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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1955-04-01 · 4 (Abril, 1955) · p. Seite 11

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XVII (1955)
Issue
4 (Abril, 1955)
Date
1955-04-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Mail, 1955 BOLETIN INFORMATIVO 11 abimett Praesident und Aussenmini- ¡minister. tndnister. idels- und Industrieminister s- und Kultusminister wicklungsminister üdigungsminister beitsminister iwirtschaftsminister Ister 'minister ister nister is- und Wohlfahrtsminister •ngsweise Justizminister me Legion So kommt es, dass man nicht haeufig Gelegenheit hat, einen von ihnen ueber die Probleme, Leiden und Freuden seiner Arbeit sprechen zu hoeren. Schmuei (das ist nicht sein richtiger Name — gehoert er doch zu jenem anonymen Heer der neuen Pioniere) ist der Ju. gendfuehrer und Lehrer der Einwanderer-Gruppe die dieses Jahr ihren Kurs an der WIZO -Landwirtschaftsschule' in Nahalal beendet hat. Zwei Jahre lang war er Fuehrer und Leiter, Freund und Vater fuer dreiundzwanzig Jugendliche —achtzehn Jungen und fuenf Maedchen—, die aus Marokko nach Israel kamen. Niemand weiss besser als er, was fuer eine Wirklichkeit hinter der glatten, haeufig benutzten Phrase von der ‘‘Umformung wilder, undisziplinierter Einwanderer] ugend in produktive Buerger” steht, hinter dieser Phrase, die die Vorstellung einer sofortigen Metamorphose durch den blcssen Kontakt mit dem Boden Israel erweckt. “Waehrend der ersten drei Monate”, begann Schmuei zu erzaehlen, ‘‘schlief ich fast ueberhaupt nicht. Alles Moegliche pflegte in der Nacht zu geschehen, und ich musste ununterbrochen auf der Hut sein, um gefaehrliche Folgen zu verhueten, Im Dorfe Nahalal kamen haeufige Diebstaehle vor, sowie auch in unserer eigenen Gruppe. Bei dem kleinsten Anlass brachen blutige Streitereien aus, So erinnere ich mich zum Beispiel an eine Nacht, als ein Junge um 1 Uhr 30 an meine Tuer klopfte, um eine Schachtel streichhoelzer zurueckzufordern, die er mir geliehen hatte. Als ich mich weigerte, die Tuer zu oeffnen und ihn bat, bis zum Morgen zu warten, erbrach er mit Gewalt die Tuer, riss die Schachtel an sich, stiess den Tisch um, damit ich ihm nicht nachlaufen koennte und entfloh. “Es dauerte ueber ein Jahr, ehe ich ein wirkliches Vorwaertskommen sah. Um dem verschiedenen Niveau im Koennen und der Intelligenz der Schueler entgegenzukommen, hatten wir fuer die dreiundzwanzig jungen Menschen drei verschiedene Unterrichtsklassen einrichten mues sen. Trotzdem nahmen erst im zweiten Jahr alle Mitglieder der Gruppe den Unterrichtsstoff wirklich auf und waren reif, eine Gemeinschaft zu bilden. Diese schlichte Darstellung einer Arbeit von zwei Jahren ist ein typisches Beispiel fuer die unauffaellige Art, in der Hunderte von unbekannten Pionieren die gewaltige. Aufgabe der Einordnung von Israels neuen Buergern tagtaeglich durchfuehren, ohne Anerkennung und ohne Lohn fuer ein ungewoehnliches Mass an SelBstentaeusserung. Aber i h r wahrer “chaluzischer” Geist gibt ihnen die Kraft dazu und die Hoffnung, auf lange Sicht ihr Lebenswerk mit Erfolg gekroent zu sehen. Als die Welt ueber uns abstimmte Fuer Aufnahme Ilsraels in die UNO. Argentinien Australien Bolivien Chile China Costa-Rica Tschechoslowakei Dominikanische Rep. Frankreich Ekuador Haiti Guatemala HoUand Honduras Paraguay Gegen Aufnahme: 12 Island Perú Jugoslawien Philippinen Abessinien .. ... Kanada Polen Aegypten' Kolumbien Suedafrika Afghanistan Kuba Ukraine Burma Liberia UdSSR Indien Luxembourg Uruguay Irak Mexiko USA Iran Neuseeland Venezuela Jemen Nikaragua Weissrussland Libanon Norwegen Pakistan Panama Saudi-Arabien Syrien Stimmenthaltung: 9 Belgien Brasilien Daenemark El Salvador Griechenland Grossbritannien Schweden Thailand Tuerkei V tl Für Aufnahme Gegen Aufnahme □ Stimmenthaltung □ Nicht in darUNO Ein historischer Brief der von der Politischen Abteilung der Jewish Agency am Vorabend der Staatsproklamation an den Generalsekretaer der Arabischen Liga abgeschickt wurde. Gedanken zum Jom Friedensapell an die Araber . “Obwohl ich, lieber Azzam Pascha, schon seit einiger Zeit die Absicht hatte, Ihnen, zu schreiben, unterliess ich es doch solange, wie der Palaestina-Beschluss der United Nations noch ausstand. Dieser Beschluss, der jetzt ergangen ist, eroeffnet ein neues Kapitel in den Annalen der Palaestina frage... Wir sind keineswegs siegestrunken, obwohl die Kulturmenschheit nun, nach langen und schwerem politischen Ringen und ermuedender Pruefung unseres Falls, die Gerechtigkeit unserer Sache bestaetigt hat; wir wissen, welche praezedenzlosen Schwierigkeiten uns noch bevorstehen. Andererseits entmutigen uns diese Schwierigkeiten nicht; schon, weil unser Glaube daran, dass wir es schaffen werden, nicht im Faktor der physischen Kraefte wurzelt, auf den Sie dieser Tage in Kairo in einer Rede hingewiesen haben. Nicht das physische Leistungs vermoegen war es, dass unserem Volk in der Vergangenheit die Kraft gegeben hat, uns der Weltmacht Rom, der spanischen Inquisition, dem Selbstherrschertum des russischen Zarenreiches und den Schlaegen Hitlers zu widersetzen. Wir hielten stets infolge unserer geistigen Widerstandskraft stand. Fern sei es von mir, den Schaden, den uns Gewaltmass nahmen zufuegen koennen, und die Leiden, die damit ueber uns kommen koennen zu bagatellisieren. Aber wir rechnen nicht mit Zeitspannen von Wochen und Monaten, sondern mit Jahren und Jahrzehnten, und so wissen wir, dass wir d. obsiegende Teil bleiben werden, mag der Kampf noch so lange dauern. Wir haben ja keine Alternative. In Eurer Hand liegt die Entscheidung darueber, ob Ihr — die Araber — uns hindern oder helfen werdet, wenn wir jetzt daran gehen, unser Volk erneut zum integralen Bestandteil des Nahen Ostens zu machen. Von HERMAN FEHLER Auf einem schmalen Ge bietsstreifen, am oestlicheu Ufer des Mittellaendischen Meeres, an einem der wichtigsten Kreuzwege zwischen Abend- und Morgenland, gegen den Willen und im harten Ringen mit den Herren dieses Erdenwinkels, entstand vor den Augen einer erstaun. t e n und erschuetterteu Menschheit die Medinat Israel. Die Kraefte, die gegen die Entstehung des Staates kaempfen, haben — die Stimmen aus Moskau bis Washington beweisen es —, noch immer die Hoffnung nicht aufgegeben, dass die Zeit das ihnen geben wird, was 1948 nicht gelang. Das ist ein Grund zur Wachsamkeit, nicht allein fuer Israelis sondern fuer alle Juden, die verstanden haben, dass die Schaffung des Staates eine Sache ist, die jeden Juden, seine Sicherheit und seine persoenliche Lage betreffen. Vor sieben Jahren haben einige Tausendschaften junger Juden die Schwelle einer Etappe ueberschritten. Juedischer Heroismus und messianischer, zionistischer Glaube haben selbst die besonnenen und etwas zoegernden Fuehrer mitgerisseri und ein dam a 1 s sechshunderttausend Einwohn er zaehlender Jischuw hat den Drohungen von 40 Millionen Arabern und den hinter ihnen stehenden Weltmaechten getrotzt, und ihren Weg ins Ungewisse begonnen. Stefan Zweig schildert in seiner kleinen Sammlung Essays “Stern stunden der Menschheit” wie oft fuer Sekunden das Schicksal eines Volkes in die Haende eines Einzelnen faellt und dann Ha’azmaut 5I/Ï' entschieden werden kann. Es war in unserer Sternstunde unser Glueck dass die Haende der Kommandanten der drei Freiheitsbewegungen, die unter dem Dachverband Tnuath Hameeri (Aufstandsbewegung) zusammengefasst waren, nicht zitterten und die Entscheidung herbeifuehrten, die zur Freiheit und Selbstaendigkeit fuehrten... Ich erinnere mich an ein Treffen mit einem bedeutenden europaeischen Politiker, das ich ein Jahr vor der Ausrufung des juedischen Staates hatte. Er wollte wissen, wie es komme, dass meine Freunde in einem fuer ihn scheinbar aussichtslosen Kampf gegen ein Imperium sich eingelassen haben, ein paar Tausendschaften gegen 100.000 englische Bajonette, und aus welchen Gruenden wir nicht einsehen wollten, dass das ein aussichtsloses Unternehmen sei... Meine Antwort war die wortgetreue Uebergabe eines Gespraeches, das ich mit ein paar “Sabres”, in Israel geborenen Juden, einige Wochen vorher hatte: Ejn laanu bree. rah, wir haben keinen Ausweg. Und so war es auch. Vor uns standen die Wiegen unserer Kinder, die wir nicht in eine Galuth hineinwachsen sehen wollten. Nicht das war der Sinn unseres Kampfes und Glaubens. Vor uns standen die Graeber unserer Teuersten, in Auschwitz und Treblinka. Vor uns standen die Horden der Araber und in unserem Ruecken befand sich das Meer. Wir hatten keinen Ausweg. Wir hatten auch gluecklic h e politische Umstaende, die zu unseren Gunsten sprachen. Bevin hatte den Ausverkauf des britischen Empire begonnen, die Russen waren froh, dass jemand daran ging, die Englaender aus einem Teil des Mittleren Osten herauszuwerfen, und die Amerikaner waren noch nicht “mittelostbewusst”, sie hatten wie in allen anderen Faellen, keine Sympathien fuer koloniale und imperialistische Bestrebungen der Englaender. Dazu kam noch die Haltung der Araber. Wer erinnert sich nicht an die verschiedenen Beschwichtigungsversuche die pazifistische zionistische Fuehrer machten, bereit auf Eigenstaatlichkeit und den groessten Teil des Lande’ zu verzichten? Und trotzdem wurden sie immer dreister und massloser und versucnten den UN-Beschluss, der ihnen guenstig war —Jaffa und der grcesste Teil des Galil, Akko und andere Teile sollten ihnen zufallen— zu vernichten. Da stand unser Jischuw auf wie ein Mann, grosse Gebiete wurden erobert, die Araber, die uns ue. berfielen, fluechteten und das hierdurch entstandene Vakuum schuf die Moeglichkeit der Unterbringung von hunderttausenden Juden, die an den Toren unseres Landes pochten. Nicht aus Lust am Kampf, sondern ejn breerah und die Gerechtigkeit unserer Sache waren entscheidend. Umstaende und unser Wille, uns von fremden Verwaltungen zu befreien, Herren zu sein bei uns und im eigenen Hause, Befreiung des Heimatlandes und Einsammlung der Zerstreuten, das waren die Grundgesetze des Zionismus — und diese Ideale, teilweise unerfuellt bleiben die Ziele der zionistischen Bewegung, nicht als ein Traum sondern a’s eine in unseren Tasren noch zu erfuellende Aufgabe. (Schluss auf der Umseite) V V

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