Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XVI (1954)
- Issue
- 6 (Junio, 1954)
- Date
- 1954-06-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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10 BOLETIN INFORMATIVO Junio, 1954 Shavuot-Fest Das Fest der Erstlingsfruechte, des landwirtschaftlichen Erstertrags im Lande, “Chag Habikkurim” war das Fest von Haifa, in einer Zeit, an die sich nur noch “die Alten” erinnern koennen. Aus dem ganzen Lande eilte man damals nach Haifa, mit Blumen, mit Fruechten, mit dem Ertrag des Bodens. Den Hoehepunkt bildete der Umzug, der eindrucksvollste im Lande, der Chalutzim und Bauern, Menschen aus Kibbuz und Kwuzah, Moschaw und Moschawah einte. Juden waren zum Land, zum Boden, zur Natur zurueckgekehrt, Wie zur Zeit der Bibel brachten sie wieder ihre Erstlingsgaben, dieses Mal dem nationalen Fond. Gleich einem biblischen Priester stand der alte Ussischkin auf der Empore im Technion- Garten, die Gaben im Namen des Volkes fuer den KKL in Empfang zu nehmen. Der arabische Aufruhr, der 1936 begann, setzte dem schoenen Fest ein Ende. Unruhen, Weltkrieg und Befreiungskrieg Hessen es nicht mehr zu. Aber wenn es gleich verdraengt war: er war nicht vergessen. Jetzt ist es neu erstanden und in gewandelter Form zur Tradition geworden. Darb ringen der Erstlings! ruechte risV wnr» rfeto Of fenbarun und Gebot VON CURT WILK, BUENOS AIRES Das zweite der drei grossen historischen, der Freudenfeste. in der Thora “Das Fest des Schnittes, Fest der Wochen Fest der Erstlinge” genannt, ist nach unserer Tradition derjenige Tag, an welchem das “Zehnwort vom Sinai” offenbart, Gebote und Verbote erteilt worden sind. Und wenn eine jede Epoche in der Geschichte unseres Volkes die Frage nach Wert und Bedeutung von Offenbarung und Gebet des Ewigen stellte, um zu einer positiven Entscheidung zu gelangen, so gilt dieses Recht, so gilt diese Verpflichtung hierzu ganz gewiss fuer eine Zeit, die nach einer Neugestaltung ihres Lebens und ihrer religioes -geistigen Haltung strebt. Deshalb fragen wir: Was sind uns heute Offenbarung, was Gebot und Gesetz? Die juedische Lehre ist dem Volke Israel einst “offenbart” worden. Das unter Zeichen und Wundern aus Mizrajim befreite Volk hatte sich um den Gottesberg, den Sinai, gelagert, um einem ausserordentlichen religioesen Erlebnis entgegenzusehen. Unter gewaltigen, das Volk erschuetternden Naturgeschehnissen, offenbarte Gott seinen ewigen Willen; doch es gehoert zum Wesen der Offenbarung, dass es niemals eine voellige Enthuellung des Geheimnisvollen Letzten und Undurchdringlichen geben kann. Gott bleibt unerforschlich, und seine Unerforschlichkeit ist eine grundsaetzliche. Jede juedische Religiositaet muss von dieser Unwandelbarkeit des goettlichen Wesens ausgehen. Offenbarung, goettliche Inspiration, bedeutet daher eine Erkenntnisquelle, die auf das Einwirken uebematuerlicher, von dem naturhaften Sein der Welt sich unterscheidender Kraefte, zurueckgeht und das Wunder uneingeschraenkt bejaht. Israel Religion wurzelt deshalb in dem Glauben an das grosse Wunder, an das Geheimnisvolle, die Weltueberlegenheit des ewigen, goettlichen Seins. Vcn dieser Grundauffassung fuehrt der Weg zur Reali?ierung von Gebot und Gesetz, welche die Thora und mit ihr die Bibel als Ganzes fordert. Die Heilige Schrift, in ihrer Gesamtheit gesehen, ist zu allen Zeiten dem juedischen Volke mehr als “Gesetz” gewesen. Sie ist von den Generationen vor uns als “die Lehre des Lebens”, als die grosse Erzieherin von Gemeinschaft und Individium empfunden worden. Das Judentum ging vcn der Auffassung aus, dass der Mensch gut sei und von der Vorsehung mit der Faehigkeit ausgestattet wurde, seine sittlichen Anlagen zu entwickeln. Deshalb tritt ihm Gottes Wille, in der Ferm der Auferlegung von Gebot und Verbot, als ethische Forderung, entgegen. Gebot und Gesetz sollten nicht als Last betrachtet werden, sondern als Berater und Helfer des Einzelnen bei der Durchfuehrung der ihm Leben gestellten Aufgabe. Ausserhalb des Judentums sehen wir Religion als Gnade, als Erloesung in die Erscheinung treten. Dort genuegt der Glaube an den Erloeser, um Glueckseligkeit zu erlangen. Bei uns stehen noch hoeher als Glaube die guten und sittlichen Taten, die Verwirklichung der offenbarten Gebote im taeglichen Leben,, zwischen Mensch und Mensch. “Beobachtet Meine Gesetze und Meine Vorschriften, die der Mensch ausuebe damit er durch sie das Leben gewinne”, so lautet ein Wort der Thora. Deshalb ist das juedische Gesetz in seiner Totalitaet niemals als Selbstzweck, sondern stets als Mittel zum Zweck, als Weg zur Heiligung des Alttages, zur Erhebung der menschlichen Seele ueber niedrige und kleinliche Dinge empfunden worden. Praktische Religiositaet hat daher im juedischen Leben immer eine entscheidende Rolle gespielt, und hierfuer ist es wichtig, dass die Bedeutung der Offenbarung, dass das Verstaendnis des goettlichen Wortes, wie es die Ueberlieferungskette herausgearbeitet hat, dass dieses selbst als unzerstoerbar, als unwandelbar gilt. Urspruenglich ist das Fest der Offenbarung die Zeit, da uns die Thora gegeben wurde, nur ein Erntefest gewesen, ein Tag, der Freude an der Natur gewidmet. Spaeter, hierueber hinausgewachsen, wurde Schowuaus der Geburtstag der Lehre, der Geburtstag des juedischen Geistes. Das juedische Volk erlangte die Reife, die Thora zum Wegweiser fuer sein nationales Leben zu machens und die ethischen Grundprinzipien fuer das Zusammenleben der Voelker an die ganze Menschheit weiterzuleiten. Freiwillig entschied sich Israel dafuer, dieses offenbarte Gesetz anzunehmen Es wurde diejenige Kraft, die das juedische Volk in den Jahrtausenden des Exils zusammenhielt und sein Ueberleben und Ueberdauern ermoeglichte. Der Jude darf das Vertrauen haben, dass jene Botschaft vom Sinai am Wochenfeste verkuendet nicht nur ein Segen, vielmehr einmal der Segen fuer die gesamte Menscheit werden wird, wenn diese ihren guten Willen erweist. Die glueokliche Geburt unserer Tochter PATRICIA MONICA zeigen hocherfreut an und danken gleichzeitig fuer die erwiesenen Aufmerksamkeiten Luis Thayer OJeda 1545 PAUL und OLGA ASCHNER Die glueckUche Geburt ihres Sohnes DANIEL JAQUES zeigen hocherfreut an und danken fuer erwiesene Aufmerksamkeiten. LOUIS F. SCHLESINGER u. Frau SOPHY Santiago 8 Mal 1954 geb. JAIMOVICH Die glueckliche Geburt von Daniel’s Bruederchen DAVID BRUNO zeigen hocherfreut an und danken gleichzeitig allen Verwandten, Freunden und Bekannten fuer die erwiesenen Aufmerksamkeiten WALTER GOLDSCHMIDT u. Frau RUT Santiago, 26 April 1954. geb. PFEFFER Fuer die uas anlaesslich der Barmizwah unseres CLAUDIO erwiesenen Aufmerksamkeiten und Glueckwuensche danken wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten allerherzllchst. FRITZ, EIDITH BURG Allen unseren Freuden und Bekannten teilen wir hierdurch mit, dass die Barmizwah unseres Sohnes LUIS am 26 Juni 1954 in der Synagoge Defonnes stattfindet. JAMES u. ANNY DANZIGER Chorrillos Viña del Mar, Patricia Lynch 2221 Empfang 4-7 STATT KARTEN ERNST A CORDES beehrt sich seine Verlobung mit Fraeulein EVA MARLI SE ROSENBERG Anzuzeigen. Paulino Alfonso 346 2.0 piso BUENOS AIRES Santiago Mai 1954 Aguilar 2306 RUTH LEDERER E. FELIX STROH U. VERMAEHLTE Santiago im Mai 1954. Die Vermachlung ihrer Tochter MARION mit Dr. med. LESLIE GOLDING hat am 13 ten Mai 1954 in London, England stattgefunden. JACOBO SIEGELBERG und Frau EUGENIA Malaquias Concha 0225 Allen Freunden und Bekannten, die mir zu meinem 70. Geburtstage Aufmerksamkeiten in so reichem Maasse erwiesen haben, sage ich meinen herzlichsten Dank. Herrmann Slobotzki Fuer die uns zum 84. Geburtstage unserer Mutter erwiesenen Aufmerksamkeiten sagen wir allen Verwandten und Freunden unseren herzlichsten Dank. MARIA JACOBY VINA DEL MAR EDUARDO JACOBY und Familie 1 Poniente 5UU Israel - Statistik Unser Aussenhandel betrug im Monat Januar 1954 8,3 Millionen Dollar, gegenüber 7,1 im Vorjahr, was eine Steigerung um 16,5 Prozent darstellt. Dagegen ist aber der Absatz an industriellen Produkten allein (ohne Diamanten) von 1 Million IL auf 2,5 Million IL, also um nicht weniger als 142 Proz. gestiegen. * * Um 6.000 Seelen hat die Bevoelkerung Israels in den Monaten Januar und Februar zugenommen und belaeuf sich auf ueber 1,6 Millionen Menschen. Dies war dem natürlichen Zuwachs durch den Geburtenueberschuss zu verdanken. WASSERUHREN - FABRIK Im Kibbuz Dalia wurde die groesste Wasseruhrenfabrik des Nahen Ostens eingeweiht, die die Wasserkonsumenten Israel versorgen nud auch fuer den Export arbeiten wird. Das Unternehmen ist eine gemeinsame Gruendung der Kibbuzim Dalia und Ramot Menasche in den Bergen von Ephraim, in der modernste Maschinen 40.000 Wasseruhren jaehrlich hersteilen werden. Im Anfangsstadium werden 17,000 erzeugt, durch Arbeiter, die zum Teil in der Schweiz ausgebildet wurden. Es werden keine Standarduhren wi ein anderen Laendern ueblich fabriziert, sondern solche, die den Anforderungen verschiedenster Schichten der Verbraucher entspre- ■chen.