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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1955-02-01 · 2 (Febrero, 1955) · p. Seite 8

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XVII (1955)
Issue
2 (Febrero, 1955)
Date
1955-02-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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8 BOLETIN INFORMATIVO Febrero, 1955 WIR GRATULIEREN 75. Gebnrlsiag 21 FEBRUAR 1955 Herr Hermann Schmitz Real Audiencia 1476. 25 FEBRUAR 1955 Herr Moses Falikmann Rosas 910, piso 5.o. 26 FEBRUAR 1955 Herr Siegfried Hirsch Irarrázaval 2840 C. 79. Geburlsiag 25 FEBRUAR 1955 Herr Alfredo Feldmann Man. Ant. Maira 1280. Wir gratulieren den Jubilaren auf' das Herzlichste und wuenschen ihnen noch viele glueckliche und segensreiche Jahre. Direktorium and Repraeseñianien- Kollegium der S.CX "Bne Jisroel" Buber: - lieber Persoen lich heit “Stellen Sie sich etwa vor, ein Mensch nehme sich vor, Persoenlichkeit zu werden. Er wacht eines schoenen Tasres auf und sa«rt- “Pas sreht so nicht we’ter, ich muss eine Persönlichkeit we-deu”. Passen Sie ihn nun vom Morgen bis zum Ahend unahiaessi? darauf sinnen, wie er eine Pecsnen*i'*hke;t werden koennte. Ich we'ss ueber se!n snaefo-es T.«hcnq nichts zu sagen, aber eines weiss ich mit P“stiwmthcit. aUps kann er werden, nur eine Pc-soenn-hkoit ni-ht. Es gibt verschiedene Wege zur Persoenlic’-keR. aber es e-'ht einen ganz sicheren Weg, Perscen’ichkeit *u verfehlen, «io .. Wenn ein Mens"h re"htschaffen auf Erden lebt und ein rechtschaffenes Lebenswerk si-h vernimmt, wenn er in der Situation, in die er gestellt ist, denen eegenueber, jr>it denen ihn das Leben znsammenfuehrt, sich bewahrt, also ein rechtes Menschenleben fuehrt, dann wird, au°h wenn er das Wort Pe-soenh-hkeU nioht kennt, schon aus ihm so etwas wie eine Persoenlichkeit werden”. MILÄ - MODAS TVH. T*OT>f> t.avofr HEUESTE MODELLE KLETnFR MAEVT^t, JACKEN KOSTUE1YÍE ROECKE BLUSEN WA rr^rrnr, #ANTASTESCHMUCK IRABRAZAVAL 2815 KUECHENMOEBEL EI5SCHRAENKE DOUMÄHHvCft MAPOCHO 3425 TEL.: 90656 mm Pérez Smolenskin 1842—1885 Von Dr. S. Scheps. In der Flut der sich ueberstuerzenden Ereignisse, da die Gegenwart uns ganz in ihrem Atem haelt, in der Diaspora wie in Israel, findet man selten Mu-se und innere Ruhe, ueber die Baumeister unserer nationalen Renaissance nachzudenken. So bilden aeussere Ereignisse oft Anlass, retrospektiv in das Wirken jener Maenner Einblick zu nehmen. Vor wenigen Monaten ist auf Veranlassung der Regierung Israels die Asche von Perez Smolenskin, die 67 Jahre lang auf dem juedischen Friedhof in Meran ruhte, nach Israel uebergefuehrt worden. Mit der “Sammlung der Zerstreuten” kamen auch die Tage der Rueckkehr nach Zion fuer die Gruender des Zionismus: nachdem die sterblichen Ueberreste des Autors der “Auto-Emanzipation”, Dr. Leo Pinsker, de? Verfassers des “Judenstaates”, Theodor Herzl, nach Israel uebergefuehrt wurden, kam nun die Reihe an Smolenskin, den Redaktor des “Hachahar”. Wer war dieser Mann, dem die Regierung Israels den letzten Dienst nach ueber einem halben Jahrhundert erweist, der Mann, dessen Name nur wenigen bekannt ist und mit dessen Schaffen nur noch der Literaturhistoriker oder der Forscher juedischer Geistes- und Nationalgeschichte des 19. Jahrhunderts sich befasst? Die Zeitspanne seines Lebens ist kurz. Geboren im Jahre 1842 in einem kleinen russischen Staedtehen im Kreise Mohilew, kommt Smolenskin, nach einer entsagungsreichen und mit Wanderungen erfuellten Jugend, deren einzelne Etappen das “Heder” und die “Jeschiwa” sind, mit 20 Jahren nach Odessa. Hier, im freien Odessa, sieht Smolenskin eine neue juedische Wirklichkeit, die der orthodox intoleranten Welt der kleinen juedischen Staedtehen diametral entgegengesetzt war. Der Revclutionaer, der in ihm seit seiner fruehen Jugend wohnt, der sich gegen die morschen Formen des 4amals dekadenten “Chassidismus” auflehnt, findet auch in Odessa keine Ruh6 Die schriftstellerische Laufbahn, die Smolenkin hier entfaltet, steht von Anfang an im Zeichen eines Kampfes, Er leitet seine literarische Arbeit mit einer Kritik ein, mit einem Angrff gegen die hebraeische Uebersetzung des Goetheschen “Faust” durch den hebraeischen Dichter Meir Halevy Leteris Nach einem kurzen Aufenthalt in Prag, laesst sich Smolenskin dauernd in Wien nieder. Kaempfte Smolenskin waehrend seiner Wohnperiode in Russland gegen den Obskurantismus und Fanatismus, so aenderte er in Wien seine Kampfmethode, als er in engen Kontakt mit dem westeuronaeischen Judentum kam und dessen Befreiungsprozess” naehrer lernte. So antizioierte Smolenskin die spaeter von Achad Haam gepraegte “Knechtschaft innerhalb der Freiheit”. Smclenskin sagt der Berliner Aufklaerung, welche ihre Anhaenger bewusst von der juedischen Geisteserbschaft abwenden will, scharfe Fehde an. Die Anschauung von Moses Mendelssohn, von den ewigen Wahrheiten im Judentum, fuehrte eben zur voelligen Assimilation, sie snrach dem Judentum alles Nationale ab und degradierte es zu einer blossen Konfession. MONEDA 1119 L L 0 - L L E 0 Residencial VILLA JUANITA Inmaculada Concepción 392 Tel 33 NEU EROEFFNET Schone Zimmei, Garten, erstkl. Verpflegung, Diaetkost Maessige Preise-Das ganze Jahr geöffnet SERGIO HERSCOV1CI VIÑA del MAR Siadiieil Recreo Vermiete Zimmer mit Pensión an Sommergaeste KAETHE LIEPMANN Recreo, Cochrane 229 Fono 84230 “Das Judentum”, behauptete er, “ist eine nationale Weltanschauung, und die Erneuerung derselben haengt nicht von religioesen Reformen ab, sondern von der Erneuerung des juedischen Volkes, die allein durch die Verbreitung der hebraeischen Sprache und Konservierung der historischen Sprache Hoffnung auf Erloesung gewaehrleistet werden kann.” Smolenskin publizierte seine Ideen in hebraeischer Sprache. Im Jahre 1868 gruendete er in Wien eine hebraeische Zeitschrift “Hachahar” —“Morgenroete”—, die wirklich den Anbruch eines neuen Zeitalters der Pioniere der juedischen Nationalbewegung vor der Geburt des Zionismus bedeutete. “Ich warte auf die Erloesung”, schreibt Smolenskin an den hebraeischen Schriftsteller Brandstaetter. dem die Errichtung des Staates Israel als Utopie erscheint, und “mit Freude wuerde ich mein Blut vergiessen. wenn aus der Mitte des Volkes Maenner aufstuenden, die die Ehre meine« Volkes zu retten sich an schickten.” Gerade in Wien hatte Smolenskin Geleerenheit, das Aufeinandernrallen von verschiedenen Rassen, Sprachen und Kulturen und verschiedene politische und nationale Bestrebungen. kennenzulernen: hier, in diesem alten Oesterreich ergruendete er den Begriff der Nation in ihrer ganzen historischdynamischen Bedeutung. So wird Smolenskin von einer Unruhe um die Zukunft des.juedischen Volkes erfasst, er sieht prophetisch den Sturm, der sich entladen wird, voraus und ruft zu einer Staerkung der nationalen Existenz des juedischen Volkes. Deshalb wird Smolenskin, der scharfe Kritiker juedischer Lebensformen in Osten und Westen, nationaler Mahner und verkuendet, dass “der Tag kommen wird, da die Herrschaft nach Israel zurueckkehren wird.” Smolenskin legt auch den Grundsten zu einer nationalen hebraeischen Literatur. Sein literarisches Werk ist voluminoes und reichhaltig. Es enthaelt Romance, Novellen und ideologische Schriften. Vom rein literarischen Standpunkt sind die Schriften Smolenskin schon laengst ueberholt; ihr Stil ist schwerfaellig, aber sein literarisches Werk wird von einem nationalen Pathos getragen. Es ist nicht “art pour l’art”, es steht im Zeichen einer Idee. Smolenskin ging es darum, die Vielfalt juedischer Gegenwart zur Darstellung zu bringen, und so sind seine Brzaehlungen ein Kaleidoskop des juedischen Lebens im oestlichen Ghetto und in der “Freiheit” des Westens. Der Waisenknabe Josef in seinem grossangelegten Roman “Der auf Irrwegen Irrende” ist der Prototyp aller Beleidigten und Erniedrigten, die keinen Halt im Leben haben; der unglueckliche Jakob Halm ist der Held des ebenfalls bedeutenden Romans “Das Begraebnis des Esels”, der gegen die Lebensform einer ganzen Gemeinde k ai e m p t und an ihrer Schlechtigkeit zugrunde geht; er teilt das Schicksal aller Reformer. Der Realismus Smolenskins in seinen Romanen hat wenig gemeinsam mit dem russischen Positivismus oder mit dem Realismus der grossen westeuropäischen Romane. Bei seinen Helden vermisst man das Licht- und Schattenspiel, den seelischen Kampf. Aber trotz diesen offensichtlichen Schwaechen findet man in seinen Romanen eine einzigartige Darstellung des juedischen Lebens im 19. Jahrhundert. Der Einfluss der Schrtften Smolenskins war im Ostjudentum gross und er fuehrte zu einer geistigen Neuorientierung, deren Etappen die “Chibat-Zion”-Bewegung und die erste Immigration nach Palaestina geworden ist. Es gab zu seiner Zeit groes s e r e hebraeische Romanschriftsteller als Perez Smolenskin, tiefere Kritikei; und Denker juedischer Historie, aber Perez Smolenskin war der greesste Kaempfer der neuen hebraeischen Literatur, ein Schriftsteller, der eine gesellschaftlich nationale Revolution entfachte, Smolenskin appellierte an die Rueckkehr des juedischen Volkes zu seinen geistigen Werten und bereitete dessen Herzen fuer die zionistische Lehre vor, die Theodor Herzl kurz nach Smolenskins Tod, im gleichen Wien, in eine grosse Bewegung verwandelte. Mit Recht sagt darum Professor Klausner von Pérez Smolenskin, dass “der juedische Naticnal-Gedanke der Gegenwart und der auf ihm basierende zionistische Gedanke und sein Produkt — der Staat Israel — in einem grossen Masse das Werk von Perez Smolenskin ist”.

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