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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1955-08-01 · 8 (Agosto, 1955) · p. Seite 8

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XVII (1955)
Issue
8 (Agosto, 1955)
Date
1955-08-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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BOLETIN INFORMATIVO S Agosto,- 1956 ES SPUKT IM KREML Die sowjet-russische Aussenpolitik der letzten 25 Jahre schwankt gleich einem riesengrossen Pendel zwischen dem Extrem haertester Ünnachgiebigkeit und dem herzlichster Freundschaftsbezeugungen den Westmaechten gegenueber, hin und her. In den Jahren 1930 bis 1939 hoerte man aus Moskau den suessesten Sirenengesang von “kollektiver Sicherheit” und Weltfrieden — 1934 wurde die U. d. S. S. R. in den Voelkerbund auf genommen—; die Der Hut steht ihm nicht BEI SEINEM LETZTEN BE¬ SUCH IN U. S. A„ ANLAESS- LICH DES JUBILAEUMS DER V. N.j LIESS SICH MOLO¬ TOW MIT EINEM COWBOY. HUT FOTOGRAFIEREN folgenden zwei Jahre —August 1939 bis Juli 1941— standen im Zeichen der nazl— sowjetischen Annaeherung und Verurteilung des “imperialistischen Kriegs”; von 1941 bis 1945 wurde derselbe Krieg als das, was er wirklich war, naemlich als “heiliger Krieg”, in wahrer Waffenbruederschaft zu Ende gelochten, die dann nach seinem Ende rasch tn ihr Gegenteil, den kalten Krieg gegen die einstmaligen Ailierten, umschlug. Den fuenften Pendelschlag verspueren wir heute, im Jahre 1955, da Moskau wiederum eine Friedenstaube nach der anderen abfliegen laesst: die einstweilige Beilegung des Konflikts in Indochina, der Friedensvertrag mit Oesterreich, Friedensverhandlungen mit Japan, der Canossa-Gang nach Belgrad und die Einladung an Tito, die Einladung an Adenauer (der natuerlich nicht so aufs “Grotewohl” annehmen wollte) und schlieslich die Genfer Viererkonferenz, die beim Schreiben dieser Zeilen noch nicht begonnen hatte. Fuer jeden dieser Positionswechsel hatte der Kreml “the right minister on the right place”. Eigentlich waren es zwei Maenner, deren jeweij liges Erscheinen im Vordergrund der Buehne als Lieb- | haber oder als Boesewicht,; Aufschluss ueber den weiteren Verlauf des Dramas gaben; Litwinow und Molotov. Maxim Litwinow fungierte als Kommissar fuer Auswaertige Angelegenheiten in den 30 — er Jahren und es ist zum Grossteil sein Verdienst, die Sowjet - Unión im Westen hoffaehig gemacht zu haben. Als seine Rolle der Buendnispolitik gegen Hitler ausgespielt war und die Buendnispolitik mit Hitler begann, loeste ihn Vjacheslaw Molotow ab, der wenige Tage nach seinem Amtsantritt seine Unterschrift unter den Pakt mit dem Champagner -, Reisenden Ribbentrop setzte. Der zweite Weltkrieg begann dank der damit erlangten deutschen Rückendeckung und Russland seinerseits begann seinen Beutezug in Polen, dem Balkan und (Finnland. Hitlers “geniale Intuition” vermochte es jedoch, aus Russland und den Westmaechten bald wieder Alliierte zu machen und der gute Maxim Litwinow wurde wieder hervorgekramt. Er war zwar schon etwas alt und verbraucht, wurde aber trotzdem fuer den repraesentativsten Auslandsposten ernannt: als Botschafter in Washington. Dort nahm er seine gewohnte Rolle als Liebhaber wieder auf und obwohl er nicht mehr den Elan von frueher hatte, wirkte er wieder recht ueberzeugend. Als er starb, ausgedient und halb vergessen, hatte sein grosser und einflussreicher Gegenspieler bereits den Vorhang ueber die Szene fallen lassen und hielt die Welt mit seinem fuer ihn charakteristischen und dramatischen “Nein” als Antwort auf jeden Verhandlungsvorschlag in Spannung. Seit Stalins Tod und besonders seit dem Ruecktritt Malenkows scheint es jedoch, als ob man in Moskau entschlossen waere, die uebrige Welt von freundschaftlichen Absichten und Friedenswillen zu ueberzeugen. Ist Molotow dazu der richtige Mann? Schwerlich. Seine Abwesenheit in Belgrad scheint auchdarauf hinzudeuten, dass er die neue Rolle, die eigentlich die Rolle Litwinows ist, nicht recht spielen will, kann...; oder soll. I Wenn .auch die Spekula-; tionen der Weltpresse ueber! seinen unmittelbar bevorste- ' henden Ruecktritt sich bisher i nicht bewahrheitet haben und es auch muessig ist, den : Namen seines Nachfolgers ¡ prophezeien zu wollen —Gromyko, Mikoyan, Malik, Mais-; ky?—, so steht doch eins fest:! in Molotows Arbeitszimmer spukt es. Das Gespenst Lit- , winow geht um. : MANUEL SILVA L. HERRENSCHNEIDER EuropaeiscJiífí 3U1 FrtiaJisr Ayudante bei Tu*ukx«;<i . SAN PABLO. 11«, LOCAL« TELEFON' 6**35 (Neues Gebaéude) Jedoch der schrecklichste der Schrecken Wenige Tage nur sind Veri gangen, seitdem eine sehr ‘ nachdenklich gestimmte Welt zwischen Hoffnung und Bangen das 10. Jubilaeum der Vereinten Nationen beging und schon wieder jaehrt sich zum 10. Male ein Datum —welch ereignisreiches Jahr war doch 1945!—, gewiss nicht minder schicksalsschwer: am 6. August wurde Hiroshima durch die erste Atombombe zerstoert, am 9. August fiel eine zweite ueber Nagasaki und am 14. des gleichen Monats kapitulierte Japan. Der zweite Weltkrieg war zu Ende. Wenn je ein Ereignis welterschuetternd nicht nur im uebertragenen literarischen Sinne, sondern auch rein phisikalisch war, so dieses und keine wie auch immer orientierte Betrachtung kann anders beginnen als mit dem Gebet: Nie wieder! Gewiss kann man auch die Frage vornanstellen, ob der Beschluss des Praesidenten Truman, die grausige neue Waffe ueberhaupt ueber einer bevoelkerten Stadt abwerfen zu lassen, zu rechtfertigen ist. Jedoch muss man dabei gewisse Bedenken gelten lassen, wie dass er und seine Ratgeber sich nicht vielleicht in vollem' Umfange ueber ihre ungeheure Potenz im Klai ren waren, dass sie sich von; einer raschen Beendigung des Kriegs die Vermeidung j einer opferreichen stueckwei- . sen Wiedereroberung des pa- ' zifischen Insel-Archipels versprachen, dass sie noch stark unter dem Eindruck des “Remember Pearl Harbor” standen und andere, Kriegszeiten eigene Umstaende mehr. Und selbst wenn man nichtsdestotrotz der Meinung ist, dass es human und moralisch gewesen waere, den japanischen Feind zu einer Demonstrierung der toedlichen Wirkung der “Geheimwaffe” einzuladen, muss man doch eins zugeben: es war und ist eine glueckliche Fuegung der Geschichte, dass diese damals unwiderstehliche Macht zuerst in den Besitz der USA. gelangten und nicht etwa einer totalitaeren Macht Wie Russland oder gar, entsetzlicher Gedanke, Hitlers und seiner “Achsenmaechte”. Nur an dem scheusslichen Missbrauch, den diese zwecks Unterjochung der gesamten Menschheit an der Atombombe geuebt haetten, laesst sich ueberhaupt ermessen, welch, relativ beschraenkten Gebrauch die Vereinigten Staaten von ihr gemacht haben. Inzwischen sind zehn Jahre vergangen und das Schreck gespenst einer Waffe, deren Potenz gleich 200.000 Tonnen Dinamit ist, wich dem der Wasserstoff-Bombe, die gleich 3.000.000 Tonnen des gleichen Sprengstoffs (in Kilogramm eine 3 mit neun Nullen!) ersetzt und deren Aschenregen alles Leben fuer Generationen auf ganzen Kontinenten auszuloeschen vermag. Und was geschieht, um die Menschheit vor solchem Schicksal zu bewahren? Wer die russische Friedensoffensive als das durchschaut, was sie wirklich ist, naemlich als macchiavelli. sches Werkzeug einer imperialistischen Aussenpolitik, kann nur zwei mehr oder weniger ernste Bemuehungen anerkennen. Die erste erlangte besondere Resonanz in der Presse gerade einige Tage vor dem zehnten Jahrestag von Hiroshima und besteht in dem Appell einiger hervorragender Wissenschaftler unter Fuehrung des britischen Philosophen Bertrand Russell. Bekanntlich wurde dieser Appell noch wenige Tage vor seinem Tode von dem auch in dieser Hinsicht immer wunderbaren und unermuedlichen Albert Einstein inspiriert. Die zweite Anstrengung ist die unter der Aegide der V. N. dahinvegetierende Abrüstungskonferenz, deren staendige Vertagungen, farblose Verlautbarungen und sonstiges Gebaren keinen sehr ermutigenden Eindruck macht. Selbst mit viel gutem Willen und Phantasie laesst sich also wohl nicht behaupten, dass die Menschen kraft ihrer Erfahrung und besserer Einsicht nunmehr von den Schrecken des Kriegs im allgemeinen und des Atomkriegs im besonderen, Abstand genommen haetten. Die zehn Jahre kalten Kriegs oder heissen Friedens, die wir zu gemessen das Glueck hatten, moegen einer guenstigen Entwicklung der internationalen Lage, der Wirtschaft, der sozialen Gestaltung oder anderen Faktoren, je nach Geschmack und Einstellung des Beschauers, zuzuschreiben sein. Rueckschluesse auf einen gesicherten und dauerhaften Frieden waeren aber zumindest uebereilt. Im besten Fall liesse sich etwa auf folgende Alternative vertrauen; entweder sind die Grossmaechte davon ueberzeugt, dass in einem dritten Krieg keiner mehr als Sieger hervorgehön kann und nur alle Laender Opfer der vollstaendigsten Zerstoerung werden und “verzichten” daher auf Krieg als Instrument der Politik (der Russell- Einsteinsche Appell pocht sehr stark aiuf diesen Vernunft-Ehe-Standpunkt). Oder aber es kann wieder Krieg geben, jedoch ohne A— und H-Bomben, ebenso wie im letzten Krieg aus Furcht vor Repressalien die gewiss skrupellosen Deutschen keine Giftgase verwandten. Wie lauten Schillers prophetische Worte? “... Jedoch der schrecklichste der Schrecken, “Das ist der Mensch in seltnem Wahn. “Weh denen, die dem Ewig- (blinden “Des Lichtes Himmelsfackel (leihn! “Sic strahlt ihm nicht, sie (kann nur zuenden “Und aeschert Staedt und (Laender ein”. Suenden der Kolonialpolitik Die Verworrenheit der politischen Szene in Indochina duerfte nach Meinung gut informierter englischer Zeitungen auf die Djckkoepfigkeit gewisser Kulissenschieber zurueckzufuehren sein. Bekanntlich unterstuetzt das State Department den augenblicklichen Machthaber, Ministerpraesidenten N g o Dinh Dlem, in dessen nationalistischer Politik es die einzige Gewäehr fuet die Aufrichtung der ordriung und eines neuen Staudamms ge-, gen die kommunistische Flut sieht. Tatsaechlieh ist es diesem energischen Politiker auch bereits gelungen, den “Kaiser” Bao Dai auszuschalten, die Macht der verschiedenen pseudoreligioesen Sekten zu brechen und ihre mit Ausbeutung der Prostitution und des Drogenhandels finanzierten .Privatheere, z u schlagen. Der Jammer bei der Sache ist nur, dass es um die Moral des Herrn Ngo Dinh Diem und der mit ihm zur Macht gelangten Familie und Kreise, nicht viel besser bestellt'sein ühd nur die Nutzniesser der vorherrschenden Korruption gewechselt haben soBRR. . r _ Auf dieses Argument hat; sich nun seinerseits der Quai i d’Orsay gestuetzt, um Fester Dulles von den Vorzuegen des eigenen Favoriten zu ueberzeugen: Bao Dai! Gewiss keine leichte Aufgabe, wenn; man bedenkt, dass dieser eh- : renwerte Mann, an Geistesi gaben, Moral und Statur be-; stenfails mit einem Farouk zu vergleichen, in Cannes Scnnenbaeder nahm und . -seine Naechte im Casino und , Böites verbrachte, waehrend .'sein Volk verblutete. Und waehrend Mr. Pinay seinen- , For.tsetzuiiji S 9, .;

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