Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XVII (1955)
- Issue
- 12 (Diciembre, 1955)
- Date
- 1955-12-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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4 BOLETIN INFORMATIVO Diciembre, 1955 ®aaacD. ÖD hflS DD ». n HSKÜiiilÜil^!*^ï? £3g‘Í5 i&SáXS jS¡£á£É&j j£ü¡ çæmïM/i Mlffl «K3 «Eps iik-ss ssfisS Läp^i me CHätfaKKÄH' KINDERFEST Wie unsere Leser schon durch ein Aviso in der vorigen Nummer unseres Gemeindeblatts informiert wurden, veranstaltet die S. C. I. “B’ne Jisroel” am NACHRICHTEN BES WAAD HA CHINUCH SONNTAG, DEN 11. DEZEMBER NACHMITTAGS 5 UHR ein Kinderfest, das sicherlich eine sehr grosse Anzahl unserer Kinder in unsere Gemeinde bringen wird. Bei der Vorbereitung, an der neben Mitgliedern und Freunden unserer Gemeinde auch der Chordirigent Bernardo Feuer und die Lehrerin des Vaad Hajinuj Frau Ursel N. de Horenczyk mitgewirkt haben, haben wir vor allen Dingen daran gedacht, unseren Kindern einmal einen vergnuegten Nachmittag in unserer Gemeinde zu vermitteln. Liebenswürdigerweise hat sich auch die Jugendorganisation “Degel Israel”, unserer Arbeit zur Verfuegung gestellt. Wie die Leser des B. I. aus dem Aviso in der gleichen Nummer ersehen koennen, erwartet Kinder und Eltern ein schoenes und reichhaltiges Programm. Nach dem Lichterzuenden durch Kinder unserer Religionsschule und dem Gesang von Liedern, die durch Herrn Feuer vorbereitet worden sind, wird ein Theaterstueck zur Auffuehrung gebracht, dessen Verfasser Herr Dov Scherzer, Generalinspektor der Sochnut beim Vaad Hajinuj ist. Ausserdem wird ein Kinderorchester vom Vaad Hajinuj mitwirken. Den Gewinnern der Praemien des Preisausschreibens der Kinderbeilage des Boletín Informativo werden ihre Praemien ueberreicht werden. Abschliessend erwartet die jugendlichen Anwesenden eine Ueberraschung: una competencia de radio. Wir erwarten, dass uns die Kinder unserer Gemeinde zusammen mit ihren Eltern durch zahlreiche Anwesenheit in unserem Bemuehen helfen werden. LOEWEN STEIN Am 15. und 16. Oktober fand der 12. Kinus des Waad Hachinuch statt. Zahlreiche Delegierte der hiesigen Organisationen und weiterhin der Tochterorganisationen des Waad Hachinuch aus Valparaiso und Temuco nahmen hieran teil. Bei der Neuwahl des Direktoriums wurden nachstehende Mitglieder unserer Gemeinde gewaehlt: 2. Vicepraesident; Nuta Nebenschoss; Direktoren: Dr. Hans Reich, Dr. Emil Weintraub, Rabbiner Lubliner und Gerhard Simon. Die Arbeiten an dem neuen Colegio in Macul schreiten ruestig fort, sodass mit Bestimmtheit damit zu rechnen ist, dass zu Beginn des neuen Schuljahres die Preparatorias des Colegio Hazlia in Macul und saemtUche Humanidades von der Copiapó in das neue Gebäude verlegt werden koennen. Mit besonderem Bedauern muessen wir feststellen, dass in unserer Tahara-Kommission durch Wegzug mehrerer Herren, die sich um dieses Amt in unserer Gemeinde besonders verdient gemacht haben, eine empfindliche Luecke eingetreten ist. Die Sorge fuer unsere Dahingeschiedenen und der Dienst in dieser heiligen Bruderschaft ist in unserer Tradition zu allen Zeiten als eine der vornehmsten Aufgaben juedischer Menschen betrachtet worden. Der Lolin fuer diesen Dienst besteht in der seelischen Befriedigung, unseren teuren Dahingeschiedenen die letzte Ehre erwiesen zu haben, die juedische Menschen einem juedischen Bruder oder einer juedischen Schwester angedeihen lassen koennen. Wir richten daher von dieser Stelle ans an die Mitglieder unserer Gemeinde die Bitte, sich fuer dieses heilige Werk freiwillig zur Verfuegung zu stellen und uns bei der Erfuellung dieser Mizwa, die als der hoechste Ausdruck wahrer Menschenliebe gilt, behilflich zu sein. Wir erbitten Anmeldung im Sekretariat der Gemeinde (Tel.; 33096) oder bei dem Vorsitzenden der T a h a r a Komission, Herrn Hugo Schueftan (Tel.: 35164). bers veranstaltete die Loge “Pacifieo“ eine Gedenkstunde in ihren Raeumen. Die Feier selbst war von musikalischen Vortraegen, literarischen Rezitationen sowie von der Darstellung einiger Selbsterlebnisse aus dieser Epoche umrahmt. Die Gedenkrede hatte zum Thema die grosse Frage, sollen wir vergessen? “Einleitend zeigte der Redner des Abend3, Herr Dr. Landau, die Situation des Jahres 1939 auf, gab dann ein Bild unserer Tage um schliesslich die Kardinalfrage zu stellen: Soll man vergessen? D i e juedische Antwort auf diese Frage gipfelt im Satz der Bibel “Gedenke und vergisse nicht was Amalek Dir getan hat”. In allen Geschichtszelten haben es die Juden so gehalten und der klarste Beweis dafuer sind all die Gebete, die dem Gedenken an die Maertyrer gewidmet sind, Deshalb hat auch unsere Generation nach all dem Erlebten und Erlittenen nicht nur ein Recht, sondern eine heilige Pflicht nicht zu vergessen was uns Amalek in all den letzten duesteren Jahren angetan hat. Zu allen Zeiten und auch heute noch besteht das was man die juedische Unsicherheit nennen kann und deshalb gilt das Wort der Ester auch noch heute und vielleicht heute in verstaerktem Masse: “Gehet hin und versammelt alle Jude n”. Schliesst die Reihen der juedischen Einigkeit in der Diaspora fuer Israel” so lautet daher der ¡Ruf in unseren Tagen. Vieles ist, so sagte der Redner, in jenen Tagen des 9. Novembers zerstoert worden und er zitiert in diesem Zusammenhang ein Wort von Dr. Baeck. “Zerstoert ist damals eine lebende Geschichte worden, die auf dem deutschen Boden und aus dem deutschen Beden aufgewachsen war und die eine verheissiingsvoile Zukunft in sich trug. “Zerstoert ist das deutsche Judentum geworden, das sich durch seinen starken Willen zur Arbeit zu allem was geistiges Schaffen bedeutet, einen besonderen Platz innerhalb aller Judentuemer der Welt erworben hat, denn keiner kann leugnen, dass die Wissenschaft des Judentums eine deutsche Gruendung ist. Dia politische Emanzipation sollte durch eine wissenschaftlich akademische vollendet werden. Dieses alles hat sein Ende nun gefunden. Sollen wir vergessen? Sollen wir das Positive der Epoche vergessen? das was der juedische Geist in den letzten Jahrhunderten in Deutschland ind Europa geschaffen? Hat der Rest des deutschen Judentums nicht eine besondere Verpflichtung sich dietes "Efbes ahzunelunen? Aus dieser Erkenntnis heraus, dass man wohl Menschen tceten, Buecher verbrennen, aber nicht den Geist zerstoeren kann, ist nunmehr in Is- :ael das Leo Baeck-Institut;egruendet, das sich zur Aufgabe gemacht hat, all die grossen unschaetzbaren geistigen Werte aus der Bluetezeit des europaeischen Judentums zu sammeln, zu sichten und im Letzten zu deuten. Professor Ernst Simon, so erwaehnte der Redner im Verlauf seiner Ansprache, hat bei der Eroeffnung dieses Institutes die Worte gepraegt: “Unsere Aufgabe ist es die Assimilation zu verhindern, den Weg des geringsten Widerstandes, d. h. die gewollte und bewusste Anpassung von Menschen, die sich der eigenen Vergangenheit und Abstammung schaemen, der individuellen und kollektiven und sie unwuerdig verleugnen. “D e r deutsche Jude soll ueberall wo er lebt, als Zeuge dieser Erbschaft weiterhin seinem Volk, seiner Religion und Kultur die Treue bewahren und sie der naechsten Generation uebermitteln, denn erst dann hat er sich wuerzeigt der Rettung, die ihm zu teil geworden ist Das ist im Letzten die Aufgabe aller Lebenden fuer die Lebenden. Und sollen wir unserer Toten vergessen? Nein! Das europaeische Judentum ist ein Toter, der nicht bestattet und beklagt wurde, es ist die Ehrenpflicht aller Überlebenden, dies nachtraeglich zu tun,. .Der Israelische Staat hat diese Dankesschuld uebernommen. hat ein Gesetz erlassen, das zum Gegenstand hat, in wuerdiger Form aller 6 Millionen Toten zu gedenken. Nach einem Jesaija Wort traegt das Gesetz den Namen “Yad Väschens“ Dauer und Name. Dauerhaft, und namhaft soll das Gedenken bleiben, deshalb wird ein Doppeltes getan. Fuer jeden Toten wird ein Bäum Anregung ...Waere es nicht wünschenswert, wenn die Bibliothek der Gemeinde einer gruendlichen Erneuerung unterzogen wuerde? Es gehoeren in diese Bibliothek insbesondere alle die Werke juedischen Inhalts, die in spanischer Sprache zur Verfuegung stehen, last not least, die juedische Encyclopadie in spanischer Sprache. Eine umfangreiche, gut gehaltene Bibliothek in spanischer Sprache waere sicher ein Beitrag, um das Jugendproblem zu loesen und wuerde uns helfen, die Jugend ln unser Gemeindehaus zu ziegepflanzt der spaeteren Geschlechtern Zeuge geben wird von dem Leben des Toten, d. h. aller Teten und gleichzeitig wird ein grosses Gedenkbuch angelegt in dem die Namen aller derer die fuer Israels Freiheit und fuer die Heiligung des goettiiehen Namens ihr Leben in der letzten Weltkatastrophe gelassen haben. fuer die Uli hen. Es waere auch zu ueberlegen, ob es nicht angebracht waere, eine Anzahl juedischer Buecher in englischer Sprache in diese Bibliothek aufzunehmen. Ein grosser Teil der an Buechern interessierten Gemeindemitglieder, besonders der Jugendlichen, beherrscht die englische Sprache, und es ist heute die englische Sprache —naschst Iwrith— in der neue Buecher juedischen Inhalts crcheinen., wobei nur an einige bedeutende Schriftsteller wie Schalom Asch, Buber, etc., erinnert werden soll. Der Redner schloss seine interessanten Ausführungen in der Hoffnung dass sich ein altes Proiphetenwort in unseren Tagen erfuelle; VON Zion geht die Lehre aus und das 'Gotteswort von Jerusalem”. Rabbiner Manfred Lubliner ZU FÄMILIEM - FISliiHKEITEN Telegramme, Blumen-AMoesungsspenden, Baeume, Goldenes Buch, Bar—Mizwah—Buch, Kinder—Bucha des KEfiEN KJUIMETH LEJI3RAEL Telefonische Bestellungen: 33096 (Gemeinde) oder 87707 GEDENKFEIER Anlaessllch des 9. Novern-