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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1954-05-01 · 5 (Mayo, 1954) · p. Seite 14

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XVI (1954)
Issue
5 (Mayo, 1954)
Date
1954-05-01
Page
Seite 14 (sequence 16)
Language
German
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14 BOLETIN INFORMATIVO Mayo, 1954 L r BRIEF AUS RAMOT HASCHAWIM: « DIE FRAUEN EINES HUEHNERDORFES «*■ «: &Mmm Eine sehr wesentliche Erscheinung in der Entwicklung unseres Dorfes haben bisher alle Berichterstatter ueoersehen, Ramot Haschawim ist nicht nur „das” Huehnerdorf, nicht nur ,die‘ buergerliche Siedlung, — Ramot Haschawim ist auch „aas Dorf der arbeitenden Frau“! Die Gruenderfamilien und die ihnen in den naechsten fuenf Jahren nachfolgenden Siedler waren alles Ehepaare, meistens mit kleinen Kindern. Mann und Frau teilten sich in die Mesohekarbeit, die damals in Huehnerzucht und Gemue eanbau bestand. Aber die Entwicklung nahm auch noch eine andere Richtung. Manche Chawerim kehrten zu ihren ehemaligen Berufen zurueck, sie arbeiteten teils in der Stadt, teils in der oertlichen Kupath Cho lim als Aerzte oder Pfleger, andere bildeten sich in einem Handwerk aus um zusaetzlich zu den oft recht mageren Einnahmen aus der Huehnerwirtschaf t ein Einkommen zu erwerben. Und die Huehner? Sie blieben der Frau! Dann kam der Weltkrieg. Viele der juengeren Maenner waren Soldaten und fuer Jahre nicht zu Hause. Die Meschakim jedoch.wurden von ihren Frauen weiter I betreut. Und wenn man heu-1 te, 20 Jahre nach der Gruendung, durch die Siedlung geht, so findet man ueber die Haelfte der Huehnerstaelle von Frauen bearbeitet, deren Maenner nicht mehr am Lpben sind, oder deren Zeit durch anderweitige Taetigkeit in Anspruch genommen ist. Was bedeutet das fuer die Frauen? Einen sehr langen u. sehr anstrengenden Arbeitstag! Unsere Ramot Haschawimer Baeuerinnen fuettern neben der Hausarbeit und der Sorge fuer die Familie noch jede taeglich 800 bis 1200 Legehennen und deren zahlreiche Nachkommen. Und wer putzt die Eier? Ich bin ueberzeugt, dass die lieben Chawerim erklaeren werden, dass das eine ausgesprochen weibliche Taetigkeit sei! Die Huehnerzucht ist das Rueckgrat von Ramot Haschawim, aber es gibt auch noch andere Arbeits- und Einkommenszweige, die die Entwicklung des Dorfes gefoerdert haben. Wie viele hunderte von Kindern aus allen Staedten des Landes haben ihre Ferien schon in unserem Dorfe verlebt? Wie viee erwachsene Gaeste haben sich an unseren guten Brathuehnchen erfreut? Die Sorge fuer diese Besucher ruht fast ausschliesslich auf den Schultern der Chaweroth. Einige Frauen ueben teils nexen dem Huehnerbetrieb teils aus chliesslich Berufe aus, die jeden Tag viele Arbeitsstunden erfordern. Sie sind als Aerztinnen, Pflegerinnen, Psychetherapeutin. Leiterinnen von Kinder- und Altersheimen, als Musik - und Sprachlehrerinnen, Friseuse und als Angestellte der Kooperative und der Zorchaniah taetig. Es ist eine grosse Freude fuer uns' Ramot Haschawimer, diese Tatsachen bei einem Rueckblick festeilen zu koennen, dass wir Frauen auf dem Lande bewiesen haben, dass wir die Arbeit unserer Maenner erfolgreich weiterfuehren koennen. Wir sind in der Lage, den Meschek allein zu bewirtschaften durch Nebenarbeit das Gesamteinkommen zu erhoehen, unsere Kinder zu erziehen und ihnen eine ueber die Schuljahre hinausgehende Ausbildung finanziell zu ermoeglichen. Und das alles, obne dass wir unsere Haeuslichkeit aufgeben und unsere Kinder fremden Menschen anvertrauen muessen, um einem Berufe nachzugehen. Vor 20 Jahren haben wir mit unseren 'Maennern gemeinsam den Entschluss gefasst, von der Stadt aufs Land zu gehen und fast alle von uns sind nach dieser langen Zeit zufrieden und in relativer finanzieller Sicherheit bei dieser Arbeit geblieben. Also auch in dieser HinsicKt ist Ramot Haschawim ein Erfolg und eine Bestaetigung der neuen Bewegung: „Von der Stadt aufs Land!”. Ilse Gabriel Erlebnis mit Sarachel Von JITZCHAK SCHENBERG .. .Er sagte: „Was hast du da zu fluestern? Spricht laut, Mensch, das wird die Ausrufung des Staates nicht stoe- *en-— Esra antwortete: „Also, wenn die Leute seit zweitausend Jahren mal wieder einen juedischen Staat proklamieren _ muss man da nicht fluestern?“ — Und Nechamia: „Du hast wohl Angst, dass uns eine schwarze Katze ueber den Weg laeuft?“. Darauf meinte Esra: „Weisst du, was du jetzt tun solltest? „Ziehe deine Schuhe aus, denn der Ort, darauf du stehst, ist heilig“. Nechamia guckte einen Augenblick auf seine halbzerrissenen Stiefel, bevor er antwortete: „Nu, um euretwillen werde ich die Dinger lieber nicht ausziehen. Besser so. Seit drei Naechten bin ich, wisst Ihr, in den Stiefeln”. Esra aber hoerte schon nicht mehr zu, sondern wiederholte halblaut fuer sich: Medinah Jehudith, Medinath Jisrael... und im Radio nahm die Verlesung der Unabhaengigkeits-Urkunde ihren Fortgang: wir wenden uns an die Voelker der Welt usw„ wir appellieren an die in unserem Staat lebenden Soehne des arabischen Volkes usw., an alle Juden in der ganzen Golah treten wir heran usw... Waehrend wir dem noch zuhoerten, knarrte die Tuer vom Nebenzimmer zu dem unsern, und dabei befand sich —soweit wir wussten— ausser uns niemand in diesem Haus. Die Sache kam uns merkwuerdig vor. Dann oeffnete sich die Tuer vollends, und es erschien ein hochgewachsener Mann in Zivil, mit einem Spazierstock in der Hand und einem Verband um einen seiner Fuesse. Er laechelte und sagte: „Schalom, Boys!“. Worauf Nechamia die Stulle, die er gerade in der Hand hatte, beiseite legte und zum Sten griff. Wir alle schwiegen, und auch der Fremde hoerte dem Radio zu. Schliesslich fragte ich ihn auf englisch — denn unzweifelhaft war er ein Englaender, — wer er sei, Blackburn heisse er, sagte er, und sei Offizier im Ingenieur-Corps. Er hatte weisse Haare, aber ein noch junges, und uebrigens angenehmes Gesicht. Was er hier zu tun habe, fragte ich. Und er: ob er sich nicht setzen koenne, das Stehen falle ihm noch schwer. Und schon hinkte er zu einem Stuhl, streckte das bandagierte Bein aus und stuetzte sich mit beiden Haenden auf seinen Stock. „Ich habe“, erklaerte er dann, „meine Truppe verlassen, denn hier will ich bleiben, bei Euch Juden, und Euch nach Kraeften helfen“. Er sagte es in voller Seelenruhe. Na, sowas! „Eine Kugel muesste man in ihn hinein schiessen“, meinte Nechamia und hantierte mit seinem Sten. „Einfach, eine Kugel, und er wird dir den Kopf nicht weiter verdrehen!“. „Warte“, erwiderte ich, „hat keine Eile“, und wandte mich dem Englaender mit weiteren Fragen zu... „Sie wissen (sagte ich unter anderem), dass unser Staat gerade jetzt hier im Radio ausgerufen wird!“ —„Wirkv X isü-m SSäi&äS ISS ÄS?**:-:# m mmi mm h aSr Wmmm mm mm lieh?“ Er tat, als sei ihm das von der Stunde seiner Geburt an selbstverstaendlich gewesen, und fuhr fort: „Jetzt ist also die Stunde der Erloesung da, von der die grossen Propheten gesprochen haben“.. Als ich ihn spaeter fragte, ob er nicht vielmehr Smith heisse, fing er wie ein Kind zu lachen an, das Unsinn gemacht hat. Da sei ein Maedchen gewesen, das ihn betreut hatte, und der habe er erzaehlt, dass er hier bleiben wolle, sich vorsichtshalber aber als Smith ausgegeben, damit sein Plan nicht vorzeitig bekannt werde. Und Sarachel habe das Maedchen geheissen, ob ich sie kenne- — Ja, sei mir bekannt. Sie sei eines schoenen Tages verschwunden, xuegte er hinzu, und bestaetigte auf Fragen, dass er — waehrend seiner Wundbehandlung — zusammen mit ihr Bibel gelesen habe. Das sei er von Jugend an so gewoehnt gewesen. Ob mir bekannt sei, was aus Sarachel geworden sei. „Die sitzt jetzt im Gefaengnis“ — „Was, im Gefaengnis? Weshalb denn?“. Ich sagte, sie sei unter Verdacht, mit dem Feind in Beziehung gestanden zu haben. — O, Sir, erwiderte der Englaender, und sah zum Fussboden. Ich setzte fort: sie habe anfangs unter keinen Umstaenden verraten wollen, was sie in der Sperrzone zu tun hatte, dann aber die ganze Geschichte, mit Smith und dem Bibellesen erzaehlt. Nur, man habe ihr nicht geglaubt. O, Sir! Und — „wir muessen etwas tun, um Sarachel aus dem Gefaengnis wieder herauszuholen“. Das gab ich zu. Sie sei, erklaerte uns der Englaender, um seinetwillen in diese Patsche gekommen. „Seid so freundlich, mich zu Eurer Kommandatur zu bringen, und ich werde alle Umstaende von A bis Z bezeugen!”. Ich sagte: „Gut, machen wir!“ Wandte mich an Nehamia: „Rabinowitsch“, sagte ich, sei so gut, gehe raus, hole ein Auto und bringe diesen .Herrn zu den Head- Quarters!“. Nehamia murmelte wie immer, wenn er eine Order erhaelt irgendwas in seinen Bart und wandte sich zur Tuer. Indessen fiel mir ein, dass Nehamia ganz der Mann sei, diesen Englaender irgendwohin zu bringen, „von wannen kein Wanderer zur*ueckkehrt“, und deshalb sagte ich: „Nein, da der Mann verwundet ist, waere es besser, du holst den Chawer Buch hierher“. — Verdammt sagte Nehamia, und entschwand. Als Buch kam, sah er den Englaender durchdringend an und forderte ihn auf, das Ganze nochmals zu erklaeren. „Ich will es aus Ihrem eigenen Munde hoeren, Sir“. — Das tat der Englaender dann auch,’ nicht ohne bei der Gelegenheit sieine gesamte Lebensgeschichte einschliesslich seines militaerischen Werdegangs darzustellen. — Hm, meinte Buch, und nochmals hm, und dann sagte er: „Sie werden verstehen, Herr, dass wir in unserer Situation jeden Englaender, der uns ueber den Weg laeuft, verdaechtigen muessen... “ — „Ich kann es Ihnen nicht verdenken“. — „Nehmen wir an, Sie seien' glaubwuerdig: auch und gerade dann haben wir Sie im Auge zu behalten, damit gewisse andere Verbaende Ihnen kein Haar kruemmen“. — „Davor habe ich keine Sorge, aber Sarachel muss geholfen werden“. — „Die ist in Tel-Aviv im Gefaengnis“. Neugierig warf ich die Frage ein, wer mit Sarachel nach Tel Aviv gefahren sei. »

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