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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1954-07-01 · 7 (Julio, 1954) · p. Seite 9

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XVI (1954)
Issue
7 (Julio, 1954)
Date
1954-07-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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JnUo, 1954 jt -i- 9 BOLE T I N I V P O R M A TIIO /L WUSSTEN SIE . . .dass eine Haifaer Fabrik israelisce Waschmaschinen „Kal 11“ („Es ist leicht fuer mich“) .herstellt? .. .dass das israelische Landwirtschaftsministerium dem Drusen-Dorf Isfiya einen Traktor zur Verfuegung gestellt hat? ...dass, nach einer Mitteilung des Forstdepartaments des Juedischen Nationalfonds, in diesem Jahre viereinhalb Millionen Baeume vom Juedischen Nationalfonds gepflanzt werden sollen? .. .dass seit Januar erstmalig ein grosser Teil des Bedarfs an Zeitungspapier durch die eigene Produktion des Landes gedeckt wird? ...dass der israelische Buerger im Jahr durchschnittlich 2,8 Liter Wein und 1,28 Liter Spirituosen konsumiert? ...dass im Jahre 1953 insgesamt 10.437 Juden nach Israel einwanderten? .. .dass sich die Bevoelkerung des Badekurortes Naharia seit der Gruendung des juedischen Staates verfuenffacht hat? ...dass auf Grund eines Erlasses des Innenministers, Identltaetskarten an Drusen-Frauen ohne Lichtbilder ausgestellt werden, da das Fotografieren von Drusen-Frauen den Prinzipien ihrer Religion widerspricht? ...dass der mexikanische Erzbischof Loiz Maria Martinez von der Israel-Regierung zu einem Besuch des Landes eingeladen wurde? .. .dass die Knesset in der Zeit ihres Bestehens 485 Gesetze angenommen und 1467 Interpellationen gehoert hat? .dass die EL-AL mit dem Ankauf einer neuen viermotorigen „Constellation“ - Maschine ihre Flotte um eine weitere Einheit bereichert hat? _ ¡Die Welt zaehlt heute 72 souveraene Staaten; von; diesen gehoeren 60 der UNO an (darunter allein 20; lateinamerikanische Republiken). 38 Staaten haben i diplomatische Vertretungen in Jisrael. Diplomaten praesentieren sieh VON SCHALOM BEN- CHORIN Das Beglaubigungsschreiben, das der Diplomat dem Staatsoberhaupt ueberreicht, ist in altertuemlichen Wendungen gehalten und traegt den Charakter eines persoenlichen Schreibens des Souveraens oder Praesidenten des betreffenden Staates an den Praesidenten der Medinath- Jisrael. Der fremde Souveraen redet den Praesidenten hier als seinen „Guten und lieben Freund” an, dem er den Botschafter oder Gesandten empfiehlt, und bittet ihn, allem, was dieser spricht, zu glauben. Das Beglaubigungsschreiben ist im Allgemeinen in der betreffenden Landessprache abgefasst und es liegt ihm eine hebraeische oder franzoesische Uebersetzung bei. Unsere Beglaubigungsschreiben werden hebraeisch verfasst u nd eine Uebersetzung in die betreffende Landessprache beigefuegt. Die Beglaubigungsschreiben werden vom Praesidenten (oder Souveraen) gezeichnet und vom Aussenminister gegengezeichnet. Mit dem Chef des Protokolls vereinbart der auslaendische Diplomat, nach seiner Ankunft, wann er vom Praesidenten zur Ueberreichung des Beglaubigungsschreibens empfangen wird. Bis zu diesem Moment ist der Botschafter, Gesandte, Geschaeftstraeger nur inkognito anwesend, darf nicht die Farben seines Landes zeigen und nicht Kontakt mit seinen diplomatischen Kollegen aufnehmen. Wenn der Termin der entscheidenden Audienz festgelegt ist, schickt der Staatspraesident sein Auto, um den fremden Diplomaten abholen zu lassen, wobei ihm alle Ehren erwiesen werden, t mm SWAWA’/V mm mm 1*5 Î die dem Souveraen oder Praesidenten des betreffenden Staates selbst zukommen. In vielen Laendem ist es noch heute ueblich, den Diplomaten in der Staats-Karosse abzuholen, wobei ein Botschafter sechsspaennig, ein Gesandter aber „nur” vier spaennig faehrt. Da Jisrael ueber keine Staats-Karosse verfuegt, wird das Auto des Praesidenten entsandt und ihm eine motorisierte Ehrengarde beigegeben, wobei diese bei einem Botschafter aus 8 motorisierten Polizisten, bei einem Gesandten aus 4 betraegt. Der Wagen, der den Diplomaten zum Praesidenten faehrt, zeigt die Flagge des fremden Staates. Zum Empfang eines Botschafters tritt sodann eine Ehrenkompagnie von 48 Mann an, zum Empfang des Gesandten eine von 24. Auch dieser Usus ist aus —Platzmangel — bei uns nicht immer ganz leicht durchzufuehren. Das „Palais" des Staatspraesidenten Ben-Zwi, eine einfache Villa in der Alchari- Ui-Strasse in Jerusalem-Rehavia, verfuegt vorerst nicht ueber einen Aufmarschplatz fuer Ehrenkompagnien von solchen Ausmassen. Der kommandierende Offizier tritt vor, meldet dem Gesandten (bei uns in hebraeischer Sprache), dasss die Kompagnie angetreten ist, (Der Chef des Protokolls uebersetzt diese Meldung). Sodann schreitet der Botschafter oder Gesandte, in Begleitung seiner Botschaftsraete, des MilitaerattacMs und der Botschaftssekretaere die Ehrenfront ab und wird zum Praesidenten geleitet. Dr. Simon schilderte, wie tief beeindruckt die auslaendischen Diplomaten bei dieser Gelegenheit von der dominierenden Persoenlichkeit Dr. Weizmanns waren, der es stets ¡verstand, sofort einen persoenlichen Kontakt herzustellen. Der Ruf, den Prof. Welzmann, gerade im Auslande genoss, umgab ihn mit der Aureole des “grossen alten Mannes”. Bei Ankunft des Gesandten oder Botschafters intoniert die Militaerkapelle die Hymne des betreffenden Staates. Verlaesst der Diplomat den Praesidenten, so wird die „Hatikwa” gespielt. Waehrend der Audienz werden die fremde Flagge und die eigene auf dem Palais des Praesidenten gehisst. (In Jerusalem konnten wir dies dieser Tage beobachten, als der russische Gesandte seine Antrittsvisite machte). Der Praesident und der Gesandte tauschen zunaechst offizielle Reden aus die bereits vorher festgelegt sind und dem Chef des Protokolls vorliegen, der fuer die Uebersetzungen zu sorgen hat. (Nicht jeder Gesandte haelt eine Ansprache. Tut er es aber, so antwortet auch der Praesident mit einer offiziellen Rede, die vorher konzipiert und uebersetzt ist.) Anschliessend findet dann noch eine kurze zwanglose Aussprache des Praesidenten mit dem Gesandten statt, wobei der Aussenminister anwesend ist und Erfrischungen gereicht werden. Nachdem der Diplomat sein Beglaubigunsschreiben ueberreicht hat, beginnt er seine amtliche Taetigkeit. Ist er ein Botschafter, so stattet er den anderen Botschaftern Besuche ab und empfaengt die Gesandten und Geschaeftstraeger. Ist er ein Gesandter, so hat er alle Botschafter und Gesandten zu besuchen und darf nur die Geschaeftstraeger bei sich empfangen. Ist er selbst Geschaeftstraeger. so hat er allen Diplomaten Besuche abzustatten. Bei officiellen Banketts Ist genauestem auf die Rangordnung zu achten. Erhaelt ein Diplomat an der Tafel einen Platz, von dem er meint, dass er seiner Wuerde nicht voll entspricht, so verlaesst er nicht etwa die Veranstaltung, sondern — isst nicht, (Was dem Gastgeber dann hoechst peinlich ist). Wie die Fama meldet, hat noch nie ein jisraelischer Diplomat im Auslande von diesem Vorrecht des Nichtessens Gebrauch gemacht. Boheme in Von Dr. H. In London spricht man heute schon von Eyn Hod. In Paris hat man davon aus dem Munde des feinsinnigen (Kuenstlers, Kunstkritikers und Museumsdirektors Cassout gehoert. Die Geschichte weiss wenig v. dem Araberdorf Eyn Chod; unsere Chroniken berichten nicht davon. Als Moshe Barak, der ehemalige Palmachoffizier, ein begabter Sabre, der mit seinen errsten Gemaelden kurz nach dem Krieg Aufsehen erregte, sich als „Schomer” am Platz niederliess, mit seiner reizenden Bachurah und seinem schwär zen Wachhund Blaekie, begann er zu forschen. Der Ort ist sicher alt. Davon zeugen die dort gefundenen Gegenstaende und Muenzen aus roemischer und hellenistischer Zeit. Es gibt alte Olivenbaeume, die nach a r a b i s eher Ueberlief erung noch von den Roemern gepflanzt, wurden. Die Araber kamen vor mehr als 800 Jahren mit Salach ed-Din an den Platz, von dem aus sie d. Kreuzritterburg von Atlith belagerten. Dieser blutigen Tradition treu haben die Araber von Eyn Chod im Befreiungskrieg tapfer gekaempft, bis sie der Haganah weichen mussten. Die meisten flohen ins Ausland. Nur 70 von 7000 fluechteten ins benachbarte Drusendorf. Jahre waren vergangen. Einsam standen die geschleiften Ruinen dieses einst stattlichen Araberdorfes, gerade noch ein Platz fuer Armeemanoever. Da gingen eines Abends zwei Burschen aus dem benachbarten Nir Etsion an dem Dorf vorbei nach Ha/us. Ploetzlich hielten sie erschreckt inne. Da brannte ein licht in einer verlassenen Ruine. Sie gingen naeher und schauten: war da nicht eine blonde Frau geschaeftig. Kuechenarbeiten in dieser Einsamkeit zu verrichten? Frau Peter erzaehlte mir, wie die Burschen sie schreckten. Doch diese schienen selbst noch mehr erschreckt. Was war geschehen? Frau Peter, die wirkliche Pionierin, war die erste, die hier zu wohnen begann, nach dem Plan Marcel Jankus. Als Regieru ngsarch i tekt hatte er die Aufgabe, den Platz fuer T^mdWirtschaft zu planieren. Aber Marcel Janku ist auch ein Maler. Als er das Dorf sah, bangte er wegen des Auftrags: “Wie kann man einen solchen Ort schleifen!” Aber, so wurde ihm eingewendet, wenn es hier noch so, malerisch Ist. wer kann denn hier wohnen? Hoechstens-Maler. .Dann sollen Maler hier wohnen!”, beschloss Marcel Jsnku. und er begann unter den Kuersstiem eine Pronaganda, mit der nhantastischen Idee, eine Kuenstlerkolonie mit dem Namen „Eyn Hod” (Quel d. Pracht, zu machen Und— er fand die Phantasten, in Jerusalem, Tel Aviv und Haifa die bereit waren, aus der Phantasie eine Realitaet zu machen. Es war ein Regentag, als Ich dort ankam. Eine fahrbare Strasse fuehrt bis ins Dorf. der Wildnis J. SALOMON Am Eingang gruesst zur Linken das Haus von Moshe Barak, mit einer Steinplastik davor, auf einer Stelnsaeule, wie aus assyrischer Zeit. Rechter Hand steht das Haus „Melitta”. Es ist Melitta Schiffer, die in Paris von der Idee hoerte, sich dafuer begeisterte und “mitmachte”. Schon ist ihr Haeuschen getuencht, hat schoene wandbehaenge, einen wirklichen Kamin — doch nein! Wie kann man sich nur taeu* sehen! Es ist Malerei auf der Tuenche aber so frappierend, dass eine Kollegin einmal bat; „Kannst Du mir nicht etwas von dem Stoff abgeben? Das Muster ist so huebsch”. „Herr Melitta” fuehrte mich herum und erklaerte: „Hier haben wir planiert, hier terrassiert, hier gesaeubert und gepflanzt Steine behauen und Erde geschuettet. Baemchen gesetzt und Wege gezogen...” und er erklaerte weiter: „Hier bauen wir d. Pergola, hier ein Gaertchen, dort wird das Atelier sein — die alten Boegen bleiben stehen; wir saeubern nur, doch mehren nicht daran”. So ist es ueberall am Ort. Die alten arabischen „Tabunen”, Brutherde von allerlei Ungeziefer, waren ausgeraeuchert und abgetragen worden ihr Schutt und Schmutz war Material zur Nivellierung. Bei Jochanan Peter, dem künstlerischen Silberschmied fanden wir Blumen In die Loecher der Steine gesaet: sie schlugen an und bluehten schon. Da gab es einen „Duschraum” mit einer durch loecherten Konservenbuechse als .Dusche”, unter der man stehen und auf ein herrliches Panorama ueber Atlith zum Mittelmeer sehen kann, und Boden, den man hier wie bei vielen anderen unter Bearbeitung sehen konnte, Kuenstler in der Natur sind sie da, die Bauer und Bauern, Gaertner und Pflanzer. Maler und Bildhauer in einem. Bel Sima Slonim hat das Zimmer mit den gotischen Snitzboeeen eine ueberdlmenslonale. Hoehe. Es ist Wohn- Schlaf-Gastzimmer und Atelier mit eigener Atmosnhaere, in der die Kuenstlerln so eluecklich ist. dass sie vor Freude — „Kinder! Wir sind in Eyn Hod!!” — ihre Gae* ste abkuesst. Im „Garten” ist das Stelldich ein der „Ortsbewohner”; da kommen sie am Abend, wenn das Wetter schoen ist, hin, plaudern, singen — wer kann nur Baraks Frau eine Guitarre schenken? Sie singt und spielt, aber Geld gibt’s nicht fuer solchen „Luxus”, eine Guitarre — „aber das ist erst ein Anfang”. erklaeren Sima und ihr Mann. Mehr Gaeste kommen. Da ist der Architekt und Maler Wltmann aus Haifa; der Maler Jaskiel Ist heute nicht gekommen, und die Tel Avlver sind bei diesem Regen ausgeblieben. Von ihren Wohnungen erzaehlen nur die anderen wahre Wunderdinge. Wir kletterten ueber Felsen, verfallene Stiegen, Geroeil und Schutthaufen, schritten ueber geschichtete Steine, die (SCHLUSS SEITE 1») sm

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