Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XVIII (1956)
- Issue
- 3 (Marzo, 1956)
- Date
- 1956-03-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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8 BOLETIN INFORMATIVO Marzo, 1956 i f DIE FEINDE MEINER FEINDE... . “Wenn Hitler morgen die. Hoelle invadiert und er dort auf. Widerstand trifft, so werde ich den Teufel persoenlich ■ als willkommenen Bundesge- ■ nossen begruessen”. Mit diesen Worten zerstreute Churchill am Abend des 22. Juli 1941, wenige Stunden nach dem Beginn des deutschen Angriffs auf Sowjetrussland, alle Befuerchtungen betreffs eines eventuellen Separatfriedens zwischen London und Berlin. Nur wenige Tage vorher war Rudolf Hess, der “Stellvertreter des Fuehrers” am Ende seines mysterioesen Flugabenteuers in England ' angekommen und nun war ploetzlich der Zweck seiner Reise klar geworden: der alte Geist von Muenchen sollte wieder belebt werden und unter dem Vorwand des Kampfes gegen den Bolschewismus ■hoffte Hitler, Englands Willen zum Widerstand zu laehmen. Doch hatte ihm, was Churchill anbetraf, seine “Intuition” einen boesen Streich gespielt, denn bereits am naeehsten Tag erhaertete dieser im britischen Unterhaus sein Bonmot von der Hoelle und dem Teufel mit dem praegnant klassischen Satz': “Die Feinde meiner Feinde sind meine Freunde!” . Die Formel scheint von ebenso einfacher wie zwingender Logik und es war ohne Zweifel ein Glueck fuer die .gesamte Menschheit, dass die Grosse Koalition waehrend des 2. Weltkrieges unbeirrbar ■an ihr festhielt. Dass sie aber nicht auf alle Situationen anwendbar ist, kam uns im Verlauf der letzten Monate des oeftern zum Bewusstsein und manchmal nicht ohne melancholische Nebengedanken. Wie lange ist es doch her, als man im Sinne des Wortes von den “Feinden meiner Feinde” ganz einfach und mit vollem Herzen “fuer” oder “gegen” etwas sein konnte! Wie anders war doch —trotz Niederlagen auf Niederlagen— die psychologische Situation waehrend eines spanischen Bürgerkriegs oder des Angriffs auf Abessinien, als die anstaendigen Menschen fuer die Republik bezw" den Negus und sein “Heer” zitterten und nur das faschistische Untermenschentum Franco und Mussolini zujubelte; von der Klarheit der Fronten waehrend des Weltkriegs ueberhaupt nicht zu reden! Im Dschungel der Maehtpolitik Wie verwirrend und entmutigend wirkt dagegen das internationale Raenkespiel unserer Tage, insbesondere fuer uns, die wir —eins mit Israel und von der Gerechtigkeit seiner Sache durchdrungen— um das Schicksal unseres jungen Staates bangen! Wir verfolgten den ungeschickten Versuch Grossbritanniens, seinen Satellitenstaat Jordan in das tuerkischirakische Vertragsnetz einzufangen und die von der neuen Achse Moskau-Kairo angezettelten Unruhen, die denselben vereitelten. Zwei feindliche Gruppierungen standen sich gegpnueber, aber keine von ihnen . zeichnet sich durch Freundschaft zu uns aus. Die Beziehungen zwischen England und Saudi-Arabien, die nie besonders herzlich waren, sind durch die Zwischenfaelle um die Oase von Burami auf dem Gefrierpunkt angelangt. Des Koenig Saud Feindschaft gegen Israel ist als einer der Grundpfeiler seiner Politik —zusammen mit Korruption, Raub, Mord und Betrug— international anerkannt. Sind aber dadurch d i e Beziehungen zwischen London und Jerusalem aufgetaut? Oder, um in grossen Masstaeben zu sprechen: die rusj sischen Liebesbezeugungen zu j dem arabischen anti-Bagdad-! Block (Aegypten, Syrien, Sau-; di-Arabien) werden von Woj che zu Woche inniger. Auf die ersten Waffenlieferungen folgten grosszuegige w i r tj schaft liehe Hilfsangebote, ‘ Kreditvorschlaege fuer den Aswan-Staudamm, Plaene! fuer Aufbau eines Atom-For- | schungs Zentrums in Aegypi ten. Hat dies irgendwie zur Folge gehabt, dass die “Feinde unserer Feinde” auch nur um ein weniges freundschaftlicher zu uns geworden sind? Die Antwort —ein bitteres |g|pg ilÜÜ 7 , FORTSCHRITTE DER INDUSTRIALISIERUNG Dieses neue Werk im Haifa-Distrikt ist ein Beispiel fuer Israels hartnaeckigen Kampf um wirtschaftliche Unabhängigkeit. (euio: israel Picture Calendar”). “mitnichten”— eruebrigt sich. Die dringende israelische i Forderung um Waffenhilfe j ruht weiter im Schreibtisch von Foster Dulles; dass sie nicht im Papierkorb gelandet ist, duerfte wohl auf die nicht mehr fernen Praesidentschaftswahlen in den U.S.A. zurueckzufuehren sein. Der “groesste Staatssekretaer,, den ich kannte” (Worte des Praesidenten Eisen hower), 1 stolz darauf, ip Korea, Fori mosa und Indochina “am | Rande des Krieges” herum- | jongliert zu haben, ist weiter der Ansicht, dass man zwi- , sehen den Arabern und Isj rael keinen “Ruestungswett-! lauf” foerden duerfe. Warum in der ganzen Welt ja, hier aber nicht, bleibt nach wie vor sein persoenliches Geheimnis, aber an der Tatsache, dass die von Tag zu Tag giftiger werdende Feindschaft i des Ostblocks gegen Israel in I Washington sich nicht in; Sympathie und Freundschaft verwandelt, laesst sich anscheinend nichts aendern. Gewiss, man darf nicht etwa ueberall nur Feinde sehen; und nicht Alle in* einen Topi) zu werfen versuchen. Es besteht ein gewaltiger Grauunterschied zwischen der o-cstliohen Feindschaft und der westlichen Indifferenz i (Eisenhow.r) und Antipathie j (Eden). Um dies zu ermessen, genuegt es, sich den in-! solenten Angriff des inzwischen zum “Vaeterchen” ernannten Kruschew auf die israelische Politik ncch einmal vor Augen zu halten, die extremistische Position d-s Hauptdelegierten Sobolew im Sicherheitsrat anlaesslich der D. batte ueber die Repressalie gegen die syrischen Grenzpositionen oder die sonstigen Anzeichen der neuen anti - juedischen und antizionistischen “Generallinie” in Russland. Wi« jedes politische Mannoever der stalini sehen und nach-stalinschen | Aera, zeichnet sich auch dieses durch seine ungeheure Primitivitaet aus, was man schon daran ermessen kann, dass nach letzten Meldungen | die sowjetische “Presse” neu-; erdings eingefuehrt hat, bei Verstoessen gegen “Gesetz” oder Obrigkeit von seiten von Juden dieselben als solche zu brandmarken. Zweifellos haben wir Feinde und Feinde. Die arabischen, sowohl der Gruppe Kairo-Damasaus - Kijaah wie die des westlich orientierten ■Blocks von Bagdad mit oder ohne das schwankende Amman (und der eventuellen Ausnahme von Beirut) kennen nur ein Ziel: Israel als Staat zu zerstoeren. Dann kommen unsere F.inde im Ostblock, die zwar im Moment nicht auf die Zerstoerung Israels ausgehen, wohl aber auf seinen Schaden und Nachteil, um somit auf toillij ge Art und Weise sich bei S den Arabern anzubiedern und Fuss im Vorderen Orient und am Mittelmeer zu fassen, all dies mit bisher unleugbarem Erfolg. Zuguterletzt Kommen die Westmaech te, die wir, den tatsaeehlich bestehenden Nuancen zu Ehren, nicht “Feinde” sondern “Gegner” nennen weiten. Angefangen von den Kesseltreibsrn da, wo das Interesse am arabischen OJ, am heissesten brennt, ueber die Nebelschwaden einer auf dem Rueckzug befindlichen imperialen Politik bis zu dem kuehlen Verstaendnis, das man zur Not in Paris antref-! fen kann, ist hier alles vorhanden, nur keine Freunde oder moegliche Bundesgenossen. Darueber kann am wenigsten das duerftige Ergebnis der Eisenhower - Eden- Besprechungen hinwegtaeusohen, deren Schlussfolgerung I einer internationale Patrouillierung der unruhigen arabisch israelischen Grenzen— ebenso undurchführbar wie unzweckmaessig fu^r ihre Autoren selbst sind. Oder sollte Eden im Ernst glauben, auf solch einfache Art und Weise wieder britische Truppen in Zonen stationieren zu koennen, die sie im Verlauf der letzten zehn Jahre rühmlos raoumen musten? Es ist aeusserst unwahrscheinlich, wie es auch unwahrscheinlich ist, dass er und der Praesident der Vereinigten Staaten aufrichtig glauben, mit einer solchen Erklaerung —“Plan” kann man es noch nicht einmal nennen— tatsaechlich einen Beitrag zu! Israels Sicherheit i geleistet zu haben. Dieselbe kann nur gewa-rhrleistet werden —und dass wissen , unsere Feinde ebenso gut wie I unsere Gegner— durch ver- , vielfachte Waffenlieferungen an Israel, um sein Heer instand zu setzen, einem eventuellen Angriff aller ambii sehen Heere ebenso erfolgreich zu widerstechen, wie dies im Jahre 1948 der Fall war. Alle darueber hinausgehenden Garantie - Erklaerungen oder akte moegen hoechst willkommen sein; ohne di» genannten Waffenlieferungen sind sie aber nicht mehr wert als das Papier, auf das sie geschrieben. Warum also verbergen, dass die Wendung der letzten Monate in hoechstem Grade alarmierend wirken muss? Die Kabel berichten von Waffensendungen nach Aegypten aus aller Herren Laender, offiziellen Verschiffungen und Schieberge-' schaeften; gleichzeitig macht man Israel zum Opfer eines regelrechten Boykotts, dessen oft unsichtbare Faeden auch schon Marionetten in Laenciern wie Frankreich, Italien, Kanada und der Schweiz ziehen, die bisher die normalen Gepflegenhhten des Welthandels respektierten. An diessr prekaeren Situation scheinen auch die beiden Reisen, die Seharett nach Paris und Genf erst —noch als Premier-* und dann nach Washington und Montreal —als Aussenminister des neuen Kabinetts Ben Gurten— unternahm, nichts geändert zu haben. Niemand zweifelt an der Beredsamkeit des Chefs der israelischen Diplomatie, um den verantwortlichen Staatsmaennern die Gerechtigkeit unserer Sache eindringlich vor Augen zu fuehren. Zweifellos hat er aufgezaige, wie dtes uebrigens auch Abba Eban in den V. N. in brillanter Form des oeftern gelungen ist, dass es die arabischen Staaten waren, aie einem Beschluss der Vereinten Nationen zuwiderhandelten und die Agression gegen Israel begannen, das» auch sie es sind, die seitdem den Revanchegedanken propagieren und saemtliche Besohlues&e des Sicherheitsrat» oder der Vollversammlung die ihnen nicht genehm wären, in den Wind geschlagen haben. I Abgesehen davon, dass di« mili.aerisohe Vergeltungsaktion am Tib:rias- See, am- ' gerechtfertigt und notwendig sie auch gewesen sein mag, | in einem politisch ungluecki liehen Moment vom Stapel gelassen werden war —Seharett war gerade im State* •Departamen um Waffen zur Landesverteidigung vorstellig—, muss man zu dem Schluss gelangen, dass w.der diplomatisches Geschick noch die unse-er Sache innewohj nende Gerechtigkeit genue-! gen, irg~ndwelche Potenzen zu unseren Gunsten zu mobilisieren. Die Entscheidenden Faktoren Was in der Waage der internationalen Beziehungen nach wie vor ins Gewicht faellt, sind, achnllch wie n