wert einer systematischen öffentlichen Fürsorge durchzusetzen — in der Arbeiterschaft, welche Sozialarbeit mit “Chalukka” und demütige n d e r “Philanthropie” gleichsetzte, und in den alten Bürgerkreisen, die eine geregelte Arbeit für Hilfsbedürftige als kalt und seelenlos scheuten. Es gehört zu der Tragik ihres Lebens, dass Siddy Wronsky unmittelbar vor der Staatsgründung starb, also vor dem Augenblick, als sich der beim Waad Leumi begonnene Aufbau durch die Begründung eines Wohlfahrtsministeriums stabilisierte. Innerhalb des jetzt das Land und alle seine Bevölkerungsgruppen umfassenden Systems gehören die aus Mitteleuropa gekommenen Sozialarbe i t e r weiter zu den höchst geachteten Fachkräften, die bedeutende Stellungen in der zentralen, bezirksmässigen und kommunalen Arbeit einnehmen. Ihr TINTORERIA INDUSTRIAL PUPKIN MACUL 2300—FONO 44855 ofrece ©us teñidos al ácido en madejas al cromo Indantren y lana en rama. Además el teñido de piezas en tejidos de punto de algodón y lana. zahlenmässiger Anteil an deen ständig wachsenden Fürsorgerkreis wird allmählich absinken. Hier wurde nur von der Fürsorgearbeit im engsten Sinne gesprochen. Der Einfluss deutscher Juden geht aber viel weiter. Wir finden sie an Stellen auf dem grossen Gebiet der Sozialmedizin, der Sozialpädagogik, der sozialen Forschungsarbeit, des sozialen Gerichtswesens, des Strafvollzugs und (zuletzt genannt, aber als sozialpolitische Institution von allergrösster Bedeutung) in der Nationalversicherung. BESTIMMENDE GEDANKEN Die aus Deutschland kommenden Sozialkraefte waren erfüllt von dem humanistischen Gedanken, den sie wohl darum tiefer als die meisten von ihren Mitarbeitern erfassten, weil er selbst seine stärkste Wurzel im Judentum hat. Sie sahen ihre Aufgabe darin, die störenden Momente aus dem Leben der ihnen Anvertrauten zu beseitigen, weil sie überzeugt davon waren, dass jeder Mensch sich (wenn auch innerhalb der ihm von der Natur gesetzten Grenzen) zum Guten entwickkeln kann. Als Zionisten verbanden sie mit dem Glauben an den Menschen den Glauben an das Volk und das Land Israel und mit ihrem Drang, gefährdeten Menschen über jede Hemmung, die sich ihnen entgegenstellt, hinwegzuhelfen, den Willen, Gutes im Lande zu wirken. Da Deutschland das erste Land war, das eine Sozialgesetzgebung einführte und die freie Fürsorge in sie einbaute, hatten sie gelernt, Recht und Regel zu schätzen. Sie wünschten die Lösung von der Willkür (und diese hiess auf sozialem Gebiet “Nedava” und “Barmherzigkeit”), weil sie wussten, dass nur die Bindung an ein kodifiziertes Recht die Würde des Hilfsbedürftigen sichert. Sie waren in der Achtung von Ordnung und Organisation erzogen. Dieser Ordnungssinn kam aus der gleichen Quelle wie die Bindung an Regeln: der Achtung vor den Menschen und dem Wunscl nach harmonischem Ablauf je- Quelle wie die Bindung an Regeln: der Achtung vor dem Menschen und dem Wunsch nach harmonischem Ablauf jedes Vorgangs. OBERHEMDEN saemtl. Herrenartikel Alejandro Lande MONEDA 1055 —Fono 81178

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.