Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XVIII (1956)
- Issue
- 7 (Julio, 1956)
- Date
- 1956-07-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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8 BOLETIN INFORMATIVO Julio, Aus: “Die Tat”, Zu er i ch: PANKOW LIEGT ZWISCHEN BONN UND JERUSALEM Die Bundesrepublik hat noch keine Entscheidung darueber getroffen, ob sie Botschafter mit Israel austauschen und damit normale diplomatische Beziehungen zum juedischen Staat aufnehmen will oder nicht. Das ging aus der Antwort hervor, die Aussenminister von Brentano an einer Pressekonferenz auf eine diesbezuegliche Anfrage erteilt hat. Was er nicht sagte, was aber als Tatsache feststeht, ist, dass sich sowohl das Auswaertige Amt als auch das Bundeskanzleramt seit langem mit dieser Frage beschaeftigen. Tatsaechlich liegt dem Bundeskanzler und sicher auch seinem Aussenminister viel daran, die Bereinigung des Verhaeltnisses zu Israel weiterzufuehren, nachdem sie vor einigen Jahren mit dem Wiedergutmachungsabkommen eingeleitet worden Ist. Man glaubt hier zu wissen, dass die israelische Regierung, die bei der Annahme der deutschen Reparationen auf starke Widerstaende unversoehnlich deutschfeindlicher Kraefte stiess, heute zu einem solchen formellen Ausgleich bereit waere. Angesichts der gegenwaertigen Spannung im vorderen Orient koennte ihr ein solcher Schritt, wenn er vom deutschen Partner ausgehen wuerde, sogar nicht unwillkommen sein. Aber auf der andern Seite scheut Bonn sichtlich davor zurueck, die Initiative zu . ergreifen: so lebendig das Gefuehl fuer die moralische Bedeutung eines solchen Vorgehens hier ist, so sehr schreckt man vor seinen politischen Folgen zurueck. Tatsaechlich haben d i e arabischen Regierungen die Bundesregierung nicht im Zweifel darueber gelassen. CHALUZAH AUS PERSIEN ¡Ég¡Sg§ .! mim W. WZ mm dass sie die Aufnahmen diplomatischer Beziehungen zu C s r a e 1 im gegenwaertigen lugenblick als einen unfreundlichen Akt betrachten :nd darauf entsprechend reagieren wuerden. Sie wissen latuerlich genau, wo die Achillesferse Bonns liegt: man hat eine heillose Angst davor, durch eine unzeitige und ungenuegend vorbereitete Initiative womoeg- I i c h die Anerkennung Pankows durch einige der arabischen Staaten und insbesondere durch Aegypten zu provozieren. Zwar glaubte Brentano versichern zu koennen, dass keine Anzeichen fuer eine solche Anerkennung vorlaegen. Aber wie sehr man hier fuerchtet, den Ring der Isolierung um die DDR durch unbedachtes Handeln aufzusprengen, und wie sehr man die Araber als die schwache Stelle in diesem Ring betrachtet, geht schon daraus hervor, dass vor einigen Wochen der Bundestagsabgeordnete und fruehere Staatssekretaer. Dr Otto Lenz ln vertraulicher Mission beim aegyptischen Ministerpraesidenten Nasser vorsprach, um dessen Absichten in bezug auf Deutschland zu erkunden und ihm die Bedenken der Bundesregierung gegen ein aegyptischostdeutsches Techtelmechtel nachdrueeklich vor Augen zu fuehren. So viel Wert Bonn begreiflicherweise darauf legt, mit Israel gut Freund zu werden, so wenig moechte es sich durch einen derartigen Versuch die Feindschaft Kairos und seiner islamischen Verbuendeten auf den Hals laden — und die Aegypter sind diplomatisch erfahren genug, diese Schwaeche nach Strich und Faden auszunuetzen. Noch nach einer andern Richtung hin steht die Bundesregierung vor demselben Problem; auch das klang in Brentanos Auskuenften vor der Presse an. Die Stimmen mehren sich heute in Westdeutschland ,die den Moment fuer gekommen halten, den mit Moskau aufgenommenen diplomatischen Kontakt auch auf die andern kommunistischen Staaten Osteuropas und insbesondere die unmittelbaren Anrainer Deutschlands — Polen und die Tschechoslowakei — auszudehnen. Aber hier stellt sich wiederum die gleiche Frage, die schon einer Aufnahme der diplomatischen Beziehungen mit Russland entgegenstand: da die Regierungen der “ Volksdemokratien ” allesamt das Pankower Regi- - me anerkennen, wuerden damit nicht nur in Moskau, sondern auch in andern Hauptstaedten rwei deutsche Botschafter nebeneinander amtieren, und das muesste einen grossen Schritt weiter auf dem Wege zur Legalisierung der deutschen Spaltung bedeuten. Dass man sich — schweren Herzens — gegenueber der Sowjetunion ueber dieses Bedenken hinweggesetzt hat, wird mit dem Hinweis darauf gerechtfertigt dass Russland schliesslich eine der vier Maechte sei, die als fruehere Besatzungsmaechte die Verantwortung fuer die Wiedervereinigung truegen. Im Verhaeltnis zu den Satellitenstaaten laesst sich dieses Argument aber nicht anwenden. Brentano hat daher in aller Deutlichkeit ' abgewinkt und versichert, die Bundesregierung halte an ihrer bisherigen Auffassung fest und sei deshalb nicht in der Lage, zu diesen Staaten Beziehungen aufzunehmen. Das Bestreben, den Rechtsanspruch der Bundesrepublik als der einzigen legitimen Verkoerperung des deutschen Reiches unbedingt zu verteidigen, lastet schwer auf der gesam- 1 Israel wird ein Atomkraftwerk errichten, in dem das Uranium der Phosphatwerke im Negew verwendet werden soll, erklaerte der« Vorsitzende der Israelischen Atomkommission, Dr. Ernst Bergmann, in New York. Dr. Bergmann befindet sich seit einigen Wochen in den USA als Gast der Amerikanischen Atomkommission, wo er Atomwerke be ichtigt. Dr. Bergmann erklaerte sich ueberzeugt,' dass mit Hilfe der USA in Israel die Moeglichkeit besteht, Atomkraft in die wichtigste Energiequelle des Landes zu verwandeln. Die Uranium- Quantitaec, die Israel aus den Phosphaten gewinnen kann, .ist nur von dem Ausmass der Kunstdüngerproduktion r aus den Phosphaten abhaengig, von denen es .in Israel ein unbeschraenkten deutschen Aussenpolltik. Das geht auch daraus hervor, dass der Aussenminister ausdruecklich eine frueher von seinem Sprecher bereits gebrauchte Formel aufgriff, um dem von den Sowjets begehrten Handelsvertrag zwischen Bonn und Moskau aus dem Wege zu gehen: ein solcher Vertrag komme erst in Frage, wenn die Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und der Sowjetunion “normalisiert” seien. Voraussetzung dieser Normalisierung sei aber die Wiedervereinigung. Was in duerren Worten nichts anderes bedeutet, als dass es ueberhaupt nie einen Handelsvertrag zwischen Bonn und Moskau geben kann. . Wenn die Wiedervereinigung einen solchen Vertrag vorangehen muss, dann waere nach Brentanos These ueberhaupt nur eine spaetere, gesamtdeutsche Regierung befugt und in der Lage,, ihn abzuschliessen. tes Quantum gibt. Nach Ansicht von Dr. Bergman wird die hierdurch gewonnene Energie in Bedeutung und Ausmass Strom, Erdoel und Sonne als Energiequellen übersteigen. Der Vorsitzende der israelischen A t o mk o mmission wies darauf hin da~s die wissenschaftliche Arbeit, die in Israel geleistet wird, fuer den ganzen Mittleren Osten und vor allem für die arabischen Laender von Bedeutung sein kann. Die Erzeugung vcn schwerem Wasser nach einem israelischen Produktionsverfahren ist bereits in das Stadium eines Versuchswerkes getreten und Israel hofft auch versüsstes Meereswasser zur Bewaesserungszwecken verwenden zu koennen. CTanflt”) (“Argus” - Service) WAHLKAMPF Averill Harriman, der vielleicht als demokratischer Praesidentschaftskandidat aufgestellt werden wird wurde bekanntlich zum Gouverneur von New York gewaehlt. Als bezeichnende Episode aus dem Wahlkampf erzaehlt man sich folgende Geschichte: Harriman faehrt ununterbrochen durch New York. .Gruesst, schuettelt Haende, gibt Autogramme. Da er die hebraeische Schrift beherrscht, gab er kuerzlich einem Talmudschueler sein Autogramm auf hebraeisch. Der kleine Junge besah sich Harrimans Unterschrift und meinte: “Nicht mal Englisch kann er schreiben, aber Gouverneur will er werden”. ATOMKRAFTWERK IN ISRAEL