Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XVII (1955)
- Issue
- 10 (Octubre, 1955)
- Date
- 1955-10-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/8553624-8556771-9194136--1666-8556936- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Israel 1× ep/1047960
OCR text
y Octubre, 1955 BOLETIN INFORMATIVO 7 ISRAELISCHE MASCHINEN NACH AMERIKA EXPORTIERT UftBIUD UND WANDLUNG... Die ersten in Israel hergestellten Maschinen fuer die Schuhfabrikation kommen zum Versand nach Amerika. Die Maschinen stammen aus der Produktion der Jerusalemer Fabrik fuer Maschinen fuer die Schuhindustrie Popper, die in mehrjaehriger muehseliger Arbeit einen Betrieb aufgebaut hat, der Praezi'ionsmaschinen in einer Qualitaet u. Preislage herzustellen verstand, dass die Produkte sich die schwerst umkaempften Auslandsmaerk te zu erringen wussten. Die Firma ist im Besitz einer Familie, die seit ueber 120 Jahren, frueher in Budapest, hochwertige Maschinen und Teile fuer die Schuhindustrie herstellte. In einer Pressekonferenz wies der eine der Inhaber, Ing. Popper, darauf hin, dass ihnen vom Beginn das Ziel vorschwebte hier, wie Bis zum Jahre 1954 verwiegte d i e Schiffsgesell- Schaft ZIM ueber 21 be r e i t s durchaus veraltete Schiffe, davon 3 Touristen-, 15 Fracht und 3 Uferschiffe. Jetzt hat die Schiffsgesellschaft ZIM 13 neue Schiffe bestellt. Diese Bestellungen wurden durch die deutschen Reparationen ermoegiicht. Fuer die Schiffe wurde ein Preis von 35 Millionen Dollar vereinbart. Einen grossen Teil dieses Betrages hat bereits unsere Regierung erhalten, den Rest aber im Laufe der naechsten 8 Jahre, sagten die Sprecher. Die bestellten Schiffe, von die entsprechende Kraft ausstrahlen, die erforderlich ist, um den groessten Teil unserer Kinder, unseres Jischuws in unser Arbeitsfeld hereinzuziehen, und ihnen eine passende und gesunde juedische Erziehung zu geben. Mit grosser Genugtuung kcennen wir heute auf einen Teil der geleisteten Arbeit hinweisen, durch die wir alle Fragen beantworten werden Wir sind schon auf dem halben Weg, auf dem wir das Ziel unseres Jischuws, ein entsprechendes und geraeumiges Heim fuer unsere Schulen zu schaffen, erweichen wollen. Die blosse Tatsache des Baues einer solchen schoenen juedischen Schule kann schon als ein grosser Festtag der juedischen Kultur und Erziehung bezeichnet werden. Das ist ein Jom tow nicht nur zu Ehren einer neuen und grossen Schulanstalt, die gebaut wird; nicht nur wegen eines Ereignisses, das unser gesellschaftliche Vermoegen bereichert. Das ist ein Jom tow dem Mut zu Ehren, der sich in dem Willen ausdrueckt, die juedische Erziehung auf neue Wege zu fuehren. Es ist sicher fuer sie kein Geheimnis, meine lieben Freunde, wieviel materielle Opfer werden gefordert wer. es auch das des verstorbenen ersten Presidenten des Staates Israel Prof. Weizmann war, und wie es auch die Schweiz tut, Maschinen herzustellen, die sich die Weltmaerkte zu erobern wissen. Nicht weniger als 90 Prozent ist der zusaetzliche Wert (od- 3ed value) ihrer Produkte and die Bestellungen laufen, besonders aus Amerika und 3ued-Amerika reichlich ein. Die frueheren Vertreter und Abnehmer haben der Firma Popper sehr geholfen und in siner kritischen Situation des jungen Werkes durch die Er- -eilung von grosszuegigen Huftraegen ueber den Berg geholfen. Jetzt liegt u. a. eine Order euer 100,000 Dollar Ersatztel- 'e aus USA vor, die schnell- 5tens ausgeliefert werden soll. Die Behoerden haben uns verstaendnisvoll geholfen, bedenen bereits ein Teil geliefert wurde, bestehen aus Passagier-gemischten Schiffen. Frachtdampfern und einem 18,500 Tonnen grossen Tanker. Alle diese in Deutschland gebauten Schiffe zeichnen sich durch eine ausgezeichnete Einrichtung modernster Art, die alen Anforderungen der Neuheit entspricht aus. Es wur. 3e an das Maximum an Komfort beim Bau gedacht, fn jedem Schiff befindet eich ausser anderen Saelen auch ein Kultur- und Kino- Salon. Auch wurde diesmal auf die Wohnkabinen fu?r die Mannschaft besonders geachtet. Die Kabinen der den, um das einmal begonnele Werk zu vollenden, da loch eine riesige Summe erorderlich ist. Wie viel Kraft, vie viel Liebe, wie viel Treue vird noch vom ganzen Jiiohuw verlangt werden! Was wir begonnen haben, ist erst die Haelfte des gan- :en Bauplanes, der notwenlig ist, um nur fuer 40% unsrer Kinder Platz zu gewaehren. Aber vor allem darf am heutigen Tage die Idee und ier Inhalt unterstrichen wer. len, die die Lehranstalt zum heben erwecken. Die Idee und 3er Inhalt, die sich in jedem Stein, in jedem Ziegel, die geegt werden, verkoerpern, in iedem Baum und in jeder 3Iume, die gepflanzt werden. Ueber allem steht die Idee: Die juedische Erziehung von hrer Enge zu befreien und üe mit neuen Horizonten zu verbinden. Wenn auch die juedische Schule in den letzten Jahren in eine neue H tappe ihrer Entwicklung eingetreten ist, wenn auch der Inhalt der juedischen Schule eine Erfuellung mit der Auferstehung der Medinat Israel bekommen hat, ist doch unsere Schule in ihren Wirkungsmoeglichkeiten sehr begrenzt, da die Schule ohne eine Unigebung geblieben ist. Sie ist eine Insel in dem grassonders der Beauftragte d. Handels und Industrieministeriums I. Vlrgins, der auch dafuer sorgte, dass der Inlandsmarkt unserer Produktion geschaetzt blieb, hob Ing. Fopper hervor. Die Fabrik soll nun erweitert werden, wozu mit1 Hilfe der Reparationskredite (fuer fuenf Jahre) und eines Exportkredits aus Mitteln des Entwicklungsbudgets modernste vollautomatische Maschinen bestellt wurden. Auch die gegenwaertige Zahl von 26 Arbeitern soll dann verdoppelt werden. “Unsere Arbeiterschaft ist fleissig und willig und an den Produktionserfolgen interessiert, es sind ueberwiegend Sabres, mit denen wir sehr zufrieden sind” — schloss Ing. Popper seine Ausführungen vor der Presse. Schif esmannschaft b e f i nden sich in den neuerworbenen Schiffen im Zentrum. Letztens sind die AMPAL- Gesellschaft und die Sochnut mit einem Betrag von je lih Millionen Dollar der ZIM beigetreten. Es werden demnaechst auch A k ti e n und Obligationen d. ZIM- Schiffahrtsgesellschaft auf den Markt kommen. Diese is r a e 1 is c he Schiffahrtsgesellschaft arbeitete sich zu einer der bekanntesten Meereslinien der Welt empor und steht verschiedenen Staaten, wie den USA, der Tuerkei und anderen mit ihren Frachtschiffen zur Verlegung. (Fortsetzung von Seite 5) sen Meer der Fremde, der nichtjuedischen Kultur. Wenn wir die Schule von ihren begrenzten Moeglichkeiten befreien wollen, wenn wir wollen, dass die Schule die juedische Erziehung un. serer Kinder wirksam beeinflussen soll, muessen wir auf dem Weg weitergehen und einen schoenen und grossen Bau errichten, der den notwendigen Respekt, die notwendige Beziehung sowohl bei den Eltern wie auch bei den Kindern .hervorruft. Mit der heutigen Feier wird die erste Eta:pe des Baues unserer Anstalt beendet. Die zweite Etappe besteht in der Vollendung der Schule, ln den verschiedenen Klassen und den Abteilungen und Laboratorien. Diese zweite Etappe muss mit ganzer Energie fortgesetzt werden. Der Beginn der Arbeit ist nur durch die Zionistische Federation, die Chewra Kadi, scha, die grosszuegige Unterstützung unseres Maezen León Arensburg, die offené Hand der Freunde der juedischen Erziehung moeglich gewesen. Wir erwarten die Hilfe des gesamten Jischuw. Wir erwarten, dass alle ihre heilige Aufgabe erfuellen wer. (Fortsetzung Seite 15) nomadischen Ursprung gemahnte, so soll dieses selbst alljaehrlich sich seiner ihm ureigenen beduinlschen Lebens-form durch Wohnen in Sukkoth erinnern. Der selbe Nomaden-Gott befiehlt das Wohnen in den leichten Sukkoth. der zu David spricht: “Wolltest du Mir ein Haus bauen dass ich darin wohne? Habe ich doch in keinem Hause gewohnt, seit dem Tage, da Ich die Soehne Israels aus Aegypten herausgefuehrt habe, bis auf diesen Tag, sondern bin umhergezogen in Zelt und Wohnung”. (II. Sam. 7,5—6). Die Koenigszeit hatte na. turgemaess kein Verstaendnis mehr fuer nomadische Ideale. Im Gegenteil, sie mussten als dem Reichsgedanken entgegengesetzt und geradezu staatsfeindlich v e r w o rfen werden. Daher kann es uns nicht wundernehmen dass in d. Koenigszeit, ja selbst schon in der vorhergehenden Richterepoche, einzig das Erntefest durch Opfer gefeiert wurde, aber die nomadische Sukkah der Vergessenheit anheim fiel. Erst in den Tagen Esras und Nehemias wurde das Wohnen in Sukkoth wieder eingefuehrt. (Neh. 8,14 - 17) ein Brauch, der seit den Zeiten Josuas nicht mehr geuebt worden war. Beruecksichtigt man nun die jahrhundertelange Unterbrechung dieser alten Wuestentradition, so liegt es nahe, dass die urspruengliche Bedeutung des Wortes Sukkah in Vergessenheit geraten konnte. In der Fruehzeit der Koenige war des Wortes Bedeutung noch klar. Unmoeglich konnte Uria an “Laubhuetten” denken wenn er zu David sagt: “Die Lade und Israel und Juda wohnen (waehrend eines Feldzuges) in Sukkoth”. (II. Sam. 11, 11) Wir wissen aber, dass die Lade damals in einem “Ohel” (Zelt) stahd, dass David fuer sie hatte aufschlagen lassen, (II. Sam. 6,17) Wie konnte nun Uria, statt von einem “Ohel” von einer “Sukkah” sprechen? Haette er unter letzterer eine “Laubhuette”, verstanden, so waere die Gleichsetzung von “Ohel” und “Sukkah” undenkbar gewesen. Das Wort wandelte seine Bedeutung. Der Nomade kannte begreiflicherweise mehrere Worte fuer Zelt. “Ohel” war des Zelt schlechthin, sowie das kleine, vermutlich um einen Mittelmast in Rundform aufgeschlagene Zelt. Die Bewohner des Ohel bildeten, als engste Gemeinschaft, die Zelle des Stammes und spaeteren Staates. Noch heute bedeutet das entsprechende arabische Wort nicht nur Zelt, sondern zugleich Familie. “Mischkan” das “ruhende” Zelt, war das grosse, in der Oase aufgeschlagene Orakelzelt der Gottheit. Und Sukkah? Wir koennen nicht mit Bestimmtheit sagen, worin sich Sukkah von Ohel unterschied. Rueckschliessend laesst sich jedoch vermuten dass die Sukkah das Oasenzelt laengerer Rastzeiten war, das demnach wohl fester und geräumiger als Ohel sein musste. Das Wort Sukkah, das im Munde des Nomaden eine besondere Zeltgattung meinte, wurde im Munde des schon Sesshaften zuerst zu einem Analogon zu Ohel (der Sesshafte unterscheidet die verschiedenen Zeltarten nicht so fein, da er eben kein Zelt. (Fortsetzung von Seite 1) bewohner mehr ist), und schliesslich gebrauchte der zum Bauern gewordene Hebraeer das Wort Sukkah fuer die Huette auf dem Felde oder im Weinberge. So kann der Prophet seiner spaeten, dem Nomadentum fernen Zeit bereits von der “Sukkah im Weinberg” (Jes. 1,8) sprechen. Der, dem urpruenglichèn Nomadenideal gaenzlich entfrem dete nachexilische Jude konnte nun die drei Gebote des Festes vom 15.—22. Tischri nicht anders verstehen, als durch Wohnen in einer Sukkah, nach Art der Sukkah im Weinberge, in der er Freudenmaehler abhielt. Eine, auf die Sadduzzaer zurueckreichende, karaeische Tradition legt nahe, anzunehmen, dass man zum Bau dieser Sukkoth unmittelbar den Lulab-Palmzweig und die 3 anderen Arten des Feststrausses verwendete. So verschmelzen die beiden Bestandteile des Festes; die juengere Erntedankfeier und der uralte Nomadenbrauch, in Eines — freilich auf Kosten der gaenzlieh verwischten Wuestentradition. Nach diesen Darlegungen bleibt immer noch die Frage offen warum in dem Gebote, sieben Tage in Zelten zu wohnen, das ungebraeuchlichere Wort “Sukkah” statt des u n g 1 eic h haeufigeren Wortes “Ohel” steht. Die Entwicklung des letzteren Wortes kann uns auf die Spur der Erklaerung fuehren: Obel ist ein Sammelbegriff. Es ist nicht eine besondere Art von Zelt, sondern jedes Zelt, ja sogar jede Behausung kann “Ohel” heissen. Dass gerade diese auf eine beduinisch - nomadische Gesellschaft gemuenzte Terminologie, sich entscheidend wandeln konnte, zeigt, wie sich das sesshaft gewordene Judentum vom Hebraeertum der Wuestenzeit entfernt hatte. REVISTA “IVRIA” Nach zweijaehrigem Bestehen liess die Jugendorganisation “Ivria” zum ersten Male eine Zeitschrift erscheinen, die dreimonatlich herausgegeben werden soll. Sie wendet sich ' vor allem an die Universitaetsjugend und sucht die Jugend unserer Kollektivitaet mit den Problemen und Werten des Judentums wie auch der Weltkmtur bekannt zu machen. In dieser “Revista”, an der Chawerim und Freunde der Ivria mitgearbeitet haben, findet der Leser Artikel ueber Moses Ben Maimon, Musik una Theater, ueber Einstein und das Problem Zionismus oder Assimilation. Abschliessend wird eine Novelle von Schojem Alechem in Uebersetzung veroeffentlicht. Somit bietet diese erste Nummer ein Spiegelbild der kulturellen Taetigkeit der Ivria, die sich bewusst von aller innerjuedischen Politik fernhaelt und eine moeglichst grosse Anzahl junger Menschen zu erfassen sucht. Wir begruessen die “Ivria” zu dieser Leistung und hoffen, dass auch die kommenden Nummern mit dem gleichen Erfolg erscheinen moegen und die “Ivria” auch auf diesem Weg ihren Beitrag zur Loesung unseres Jugenoproblems leistet, & tu. 13 NEUE SCHIFFE FUER “ZIM" EIN FEIERTAG DEM MUT ZU EHREN V t *