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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1954-09-01 · 9 (Septiembre, 1954) · p. Seite 12

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XVI (1954)
Issue
9 (Septiembre, 1954)
Date
1954-09-01
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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12 BOLETIN INFORMATIVO Septiembre, 195( LILIEN: IM EXIL IM GHETTO RER DEPORTIERTEN Als die Deportierten in die alten ukrainischen Staeatchen von Transdniestrien kamen, fanden sie ein wirkliches Ghetto vor, an dem sich seit dem Mittelalter nur sehr wenig geaendert hatte. Es erinnerte an Bilder von Chagall: neben- und uebereinander getuermte, schiefe Wuerfel ohne Zwischenraeume; zwischen diesen Wuerfelreihen gewundene Gaesschen mit holprigem Pflaster, und ueberall Schmutz und Unrat. Es waren sogar noch die unterirdischen Katakomben aus der Tuerkenzeit erhalten, ein Zufluchtsort der in staendiger Panik lebenden Bevoeikerung, ueber die bereits deutsche, ungarische und rumaenische Horden hinweggegangen waren. Da ueber 90% Juden waren, waren ueber behoerdliche Anordnung an den Tueren und Daechern fast aller Haeuser grosse Magen Davids auf gelbem Grunde angebracht w or d e n. Eine ukrainische Miliz aus Petliuristen bestehend fuehrte, im woertlichsten Sinne, die Knute und machte davon staendigen Gebrauch. Dass wir in ein juedisches “Staedtel” gekommen waren, erkannten wir auch daran, dass die drei “Hauptstrassen” die Namen von Karl Marx, I. L. Peretz und Schulim Aleichem trugen. Auch, der oertliche Kolchos war juedisch Hier fanden wir etwa 2000 einheimische Juden vcr, in 337 Haeusern, mit zusammen 842 meist winzigen Zimmerchen. Und hier mussten wir allmaehlich fast 7000 Menschen einquartieren, was einen Durchschnitt von mindestens 8 Menschen per Raum bedeutete. Es verdient, besonders unterstrichen zu werden, dass die einheimischen Juden eine ungewoehnlich warme Gastfreundschaft b e w i e s en haben. Drei groessere Gebaeude, in denen vor Jahrzehnten Bethaeuser gewesen sind, waren laengst zu staatlichen Magazinen umgewandelt woraen; einzelne getarnte “Minjanim” waren in Privathaeusern untergebracht. Im November 1941 hatten wir eines dieser Bethaeuser frei bekommen, um eine Gruppe, die wir aus , einem “Todes-Ccnvoi” heraus | gerettet hatten, unterzubrin- | gen. Da hier jedoch der erste | grosse Fiecktyphusherd ent-; standen war, ordneten die Behoerden im Fruehjahr 1942 den Abbruch des Gebaeudes an. Im zweiten hatten wir ein Uebergangs-Asyl fuer die aus Peciora und den anderen Todeslagern Gefluechteten errichtet. So war nur die dritte Synagoge geblieben, ein imposanter Bau an der Stadtperipherie, neben dem “Jar”, der oeffentlichen Muellabfuhrstelle, wie es ueberall im Mittelater ueblich war. Als sich die Herbstfeiertage des Jahres 1942 naeherten, baten die Rabbiner unter den Deportierten, dass wir die Freigabe dieser Synagoge erwirken. Nach grossen Schwierigkeiten und mit Geldopfern erhielten wir, knapp vor Beginn der Feiertage, die Erlaubnis, sie an diesen Tagen zu benuetzen. In wenigen Tagen musste man das Depot uebersiedeln, alles drinnen und in der Umgebung reinigen und die sonstigen Vorbereitungen treffen. Die Einheimischen halten aus ihren Katakomben zwei versteckt gewesene Thorarollen hervor und brachten sie mit grosser Inbrunst bei Nacht in die Synagoge. Alles erinnerte an Mittelalter, besonders das Innere des Gebaeudes, Eine Steinstiege fuehrte abwaerts Der Boden, die Empore, die Thora-Lade, die Loewen zu beiden Seiten der Lade, Guirlanden an den Steinwaenden, Baenke an der Ostwand. — alles aus Stein. Von einem Vorraum zu beiden Seiten des Haupteinganges fuehrten enge, steile, finstere Steinstiegen nach oben zu einigen Raeumen und einer geschlossenen Frauengalerie. Stiegenreste zeigten, dass auch weiter oben irgendwelche Raeume vorhanden gewesen waren, Inschriften auf der Lade in Relief; auf dem Betsitz unmittelbar zur Rechten der Lade: der Sitz des Baal- Schem. Obwohl es auch zahlreiche private, improvisierte Bethaeu ser gab, war die Synagoge zu Rosch-Haschana u. Jom-Kippur zum Bersten voll; man konnte nur die in Gebetmaenteln eingehuellten Koep. Jom Kippur und Erdbeben Von SCHALOM BEN-CHORIN In unserem Machsor zu Jom Kippur findet sich ein uraltes Gebet, das der Talmud im Traktat Sota aufbewahrt hat. Dieses Gebet des Hohen Priesters, das wir am Ende der Aboda lesen, xautet; “Und fuer die Bewohner des Scharon sprach er (der Hohe Priester, das Gebet): O gib, unser und unser Vaeter Gott! dass ihre Haeuser nicht ihre Graeber werden moegen”. An diesem Jom Kippur hat dieses alte Gebet eine neue Aktualitaet fuer uns gewonnen, spielt es doch auf die Ge-ahr der Erdbeben an denen die leichten Lehmbauten des Scharon besonders oft zum Opfer fielen. Die Gefahr des Erdbebens, an d. zivilisasationsselige moderne Mensch so oft inmitten seiner kulturellen Schein - Sicherung vergisst, wird auch in dem erschuetternden, mittelalterlichen Gebet unserer Liturgie der Hohen Feiertage erwaehnt, im “Unethane-thokeph” des tragischen Rabbi Amnon aus Mainz. Hier beten wir: “Am Neujahrstage wird es geschrieben und am Versoennungstage wird es besiegelt, wer... leben und wer sterben soll”. Und nun werden die Todesarten aufgezaehlt, und darunter die Gefahr der Erdbeben erwaehnt. “Wer durch Wasser und wer durch Feuer. Wer durch das Schwert und wer durch wilde Tiere. Wer durch Hunger und wer durch Durst, Wer durch Erdbeben und wer durch Seuche...”. Fuer Erdbeben wird hier das biblische Wort “Raash” gebraucht, das eigentlich Getoese und Getuemmel bedeutet, waehrend wir heute, im modernen Hebraeisch mehr direkt Erdbeben. “Re-idath- Adama” gebrauchen. Der aelteste der Schriftpropheten. Amos, wird im ersten Vers des ersten Kapitels als der Hirte aus Thekoa vorgestellt, der “zwar Jahre vor dem Erdbeben” seine Vision hatte zur Zeit des Koenigs Usia von Juda. Dieses Erdbeben zur Zeit des Usia vcn Juda, erwaehnt noch ein spaeterer Prophet, Secharja (14,5) als den Inbegriff der Schrecken. Erdbeben kommen mehrmals in der Bibel vor: Elia erlebt es vor der Theophanie am Berge Horeb (1. Koen. 19,11) Je aja erwaehnt 29,6 die Heimsuchung durch Unwetter und Erdbeben, Ezechiel 3,12 vergleicht' das Getoese in seiner Vison mit dem Droehnen eines grossen Erdbebens, was darauf schliessen laesst, dass auch er eines erlebt hat. Der Proohet Joel 416 kuendigt ein fuerchterliches Erdbeben an, da? von Zion und Jerusalem seinen Ausgang nimmt. Der Dichter des 18. Psalms, Vers 8 dankt Gott innig fuer Errettung aus Erdbeben: “Die Erde bebte und ward bewegt und die Grundfesten der Erde regten sich und bebten... ”, und der 114 Psalm (4) spielt offenbar auch auf Erdbeben an wenn er sagt: “Die Berge huepften wie Laemmev, die Huegel wie junge Schafe.. Auch der 68. Psalm berichtet im 9. Vers: “Da bebte die Erde...” (Diese wenigen Beispiele moegen genuegen. * * Flavius Josephus schildert ein gewaltiges Erdbeben zur Zeit des Koenigs Herodes, wobei 30.000 Menschen umgekommen sein sollen, was vielleicht uebertrieben ist. 1759 und 1837 wurde unser Land von Erdbeben heimgesucht, wobei Safed und Tiberias zwischen 4000—5000 Opfer an Menschenleben zu beklagen hatten. In Jerusalem war am 11. Juli 1927 ein schweres Erdbeben um 3 Uhr nachmittags zu verzeichnen, wobei 175 Haeuser Schaden litten und ca. 500 Menschen umkamen. Es wurde allgemein als Wunder angesehen, dass darunter kein Jude war. * * * Berichte aus der Bibel und dem Talmund, die von Erdbeben in unseren Gegenden sprechen sind fuer uns wieder nahe gerueckt und gerade in diesen Tagen des Gebetes und der inneren Einkehr, empfinden viele Menschen die tiefe Mahnung die fuer uns darin beschlossen liegt, dass die Urgewalt der Natuermaechte sich jederzeit wieder gegen unsere Zivilisation erheben kann. fe sehen. Nur der Sitz des Baal-Schem war frei geblieben. Als ich den davor stehenden Rabbi Jakov Moskowicz fragte, warum er diesen Sitz nicht benuetze, schrie er zitternd auf: ‘/Ich habe Furcht!” Alle schauten zu diesem Winkel, wie wenn sie ueberzeugt waeren, dass die Seele des Baal-Schem - Tow sich in diesen heiligen Momenten dort, neben ihnen, befinde und ihnen in ihrer f u r c h t b aren Not helfen koennte. Es waren Momente eines wahrhaft uebernatuerlichen Mystizismus, die einen tiefen und unausloeschlichen Eindruck auch auf die machten, die ihren Glauben verloren hatten und die anderen darum beneideten, dass ihnen dieser Trost geblieben war. “Es koennen im Himmel die Pforten des Gebetes geschlossen sein, aber die Pforten des Weinens sind nie verschlossen” (Berachoth, 32). Das Weinen und Schluchzen uebertoente immer wieder das Gebet. Dieser Rosch Haschana und dieser Jom . Kippur werden bis an ihr Lebensende allen in Erinnerung bleiben, die die Deportation ueberlebt haben. Was fuer ein Jiskor. nachdem bereits nahezu 1500 der Liebsten auf dem alten juedischen Friedhof beerdigt worden waren! Aber auch —welche Erhebung der menschlichen Seele! Das Vorrecht des Menschen, vor jedem anderen Erdenwesen ist es, fuer einzelne Momente diese Erde zu verlassen, sich wegzubegeben aus der von seinen Mitmenschen geschaffenen Hoelle, wieder vereint zu sein mit meinen Liebsten, die nicht mehr von dieser Welt sind, gleichzeitig “entraetselnd sich dem ewig Ungenannten”. Seit langem hatte diese alte Synagoge so etwas nicht mehr gehoert, obwohl ueber diesen Boden auch Chmelnitzky, Petliura, die Benderowczy und all’ ihre Nachfolger hinweggegangen sind. Hier hat sich unsere Galuth-Geschichte allzu haeufig wiederholt. Hier sind aber auch der Baal-Schem-Tow, der Mohilewer und viele andere vorbeigezogen, die die Ihren gestaehlt haben, die Kraft zum Widerstand aufzubringen, damit zumindest ein Teil ueberlebe... Dr. Meier Teich. ROSCH HA Zum Rosch-Haschanahich meine Glueckwuensch nern unseres Staates, jed treuer Arbeit verbunden schied der Herkunftsgeme Glaubensbekenntnisses. Di sehe gelten besonders aucl nah Lejisrael und unseren heitskraeften, die von Da: Meer, vom Jordan bis zun Schutze aller Buerger Wacht stehen. Was sich die Vaeter in i nen “»•traeumt hatten, oh verwirklichen zu koennen rufen, es Wirklichkeit w« die staatliche Unabhaengi berufen, an der Wiede; Sprache mitzuwirken. Hoc unsere Flagge unter den t’onen im Winde, so Start derer war, die uns hassen, heute nicht damit abgefui wir wie alle uebrigen Voe ein freies Leben eigener A sind sie Tag fuer Tag Existenzgrundlagen zu i uns zu vern:chten; aber werden zunichte werdei missglueckt sind. Indessen, lang "noch is ersehnten Ziel, zur Koi Staates in sicherheitspolit schaftlicher Beziehung. Zionismus —und es ist ein werden wir nicht erreiche taetig sind. Noch werden sten auf erlegt, schwere O] fordert werden— von uni ebenso ivie von unseren Zerstreuung, die uns ihre ebensowenig wie in den frehingskrieges versagen \ Die gesamte Welt steht und Frieden. Wir schliess auf einen wahren interna in unsere Roschhaschana! Der Frieden der Welt ist diesem Sinne wuensehe ic heute Friede und Glueck. aufrichtigsten Segenswuen folgreiclies Jahr, zur Ehre Bruedern hier wie in allei JIZCHAI Der Staatsi A. SZYK KOJE Mvw*

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