Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XVII (1955)
- Issue
- 11 (Noviembre, 1955)
- Date
- 1955-11-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Noviembre, 1955 BOLETIN INFORMATIVO OELFUND EROEFFNET NEUE PERSPEKTIVEN Die Oelfunde bei Chelez (Huleikat) sind nicht nur geeignet, dem arabischen Boykott gegen Israel einen schweren Schlag zu versetzen, sondern sie koennen auch die gesamte Stellung Israels im Nahen Osten veraendern. Im Rahmen des Boykotts sahen die Araber Vorenthaltung von Oel fuer Israel als ihre wichtigste Aufgabe an. Sie sperrten den Suez-Kanal und ausserdem gaben sie sich alle Muehe, um zu erreichen, dass Israel nicht etwa aus den Laendern des Mittleren Ostens Oel erhalten koenne. Lieferungen aus dem Irak kamen nicht in Frage, aber die Araber “befuercbleten”, dass Israel Oel aus Kuweit, den Bahrein-Inseln und aus Abadan in Persien bekommen koenne. Nach der Wiederaufnahme der Erdcelfoerderung in Persien machten die Araber groesste Anstrengungen, um Lieferungen von Oel an Israel zu verhindern. Es wurde errechnet, dass der Schaden, den der arabische Boykott gegen Israel verursacht, sich auf etwa 30 Millionen Dollars jaehrlich belief und damit den Summen entsprach, die Amerika als Beihilfe an Israel zahlte. Die USA bezahlten also den arabischen Boykott gegen unseren Staat. Hier wird nun eine wesentliche Aenderung eintre. ten, aber damit wird nur eine Seite des ganzen Problems beruehrt. Stets waren erdcelpolitische Erwaegungen im Nahen Osten mit Nachteilen fuer Israel verbunden, da die Araber das Vorhandensein von Oel in ihren Gebieten im Kampfe gegen den Zionismus ausnutzen wollten. Bereits seit dem Jahre 1943 spielt der Faktor Oel im Kampfe der Araber gegen die Juden seine Rolle. Damals traf Praesident Roosevelt mit Koenig Ibn Saud zusammen, und dieser sprach sich bei den Verhandlungen mit dem Praesidenten in aller Schaerfe gegen den Zionismus aus. Der Dolmetscher beider Staatsmäenner war der damalige Botschafter der USA Eddy, der spaeter eine füehrende Rolle im Kampfe der amerikanischen Oelkreise gegen den Zionismus spielen sollte. Eddy war der erste, der Einzelheiten ueber das Gespraech zwischen Roosevelt und Ibn Saud, der grossen Welt mitteilte, und erst vor etwa einem Jahre wurden seine Darstellungen in einer Broschuere zusammengefasst, die die Liga der “Freunde des Mittleren Ostens”, die bekanntlich eine antizionis tische Organisation■: ist, herausgab, In dieser, deutete Eddy an, dass Roosevelt damals von den Argumenten Ibn Sauds sehr beaindruckt worden war und dass nur der Druck der juedischen Waehler in den USA die prozionistische Stellungnahm e' Amerikas herbeigefuehrt habe. In den folgenden (Jahren war Eddy eifrig taetig, um die Amerikaner vor einer prozicnistischen Haltung zu warnen, weil diese die Oelinteressen der USA schaedigen muesse. 1947 vor der Teilungsabstimmung in den U. N. machten die Oelgesellschaften ihren Einfluss geltend, um Amerika von einer projuedischen Entscheidung abzubringen. Eddy selbst reiste Anfang 1948 nach den arabischen Laendern, insbesondere nach Saudi-Arabien. Es wurde allgemein angenommen, dass sein Bericht, der sich erneut gegen die Teilung und gegen Schaffung eines Judenstaates wandte, den Anlass dafuer gab, dass die USA im Maerz 1948 bei den Verhandlungen des Sicherheitsrates Aufgabe des Teilungsprogrammes vorschlugen. Dennoch waren die Ereignisse staerker als die Wuensche der Oelgesellschaften und der Judenstaat wurde trotz allem Tatsache. Aber Israel spuerte spaeter noch die Furcht der Oelgesellschaften vor den arabischen Laendern, in denen sie sich engagiert hatten. Die Irak Petroleum Co. hatte bereits grosse Mittel bei den Bohrungen von Huleikat investiert, und sie gab trotzdem die Bohrung auf, nur um nicht mit dem Irak in Konflikt zu geraten. Die anderen Oelgesellschaften unterwarfen sich willig den arabischen Boykottforderungen, und manche von ihnen gaben ihre Positionen in Israel auf, zuerst die Firma Mantacheff, zuletzt die Esso, wenn diese dies auch in sehr verschleierter Form tat. Auf jeden Fall standen die Oelgesellschaften mehr oder weniger auf der arabischen Seite, weil diese ueber Oelverfuegte und sie die Interessen der Oelgesellschaften bestimmte. Jetzt tritt zum ersten Mal eine objektive Aenderung in der Interessenlage ein. Als Israel Oelkon. zessionen ausgeschrieben hatte, meldeten sich die internationalen Gesellschaften nicht aus Furcht vor den Arabern —jetzt verfuegt Israel selbst ueber Erdoel, und wenn es ausreichende Mengen sind, wird es objektiv mit diesen “gleichberechtigt”. Es kommt auf die gleiche Ebene, und diese Tatsache wird auch die Haltung der Oelgesellschaften zu Israel tiefgehend beeinflussen. (“Jedioth Chadaschoth”). ist das der “Geist Von Genf"? Wer sich einmal der Muehe unterzieht, die Zeitungen der Jahre 1954 oder 1953 mit. denen der vergangenen Wochen zu vergleichen, wird wahrscheinlich von dem erhebenden Eindruck ueberwaeltigt werden; dass die Welt ungeheure Fortschritte zum Frieden hin gemacht hat. Mehr als das: die Grossitaaten scheinen direkt aus einem Extrem in das andere gefallen zu sein, aus der Psychose der aeussersten Kriegsbereitschaft in die Traumwelt eines internationalen “honeymoon”. So war zum Beispiel fuer srstere Roosevelt nur ein mehr oder weniger verkappter Kommunist, weil er etwa ieine russischen Alliierten ueber irgendwelche Schritte unterrichtete, die er gegen den gemeinsamen Feind unternahm, waehrend man es heute als selbstverstaendlich ansieht, dass Eisenhowers Idee von der gegenseitigen Luftinspektion die russische Spionage eher erschwert als Oder ist die Kehrseite, dass die russische Regierung den Entschluss gefasst hat, Tausende von Kriegsverbrechern wieder auf die Menschheit loszulassen? Bekanntlich werden die "Heimkehrer” in Westdeutschland in allen Ehren empfangen und bekommen fuers Erste einmal sechs tausend Mark ausgehaendigt, fuer alle so unschuldig erlittene Unbill, das heisst, tausend Mark mehr als der Grossteil der juedischen Nazi-Opfer im be:ten Falle und wenn sie das Glueck haben, es zu erleben, nach jahrelangen Prozessen erhalten koennen. Oder ist die Kehrseite dass man in Moskau und Prag, beschlossen hat, Waffen nach D0HMROESCHENS SCHLAF ‘‘Prinz Bulganin: Wer wagt es, die schoene Prinzessin zu wecken?” (Opland in de “Volkskrant”, Amsterdam) erleichtert. Und waehrend man im Zuge der MacCarthy-Area jeden Liberalen oder Sozalisten der westlichen Welt am liebsten als Konzentrationslager t- Aufseher in Siberien portraitiert haette, haben die New Yorker Boulevardblaetter heute bereits den Parteigewaltigen von Moskau mit dem freundlichen und fast buergerlichen Namen “Krushy” bedacht. Man sagt, das sei der Geist von Genf. Ein Gleiches geschieht in der g e s a m te n russischen Presse, von “Pravda” bis “Izvestia” (sollte es jemand noch nicht wissen: das ist die gesamte russische Presse). Praesident Eisenhower, der bis gestern noch der Sprecher der Kriegestreiber von Wall Street war, erscheint nur noch in seiner loeblichen Eigenschaft als lebanslaenglich bester Freund des Marschalls Zhukov und der russische Leser, der sich bisher an einem guten Dutzend unmoeglicher Posen von Mr. Foster Dulles hasserfuellt ergoetzen konnte, muss jetzt tagaus tagein mit der einzigen Photographie vorlieb nehmen, auf der ein Presse- Genie ein richtiges Laecheln des Herrn Staatssekretaer erhaschen konnte. Auch das ist der Geist von Genf. Sozusagen die Kehrseite. Aegypten zu liefern? Aegypten ist im Moment das einzige Land der Welt, das einen Nachbarstaat mit staendigen schweren Grenzzwischenfaellen provoziert und kalkulierte Agression uebt. Wenn Waffenfabrikation und —Lieferung mit “Friedens”— Politik vereinbart werden muss, wie dies auf unserem seltsamen Planeten der Fall zu sein scheint, so laesst sich dies im Moment bei ungefaehr 99% aller Staaten verantworten. Der restliche 1% ist Aegypten und die Staaten der “Arabischen Liga”, die mit Israel keinen Frieden schliessen wollen und das Waffenstillstandsabkommen mit Fuessen treten. Und an dieses einzige Pulverfass will der Friedensfuerst Bulganin seine Zuendschnur legen. Ist das der Geist von Genf? Wahrscheinlich ja; der des Genfer Voelkerbunds seligen Angedenkens. Mr. JDulles Sie haben das RexeptS Natuerlich ist der Staatssekretaer Dulles mit diesem Misston der Moskauer Friedensschalmei auch nicht einverstanden. Im Einvernehmen mit dem britischen Aussen. minister Mac Millan -und Monsieur Pinay von Quay Dorsay hat er dagegen protestiert und sogar einen Sonderbevollmaechtigten in Ge-! stalt des Botschafters Geor- 1 ge Allen nach Kairo entsandt. Der Grund zur Beunruhigung von Mr. Dulles deckt sich nicht ganz mit dem, der uns bei der Sache bewegt. Waehrend wir mit dem israelisichen Premier - Minister Scharett der Ansicht sind, das der selbst zum Angreifer wird, der wissentlich und vorsaetzlich einem Angreifer Waffen liefert und dass der ein Feuer schuert, der Oel hineingiesst, selbst dann, wenn er das Oel aus handelspolitischen Gruenden liefert, ist das States Departament weniger kategorisch. Was verurteilt man in Washington an den Waffenlieferungen aus Prag? Die Waffenlieferungen? Mitnichten. Man verurteilt: "aus Prag”. Aegypten soll seine Grenzueberfaelle ruhig weiter durchfuehren, aber mit Waffen “made in USA.” und unter Lieferungsbedingungen, diktiert von der “Stimme seines Herrn”. Trotz des diplomatischen Geheimnisses, das die Bespre- (Fortsetzung Seite 15) ISRAELS GRENZEN SIND GUT BEWACHT Panzerwagen im Negew mm Ü ' pp mm MM