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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1955-10-01 · 10 (Octubre, 1955) · p. Seite 8

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XVII (1955)
Issue
10 (Octubre, 1955)
Date
1955-10-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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8 BOLETIN INFORMATIVO Octubre, 1955 KAEMPFE UM GAZA Im vergangenen Monat war die unruhige Gegend um Gaza wiederum Schau, platz blutiger Zwischenfaelle zwischen Aegyptern und Israelis. Banditen und, Freischaerler wurden in kleinen Gruppen, unter dem Befehl des aegyptischen Diktators und mit dem Segen des Ex- Muftis von Jerusalem in den Negew ausgesandt, um sich dort mordend und brandschatzend zu betaetigen. Es gelang der Israel - Armee, das Operationszentrum dieser Aktionen in Khan Yunis zu lokalisieren und auszuraeuchern. Zwei aegyptische Kriegsflugzeuge, welche die Moeglichkeit e i n er Unter - stuetzung aus der Luft erprobten, wurden ueber israelischem Gebiet abgeschossen. Leider war auf israelischer Seite der Verlust an Menschenleben nicht gering, besonders insofern er fast ausschliesslich die Zivilbevoelke. rung betraf; in allen militaerischen Aktionen war die israelische Ueberlegenheit vernichtend. Die Israel-Armee uebte keinerlei Repressalien an arabischer Zivilbevoelke. rung aus. Nach dem Verlust ihres Operationszentrums erklaerten sich die Aegypter bereit, den von dem V. N. Schlichter, Generalmajor Edson L. M. Burns vorgeschlagenen Waffenstillstand zu akzeistieren. Die rueckkehrenden Franctireure wurden in Kairo mit hochtrabenden Worten als “Kommandos” empfangen. Gutunterrichtete Beobachter der Lage im Vorderen Orient sehen in der provokativen Haltung Nassers einen Versuch, die oeffentliche Meinung von dem Fiasko seiner Sudan . Politik abzulenken. Bekanntlich hat die Kairoer "Anschluss” — Politik in den letzten Monaten sehr viel an Boden verloren, waehrend die Parteigaenger der Unabhaengigkeit des, bisher anglo-aegyptischen, Sudan um ebenso viel staerker geworden sind. Der fuer diese Probleme zustaendige Minister, Salah Salem, ist dieser . *'vi I. "ad '* . ' wMi vv GENERALMAJOR EDSON L. M. BURNS Vermittler der Vereinten Nationen Entwicklung bereits zum Opfer gefallen. Die unmotivierte Ausrufung der aegyptischen Oberhoheit ueber DAS ROTE MEER ist als ein weiterer Zug in dieser Schachpartie anzusehen. Bekanntlich entwickelt sich in Elath ein zukunftsreicher israelischer Hafen, dem besonders im Hinblick auf die Schwierigkeiten, die sich der Schiffahrt des jungen Staates 1m Suez-Kanal widersetzen, eine erhoehte Bedeutung zukommt. Der aegyptischen Absicht, Israel vollkommen vom Indischen Ozean abzuschneiden, kommt in Anbetracht der unzulaenglichen Mittel, sie durchzusetzen, kaum mehr als eine symbolische Bedeutung zu. Zweifellos wird das jerusalemer Aussenministerium die israelischen Rechte auf freien Zugang zum Meerbusen von llü mm mm. wmmm ililSi MH mm mmmmm / wmmm. MMÜ mm wmmm mm DIKTATOR GAMAL NASSER Der Pharao 1955 erklaert das Rote Meer zum "Mare Nostrum” Elath im richtigen Moment klarstellen. Es waere auch keineswegs ueberraschend, wenn Transjordanien «einerseits Ansprueche anmelden wollte, die den aegyptischen Hoheitsabsichten widerspraechen. Hat Rabbi Akiba, als er behauptete, dass alles schon einmal dagewesen sei, auch verausgesehen, dass wir uns noch einmal mit den Aegyptern am Roten Meer treffen werden? DULLES MACHT VORSCHLAEGE Am 25. August befasste sich Staatssekretaer John Foster Dulles mit der explosiven arabisch - israelischen Situation und stellte amerikanische Garantien fuer den Fall ln Aussicht, dass beide Parteien zu einer konstruktiven und friedlichen Loesung gegangen wollten. Dieselbe wuerde vor allem die Form einer USA-Anleihe an Israel annehmen, deren Zweck es waere, den arabischen Fluechtlingen bedeutende Kompensationen zu z&h- WS: {•XSVytfvtvi' wmm mm WER SO SPRINGT, FAELLT LEICHT in Ungnade; Major Salah Salem len, sowie einen Sicherheitspakt, der beiden Parteien die Unverletzlichkeit ihrer Grenzen garantiere. In Bezug auf Details —endgueltigen Grenz verlauf, Hoehe der Abfindungen, Washingtons Einstellung zur Re:atrierung arabischer Fluechtlinge— war die Erklaerung wenig praezis, dagegen im Ton aeusserst dramatisch. In Israel wurde die Er. klaerung skeptisch aufgencmmen; in den arabischen Hauptstaedten ablehnend. Ein Versuch WAFFENLIEFERUNGEN AUS RUSSLAND an die Aegypter anzuprangern, den Staatssekretaer Dulles in der gleichen Woche unternahm, wurde durch Ausbleiben der versprochenen Unterlagen und Beweise nicht erhaertet. Um einer solch schwerwiegenden Anklage auch wirklich Gewicht ziu verleihen, waere es zweckmaessig, wenn erst einmal die USA. selbst und auch Eng. land ihre ununterbrochenen und grcsszuegigen Waffenlieferungen an die arabischen Staaten einstellen wollten. Es ist unmoeglich, in diesem Zusammenhang zu vergessen, lass die beiden, ueber dem Negew abge-chossenen Flugzeuge britischer Herkunft sind, dass ein barbarisches Land wie der Jemen, ein Stpat wie Irak, der noch nicht einmal den von den Vereinten Nationen bewirkten Waffenstillstand mit Is. rael unterzeichnet hat, sowie ein Satellit von der Kategorie Transjordanien von den Englaendern buchstaeblich bis an die Zaehne bewaffnet werden und dass .sich in Saudi-Arabien unter der Aegide ier nordamerikanhchen Stan lard Oil Co. ein Gleiches abspielt. Im Uebrigen war auch die anti-franzoesische. AGITATION IN NORDAFRIKA fuer alle arabischen Prinzen und Diktatoren ein willkommenef Anlass, ihren Massen in Ermangelung von innenpolitischem Brot aussenpolitischen Zirkus vorzusetzen. Im Hinblick auf die augenblickliche Atempause in Indochina und Korea stehen tatsaechlich im Brennpunkt der einzigen Kampfplaetze nur Araber —und Juden. Denn leider waren auch bei den zahlreichen anti - europaeischen Ausschreitungen in Marokko, Juden die ersten unschuldigen Opfer und besonders die grausigen Blutbaeder von Oued Zem und Khenifra waren Pogrome nach altem Muster. Die RETTUNG DER JUDEN AUS NORDAFRIKA wurde damit schlagartig zu einem der vordringlichsten Probleme der israelischen Aktualitaet. Marokkanische Juden demonstrierten in den Strassen Jerusalems und verlangten die sofortige Oeffnung der Tore des Landes. Die “Jewish Agency”, der die Absorption der Alijah obliegt, stellte’ in einer Erklaerung fest, nur die Mittel fuer die Uebersiedlung von 45,000 Juden jaehrlich aufbringen zu koennen. Wieweit diese vorläufige Schaetzung sich in der Praxis bewaehren wird, haengt natuerlich sowohl von dem tatzaechlichen Druck ab, den die Einwanderer selbst ausueben werden, wie von der Moeglichkeit, in Anbetracht der Not groessere Betraege aufzubringen, als der bisherige Verlauf der Kampagnen'dies erhoffen laesst. ATSCHEKA DIE LAGE DER JUDEN IN DER SOWJETUNION Kurz vor Beginn der Genfer Konferenz uebermittelte das amerikanische “Jewish Labor Committee” Praesident Eisenhower ein Memorandum ueber die Lage der zwei Millionen Juden hinter dem Eisernen Vorhang. Wenn dieses Memorandum in den offiziellen Sitzungen der Genfer Konferenz auch bekanntlich nicht behandelt wurde, so lohnt es sich doch, es nachtraeglich zu wuerdigen, weil es das wenig bekannte Schicksal der Juden in der Sowjetunion hell beleuchtet. Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg, heisst es in der Einleitung des Memorandums, ersuchte das “Jewish Labor Committee” die Sowjetregierung um Auskunft ueber das Schicksal der noch in der Sowjetunion lebenden Juden. Auf diese Anfrage erfolgte keine Antwort. Das Kommitee setzte jedoch seine Anstrengungen fort, um die Frage aufzuklaerfen. In den letzten fuenf Jahren unterbreiteten verschiedene juedische Organisationen der amerikanischen Regierung und dem Sekretariat der Vereinigten Nationen Dokumente ueber den zunehmenden Antisemitismus in der Sowjetunion; ebenso liess der Internationale Verband der freien Gewerkschaften den Vereinigten Nationen einen dokumentarischen Bericht ueber die Verfolgung der juedi'chen Schriftsteller in Russland zukommen: um die totale Vernichtung der juedischen Kultur und Literatur zu erzielen, deportierten die Sowjetbehoerden die juedischen Schriftsteller, Gelehrten und Kulturpersoenlichkeiten in die entferntesten Orte Russlands. Das “Jewish Labor Committee” teilt sodann mit, dass am 21. Januar 1953 Repraesentanten der amerikanischen Arbeiterbewegung und befreundeter bürgerlicher Organisationen dem sowjetrussischen Botschafter in Washington ein Memorandum ueber die Verfolgung der juedischen Kultur hinter dem Eisernen Vorhang vorlegten; im gleichen Sinne habe das “Jewish Labor Committee’' am 17. und 18. Februar 1953 anlaesslich seiner Konferenz weiteres Material ueber diese Frage veroeffentlicht. Auch auf alle diese Dokumente und Proteste reagierte die Sowjetregierung nicht. Um die Juden hinter dem Eisernen Vorhang noch retten zu koennen, ersucht das “Jewisch Labor Committee” den amerikanischen Praesidenten schliesslich, seinen Einfluss geltend zu machen, um die folgenden Ziele so schnell wie moeglich zu verwirklichen: Freier Verkehr der Juden in der Sowjetunion mit ihren Verwandten in den Vereinigten Staaten und in anderen Laendern. Freie Emigration fuer die Juden, die auswandern wollen. Freie juedische Kultur: die Wiedereroeffnung juedischer Schulen, die Errichtung vcn juedischen Schulen, die Errichtung von juedischen Zeitungen und juedischer Buecherverlage. Freiheit des Gewissens, worunter besonders Religionsfreiheit zu verstehen ist. Sollten diese Forderungen verweigert werden, so schliefst das Memorandum, dann wuerde es bedeuten, dass die Juden hinter dem Eisernen Vorhang dem sicheren Untergang geweiht waeren. (Neue Zuercher Zeitung)

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