Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XVII (1955)
- Issue
- 2 (Febrero, 1955)
- Date
- 1955-02-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Febrero, 1955 BOLETIN INFORMATIVO 5 Internationale zur Heiliáen Einfalt Von Hayim Greenberg Ganz Bessarabien und wohl auch Kischinev sind heute “judenrein’\ Kruschevan hat Hitlers Wunschtraum verwirklicht. Weder ein Hitler noch ein Antonescu jedoch vermoegen meine Gedanken von dort zu verjagen, wo ich einst jung war. Schliesse ich nur einen Moment die Augen, fuehle ich mich wieder ganz zu hause in den wohl bekannten. Alleen und Strassen, dem weiten, praechtigen Park jenes Kischinev, wa ich ein Knabe war. Wieder spuere ich, als waere es gestern gewesen, all meine jugendliche Sicherheit, die so fei senfest daran glaubte, die Welt von all ihren Fehlern heilen zu koennen. Wieder erfuellt mich all die stuermische Phantasie und unbeschraenkte Hoffnung, die mich ein neues Jahrtausend erwarten liessen, das gerade anbrechen sollte, eine neue Menschheit, die sich fuer mich bereits anzukuenden schien— fuer mich ebenso wie fuer jenen Kreis der Freunde, die wie ich solchen Ideen ewige Treue geschwo ren hatten. Nur fuenf “Auserwaehlte” gehoerten unserem Bund, der taeglich Sitzungen abhielt, an. Wir fuenf wurden von den Polizisten, die den Park patrouillierten, spoettisch das “Quintett der Mondsuechtigen” genannt. Das war aber keineswegs der einzige Spitzname, der unserm Fuenferbund anhaftete Der markanteste wurde uns von einem niedertraechtigen Winkeladvokaten angehaengt: “Internationale zur Heiligen Einfalt”. Unser fuenfblaettriges Freundeskleeblatt repraesentierte vier verschiedene Nationalitaeten: Dudye und ich waren Juden, Kolya war Russe, Kostya ruehmte sich gern seines rumaenischen Ursprungs und Gicvani war Deutscher und Chorknabe in der kleinen lutherischen Kirche nahe dem Schlosse, in dem der Praefekt residierte. Diese Tatsache allein genügte dem uebelwollenden Anwalt, uns als “Internationale” zu brandmarken, umsomehr als offensichtlich keine Grenzen zwischen Laendern, und nicht einmal zwischen Kontinenten, von uns gebuehrend respektiert wurden. Aber soviel Spitznamen uns auch bekannt wurden, uns fuenf Freunden zeigte dies nur, wie bedeutend wir waren und unser unerschuetterlicher Glaube, dass gerade wir fuenf ausersehen seien, die suendige und dumme Welt neu zu organisieren, wurde durch Spott oder Ablehnung der andern nur noch bestaerkt. Als erste Messnahme der von uns neu geschaffenen Weltordnung planten wir natuerlich, alle Tyrannen zu ■beseitigen. Fuer uns war einfach jeder Koenig ein Tyrann, gleichgueltig, ob es sich um Czar Nikolaus II von Russland oder den deutschen Kaiser Wilhelm handelte, um den Schah von Persien oder den oesterreichischen Kaiser Franz Joseph, um die “gekroente Korruption” von Bukarest oder sogar den Koenig von England, In der Schule waren, wir alle ausgezeichnet in Geographie —das brauchten wir fuer unsere “Aufgabe”! Die Welt von Tyrannen zu befreien war jedoch nur der erste Schritt; der zweite Schritt war die Abschaffung der Armut. Um dieses Ziel zu erreichen, war aber eine soziale Revolution noetig —das wussten wir bereits durch die Teilnahme an Versammlungen der Soziairevolutionaere, die sich —seltsam genug— jeden Sonntag nachmittag im Heim eines Polizethauptmanns ¡zu treffen pflegten. Kolya hatte fuer die Herbeifuehrung der sozialen Revolution sein eigenes Rezept: ganz einfach ahe hoohmnetie nach oben gekehrten Nasen abschneiden! Nach vollzogener Operation wuerden die “Ausbeuter” von gestern die “Gezeichneten” von heute sein. Der einzige, der an der Wirksamkeit solcher blutigen Operation einigen Zweifel hegte, war Giovanni. Weil sein Name so italienisch klang, hatte zunaechst niemand von uns glauben wollen, dass er deutscher Herkunft war. Aber sein italienischer Name kam nur daher, dass zur Zeit seiner Geburt sein Vater als Organist an einer lutherischen Kirche dort gewirkt hatte. Giovanni war fluch sehr musikalisch und trotz seiner Jugend schon erstaunlich vielseitig gebildet. Bachs Choraele ruehrten ihn bis zu Traenen und er war imstande, Dichtungen in deutsch, italienisch und russich zu le^en. Einerseits war Giovanni fast maedchenhaft sentimental und zaertlich, andererseits konnte er wilde Zornausbrueche haben und zu Hunden und Katzen sehr grausam sein. Von uns allen war Giovanni der belesenste Ein ganzes Jahr lang war er innerlich zwischen zwei magnetischen Kraeften hin und her gerissen worden: Tolstois Predigten ueber “Christliche Liebe” und Nietzsches Anti- Christ und Uebermensch”. Wäehrend seiner von Nietzsche inspirierten Wochen hatte Giovanni oft die Vorstellung, dass er allein in Lappland herumirre, nur mit einem Jagdmesser bewaffnet und dass er seinen Durst stille, indem er das noch warme Blut eines von ihm selbst eigenhaendig erlegten Hirsches trinke. Doch spaeter brach Giovanni, sowohl mit Nietzsche wie auch mit Tolstoi und erklaerte sein “voelliges Einverstaendnis’ mit der sozialen Revolution. Die Abschaffung der Armut allein schien der “Internationalen zur Heiligen Einfalt” jedoch nicht hinreichend, um alle sozialen Probleme zu loesen. Die “fuenf Besserwisser” nahmen es ausserdem noch auf sich, ein fuer alle mal die nationalen Aspirationen der verschiedenen Voelker zu regeln. Fuer Dudye und mich war dabei der zionistische Anspruch, wie wir mit der Methodik und Gelehrsamkeit von Rechtsgelehrten zu erklaeren pflegten, eine “sine qua non”. Nur wenn das juediseh° Recht auf einen eigenen Staat anerkannt wuerde, forderten Dudye und Ich, wuerden wir an die “soziale Revolution” und ihr Programm glauben, andernfalls wuerden wir einfach von aller Aktivitaet zu gunsten der sozialen Revolution demissionieren. Unsere Forderung gipfelte in der Feststellung, dass es nach Vollzug der “blutigen Operation” (nach Kolkas Recept) keine unterdrückten Voelker mehr geben duerfe. Keiner der drei Nichtjuden unserer Internationale konnte zunaechst unseren Standpunkt verstehen. “Wozu brauchen die Juden noch ein eigenes Land, wenn ihnen doch nach vollzogener sozialer Revolution die ganze Welt offensteht?” wurden wir beiden immer wieder von unseren drei nicht juedischen Freunden gefragt. Nachdem kein Argument unsere drei I Freunde von der Richtigkeit: unseres Standpunktes zu; ueberzeugen vermochte, gelang mir jedoch eines Tages - haarscharf erinnere ich mich noch daran - Kostya j durch eine Beweisfuehrung, I die seiner eigenen Termmolo-; gie entnommen war, zu ueber-! zeugen. “Sollen am Morgen | nach der sozialen Revolution alle Voelker erhobenen Hauptes einherstolzieren, wäehrend die Juden immer noch mit gesenktem Kopf herumschleichen und zu den andern hinueberschielen?” fragte ich den Erfinder des “Originalrezepts” der sozialen Revolution. Kostya konnte es unmoeglich -mit seiner Erfinderehre verantworten, die Juden fuer immer zum Schielen zu verurteilen. Er stimmte darum unserm Vorschlag zu und die beiden andern Nichtjuden folgten seinem Beispiel. Damit hatte die “Internationale zur. Heiligen Einfalt” einstimmig beschlossen, dem allgemeinen Plan zur Regelung nationaler Ansprueche die Forderung auf einen juedischen Staat in Palaestina hinzuzufuegen. Nachdem wir jedoch endlich zu einer Einigung in dieser so umstrittenen Frage gelangt waren, brachen zwischen uns ernste Meinungsverschiedenheiten darueber aus, wie sich nach vollzogener sozialen Revolution die Zukunft Bessarabiens gestalten sollte. Damals gab es noch keine rumaenische Irredenta in Bessarabien, doch unser Freund Kostya verbrachte alljaehrlich die Winterferien mit seinen Eltern in Piatro Neamt. Wenn er dann wieder nach Kischinev zurueckkam, pflegte er uns jeweils die Nachricht zu bringen, dass in Piatro Neamt einige “Pa trioten die Stunde der Gerechtigkeit” erwarten, d. h. die Rueckkehr der Provinz an das “Mutterland” Rumaenien. Je aelter Kostya wurde, desto mehr begann er mit den Patrioten von Piatro Neamt zu sympathisieren. Lieder, deren Text wir andern vier von der “Internationale” nicht lesen konnten, lagen zu hohen Stapeln auf Kostyas Arbeitstisch und Kostyas Interesse fuer die “soziale Revolution” trat hinter dem fuer die Erfüllung der Ziele der “Patrioten von Piatro Neamt” betraechtlich zurueck. Diese (Fortsezung Seite 6) Noticias de Israel JERUSALEN.— El gobierno decidió recientemente establecer una compañía, que no buscará ganancias, con el objeto de alentar y proteger el desarrollo de las artes manuales domésticas en las colonias de inmigrantes. La compañía se dedicará a obtener las materias primas necesarias y también tendrá a su cargo la venta de los productos. Al mismo tiempo impartirá la instrucción necesaria para mejorarlos. INVERSION EN LA INDUSTRIA CITRICA TEL AVIV.— Las inversionistas extranjeros pueden com prar ahora contratos de arrendamientos de bosquecillos de frutas cítricas a US? 3,250 por hectárea, a la “Mehadrin, Limitada”, empresa israelí que planta y cultiva bosques de citrus en gran escala. El precio de compra incluye el costo de la plantación y el mantenimiento de la misma durante los cinco años que transcurren hasta que el bosquecillo comience a producir. Durante este período, el comprador no tiene mayores obligaciones. A LA CtílNA IRA DELEGACION ' JERUSALEN.— Dentro de breve partirá para la China, una delegación comercial israelí que discutirá la posibilidad de establecer relaciones comerciales directas entre los dos países. La delegación estará encabezada por el ministro en Birmania, David Hacohen, y formarán parte de ella Z. Suzayeff, viceministro de comercio e industria, Moshé Be.iarano, destacado industrial israelí, y altos funcionarios del gobierno. BANCO DE ISRAEL JERUSALEN.— El Banco de Israel, que es el Banco del Estado, comenzó a funcionar el l.o de diciembre. El Banco de Israel fue creado por ley especial aprobado por la Kneset (Parlamento), el 24 de agosto de 1954. Se ha establecido con un capital de IL 10.000;000 que será pagado por el Tesoro en cinco años. El Banco, según lo establece la ley que lo crea, tiene por misión “administrar, regular, y dirigir el sistema monetario de Israel, y regular y dirigir el sistema de crédito y bancario en Israel, de acuerdo con la política económica del gobierno y con las disposiciones de esta ley, con miras a fomentar, mediante medidas monetarias, 1) la estabilización del valor de la moneda en Israel y fuera de Israel y 2) un alto nivel de producción, empleo, renta nacional e inversiones de capital en Israel”. DEPOSITOS DE FOSFATOS ELATH— En Wadi Arabe, situado a unos 120 kilómetros de este puerto que queda en el Mar Rojo, en el extremo meridional de Israel, se han descubierto estratos de fosfatos, que son mucho más ricos que los que se explotan actualmente en el gran “Majtesh” del Neguev. Los exámenes preliminares de estos depósitos revelan que el contenido en fósforo es igual al de los fosfatos tunecinos y argelinos, e igual también a los que se extraen ahora de los campos de Oren, después de haberlos enriquecido. (JADLA) R 1 SAMY GRONEMANN... (Fortsetzung von Seite 3) sehen Presse Israels veroeffentlichte — ein Meister des heiteren Feuilletons — sowie Vortraege im Logenkreis und In zionistischen Gremien aller Art, wobei er sich, nicht minder als Meister des gesprochenen Wortes erwies. Er saete Witz und Humor, Geist und Einfalt und erntete Sympathie und Liebe in den weitesten Kreisen.