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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1956-12-01 · 12 (Diciembre, 1956) · p. Seite 11

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XVIII (1956)
Issue
12 (Diciembre, 1956)
Date
1956-12-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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11 formet IVO JLAND )N GAD HEYMANN Junge gesunde Jugend waechst neben alten und veralterten Geschlechtern heran. Die letzten Erfindungen der Technik werden neben den Ruinen der aeltesten und neuen Geschichte errichtet. Es ist weiter das Land der starken Kontraste. Am “Yom haatzmauth” sieht man nicht nur M i - iitaer und, wie auf diesem Bild, Marine mit Torpedos beim Aufmarsch, sondern auch... -> Friedlichere “Einheiten”. Hier einer der Wagen, die die verschiedenen juedischen Traditionen in Kleidung und Tanz des Klbuz - Galuyot representieren. ' ' : -> Setzt die alte Generation an den heiligen Stellen ihr uebliches Gewerbe fort. Hier zwei Bettler, die aussehen, wie dem Geschichtsbuch ausgeschnitten am Eingang zu einer alten historischen Synagoge in Safed. <- Waehrend die Jugend im Klbuz sich zu einem Ausflug vorbereitet und den Autobus unter Aufsicht der Lehrerin besteigt... GEDENKEN AN LEO BAECK (Fortsetzung von Seite 10) dann wird folgendes geschehen. Die Passanten werden mich entweder scheu oder mitleidig anblicken. Ab und zu wird einer an mich herantreten und mir eine Zigarette oder ein Stueck Schokolade in die Hand druecken oder mir im Voruebergehen ein gutes Wort hastig zufluestern. Sonst wird garnichts geschehen. Ich werde wohlbehalten in meiner Wohnung ankommen. Ich weiss nicht, ob ihr Fuehrer dasselbe von sich sagen koennte”. Nur einmal fehlte er der Wahrheit. Wenn ihn in Theresienstadt die gefolterten Menschen, deren naechste Angehoerige soeben in die Gaskammern von Auschwitz verschickt waren, um seine Meinung fragten, wohin Sohn oder Bruder gekommen sei, so erklaerte er 1 aus sicherer Quelle zu wissen, dass man die Entfernten in andere Laeger verbringe oder in andere Ghetti. “Denn jeder Tag, in denen sie noch nicht die ganze Wahrheit wissen” — so sagte er seinen Vertrauten — “ist ihnen ein Tag des Lej bens”. : In Theresienstadt organisier- | te er einen heimlichen Schul-! unterricht fuer die Kinder. Er hielt fuer die Erwachsenen Vortragszyklen ueber Plato, Maimonides und Kant und er schrieb, wenn man ihn nicht gerade als “Pferd” vor einen Handwagen spannte, um den Abfall durch den Schmutz der Lagerstrassen zu ziehen, an seinem 1955 erschienenen bisher letzten Buche. Dessen Anfaenge reichten noch in die Berliner Zeit zurueck, aber im Lager wurde es vollendet, “wann immer ein leeres Blatt sich fand und eine stille Stunde sich auftat”. In diesem Buche, “Dieses Volk.—Juedische Existenz” wollte er wie er im Vorwort sagt — sich selbst Rechenschaft geben von diesem juedischen Leben, diesem juedischen Volke. Wovon er an anderer Stelle frueher einmal sprach, von der Grenze zwischen Geheimnis und Klarheit, die in eine Geheimnisklarheit zusammenfliessen, das wird in diesem schmalen Bande zu wunderbarer Wirklichkeit. Und wenn seine ersten Kapitel noch jenen ringenden Baeckchen Stil bezeugen, weil hier Wort werden muss, was sich dem Worte versagt, so stroemt der zweite, im Lager entstandene Teil in klarer, klassischer Sprache. Je bedrohlicher, enger, schmerzlicher die aeusseren Verhaeltnisse, um so innerlich freier, sicherer, einfacher wurde dieser Mann. Er hat Theresienstadt ueberlebt, weil ein maehrischer Rabbiner Beck dort verstorben war und man, die Namen verwechselnd, ihn, Leo Baeck, darauf in der Berliner Kartei den Toten zuzaehlte und vergass. Es moegen Zeiten kommen, in denen man auf den Umwegen und Abwegen des politischen Kampfes das Wesen des Judentums mit einer gerade zur Stunde gueltigen Notwendigkeit yerwechseln koennte. In diesen Zeiten wird es still sein um Leo Baeck. Aber er wird immer wieder sein Vergessen ueberleben und an Bedeutung und Groesse zunehmen, solange Juden ueber den geschichtlichen Augenblick hinaus das zu erfassen suchen werden, was ewig ist am Judentum. RABB, Dr. LEO BAECK, z. L. Der Council of Jews from Germany gibt in tiefer Trauer bekannt, dass sein Praesident, RABBINER DR. LEO BAECK, am 2. November 1956 im 84. Lebensjahr in London verschieden ist. Sein Leben und Wirken galt der Wahrung und Mehrung des geistigen Besitzes des deutschen Judentums. Als Erzieher von Generationen deutscher Rabbiner, als Kuender der juedischen Lehre und religioeser Denker nahm er von jeher einen Ehrenplatz in der deutschen Judenheit ein. In ihrer schwersten Stunde berief sie ihn zu ihrem Fuehrer, und als Praesident der Reichsvertre- I tung der Deutschen Juden wurde er zum Sprecher unserer verfolgten Gemeinschaft. Auf verlorenem Posten trat er mit der unvergleichlichen Wuerde seiner Persoenlichkeit und jenem Mut fuer sie ein, der aus der Gebundenheit an ewige Werte fliesst. Aus freier Entscheidung hat er das Schicksal der Gemeinschaft bis zum Ende geteilt, die Verzweifelnden aufgerichtet und den Todgeweihten Kraft gegeben. Als sich nach dem Ende des Krieges die aus Deutschland ausgewanderten Juden in unserem Council vereinigten, hat er seinen grossen Namen mit unserer Sache verbunden und seine ungebrochene Arbeitskraft dem Dienst fuer die Juden aus Deutschland in aller Welt gewidmet. Die edelste Gestalt des deutschen Judentums hat uns verlassen. Was er gelebt und gelehrt hat, wird in uns fortwirken. COUNCIL OF JEWS FROM GERMANY. ZU FAMILIEN - FESTLICHKEITEN Telegramme, Blumen-Abloesungsspenden, Baeume, Goldenes Buch, Bai—Mizwah—Buch, Kinder—Buch des REREN KAJEMETH LEJISRAEL Telefonische Bestellungen: 33096 (Gemeinde) oder 87?07

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