Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XVIII (1956)
- Issue
- 3 (Marzo, 1956)
- Date
- 1956-03-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Marzo, 1956 BOLETIN INFORMATIVO DER GESTOERTE SEDER - ABEND Am - David Ben Guraon: “Rebirth and Destiny of Israel” (Philosophical Library, New York) Autorisierte freie Uebertragung ins Deutsche von Margo H. Wolff. Wir erkannten, dass Sedschera, diese Zitadelle nichtjuedischer Waechter, nicht mit einem Hieb fuer unsere Ideen zu erobern sein wuerde. Aber wir entschlossen uns i trotzdem, sofort den Kampf aufzunehmen. Wir beobachteteneinige Naechte lang einen neuen circassischen Waechter und entdeckten, dass er selber nichts tat, sondern einfach seinen „Namen” als Waechter wirken liess. Das war hier idurchaus ueblich. Da die Waechter gewoehnlich unter den gefuerchtetsten Dieben und Raeubern ausgewaeblt wurden, rechneten sie damit, dass keiner wagen wuerde, einen so gefuerchteten Banditen zu attackieren. Wenn wirklich einmal sich „etwas nicht ganz Korrektes” ereignete, hatten diese Banditen-Waechter so ausgezeichnete Unterwelt - Beziehungen, dass sie den Dieb in kurzer Zeit erwischen und das Gestohlene sodann — natuerlich mit entsprechendem Profit fuer die eigene Tasche — dem Eigentuemer zurueckgeben konnten. Wir hatten beobachtet, dass der neue Waechter, statt, wie es zu seinen Pflichten gehoerte, die Runde um die Farm zu machen und die Naechte in einsamer Gesellschaft der Eucalyptusbaeume zu verbringen, vorzog, im arabischen Nachbardorf mit seinen Freunden zu trinken. Vergeblich versuchten wir, den Farmverwalter zu ueberzeugen, wie gefaehrlich ein solcher Waechter ist. So beschlossen wir eine praktische Demonstration. In einer dunklen Nacht Hessen wir den besten Maulesel des Verwalters verschwinden und informierten ihn von dem Diebstahl. Er rannte zum Stall — aber kein Maulesel war mehr zu finden. Er pfiff ein, zwei, drei Mal, um den Waechter von dem Geschehnis zu informieren — aber niemand antwortete Nun begann der Verwalter den Waechter im Umkreis der Farm zu suchen — aber vergebens. Schliesslich wurden Boten nach dem Araberdorf ausgesandt, um den Waechter dort zu suchen. Sie fanden ihn — in festem Schlaf. Darauf hin entliess der Verwalter ihn fristlos und einer der Unseren wurde zum Waechter ernannt. Eine erste Bresche hatten wir geschla gen — aber wir wussten, dass der Circassier keine Ruhe geben wuerde. Tatsaechlieh fand der Verwalter ein paar Tage spaeter einige zerbrochene Fensterscheiben unu auch die Kugeleinschlaege waren noch in der Wand zu sehen. Natuerlich hatte der Angreifer damit gerechnet, auf diese Weise den juedischer Waechter in Panik zu versetzen. Aber er hatte sich verrechnet. Sofort nach jener naechtlichen Attacke beschlossen wir, abwechselnd Wache zu halten und einander alle zwei Stunden abzuloesen. Wir organisierten diese Wache von Sonnenuntergang bis zum Morgengrauen. Damals schliefen wir in einem grossen Speicher nahe der Muehle; unsere Waffen waren stets neben uns. Wenn wir zur Abloesung kamen, lagen wir vorher in den Eucalyptushecken oder in Felsspalten aufder Lauer. Es war gerade Regenzeit und ein Orkan, wie wir ihn jahrelang nicht in Palaestina gekannt hatten, wuetete eine Woche lang ueber dem Land, ln Judaea zerstoerte der Sturm die Orangenernte und verursachte enorme Verluste. In Sedschera war der Orkan von Regenfluten und Finsternis begleitet. Es war so dunkel, dass wir nicht einen Meter weit sehen konnten. Auf Wache mussten wir einander ' , VON DER NEUSTADT ABGESCHNITTEN. “Auch die Telefon-Verbindung mit der Neustadt Je rusalems hatte ausgesetzt... (Foto: “Israel Picture Calendar”). DAVID BEN GURION (Foto; “Timé1”) fest an den Haenden halten, um uns nicht zu verlieren und wir konnten bei dem Sturm nicht einmal verstehen, was der eine zum andern sagte. Es schien, als haette sich die Natur unseren Feinden zugesellt, um uns zu besiegen. Aber trotz alledem hielten wir aus und so zogen sich unsere Angreifer bereits nach einigen Naechten zurueck. In der ersten Runde hatten wir gewonnen. Sedschera war die erste juedische Siedlung in Galilaea, die juedische Waechter hatte, doch auch die erste, ln der diese neue Verantwortung einigen der Unseren das Leben kostete. Dies schmerzliche Ereignis geschah ein Jahr nachdem die erste juedische Wachmannschaft zu amtieren begann, zu Pessach des Jahres 1909. Schon im Winter vorher herrschte eine heftige Spannung zwischen unserer Siedlung und den Dorfbewohnern von K f a r Kana wegen einiger Grenz- ( differenzen bei Umm Jebl. Verschiedene Male hatten die Doerfler von Kfar Kana versucht, unsere Felder zu pfluei gen und wir hatten sie ge-1 waltsam vertreiben muessen. Nachdem Regierungstruppen den Seheik des Zabiah-Stammes erschossen hatten, machte sich bei den Zabiahiten wieder viel Unruhe bemerkbar. Im arabischen Teil von Sedschera war es zu Streitigkeiten zwischen kurdischen Juden und Arabern gekommen, und die Fellachen von Lubia waren so dreist geworden, dass sie auf offener Landstrasse Reisende auf dem Weg nach Tiberias ueberfielen. All das ereignete sich im Winter nach dem Inkrafttreten der neuen tuerkischen Konstitution. Die arabischen Bauern verstanden die neuen Gesetze auf ihre eigene Art: sie glaubten weder an Richter noch an Gerechtigkeit, sondern nur noch an das Faustrecht. Da von Seiten der Regierung nichts gegen diesen Zustand geschah, haeuften sich Diebstaehle und Ueberfaelle auf den Landstrassen betraechtlich. Erst kurz vor Pessach hatte es einige blutige Ueberfaelle auf unsere Siedlung gegeben, aber wir beschlossen trotzdem, das Fest gebuehrend zu feiern und erwarteten noch Gaeste aus Judaea, die zu einer Zusammenkunft der Poale Zion von Galilaea kommen sollten. Die Feier fand in einem frueheren arabischen Gasthaus statt. Die grosse Halle, die zuletzt als Schlafraum der Arbeiter benutzt worden war, war nach Landesart festlich geschmueckt. Die Waende waren so dicht mit Eucalyptus und Pfefferbaumzweigen dekoriert, dass die Halle wie eine Laube aussah. Bei der Eingangstuer waren unsere Werkzeuge als Wand- Dekoration verwendet worden, und zu beiden Seiten der Fenster waren, girlanden- und blumen-umkraenzt, unsere Waffen, Pistolen, Karabiner und Schwerter neben | Spaten, Hacken und Sensen, aufgehaengt. Das Waffenarsenal war kein blosser Wandschmuck — wir alle waren entschlossen, unsere Sicherheit, wenn noetig, entsprechend zu verteidigen. Zunaechst begann alles nach bester Pessach-Tradition mit Wein und Gesang. Je weiter der . Sederabend seinen, Fortgang nahm, umsomehr verschwand unsere Bedruecktheit und unsere Sorgen. Der altvertraute Rythmus unserer Festgesaen ge riss uns mit. Wir wurden froehlich und sogar begeistert. Unser Enthusiasmus steigerte sich immer mehr zu jener Mischung von chassid i s c h e r Verzuecktheit und wilder arabischer Ekstase, wie bei allen Arbeiterfesten hier. Schliesslich tanzten wir auch zum Rhythmus der Sederlieder — wild und leidenschaftlich —i und wir klatschten den Takt mit den Haenden dazu, ganz wie die Araber es taten. Diese Stimmung festlicher Freude wurde jaeh unterbrochen. Eine erregte Stimme uebertoente unsere Gesaenge und unser Tanzen. Wir verstummten ploetzlich. Der junge Unbekannte, der so mit seinen stammelnden, atemlos hervorgestossenen W o r t e n unsere Sederfeier endete, hatte gerade noch mit knapper Not einem Ueberfall entrinnen koennen. Wie er uns berichtete, war er mit einem Bekannten unterwegs und beide hatten als Gepaecktraeger einen Araber mitgenommen, der auf den Packesel und die ihm anvertrauten Lasten achtzugeben hatte. Die beiden Juden waren von Haifa hierher gekommen und in ihrem Gepaeck befanden sich auch Wertgegenstaende, darunter eine Kamera. Die Reise ging glatt vonstatten, bis sie nach Kfar Kana gelangten. Dort wurden sie von drei Banditen ueberfallen, die sich hinter einem Felsvorsprung versteckt gehalten hatten. Die beiden Juden setzten sich mit ihren Waffen zur Wehr, aber bald ging ihnen die Munition aus und so konten sie nicht verhindern, dass ihr Packesel mit all ihrer Habe entfuehrt wurde, nachdem ihr arabischer Begleiter von den Banditen blutig geschlagen worden war. Auf der Flucht zu unserer Farm sahen sie noch Blutspuren und glaubten darum, einen der Banditen getroffen zu haben. Selbstverstaendlich machten wir uns sofort auf die Suche nach den Attentaetern, aber alles, was wir fanden, waren Blutspuren, und so kehrten wir ergebnislos heim Am naechsten Tag erfuhren wir, dass ein verwundeter Araber im Krankenhaus von Nazareth eingeliefert worden war und dort nach ein paar Tagen starb. Die Freunde, die den Verwundeten ins Spital brachten, hatten erklaert, dass er das Opfer eines Unfalls waere: er habe sich beim Laden seines eigenen Gewehrs verletzt. Kurz vor seinem Tod gestand der Verwundete dass Juden in Sedschera auf ihn geschossen haetten. Nun ahnten wir, dass sich Unheil zusammenbraute. IT<S>> V S' QKSICHTSRKINIG UNO GESICHTSMASSAGE MASKEN gPECIAL-SCHOENHEITS. çC\ BEHANDLUNGEN _ ENTFERNUNGEN VON O HAABKN, WARZEN, ETC. DAUEBFAERBUNGEN VON AUGENBRAUEN WIMPERN ELEKTRISCHE KOERPBK HOEIÍENSONNE UNU HEILMASSAGEN ALAMEDA 723 109 piso — Dep. 102