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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1956-09-01 · 9 (Septiembre, 1956) · p. Seite 7

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XVIII (1956)
Issue
9 (Septiembre, 1956)
Date
1956-09-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Septiembre, 1956 BOLETIN INFORMATIVÖ 1 VOM JUEDISCHEN GOTTESDIENST Von Magnus Davidsohn Priesterliches Wirken in der Berufung zu heiligem Amt von über einem halben Jahrhundert zeitigte natürliche Erfahrungen, die hier einmal ihren Niederschlag finden sollen. Gewiss, diese Erfahrungen sind für das Weltjudentum bestimmt . Besondere Geltung aber sollen sie für den jüdischen Menschen in der Diaspora haben, der wirklich gläubig zu der Tradition des jüdischen Gottesdienstes hält. Es geht hier nicht um liberal oder orthodox, sondern einfach um die Charakteristik des jüdischen Gottesdienstes und um die Wirkung auf denjenigen, der im Gotteshause seelische Erhebung, Gottvertrauen, kurz all das finden will, was er als Stütze in das Leben hinaus nimmt. Es geht um den Gläubigen, und derjenige, dem all das, wovon hier zu sprechen ist. nur eine Gewohnheit von drei Tagen bleibt, soll über diese Ausführungen ruhig hinweglesen, ich spreche bewusst vom Gläubigen, weil ich tausendfach die Erfahrung gemacht habe, dass mit "Kritik und Geist nicht allein das zu erfassen ist, was der Glaube in seiner Tiefe gewährt. Keine historische Abhandlung, die so vielgestaltig hier schon niedergeschrieben wurde und vielleicht ihre Fortsetzung finden wird, sondern das Erleben der jüngsten Vergangenheit, der Gegenwart und die Voraussicht in die Zukunft, all das diktiert diese Ausführungen. Der Morgen einer Renaissance in der weiten jüdischen Welt ist angebrochen. Der Erfahrene weiss, dass die jüdische Jugend auch für ihre religiösen Empfindungen innerhalb des Gottesdienstes Momente wünscht, die sie vollauf befriedigen sollen. Das unnennbare Leid der jüdischen Geschichte bis auf den heutigen Tag müsste eine Lohe des Hasses aufflammen lassen, die riesengross in unser Leben hineinleuchtet. Aber dem Juden ist der Hass nicht gegeben. Hatte die Thorastelle “Du sollst Deinen Nächsten lieben, als ob du es selbst waerest” nach all dem Furchtbaren noch Geltung? Sie hatte nicht nur allein, sie hat und wird immer Geltung haben. Aber die Zeit ist gekommen, da wir unser furchtbares Leid nicht in Ergebung tragen. Der junge Israeli ist nicht geneigt, geduldig Schläge hinzunehmen, sondern sie abzuwehren. Was hat das alles aber mit dem jüdischen Gottesdienst zu tun? Schlagen wir einmal ein Gebetbuch auf; nicht eines der modernisierten einer vergangenen Assimilantenwelt, sondern jenen Siddur, der die alten überlieferten Gebete in die Jetztzeit mit hinübergenommen hat. Welch eine Unsumme von Tränen enthalten diese Gebete! Wie hat der Leidende zu seinem Gott gebetet! “Haschanoh, hilf uns doch” ist so oft mit dem Gebet um Scholaum, Frieden, verknüpft. AUS DEM JEMEN (Foto: Keren Hajesod Kalender) Wir waren und bleiben in der Welt die Minderheit. Wir haben fest an dem Gebot gehalten “Du sollst”. “Höre Israel, der Ewige, unser Gott, der Ewige ist einzig”. Und dieser Einzige gebietet “Dusollst”, nicht das zwingende “Du musst”. Das ist neben allem Beten und Bitten im jüdischen Gottesdienst die Forderung an uns jüdische Men sehen. Es steht ausser Zweifel, dass der jüdische Gottesdienst in seiner Tradition erhalten bleiben muss, besonders in seiner charakteristischen äusseren Form. Wir weilten in einem uns fremden Lande und hörten von dicht bevölkerten Gotteshäusern an jedem Sabbat und Feiertag, ja, an jedem Morgen und Abend dort, wo die Tradition ihre Stätte hat. Was ist in Israel? Welche Form gibt man dort dem Gottesdienst? Hier spricht nicht der Politiker, sondern einzig nur der Gläubige. Er wünschte, dass einmal auch vom jüdischen Heimatlande her an dieser Stelle über den jüdischen Gottesdienst in Israel gesprochen wird, von dem Kundigen, von demjenigen, der gleichfalls im heiligen priesterlichen Amt dort steht, Dann würden wir abzuwägen haben, was der Zukunft Israels ‘in diesem Gottesdienst frommt. Zunächst aber haben wir uns zu dem Judentum in der Welt zu wenden. Wir haben Forderungen zu erheben, die verstanden werden sollen, für ein wahrhaft religiöses Judentum der Zukunft. Was nahmen denn eigentlich die kleinen Gemeinden des einstigen Judentums in Deutschland, die mühsam wieder errichtet worden sind, aus der Vergangenheit mit? Die Schlagworte “li beral, orthodox” etc. sind verschwunden. Alte und die wenigen jungen Juden, die uns geblieben sind, haben sich auf jene heilige Formel geeinigt, dass sie, wie ehedem sich in einer Einheitsgemeinde zusammen schliessen. Der Vorbeter betet schlicht, ohne grosse Ambitionen. am Omud. Die wenigen Rabbiner gehen in einer Sozialarbeit ohnegleichen auf, und ihre Predigt muss von einem so starken Verantwortungsgefühl getragen sein, dass hier nicht ein homiletisches Meisterwerk mit aller Dynamik der Phonetik entsteht, sondern jene Predigt, wie sie von einem Leo Baeck gefordert wird, den wir vor 60 Jahren zum ersten Male hörten, und da* aus seinen jungen Jahren in das Alter die Weisheit und Grösse eines Wissens ohnegleichen mit hinübergenommen hat. Was gebietet nun der jüdische Gottesdienst des Jetzt und Einst? Unser Gottesdienst wird immer auf der Basis der heiligen Sprache seine Hauptcharakteristik tragen. Es ist nicht nur Sache Israels, die hebräische Sprache mit all ihren Idiomen zu pflegen. Wir haben die heilige Verpflichtung, unseren jungen jüdischen Menschen die Grossartiekeit dieser Sprache aufzuschliessen. Die Diaspora — und es ist mehr denn je eine Diaspora geworden — soll der so sehr verminderten jüdischen Jugend die hebräische Sprache so stark einprägen, dass sie den Gebeten, den Gesängen, kurzum, dem gesamten jüdischen Gottesdienst ohne weiteres folgen kann. Doch hierzu gehört der Berufene, der nicht nur die Gottgläubigkeit in das Herz des Kindes zu pflanzen hat, sondern auch mit schönem und heiligem Eifer das Bild des hebräischen Wortes dem Kinde solange aufzeigt, so liebevoll, dass dieses Kind, wenn auch zuerst zögernd, dann aber wülig folgt. Man komme nicht mit dem Einwand, dass diese Sprache zu schwer ist oder gar den jungen jüdischen Menschen nicht interessiere. All das hat gar keine Geltung mehr, wenn der Lehrer und die Eltern die wirklich Berufenen sind, Zwei Generationen jüdischer Jugend sind ausgefallen, sind einfach aus der Welt verschwunden. Ein neues Geschlecht ist erstanden, noch jung und zart, aber wohl fähig, am Aufbau des jüdischen Gottesdienstes mit teilzunehmen. Lenkt eure jüdische Jugend zum Gottesdienst zeigt ihnen, dass dieser Gottesdienst mehr ist als nur Lippenwerk, dass er Herz und Seele erfassen muss. Dann werden sich unsere Gotteshäuser, so klein sie auch sein mögen, wieder füllen. Wir sind nicht von gestern und ehegestern, und wenn man auch Millionen der Vernichtung anheimgegeben hat, so spricht die Geschichte, und sie spricht für uns. “Juedische Wochenschau". LIEDER DER TAUT A Von Devora Hyrkanos (Tarshis Books, Jerusalem) Woher? Woher Ich komme? Von dort Woher Ich komme? Woher das Tier uns be- Von dort (suchte Wo die Stroeme 6troe- Am Ersten Tag, (men, Woher die Blumen, die Wo die Baeume brausen, (frommen, Wo die Frucht sich buch- Die duftstummen kom- (tet, (men Die Urfrucht. Von da Woher Ich komme? Von da komme auch Ich. . _» ~ .V« AUS HADRAMAUTH (Foto: Keren Hajesod Kalender)

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