Mannheim
Compact Memory

Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1954-12-01 · 12 (Diciembre, 1954) · p. Seite 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XVI (1954)
Issue
12 (Diciembre, 1954)
Date
1954-12-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/8553624-8556560-9194068--1477-8556757
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

Diciembre, 1954 BOLETIN INFORMATIVO CD fifi GEDENKFEIER Am Sonntag, dem 14. November fand auf dem juedischen Friedhof in Conchali unsere alljaehrliche 9. November Feier statt, die in diesem Jahre mit dem Gedenken an den zehnjaehrigen Jahrestag der in der San Diego 216 verbrannten Thorarollen und der Proklamation der Yad Vaschem Aktion Verbunden wurde. Nach Verlesung eines Psalms sang Herr Kantor Buschin das El mole rachamim fuer unsere Maertyrer. Dann nahm Rabbiner Lcewenstein das Wort zu seiner Gedenkansprache. Im Gedenken drueckt sich etwas spezifisches Menschliches aus, denn nur der Mensch vermag sich zu erinnern, darin liegt ein fundamentaler Unterschied zwischen Mensch und Tier. Es entspricht darum einem zutiefst menschlichen Beduerfnis, sich jener tragischen Ereignisse zu erinnern, die fuer uns mit den Tagen des 9. Novembergs verbunden sind und die fuer immer in unserer Erinnerung bleiben werden. So wie wir Jahr um Jahr seit Jahrtausenden immer wieder Sodom und Gemorrha nicht vergessen koennen, von denen wir am vorhergehenden Schabbat aus der Thora gehoert haben, so werden auch jene Ereignisse in die Geschichtsbuecher des juedischen Volkes eigehen. Im Wiederaufbauwerk, das wir begonnen, als wir rettenden Boden unter den Fuessen gefunden haben, wird auch jener Tag des 17. Marcheschwan, an dem unser Bethaus in der San Diego 216 mit unseren 14 Thorarollen ein Raub der Flammen wurde, in unserer Gemeinde nicht vergessen werden. Der Redner gedachte in diesem Zusammenhang auch unseres verstorbenen Praesidenten Dr. Josef Hirschberg, der durch diesen schweren Schlag nicht an dynamischer Kraft verloren hat, sondern nun erst recht daran ging, zusammen mit seinfen Mitarbeitern, sich dem Wiederaufbau unserer Gemeinde zu widmen. Abschliessend sprach Rambiner Loewenstein von der grossen Bedeutung, die der vom Parlament des Staates Israels ausgehenden Aktion Yad Vaschem zukommt und durch die das Andenken unserer sechs Millionen umgek o m m en e n Brueder und Schwestern fuer die Ewigkeit gesichert werden soll. Herr Legationsrat Samuel Goren sprach mit bewegten und bewegenden Worten ueber das erhabene Denkmal, das der Staat Israel unseren Maertyrern in Israel errichten wird und rief alle Mitglieder unserer Gemeinde auf, sich an dieser Aktion, die kostenlos ist, zu beteiligen, damit der Name all der umgekommenen Brueder und Schwestern niemals aus dem juedischen Volke verschwindet. Mit dem Kaddisch schloss diese ergreifende Feier ab. Am Donnerstag, dem 18. November sprach Herr Hans Kaufmann in der Vortragsreihe “Der juedische Mensch “ueber” Der zionistische Jude“’. Ein leider nicht allzu zahlreiches, aber dafuer um so mehr an diesem speziellen Thema interessiertes Publikum folgte aufmerksam den klaren und einleuchtenden Ausführungen unseres als Redner bewaehrten Hans Kaufmann. Er charakterisierte die zionistische Haltung des modernen Judentums. Sie ist keine apologetische Verteidigung mehr, sondern Ausdruck des Bewusstseins der .eigenen Werte. Nicht Unsicherheit, nicht Wuerde, nicht juedische “Chuzpe’’ sondern Stolz ohne Provokation. Diese innere Sicherheit haben wir uns in der Zeit der Staatwerdung erobert und mit der Errichtung des Staates Israel konsolidiert. Der Redner analysierte dann den Typ des zionistischen Menschen, der aus einer Vielfalt von Einfluessen heraus kristallisiert werden muss. Als Ergebnis der ßtaatwerdung muss festgestellt werden, dass der zionistische Einfluss auf den juedischen Menschen heute wohl mehr in die Breite und weniger in die Tiefe geht... So weit der juedische Mensch ein zionistischer Mensch ist, ist er von der Dynamik der zionistischen Bewegung geformt worden, 4. h. durch ihre geistige Belegung, Wanderungsbewegung, politische Massenbewegung, Jugendbewegung, Sportbewegung, ja sogar als Gemuet-bewegung beim Anblick der Fahne und der Parade. Kaufmann kennzeichnete auch u. a. den Typ des deutschen Zionisten, der vom Zionismus in erster Linie als geistiger Bewegung erfasst worden ist und zu Verinnerlichung, Vergeistigung und neuem juedischem Humanismus gefuehrt hat. Es wurden auch die Fuehrertypen des Zionismus als politischer Massenbewegung beleuchtet, Herzl, Weizmann und Ben Gurion verkoerpern und leben die Charakterzuege des juedischen Volkes und seine Ideen, die sie vertreten, vor. Der Menschentyp, der dem Wesensgehalt des Zionismus am .naechsten kommt, ist der Chaluz. Es ist die Integrale Antwort auf die Aufgabe als Jude und als Zionist zu leben. Wir stehen heute vor der fundamentalen Aufgabe den Weg zwischen dem klassischen Zionismus und der Sympathie - Erklaerung fuer Israel zu finden. Ihre Loesung haengt davon ab, ob es im Judentum eine Kraft geben wird, die eine geistige Position in der Erscheinungen Flucht darstellt. In diesem Zusammenhang klaerte der Redner auch seine Stellung zu Komunismus, Liberalismus und den religioesen Stroemungen im modernen Judentum._ Abschliessend bekannte er sich dazu, dass nur der Zio- |SCI. "B'NE JISROEL! UNION SIONISTA Wir laden unsere Mitglieder und Freunde £ herzlichst zu der am { DIENSTAG, DEN 21. DEZEMBER ABENDS 9 UHR in der Gemeinde, Portugal 810, stattfindenden Chanukafeier ein. Als Hauptredner werden wir Dr. Hardy Swarsensky, Herausgeber der Semana Israelita aus Buenos Aires begruessen, der ueber das Thema: "Chanuka - Symbol unserer Zeit" sprechen wird. In Anbetracht der Anwesenheit dieses hervorragenden Gastes, der als ausgezeichneter Redner bekannt ist, erwarten wir zahlreiche Teilnehmer. EINTRITT FREI! leeN» UNION SIONISTA Muendliche Reportagen ERICH\LION Trotzdem wir alle, die wir t,°yy den, um seinen Krankheitszustand wussten, erschuetterte uns dennoch am Freitag, den 12. November die Nachricht von seinem ploetzlichen Hinscheiden. ¡Zu nahe war man sich in all den Jahren gekommen, zu sehr verknue píten, uns menschliche Bande. Fuer die ehemaligen Breslauer war sein Name ein Begriff. Mit ihm war, wie Dr, Erich Bry es in seinen Abschiedsworten treffend zum Ausdruck brachte, nicht nur der Ruf eines hervorragenden Rechtsanwalts verbunden, sondern vor allem eines begeisterten Anwalts des Rechts. Dieses Recht und Gerechtigkeitsgefuehl v e r 1 i e ss ihn auch dann nicht als die Auswanderung ihn zwang, im Kaufmannsberuf seine Lebens existenz zu finden. Er hat sein reiches juristisches Wissen und Koennen in jedem Augenblick unserer Gemeinde zur Verfuegung gestellt. Vor allem stand er an der Wiege derjenigen Institution, die ein wichtiger und segensreicher Faktor unserer juedischen Arbeit geworden ist; Dem Schiedsgericht. Er hat seine Statuten ausgearbeitet und jahrelang als Obmann mitgewirkt. Darueber hinaus war er Delegierter der S. C. I. “B’ne Jisroel” beim Comité Representativo de la Colectividad Israelita de Chile, das seiner Mitarbeit in einem an unsere Gemeinde gerichteten Schreiben dankbar gedenkt. So hatte Erich Lion Levy im Aufbau unserer Gemeinde einen wuerdigen Platz und wir werden seiner in Dankbarkeit gedenken. Direktorium und Repraesentanz der Gemeinde sprechen seiner Lebenskameradin und seinen Kindern auch auf diesem Wege ihr aufrichtiges Beileid aus. nismus den Weg fuer den Juden weist, der sich inmitten des grossen Umbruchs der Welt zu seinem Volk bekennt, zu seiner nationalen Existenz und Wiedergeburt, zu seinem Land Israel, zu seiner Vergangenheit und Zukunft, zu seinen geistigen und kulturellen Schaetzen. Nur er weist den Weg auf dem nicht nur wir, sondern auch unsere Soehne einst mit dem biblischen “Hineni” —hier bin ich— antworten koennen. Rabbiner Loewenstein dankte Herrn Hans Kaufmann fuer diesen aufschlussreichen und interessanten Vortrag, mit dem die Analyse ueber den modernen juedischen Menschen abgeschlossen worden ist. Er gab der Hoffnung Ausdruck, dass in der Welt von morgen der zionistische, d. h. der juedische Mensch auch seinen Weg zu den historischen Quellen des Judentums findet und damit den spezifischen Beitrag des juedischen Volkes zur Weltkultur leisten kann. LN. Es ist eine besondere Genugtuung, feststellen zu duerfen, dass die Union Sionista in den letzten Monaten einen .schoenen Aufschwung genommen hat. Beide Veranstaltungen, ueber die wir heute berichten, fanden reges Interesse bei ihren Mitgliedern und waren gut besucht. Das neue Prinzip unserer kulturellen Arbeit, sich auch mit denen zu beschaeftigen, die nicht zu unserem traditionell zionistischen Arbeitskreis gehoeren, hat sich als fruchtbar erwiesen. Am Dienstag, den 2. November sprachen Herr Hans Kaufmann ueber Mendes- France und Herr Walter Goldschmidt ueber den Fall Oppenheim. Beide Referate waren sehr gut vorbereitet und brachten eindrucksvolle Berichte ueber die beiden juedischen Figuren in der heutigen Weltproblematik. Das Referat von Ben Kopfstein brachte uns die Problematik Indiens und des asiatischen Kontinents naeher, er analysierte sehr interesant die geistigen und politischen Kraefte Indiens und seines Ministerpraesidenten Nehru. In seinen abschliessenden Worten gedachte Herr Rabbiner Loewenstein der Balfour- Deklaration und des vor zwei Jahren dahingegangenen Ersten Praesidenten des Staates Israels, Professor Dr. Chajim Weizmann. Am Dienstag, den 23. November sprach Herr Dr. Joschuah Allerhand, Leiter der Penecellin Abteilung des Institute Biolögico, anlaesslich» des 100. Geburtstages des DrJ Paul Ehrlich ueber; “Der! Mensch und Forscher Paulf' Ehrlich”. Ausgehend von der Stellung, die Juden in der Geschichte der Medizin einnehmen, untersuchte er die prinzipielle Bedeutung, die schon im Altertum die medizinische Wissenschaft im Judentum eingenommen hat. Dabei erhob er auch die Bedeutung des unsterblichen Maimonides als Arzt hervor. Uebergehend zur modernen Wissenschaft charakterisierte er die ueberragende Bedeu- Aung des Dreigestirns, Pasteur, Koch und Ehrlich. Sehr interessant und klar brachte er die Bedeutung des Werks Paul Ehrlich dem Publikum naeher. Aufmerksam lauschten die A n w e s e n d en seinen Ausfuehrungen und die sich daran anschliessenden Fragen bewiesen das rege Interesse, das dieser Vortrag gefunden hat. Policlinico El Director de nuestra institución, Dr. Natalio Berman, ha renunciado a su cargo con fecha de 2 de Noviembre de 1954, habiendo sido designado en su reemplazo el Dr. Abraham Grudsky en calidad de Director Subrogante.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.