Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XVII (1955)
- Issue
- 12 (Diciembre, 1955)
- Date
- 1955-12-01
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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12 BOLETIN INFORMATIVO Diciembre, 1955 r k Seit dem Moment seiner Staatswerdung im Mai 1948 hat sich Israel drei grossen Krisen gegenuebergestellt gesehen. Die erste wurde am Tage seiner Unabhaengigkeits-Proklamation selbst durch den Einmarsch der Heere von sieben arabischen Staaten heraufbeschworen. Mit dem siegreichen Ende des Befreiungskrieges ward sie gebannt. Die zweite Krise bestand in der Gefahr eines Wirtschafts-Chaos und ihre bedrohlichsten Aspekte waren eine schleichende Inflation, ein fast unueberbrueckbar erscheinendes Aussenhandels-Defizit und die Unmoeglichkeit, die Massen-Alij ah der ersten Jahre in die Arbeit und das Leben des Landes einzugliedern. Auch diese Krise wurde ueberwunden: das Ende der “Katastrophen-Alijah’', “Zena” (Austeritaets-Massnahmen), eine konsequente anti-inflationistische Finanzpolitik, deutsche Reparationszahlungen sowie Anleihen und andere Hilfsleistungen und, last not least, die beispiellose Arbeitsleistung des Jischuw brachten das Wunder einer relativen Stabilisierung zustande. Die dritte grosse Krise erleben wir in diesen Tagen; es ist die Krise der an sich schon labilen Sicherheitslage des Staates und dies in einem Moment, da eine neue “Katastrophen-Alijah”, von mehr als 40,000 nordafrikanischen Juden an die Pforten Israels pocht. Es waere leichtfertig, die bedrohliche Entwicklung der letzten Wochen ohne Besorgnis zu betrachten. Ernste Dinge sind geschehen und bei manchen verbergen sich noch ernstere Motive dahinter. Die Ereignisse Selbst sind unschwer zu gruppieren; 1. ) Die Grenzzwischenfaelle im Gaza-Streifen nehmen an Ausmass, Heftigkeit und Haeufigkeit gewaltig zu; Elath wird zu Gefahrenzone. 2. ) Die Tschechoslowakei, mit fragloser Zustimmung Russlands, liefert Waffen an Aegypten zu Ausverkaufs- Preisen. 3. ) Die westliche Diplomatie beharrt auf ihrer Linie, Israel zu Zugestaendnissen zu zwingen. Davon sind die beiden ersten Komplexe leicht zu ver stehen. Was die staendigen aegypltisfchen Provokationen anbetrifft, so war vorauszusehen, dass der arabischisraelische Konflikt sich zwischen Kairo und Jerusalem polarisieren musste. Die Tatsache, dass Aegypten der bedeutendste arabische Staat ist, seine strategische Schluesselstellung, sein Fuehrungsanspruch in der musel manischen Welt, die Revolution seiner Offizierskaste, deren Misserfolge auf sozialem Gebiet sowie in der Kampagne zur Annektion des Sudan: all dies sind explosive Faktoren, die auf eine Entladung in Richtung Israel draengen. Was die Politik des Sowiet- Blocks anbetrifft, so birgt auch sie, trotz der neuartigen Taktik, kein prinzipielles Novum in sich. Der Zugang zum warmen Mittelmeer ist eine DIE GRENZPATROUILLE Taeglich..., stuendlich..., auf der Wacht (Fotos Israel Picture Calendar) fSÉif 1_üj ''' V * - * yjj' ■* '*■ 4 . - mm ■<gm uralte zaristische Aspiration und es bedurfte der ganzen Ignoranz des Dilettanten vom Stute-Departament, zu uebersehen, dass der Rueckzug vom. Suez-Kanal, zu dem er seine britischen Alliierten zwang, den sofortigen Versuch eines russischen Vorstosses nach sich ziehen musste. Dass dabei die Sowjets nicht scheuten, sich dem faschistischen Regime eines Nasser oder dem feudalen eines Saud anzubiedern, kann niemanden wunder nehmen, der die kommunistische Skrupellosigkeit in taktischen Fragen kennt, die besonders in Bezug auf zionistische Belange ihren Ausdruck immer wieder in Allianzen mit den reaktionaersten arabischen Interessen fand. Die Hintergruende in Bezug auf die nordamerikanische und britische Mittelostpolitik aber sind wesentlich verworrener. Waehrend die Westmaechte noch zu Beginn des zweiten Weltkriegs de,n gesamten Vorderen Osten als feste Militaerbasis in der Hand hatten, muessen sie heute mit einer Sorte “Allierter” rechnen, deren Unzuverlaessigkeit wohl nur von ihrer Habsucht uebertroffen wird. Frankreich musste Syrien aufgrund einer englischen Intrige raeumen, England verliess Aegypten dank nordamerikanischer selbstloser “Vermittlung“ nachdem in Palaestina Bevins Plan missglueckt war, die juedische Selbstaendigkeit mit Abdullahs Legion zu ersticken und die letzte prekaere Basis, Zypern, haengt heute nur noch an dem duennen Faden des griechischtuerkischen Gegensatzes. Der Versuch, das Spinngewebe des Vertragnetzes, auf das Mr. Foster Dulles so stolz ist, auch an den aegyptischen Baum zu spannen, ist dreimal gescheitert. Zum ersten Mal, weil Nasser erklaerte, die Raeumung des Suez-Kanals durch die Englaender sei eine Vorbedingung. Zum zweiten Mal, weil er den Verteidigungspakt Tuerkei-Irak Pakistan als eine direkte Herausforderung! ansah. Und zum dritten, weil er entdeckte, dass Moskau bereit war, ihm die Waffen, die er zu brauchen vorgibt, reichlicher und billiger zu liefern. Das State Department hatte bisher, aller Logik zum Hohn, behauptet, die Waffenlieferungen an Aegypten stellen keine Gefaehrdung Israels dar, sondern einen Beitrag zur Verteidigung des Vorderen Orients. Nachdem nun dieses Land Waffen und Instrukteure von seiten des hypothetischen Angreifers akzeptiert und gleichzeitig seine aggressiven Plaene gegen Israel immer unver- Kaufe Waffen, abgelegte Waaaaffen... (Aufbau) .«xmiian US.- RUSSIA ARMS LIMlTATlOM TALKS mr: c: ffvT.’y*',- ¡Säfeäi bluemter zur Schau traegt, gelangt man in Washington zu folgenden Konsequenzen; 1. ) Israel nicht mehr Waffen zu liefern als bisher, um keinen “Ruestungswettlauf” zu foerdern. Das heisst, man foerdert einen Wettlauf, in dem man einen laufen laesst und den anderen fest haelt. 2. ) Mehr Waffen an den Irak zu senden, als sei dieses Land von Aegypten bedroht und nicht Israel. England setzt seine bereits traditionelle Politik fort, einen strategischen Ersatz fuer die verlorenen Positionen in Palaestina und Suez im Negew zu suchen. Mit besonderem Nachdruck betreibt Eden diese Politik seit den israelischen Qelfunden i n Chelek —demselben Chuleikat, in dem englische Ingenieure waehrend der Mandatszeit nicht faehig waren, Petroleum zu foerdern. In diesem Sinne ist sein “Vermittlungsangebot’’ zu verstehen, einen Ausgleich zwischen den Waffenstillstandspositionen, d. h. den heutigen Grenzen, und dem Teilungsplan der U, N., in dem bekanntlich der Negew dem nie geborenen arabischen Staat zugesprochen worden war, zu suchen. Dass der Teilungsbeschluss der U. N. von seinen arabischen Freunden mit gezuecktem Dolch zerissen wurde, belastet sein Gewissen anscheinend nur wenig. Und selbst Frankreich, dass seit Beginn der kairoter Hetzkampagne gegen seine Nordafrika - Politik etwas aus der Reihe getanzt war und Israel Waffen verkauft hatte, hat bei der ersten, durch die Rueckkehr des Sultans von Marokko bedingten Atempause eingelenkt und neue Flugzeuglieferungen an die Aegypter zugesagt. ist Israel Isoliert2 Die aussenpolitische Situation Israels erscheint so in einem denkbar unguenstigen Lichte, und dies, obwohl eigentlich noch gar nicht alles gesagt ist. Zum Beispiel, dass die Tuerkei, der erste uns freundlich gesinnte Nachbar, durch den Militaerpakt mit Irak um vieles kuehler geworden ist. Oder dass der einzige Staat, der uns schwerindustrielle Produkte ohne machtpolitische G e s i c h tspunkte liefert —naemlich paradoxerweise die Deutsche Bundesrepublik— keine Waffen herstellen darf. Gewiss sieht man in Israel dieser Konstellation nicht untaetig zu. Als Antwort auf die Provokationen an den Grenzen hat man eine ebenso bibeltreue wie wirksame Politik des “Auge um Auge, Zahn um Zahn” eingeschlagen. Die Verhandlungen mit den Grossmaechten werden von Aussenminister Scharett