Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XVIII (1956)
- Issue
- 2 (Febrero, 1956)
- Date
- 1956-02-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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8 B 0 L E T I N INFO R M A T I V O Febrero 1956 HEINREICH HEINE fe spaeter zu laengerem Aufenthalt nach Hamburg käm, da wollte die verwoehnte- und bereits viel umwoerbene junge Schoenheit den armen Vetter nicht zu nahe an sich herankommen lassen. Bei all ihrer Jugend und Schoenheit war sie eine kalt berechnende Natur und wollte sich ihren Lebensweg durch eine Liaison mit einem, wie sie glaubte, weit unter ihr stehenden Manne nicht verderben. Auf der anderen Seite missfiel ihr der huefosche Junge auch jetzt keineswegs, und so kam sie manchmal seinen Werbungen halb entgegen. Er litt ganz unbeschreiblich . unter diesem staendigen Wechsel Zwischen Hoffnung und Verzweiflung, wobei die Hoffnung immer seltener und die •Verweiflung immer haeufiger wurde. Dabei musste er seine Empfindungen geheimhalten und uhterdruecken, denn er konnte und wollte weder auf die Naehe der Geliebten noch auf die Unterstützung seines Onkels verzichten. Wenn er eine Einladung nach Ottensen erhielt, so ging er hin, obwohl er dort nur Kraenkungen erleiden wuerde; wurde er nicht eingeläden, so stellte ei sich abends vor das Haus und sah stumm nach dem Lichtschein' aus dem Zimmer der Geliebten, Es kann keinem Zweifel unterliegen, dass erst ■ die Liebe zu Amalie ihn zum Dichter gepraegt hat. Sie hat seiner lyrischen Dichtung ihr Format und ihren Charakter gegeben. ‘‘Aus meinen grossen Schmerzen, mach ich die kleinen Lieder”, heisst .es in einer dieser herrlichen Schoepfungen, die ihn unsterblich gemacht haben. Und er wird in seiner ganzen lyrischen Produktion nicht aufhoeren, immer wieder seine Liebesschmerzen mit Amalie zu dutrchleiden sie zu besingen. Sie ist das Maedchen, das den Jueng- -ling, obwohl er ihr nicht gleichgueltig ist, von sich stoesst um einen reichen Mann zu heiraten; sie ist die Schoene, die zur Liebe entflammt, ohne selber ein Herz zu haben; sie ist auch Loreley, die den Schiffer im kleinen Schliffe betoert und am Felsen scheitern laesst. Viele andere Maedchen — Namen finden wir in seinen Liedern, aber in Wirklichkeit ist es immer Amalie und voruebergehend wohl einmal Terese, die er liebte, weil sie Amaliens j uengere Schwester war und die den Anlass zu dem Gedicht "Du bist wie eine Blume” gegeben hat. Diese Liebe war ebenso ungluecklich wie die zu Amalie. Noch andere lunguenstige Umstaende haben dazu beigetragen, das Wesen des Dichters zu formen. Leider waren es immer die unguen. stigen Umstaende, die diese formende Kraft hatten. Seine Erfolge, sein wachsender Ruhm, die Liebe und Verehrung eines grossen Leser¬ (Foriseizung von Seite 1) kreises hatten diese formende Kraft nicht; sie trugen nur dazu bei, sein ohnehin stark entwickeltes Selbstbewusstsein zu unterstreichen. Aber seine finanzielle Abhaengigkeit hat ihn auf das tiefste beeinflusst; und die bestand sein ganzes Leben hindurch. Gegen alle diese Schattenseiten seines Lebens und die vielen anderen Dornenzweige, die seine empfindliche Seele verletzten, hatte Heine ein echt juedisches Verteidigungsmittel: den Humor und die Ironie. Im Gegensatz zu seiner Lyrik, die aus allgemein menschlichen Wurzeln 6rwacb.se,n ist, ist sein Humor und seine Ironie durchaus juedisch. Auch die An. deren haben wohl seinen schlagenden Witz und seine blitzende Fechterklinge be- Auch das Judentum und die Juden haben mitunter einen empfindlichen Schlag von ihm bekommen. Aber hier gibt es einen grossen Unterschied: wohl hatte er auch gegenueber manchen Juden und manchen Dingen des juedischen Lebens einen gewissen Abstand — aber fuer das Judentum, die juedische Geschichte und das juedische Unglueck hatte er die Naehe, die aus seinem tiefsten Wesen erwachsen war. Als im Familienrate der Heines beschlossen wurde, dass der junge Harry — erst nach seiner Taufe nahm er den Namen Heinrich an — das Studium der Jurisprudenz einschlagen solle, dawar damit bereits entschieden, dass er getauft wterden wuerde, Denn ein Ju¬ Das protektierte Denkmai Goethes xu Frankurt am Main Hoert zu, jhr deutschen Maenner, Maedchen, Frauen, Und sammelt Subskribenten unverdrossen! Frankfurts Bewohner haben jetzt beschlossen, Ein Ehrendenkmal Goethen zu erbauen. “Zur Messzeit wird der fremde Kraemer schauen”, So denken sie, —“dass wir des Manns Genossen, Dass unserm Boden solche Blum entsprossen, Und blindlings wird man uns im Handel trauen”. O, lasst dem Dichter seine Lorbeerreiser, Ihr Handelsherren! Behaltet euer Geld. Ein Denkmal hat sich Goethe selbst gesetzt. In Windeln war er einst euch nah; doch jetzt Trennt euch von Goethe eine ganze Welt, Euch, die ein Fluesslein trennt vom Sachsenhaeuser. (HEINE) wundert, aber wirklich verstanden haben ihn hier nur seine eigenen Stammesgenossen! Wir allein wissen es, wie aus Schmerz und Bitterkeit, aus (unterdruecktem Stolz und Selbstgefuehl, aber auch aus der Kenntnis der eigenen Schwaechen, aus Verachtung fuer den grausamen Gegner, aus Liebe und Hass zu dem Boden, auf dem wir aufgewachsen sind — wie aus alledem diese wunderliche Blume des juedischen Humors und der juedischen Ironie ihre Bluete entfaltet hat. Wir wundern uns auch nicht, wenn diese Bluete—wie es bei Heine zum ersten Male geschieht— mitten zwischen Rosen, Veilchen und Lotusblumen auftaucht, die uns aus den Heiniisehen Gedichten so lebendig anbü-ikken. wir verstehen es, wenn dadurch manchmal in den schoensten Werken eine schrille Dissonanz ertoent. Wir lachen, wenn seine Peitsche ploetzlich den Gegner an seine empfindlichste Stelle trifft, in einem Augenblicke, in dem er es am wenigsten erwartet haette. Wir muessen auch dann lachen, wenn wir wissen, dass dieser oder jener Gegner — manchmal ist es auch nur ein vermeintlicher Gegner— einen so heftigen Schlag nicht verdient haette. de konnte damals in Deutschland weder Richter noch Anwalt werden; von den akademischen Berufen stand ihm nur die medizinische Taetigkeit offen. Das war allen ganz klar, und sie waren damit einverstanden, bis auf Harry selber. Er zog den fatalen Schritt immer wieder hinaus, machte sich bei anderen ueber ihn lustig; aber als das Examen herannahte und er setine Thesen verteidigen sollte, da wusste er keinen anderen Ausweg. Er schrieb an seinen Freund Moser nach Berlin: "Du weisst, dass die Taufe fuer mich von geringer Bedeutung ist, weder als Akt noch als Symbol. Auch wenn ich es fuer deprimierend halte, dass man sieh ihr unterwerfen muss, damit der Staat einem die Ausuebung des Berufes gestattet, so interessiert es mich in erster Reihe, meine Familie zu un. terstuetzen und meine unglücklichen Brueder zu verteidigen”. Mag ein Jeder diesen Schritt nach seinem Ermessen beuteilen. Aber sicher ist, dass Heine sich nach seiner Taufe genau so als Jude gefuehlt hat wie vorher. Das Herz geht ihm auf, wenn er mit leisem Laecheln —anders geht es nun einmal nicht bei ihm — von den alten juedischen Gebraeuchen spricht, Seine Augen leuchten, wenn er von juedischer Erziehung und juedisehem Wissen spricht; auch die juedische Kueche hat es ihm Zeit seines Lebens angetan. "Sein unerschuetterlicher Glaube an sich selbst” so sagt Max Brod”, bedeutete einen natürlichen Glauben an seine ethnischen Grundlagen und drueckte sich in einem gesunden Instinkt und einem notablen Verhalten aus. Innerhalb der deutschen Poesie und der deutschen Politik bietet Heine kein einheitliches Bild, wohl aber, wenn man ihn im Zusam- . menhang der juedischen Geistesgeschichte betrac htet, Hier erscheint alles organisch, sogar seine Fehler. Das juedische Volk, mit seiner unerschütterlichen Liebe zu Heine, versteht (ihn besser, als er selbst sich verstanden hat”. Wir wissen von der schrecklichen Krankheit, die das Leben des Dichters verdunkelt hat; es ist uns aber auch bekannt, dass sein Geist vor den Leiden des Koeirpers nicht kapitulierte. Mit vollem Bewusstsein sah er sich einem langen Faltertode ausgesetzt, und er brachte es fertig, darueber noch seine Scherze zu machen. Als sich api 17. Februar 1856 das Ende nahte, da rief :der Sterbende unaufhoerlich, er wolle schreiben. Dann setzte er sich in seinem Bette ploetzlich auf und rief: Papier, Feder! Mit diesen Worten sank er tot zurueck. Der Tod eines. Schriftstellers, beinahe zu charakteristisch, um wahr zü .sein!; und doch ist es die reine Wahrheit. Unter den Helde,n; des Kampfes, den der Geist mit der stumpfen Materie fuehrt, nimmt Heinrich Heine einen ehrenvollen Platz ein. Allein dieser Kampf sollte den Dichter unsterblich machen. Vielleicht wird ein Teil seiner Werke der Vergessenheit anheim fallen. Aber ein grosser Teil wird unsterblich bleiben. Seine Lieder werden einen Weg in die Herzen der Menschen finden, die jung sind oder jung geblieben sind. Auch sein Geist und sein Humor werden unvergessen bleiben. Mit und ohne Denkmal wird die Erinnerung an den Mann fortleben, der so viel geliebt und so viel gelitten hat. . ■ 0€ i* COt.fcC'nvfDAO iS*AU.r« tfa4üH€tH\ 7 —_i'VLÄVi'iF / LASik<-* V** GOTTESDIENSTE FUER DEN MONAT FEBRUAR Jeden Freitag Abend um 19.00 Uhr. : <: i Samstags Vormittags um 9.00 Uhr. ¡; Ausserdem Gottesdienst an Jahrzeiten. Diese Daten muessen jedoch rechtzeitig an die Casilla N.o 984 oder telefonisch bei Herrn Ricardo Wolff Telefon 6240 mitgeteilt werden. Rosch Jodesch ADAR. -;j ‘ Verkuendung des Neumondes Adar am Schabbos den 11. Februar. “■ Sonntag den 12. Februar erster Tag Rosch Jodesch. : Montag den 13. Februar zweiter Tag Rasch Jodesch. Donnerstag den 23. Februar (Tanes) Fasten Ester. Sonntag den 26. Februar PURIM. ' - Samstag Abend den 25 Februar Abends 8.00 Uhr. Megilo-Vorlesen. -; Sonntag den 26. Morgens 8.30 Uhr Vorlesung der Megilb. ALEGRE SU HOGAR CON LAMPARA S . MODERNAS Y DE ESTILO ARTELAMP MERCED 720 ESQUINA MAC IVEK A PERSONAS DE PRESTIGIO, CREDITOS SIN RECARGO BALNEARIO "EL CORAZON" YESO ROMERAL para TERMINACIONES PERFECTAS RINDE MAS Y ES MEJOR Distrib. SODIMAC S.A.C. SAAYEDRA BENARD LOS ANDES Casilla 304 (7 km. Los Andes) Hier ist der alle Brauch noch nicht gebrochen Man kann gut essen und braucht nicht kochen