Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XVI (1954)
- Issue
- 9 (Septiembre, 1954)
- Date
- 1954-09-01
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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BOLETIN INFORMATIVO 13 SCHANA-BOTSCHAFTEN Fest uebersende ie allen Einwohlem, der ihm in ist, ohne Unterinschaft und des ese Glneekwuenh der Zwa Hagauebrigen Siche.- n bis zum Roten i Mittelmeer zum Jisraels auf der fielen Generatione ihre Traeume —wir waren be»- irden zu lassen: gkeit. W'r waren rgeburt unse er h und stolz w°ht Fahnen der Nai der Widerstand , und die sieh bis aden haben, dass lker des Erdballs rt fuehren. Noch bestrebt, unsere erschuettern und ihre Anschlae^e a, wie sie bisher it der Weg zum nsolidierung des iseher und wirt- Das Endziel des erhabenes Ziel— :n, wenn wir ununs schwere Lapfer von uns ge- 3 hier im Lande Bmedern in der! Hilfe zweifellos Tagen des Beverden. , zwischen Krieg en die Hoffnung tionalen Fr'ede.i b-Gebete ein. unser Friede. In h allen Voelkem .. so, wie meine ische fuer ein er- ,Tis»-aels, unseren r Welt gelten. X BEN ZWI oraesident Jisrasl Es bleibt die grosse Aufgabe der moralischen Wiedergutmachung, eine Aufgabe, die sich allen materiellen Bemuehungen entzieht und nur aus dem Herzen, aus de.- Gesinnung und aus dem auch fuer Deutschland neugeborenen Gesetz der Menschlichkeit geloest werden kann. Solange in Deutschland der Judenhass weiter schwelt, und sei es auch noch so verdeckt, wird das deutsche Volk krank sein. Alle, die guten Willens sind, teilen aber die Hoffnung meiner Freunde, dass in Deutschland eine Generation heranwaechst, der das Recht, die Mensch'ichkeit und die Naechstenliebe wieder heilig ist. Moege uns das neue Jahr in diesem Geiste wieder einige Schritte naeher zueinander bringen; denn wir Menschen haben alle die gleiche Heimat, ist doch das Land der juedischen Patriarchen auch unser gelobtes Land und Wurzelgrund unseres besseren Ich. ERICH LUETH Und dies sei mein Wunsch: dass das neue Jahr fuer Israel ein JAHR DES FRIEDENS werde. “Einander helfen, einander dienen” ist Israels grosse Losung. Aus diesem tiefsten Grunde aller juedischer Aufbauarbeit und aller Chaluziut als einer immer neu sich gestaltenden dynamischen Bewegung stroeme der Frieden wie ein Strom. Gott hat in das juedische Herz ein Sa’tensuiel gegeben und wie die Rosch ha- S'-han ah -Gebete so schoen sagen: “...ein Vog-elPed, das mitklingen darf in seine’- Sehoepfung Harmonie”. Wo das feine Instrument verstimmt ist oder gar zerbricht, gibt es keinen Ton mehr. Im Unf-ieden reissen die silbernen Saiten. Darum sind die Gebete fuer diese ersten Tage des Jahres so leidenschaftliche Gebete um den F-ieden fuer Israel und die Welt;. Gott abe allein kann Israel den Frieden geben, in si-h selber, mit den Nachbarn und mit den Voelkern. Er hat verheissen: “Ich will euch mehr Gutes tun denn je zuvor und ihr sollt erfahren, dass ich der Gott bin”. An diese Verheissung glaube ich fuer Israel und fuer alle die teuren Freunde aus Israel fuer das neue Jahr! Am Beginn des Jahres ertoenen die Schopha-ot: “Po «hm, Dein Volk Israel in den Schutz Deines Friedens”. Ihr. Dr. Hermann Maas 5NIG SALOMON DIE KERZEN VON EJN KAREM Von Schalom Ben—Chorin, Jerusalem Tausende von Kerzen wurden entzuendet im Laufe der langen Geschichte des stillen Dorfes Ejn-Karem, das sich an den Huegeln im Westen Jerusalems hinzieht mit Kirchen und Kloestern. Die russischen Nonnen haben vor den dunklen Ikonen ihres Klosters Wachs verbrannt, das der Patriarch der heiligen Stadt Kiew geweiht hatte, die italienischen Moenche brennen Tag und Nacht Kerzen vor dem Bilde des “Santo Bambino” und seiner Mutter, der Vergine, der auch die Franzosen ihre geistliche Minne und ihre Lichter weihen. Uns aber sind die vielen kleinen Kerzen heilig, die in einem unscheinbaren Raum neben dem CHADAR OCHEL fS'eisesaal') des Jueenddorfes der Histadruth “Kfar Hanoar” in diesen goldenen Herbsttagen entzuendet werden. Die Leiterin des Jugenu. dorfes. Frau Rachel Janaith, eine Vorkaempferin der Jugendbildung im Lande, erzaehlte uns bei einem Besuch im Kfar Hanoar die Geschichte von den Kerzen Ejn Karems. Es war letztes Jahr am Nachmittag vor Jom-Kippur. Die Kinder hatten sich fest, lieh fuer den heiligen Tag gekleidet, da kam ein Bueblein, das eigentlich zur Jugendgruppe des antireligioesen Ha. schomer Hazair gehoert, zur \ Leiterin und sagte ihr: “Ich will ein Licht anzuenden fuer meine Eltern, die von den Deutschen im Konzentrations lager erschlagen wurden”. Und der Junge nahm eine Kerze und klebte sie auf einen Mauervorsprung und zuendete das Licht an. Und das war wie ein Fanal fuer die zweihundert Kinder aus vierzehn Laendern’, die heute-in dem weitlaeufigen Dorfe leben, das sich, m t einem kleinen Walde und Obstplantagen, einem Ouvennam und Gemuesegaerten auf einem Areal von tausend Dunam; hinzieht. i Die Kinder dra engten sich um Frau Rachel Janaith, und jedes Kind wollte eine Kerze. Und die Kinder schlossen die Augen und beschweren das Bild ihrer Muetter , und Vaeter herauf, die er- ■ schlagen und verbrannt, ver. i gast und lebendig begraben j worden sind, alle hinweggespuelt von einer unfassba- \ ren Welle des Hasses und der; Grausamkeit, einer Riesenwelle aus Blut und Traer.en. Zitternde Kinderhaende entzuendeten die Lichter und bebende Kinderlippen begannen zu erzaehlen—eine furcht bare Martyriologie: “Ich habe genau gesehen, wie man meinen Abba im Zimmer mit einem Beil erschlug, waehrend wir uns in der Kueche verborgen hielten” — “und ich habe mit meinen Haenden in Lublin ein Grab fuer meine Mutter gegraben, die die Deutschen auf der Strasse tot liegen Hessen”. “Ich habe gesehen, wie man meine Schwester in einen Steinbruch herabschleuderte und ihr das Genick brach”. — “Mein Bruder war ein Partisane, und die Nazis haben ihn gefangen und ganz langsam zu Tode gefoltert”. Geschichten und Romane, grausamer als sie je erdacht werden konnten, werden in unbeholfenen hebraeischen Werten (neu ist ja noch und ungewohnt die Sprache im Munde dieser Kinder) vernommen. Seit einem Jahr sind die Kinder nun hier in Ejn-Karem. Ein Jahr lang haben sie geschwiegen. Und jetzt, jetzt ploetzlich in diese - Stunde vor dem Suehnetag, in dieser Stunde der heiligen Lichter, brach es in ihren Herzen auf und sie redeten und berichteten—wirr durcheinander . Es war, als ob sie es den Kerzen erzaehlen wollten, die stumm und anklagend brannten. Ein furchtbares Denkmal der gemarterten Kinderseelen . Nur ein kleines Maedchen stand abseits mit grossen verwunderten Augen, in welchen der Schrecken, sich Spiegel te. aber keine Traene. Und in der Kinderhand, der feinen, hielt das Maedchen eine Kerze. und es wollte sie nicht entzuenden. “Warum willst nicht auch du dein Licht anstecken?”, fragte die Leiterin. Aber das Kind schwieg. Und sie strich ihm ueber das wirre, aschblonde Haar und beugte sich zu dem stummen Kinde und da hauchte es: “Ich-ich kann mich nicht erinnern. Ich weiss nicht mehr, wie mein Vater aussah, und ich weiss nicht mehr, wie meine Mutter aussah, und ich “weiss nicht mehr, ob ich Geschwister hatte. Alles i t weg. Ich weiss nur. dass ich allein war und dass, ich hungerte und Schlaege bekam — ich brauche kein Licht!” Und zornig warf das kleine Maedchen die yíé Oie Fackel Weitevreicheia Kerze weg und trat mit dem Fuss drauf. Aber die Mutter der zweihundert Kinder wollte nicht, dass dieses Kind kein Licht haben sollte in der Nacht der Traenen. “Vielleicht erinnerst du dich sonst a,n einen Menschen. der lieb zu dir war und nicht mehr auf der Welt ist?”. Und langsam ging es wie eine Erleuchtung ueber das trotzige Kindergesicht: “Ja —ich habe eine Grossmutter gehabt”. Ploetzlich war es da, das Bild einer guten alten Frau, ein vergessenes Bild. das letzte offenbar, das diese Zwoelfjaehrige aus der Golah mit heruebergebraent hat ins neue Leben. Und das Kind nahm die fertgeworfene Kerze und stellte sie neben die Lichter der anderen Kinder und breitete die Haende aus und entzuendete, auch es, ein Seelenlicht. Es wurde nicht gebetet und nicht gesungen angesichts dieser stillen Lichter. Aber erzaehlt und berichtet wurde — einen Nachmittag lang. Und als die Kinder dann am Kol-Nidre-Abend hinausgingen in den Ort und sich an den Gebeten der Aschkenasen und der Sefarden, der Jemeniten und der Marokkaner beteiligten, die jeder auf seine Weise zu dem alten Gott Jisraels flehten, brannten die Lichter allein neben dem verlas enen Chadar ochel. Aber die Kinder kehrten wie auf Verabredung zurueck und sahen stumm in die Flammen und sahen die Bilder derer, die im Ebenbilde Gottes geschaffen waren, aber von anderen, die das Siegel des Ebenbildes aus dem eigenen Antlitz gewischt haben, unwuerdig Menschen zu heissen, zertreten wurden ohne Anklage und Schuld! Bis tief in die Heilige Nacht hinein brannten die Kerzen von Ein-Karem, und ihr Schimmer drang weit hinaus In das gesegnete Land, das der Pleiss dieser Kinder zu einem Garten Gottes macht. PSALM 23 Ein Psalm Davids. Der Herr ist mein Hirte, Mir wird nichts fehlen. An gruenenden Auen Wird Nahrung mir werden; An springenden Quellen Mein Gaumen sich netzen. Er staerkt meine See'e; Er fuehrt mich auf Pfade - —Zum Ruhm seines Namens— Die recht sind und grade. Und ob ich auch wandle Im finsteren Tale, Ich fuerchte kein Unglueck. Dein Stab und Dein Stecken Sie sind mir zum Tröste. Vorm Antlitz der Feinde Gewaehrt Er mir Labe; Er salbt mich und reicht mir Den Becher als Gabe. Mit Milde und Guete Wird Er mich begleiten, Sein Haus mir fuer immer Als Wohnstatt bereiten. (Uebertragung: Dr. M. G.)