Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XVII (1955)
- Issue
- 8 (Agosto, 1955)
- Date
- 1955-08-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Agoito, 1955 BOLETIN INFORMATIVO 9 TPñ ie/re*t, Atftetf, ¿e?e*e.. r AUF BUEHNE UND LEINWAND Arthur Miller im “Teatro Experimental’’ Die von der Universidad de Chile unter der Leitung von Pedro de la Barra ins Leben gerufene Theatergruppe hat schon lange vor ihrem jetzt gefeierten 14. Geburtstag und auch vor dem festlichen Einzug in den eigenen Saal -^-Teatro “Antonio Varas” im Gebaeude “Banco del Estado” — aufgehoert, “experimentellen” Charakter zu haben. Sie ist zu einer soliden Institution geworden, die aus dem hiesigen Kulturleben ueberhaupt nicht mehr hinwegzudenken ist, dank deren Beispiel eine betraechtliche Zahl kleinerer Ensembles entstanden sind und unter denen sie eine in jeder Beziehung unbestritten fuehrende Rolle einnimmtr Darueber hinaus hat das “Experimental” mit der Auffuehrung von Arthur Millers “Todos son mis Hijos” zweifellos seinen berechtigten Ruf bestaetigt, sowohl in der Auswahl der aufzufuehrenden Werke wie in ihrer stilgerechten und sorgfaeltigen Auffuehrung ein internationales Niveau erreicht zu haben, das sich ln der ganzen Welt sehen lassen kann. Der berechtigte Publikumserfolg dieser Neuauffuehrung reicht an den der besten Stuecke vergangener Jahre heran (“La Visita del Inspector”, “Montserrat”, “Fuenteovejuna”). Der Autor hat, was seine Entwicklung in philosophischer Hinsicht anbetrifft, voll und ganz erfuellt, was er bereits in “La Muerte de un Vendedor” versprach: eine auf die Tiefen der menschlichen Seele projizierte sozialkritische Einstellung, wobei er die Klippen des billigen Tendenz - Stueckes muehelos umsegelt, wenn auch vielleicht auf Kosten einer allzu pessimistisch gestimmten und stimmenden Resignation (der Selbstmord, mit dem er ln beiden Werken die tragische Verwicklung der Schicksale aufloest). Unverkennbar ist die zunehmende Reife des heute noch der jungen Generation angehoerenden Miller, die sich vor allem darin aeussert, dass seine Gesellschaftskritik in diesem j letzten Werk einen univerj saleren Charakter angenommen hat, gemessen an der j Anklage gegen die ungenuej gende Sozialversicherung in j den USA. Fuer diesen : Misstand ist in einer Welt, die zum Grosstell die Verj einigten Staaten nur als Land; des Ueberflusses kennt, nur j schwer das noetige Verj staendnis zu finden. Pagegen stellt er in “Todos son i mis Hijos” Konfliktstoffe all-! gemeiner Art wie Familie und; Mitmenschen, Schuld und j S u e h n e, Idealismus und ' “praktisches” Leben in den Vordergrund. Sehr zu be- , gruessen ist auch der darauf; verwandte Ernst. Menschen' widerspruchsvoll und innerlich zerrissen darzustellen,; Gut und Boese zu mischen ’ und-in seinen Grenzen zu Ver-• wischen soürtJe-ueberhaupt jeide Schwarz-Weiss-Malerei zu vermeiden. Stilistisch bleibt Miller sich treu, indem er sich ohne jede Umschweife der allergebraeuchlichsten Alltagssprache bedient, jedoch auch dies, ohne in Jargon zu verfallen. Die Uebersetzung und Regie von Jorge Lillo werden Autor und Werk mit groesster Elinfuehlung gerecht, Wobei die hervorragende Szenengestaltung (Architekt Ricardo Moreno) von Hilfe ist. Roberto Parada und Domingo Tessier in den tragenden Rollen bestaetigen erneut ihre ueberragende Kategorie; Maria Teresa Fricke scheint sich in ihrer Rolle nicht immer wohl zu fuehlen und ueberzeugt auch stellenweise nicht; die uebrigen Darsteller, vor allem Bélgica Castro, stellen erfreuliche Begabung, Schulung und Geschick unter Beweis . WALT DISNEY IM “ttE%” Wer es auch immer einmal unternehmen sollte, die Geschichte des Films zu schreiben, wird dicht hinter den Namen Charles Chaplins als den des unumstritten groessten Gestalters dieser neuen Kunstgattung den Namen Walt Disneys setzen muessen. So grundverschieden diese beiden Gebieter der Kamera auch in Herkunft, Interessen, Arbeitsgebieten und Methoden sind, ein Verdienst haben sie gemeinsam: sie haben niemals auf den frueh und in reichlichem Masse erworbenen Lorbeeren ausgeruht. Wie haette sich nicht manch einer mit dem Welterfolg der Mickey-Maus in den 20er Jahren die Taschen vollgestopft und waere nach Hause gegangen! Und was hat uns Disney nicht seitdem geboten? Waehrend eine Legion von Nachahmern uns mit der ewig siegreichen Maus und der in Flucht geschlagenen Katze ermueden, ergoetzt er die Kinder, mit immer neuen Gestalten von Hunden, Enten und Spechten in einer bunten Welt von Phantasie und Traum. Selbst der kleine anspruchslose Vorprogramm- Film vom kleinen alten Haeus chen in der grossen modernen Welt, mit dem die Vorstellung von “EI Desierto Viviente” umrahmt wird, hat eine eigene, originelle und irgendwie nachdenkliche Note. Dann kamen die entzückenden Maerchenfilme von “Schneewittchen”, “Pinocho”, “Aschenputtel” und “Peter Pan”, wahre Neudichtungen dieser Perlen der Kinderliteratur. Ihr eigenes Denkmal setzte sich Disneys Originalitaet und, warum das Wort scheuen, Genie, mit “Phantasie”. Selbst die konservativsten Verehrer Polyhymnlas mussten anerkennen, dass hier ein neuer Weg aufgebrochen wurde, mir herrlich weitem Ausblick auf die Schoenheit der Kunst. Fuer Millionen w’urde die von Disney neuentdeckte Parallelitaet von Ton und Bild, von Harmonie der Klaenge und der Farben, zu einem bis da. hin ungeahnten aestbetischen Genuss. Und nun ist dieser Mann mit einem Stab ausgewaehlter Mitarbeiter in. die -Natur vorgedrungen. Mit einem unvorstellbaren Aufwand von Geduld, Fleiss, Fachkenntnis, Talent, Kapital, Organisation und Liebe zur Sache hat er sich ihrem Schosse dort genaehert, wo sie am sproedesten Ist; in der Wueste. Und mit dem Zauberstab seiner Filmkunst zeigt er dem atemlos gespannten Zuschauer das Geheimnis des Lebens da, wo dieser nur Tod und Oede waehnte. Ein Goethe haette sich mit Welt und Kunst versoehnt und, statt zu klagen “Welch Schauspiel nur”! haette er beim Anblick dieses Films frohlocken duer. fen: Welch Schauspiel ist das Leben! Wie voll ist selbst die unbarmherzig lebensfeindliche Wueste mit dem Kampf ums Leben und Ueberleben, um Nahrung und Fortpflanzung, mit Brunst und Gier und... mit Schoenheit. Unmoeglich, all die Reptilien Nagetiere Voegel einzeln aufzuzaehlen; unmoeglicher noch, all die unglaublichen Eigenheiten und Ereignisse zu beschreiben. Der Kampf der Wespe mit der Tarantel, des Falken mit der Schlange, der beiden Riesenschildkroeten, der Schlange mit der Ratte, das Lauern der Eule und des Froschs... sagt das ueberhaupt etwas? Wohl ebenso wenig wie die stumpfsinnige Paukerei veralteter Zoologie-Lehrer, die ein halbes Jahrhundert zu frueh, naemlich vor Disney, zur Welt kamen. Die Begleitmusik ist ein kleines Meisterwerk in ihrer Gattung und erhoeht noch die Freude an dem Film: ebenso sind alle anderen Details durchdacht und gepflegt. H. K. ISRAEL-PHILHARMONIKER IN DER SCHWEIZ Im Folgenden geben wir eine Besprechung der zuericher Zeitung “Volksrecht” ueber die Tournée des Israelisehen Philharmonischen Orchesters wieder: 1 Das Israel Philarmonic Orchestra, das mit einem Konzert im Grossen Tonhallesaal zum erstenmal in Zuerich auftrat, gilt als eines der besten Orchester der Welt. Und auch ohne das Orchester gehoert zu haben, haette man an der Richtigkeit dieses Sachverhaltes nicht gezweifelt: geniesst doch der juedische Musiker besondere Hochschaetzung. In dem 1936 von dem beruehmten Geiger Bronislaw Huberman gegründeten Orchester aber sind die besten juedischen Musiker aus allen Laendern Europas vereinigt worden. Die bedeutendsten Dirigenten, zuerst Toscanini, haben es dirigiert. An diesem Abend leitete es Paul Klecki. Bevor es mit seinem Programm begann, spielte es die Nationalhymnen der Schweiz und Israels, die das grosse Auditorium stehend anhoerte. Gleich die erste Darbietung, die 4. Sinfonie von Brahms, gab vollen Aufschluss ueber das hochdisziplinierte ganz im Dienste des Kunstwerkes aufgehende Musizieren des- Or. chesters und seinen bluehenden Klang. Die Sinfonie mit ihrer Mischung von Leidenschaftlichkeit und Geistigkeit, die in der Chaconne des Finales ihre hoechsten Masse erreichen, kam der Art des Dirigenten besonders entge. gen, und so war die Wiedergabe vollkommen. Die maechtige Schar der Streicher noch gesondert zu hoeren, gab Honeggers 2. Sinfonie fuer Streichorchester Gelegenheit. Werk und Spieler steigerten hier gegenseitig ihre Qualitaeten, das Werk durch sei. n e n praechtig klingenden Streichersatz, die Spieler durch die Intensitaet ihres Vortrages, die die erschuet-! ternde Wirkung dieser Musik | erhoehte. Eine Probe des is- | raelischen Schaffens der Ge-! genwart gaben die “Israeli Sketches” von J. Kaminski, einem der Konzertmeister des Orchesters. Die voelkische Eigenart dieser mit grosser Orchestererfahrung verfassten Komposition kam besonders im letzten Abschnitt zum Ausdruck, wo die Melodik und das Ostinato an den “Bolero” von Ravel erinnerten und auf eine Verwandtschaft mit des. sen volkstümlichen Elementen hinwiesen. Das Konzert schloss mit einer hinreissenden Wiedergabe von Webers Oberon-Ouvertuere. e. SUENDEN.. Fortsetzung von Seite 8 nordamerikanischen Kollegen so taktvoll wie moeglich auf die viel groesssere kolonialpolitische Erfahrung Frankreichs hinwies, fragte sich eine erstaunte Welt, ob es dem politischen Genie seines Vorgaengers Mendes- France nicht dochgelungen waere, eine ueberzeugendere und bessere Sache zu vertreten als die des “piay-boy” von der Riviera. Hinter den Kulissen soll sich aber folgendes abspielen: Dem in Genf mit China Unterzeichneten Vertrag zufolge muessen Mitte naechsten Jahres in ganz Indochina Wahlen durchgefuehrt werden, um das Land wieder unter dem Banner der dann vorherrschenden Mehrheit zu vereinigen. Kein unvoreingenommener Beobachter der Lage zweifelt auch nur einen Moment daran, dass diese Wahlen zu einem lawinenartigen Erfolg des Viet-Minh- Regimes von Ho Chi Minh, d. h., der Kommunisten fuehren muessen. Nun gut: die USA. fuehlen sich durch das Genfer Abkommen nicht sonderlich gebunden und glauben in Ngo Dinh Diem fuer Geld und gute Worte den geeigneten Mann gefunden zu haben, die Durchfuehrung dieses Plebiszits zu verhindern. Daher die solide politische Unterstuetzung, deren er sich bei der Durchfuehrung der Palast-Revolution und der Privatkriege erfreut hat. Und Frankreich? Da liegt die Sache noch komplizierter, denn wer etwa glauben sollte, dass man sich in Paris etwa Uusionen ueoer die Popularitaet des Puppenkaisers macht oder gar an eine, wenn auch noch so spekulative Chance in der Volksabstimmung glaubt, der irrt gewaltig. Worauf man angeblich baut, ist auf den guten Willen Bao Dais, die Wahlen mit durchzufuehren, so ehrenvoll wie moeglich zu verlieren, und das unerfreuliche Resultat anzuerkennen. Ob mit b e z a h 11 er Rueckfahrkarte nach Cannes, berichten unsere Gewaehrsleute nicht'. Das Ziel, das den franzoesischen Staatsmaennern vorschwebt, soll eine angeblich bereits weitgehend gediehene Verstaendigung mit... Ho Chi Minh sein. Dieser habe bereits Zusagen betreffs der Wahrung franzoesischer Interessen, vor allem geschaeftlicher Art, gemacht, die mehr oder weniger auf der Linie liegen, die England in einigen seiner ehemaligen Kolonien gerettet hat. Und waehrend man in dem muehselig verteidigten Viet - Nam der wachsenden Dollar - Konkurrenz unterliegt, oeffnen sich in dem verlorenen Viet-Mlnh neue Pforten. Die weitere Entwicklung des zweifellos schwelenden Gegensatzes wird Aufschluss ueber die Richtigkeit dieser Informationen geben. ATSCHEKA OC v» cot.tCT«vrt>AO c**ACA.r» *äir Vaütataá^ CMU.W« M* * vAkPAflJMte GOTTESDIENST: Jeden Freitag Abend um 19 Uhr, und jeden Samstag morgen um 9.15 Uhr. Ausserdem an Jahrzeiten. Diese Daten bitten wir rechtzeitig an Herrn R. Wolff, Casilla 984, Fono 6240 mitzuteilen. RAUSCH CHODESCH “ELUL” Donnerstag, den 18. August 1. Tag Freitag, den 19. August 2. Tag. HOHE-FEIERT AGE: Erew Rausch Haschono, Freitag, den 16. September. Erew Jaum Kipur. Sonntag, den 25. September. Wir teilen hierdurch unseren Mitgliedern mit, dass auch dieses Jahr Herr Marcos Posen wieder amtieren wird. Ueber den Kartenverkauf werden wir in der naechsten Nummer Mitteilung erstatten. MITGLIEDERBEWEGUNG: Neuaufnahme: Herr Bruno Markiewitz. i! Ausrichten von Festlichkeiten! jeder 4rt I in und ituœi Hunst- CLAERE STERN 1148, Telefon unter 83137 und 4SWK5 :-—---:-!- ———- - TL-