Mannheim
Compact Memory

Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1954-04-01 · 4 (Abril, 1954) · p. Seite 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XVI (1954)
Issue
4 (Abril, 1954)
Date
1954-04-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/8553624-8556560-9194040--1327-8556615
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

iril, ii34 B O L E T I N I N I* 0 R M A T I V 0 -11 g eines ¥nlkes .. vP(w<>Ttt»rF n. ... » n^M yw ITH ach, sagt h, da «ie schliesst s ist der ’uck der Dichters .Schade, Prediger muessen, ist. Und 1er doch t e r der reit, die er so sind koennen icht gauach ihm eifen wir n Schimunserer ach, sagt ith. Und ssen geht nicht der Wind lettelt an es nicht. , und Hinein Her? er Sturm, ler wacht den jun- 3 Maedr der Lieder Samlaetzleins, auftritt n. :hc.n vorverhallt.; der Rees armen dem sie ergiesst aer Schaueber die le Oliven- Ieh schlafe, aber mein Herz ist wach. Horch, da klopft mein Geliebter! Hoheslied 5, 2. haine, die durch die Nacht schimmern wie ein glaerzendes Vliess ueber den Schultern der Berge; ueber die Zypressen, die wie dunkle Sammetfinger in den Himmel ragen, um Schweigen zu gebieten durch die weite Natur. Schweigen. Horch, er ruft. Was ruft er? Geliebter!” Das wache Herz hat es gehoert. Leise nur, leise hat er geklopft. Aber schon sitzt Sulamith auf dem Lager und ihr Atem stockt. Und sie weiss, es ist der Geliebte, der da klopft. Wei's es schon, bevor er ruft. Wer kann es anders sein? Hoch, er ruft. Was ruft er? „Tu mir auf, meine Schwester, meine Taube, meine Reine! Denn mein Haupt ist voll Tau’s, meine Locken voll naechtiger Tropfen“. Da jauchzt ihr Herz: er ist’s! O Suesser, Suesser! Und sie wird antworten. Schon sinnt sie nach: was soll ich sagen?- Ihre Seele schreit nach ihm. Auftun will sie ihm, und doch haelt Furcht sie zurueck und das Zittern, das nicht zu greifen wagt nach dem G 1 u e k. Und schliesslich fluestert sie: „Ich habe mein Kleid ausgezogen, wie soll ich’s wieder anziehen? Ich habe meine Fuesse gewaschen, wie rollt’ ich sie wieder beschmutzen?” Hoert ers? Gewiss nicht. Oder doch? Er antwortet nicht. Ist er fort? Still! Eine Hand streckt sich durch das hohe Fenster, durchs dichte Gitter eine weisse Hand. O, nur eine Hand und nur einen Augenblick; da wallt ihr Inneres schon ueber. Die Hand verschwindet. Und alsbald springt Sulamith vom Lager und huscht im Dunkeln nach der Tuer und lauscht und drueckt auf den Riegel. Die Tuer springt auf: Vor ihr liegt die Nacht, sternenklar und unendlich. Der Geliebte ist fort. Ich schlafe, aber mein Herz ist wach. Ja, so ist es: D:e Liebe gcennt der Seele keinen Schlaf, sie tront ueber allem Schlummer und wandert durch die Nacht hinter dem Trauten her, dem Freunde, den sie sucht. Die ganze Nacht steht das Herz am Fenster und blickt ins Dunkel hinaus. Es lauscht an al-!en Tueren. ob er dahinter steht, und wacht ueber allen Gelegenheiten, ob sie ihn zu ihr bringen Des Herzens Auge dringt durch die Finsternis, der Seele Horchen wittert des Geliebten Schritte in der fernsten Gasse Ich schlafe, aber mein Herz i't wach! Es ist das geheimnisvollste Siegel der Liebe, das uns der Dichter hier enthuellt, Niemals wieder hat einer so der Seelen Seele aufgedeckt, wie dieser herrliche Poet. Sinnlichste Glut und holdeste Scham, wildeste Sehnsucht und reinster Atem reichen sich hier zum Reigen die Hand. Und der Schmelz der Keuschheit ruht ueber allem. In wenigen Saetzen alle Hoehen und Tiefen der Seligkeit eines jungen Weibes zu schildern, wahrlich, das i t etwas: —Das wachende Herz, den auschenden Schlaf; die Sehnsucht nach dem Geliebten und die zurueckwallende Scham, da er geschritten kommt durch die Nacht; die Wogen der Seele, die ans Gestade der Erfuellung toben, aber zurueckrollen in angstvoller Ebbe, da die Liebe heraustritt an den Strand. Und dann das Schweigen. Da sie auf Antwort harrt. Er aber antwortet nicht. Streckt nur die Hand durchs Fenster. Diese Hand aber, die am Gitter haengt, im Mondlicht getaucht, tut mehr als alles. Sie haengt als eine Sehnsucht dort oben Da sie verschwindet, stuerzt Sulamith an die Tuer, aber der Geliebte ist fort SEDER BEI BUCHARISCHEN JUDEN DAS BILD MOSES tNE JUEDISCHE LEGENDE Seiten lebte ein Koenig, der hoerte von ossen Fuehrer und Lehrer der Kinder r sprach bei sich: „Wie herrlich muss ein, und wie schoen muss e.* ausehen!”. ihn der grosse Wunsch, Moses Angeulernen, und er sandte seinen Maler ins aeliten, dass er ihm ein Bild von Moer das Bild brachte, berief der Koenig zu sich und sprach zu ihnen: “Deutet Gesicht dieses Mannes sein Wesen”.?n die Weisen miteinander und deutechen zum Koenig: “Herr, dies ist das vlers, denn wir erkennen in seinem Geien von Habsucht, Ungerechtigkeit und ig ergrimmte, als er diese Worte hoeri nicht Mose sein, von dem ihr so re- , „den ich hoe-e von Mose grosse und aten, und Gott hat ihn der Anschau-;t. Der Maler muss mi°h betrogen und es Bild gemacht haben”. ■ aber schwor, dass dies wahrlich das , das er selbst getreulich und mit allem m gefertigt habe. Koenig hoerte nicht auf seine Stimme, m nicht und snrach: „Soll ich meine lege anklagen?” Und er warf den Malgnis. g entschloss sich nun, selbst in das Lallten zu reisen und alles mit eigenen hen. Als er das Lager erreicht hatte, äort sitzen und das Volk um ihn her sein Ansehen war herrlich. Da nahm -aus und verglich es mit Mose, und siem getreulich. Der Koenig ging zu ¡Mose hn mit vielen Ehren und er sprach zu las, mein Herr? Von diesem Bild halsen gesagt: es ist das Bild eines Frevsehen aus seinen Zuegen Habsucht, t und Jaehzorn, — und. dennoch ist So hat der Maler doch die Wahrheit ld meine Weisen, denen ich vertraut lisch gegen mich und haben mich hetrogen. Denn Ich weiss wohl, dass du gross bist vor Gott”. Da sah Mose dem Koenig ins Gesicht und sprach: „Deine Weisen haben dich nicht betrogen. AU die bösen Eigenschaften, die aus dem Bild sehen, habe ich in mir. Aber da ich gegen sie kaempfte und sie niederzwang, wurde ich gross und Gott hat mich der Anschauung gewuerdigt, Denn wer wird gross, der nicht erst gegen sich selbst gekaempft hat?” 1 * * * * ... . *i*i-r—-*"*■! ■i-ii*i- - ■*■ -ii-1-.- - i-irii-iiiri.r.r.r.-j Von Robert Weltseh Pessach ist fuer uns nicht nur ein Fest des Fruehlings, der Auferstehung der Natur, des Ueberganges von Finsternis zu Licht, von Knechtschaft zu Freiheit, nicht nur die Erinnerung an die erste “nationale” juedi'che Bewegung (mit all den tiefen Einsichten in die menschliche Natur und die Psychologie der Masse), es ist fuer uns immer auch sozusagen ein Anlass zu “philosophischer’’ tvivv«. »<=.».».**. wvmi wu ctoo uic ucuirciictl ijOD'.t'rGLSUngcn und die rhetorische Verherrlichung der errungenen Freiheit hinter uns haben, dann draengt sich unabweisbar die zusaetzliche Frage auf: Was ist das eigentlich, diese Freiheit? Haben wir das Recht, uns an dem Wort zu berauschen, ohne den Inhalt genau zu pruefen? Verstricken wir uns nicht leicht in eine Kette von Missverstaendnissen, denen wir willig zum Opfer fallen durch den Gebrauch desselben Wortes fuer verschiedene, oft sehr verschiedene, Begriffe? In unserer Lebenszeit haben wir Gelegenheit gehabt, eigene Irrtuemer zu ueberpruefen und zu revidieren. Am Anfang dieses Jahrhunderts, noch zehrend von dem Erbe des 18. Jahrhunderts, haben wir oft eine “naive” Einstellung gehegt zu den Erscheinungen des Voelkerlebens; viele von uns haben die Dinge in einer Schwarz - Weiss - Zeichnung gesehen, ohne gewahr zu werden der Verschlungenheit und Zweideutigkeit aller menschlichen Erscheinungen. Ideen, die so ueberzeugend die Evidenz ihres inneren Wertes in sich truege, wie “Freiheit”, erschienen uns als legitime Leitmotive, ohne einer logischen Zergliederung oder gar einer Konfrontierung mit der empirischen menschlichen Natur zu beduerfen. Das heutige geistige Klima ist ein ganz anderes. In der Mitte des 20, Jahrhunderts haben wir die Skepsis wieder gelernt, sei es auch nur aus dem Grunde, weil wir erstaunte Zeugen sind des Schauspieles, dass viele Worte als hoechste ideale Werte gepriesen, aber von verschiedenen Menschen und Gruopen in voellig verschiedenem Sinn und Zusammenhang angewendet werden. Sogar solche Begriffe wie “Friede”, “Freiheit”, “Demokratie”, “Volk”, sind umstritten. Oft wird einfach von irgendwoher dekretiert, was sie zu bedeuten haben. Das liegt daran, dass auch der oberste Wert, “das Gute”, sowohl in seinem ethischen als auch in seinem sozialen Aspekt, kein gemeinsamer Besitz mehr ist, sondern im Gegenteil: im Grunde gehen alle erbitterten Kaempfe unserer Zeit um diese tiefere Frage, was eigentlich das Gute sei. Wenn die Kritik der bestehenden Zustaende und das geistige Unbehagen einen Grad erreichen, der einen Wunsch nach radikaler Aend e r u n g unwiderstehlich macht, dann liegt es nahe, einem Ideal nachzujagen, das die Ueberwindung aller Uebel durch einen Zustand der Vollkommenheit verspricht. Das ist, in ganz allgemeiner Formel ausgedrueckt, die Wurzel aller politischen Reform-Bewegungen. Das 19. Jahrhundert stand Im Zeichen solcher Bewegungen, als deren wichtig-te 1 der Nationalismus und der Sozialismus erscheinen. Besonders in Mittel- und Ost-Europa haben diese Ideen ihre revolutiohaere Kraft erwiesen. Hinter beiden Bewegungen steht, in einer verschwommenen Ferm und in einer beschraenkten Anwendung, die Idee der Freiheit. Aber das letzte Jahrhundert hat gezeigt, dass dort, wo ein Idealzustand ange-trebt und ein Prinzip der Vollkommenheit als Ziel proklamiert wird, kein Platz mehr ist fuer das, was ‘ der gewoehnliche Mensch . unter Freiheit versteht, und was .er auch meinte, wenn man ihm Freiheit versprach. Der angestrebte Idealzusiarid beansprucht unbeschraenktg, exklusive Geltung. Keine . .Abweichung davon ist denkbar, (Schluss auf der Umsette) .

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.