Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XVI (1954)
- Issue
- 2 (Febrero, 1954)
- Date
- 1954-02-01
- Page
- Seite 15 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Febrero, 1954 BOLETIN INFORMATIVO 15 Im. Februar vor sechs Jahren fiel der Prediger der Gewaltlosigkeit durch Moerderhand. Einer der klfigsjen Journalisten Israels setzt sieh in nachstehendem Artikel mit dem Wesen und Einfluss des indischen Heiligen und Volksführer auseinander. GANDHI Niemand kann ganz den magischen Einfluss begreifen, den Gandhi, auf seine Landsleute ausuebte, der ihn nicht in ihrer Mitte zu beobachten Gelegenheit hatte. Ein Teil dieser Magie ging von seiner aeusseren Erscheinung aus, Seine hagere, asketische Gestalt entsprach zwei Typen, die zu den haeufigsten und wichtisten Erscheinungen der hinduistisehen Volksmasse gehoeren. Dieser ¡Mann, dessen Rippen man unter der braunen Haut zaehlen konnte, glich Millionen der indischen Bauern, jener •‘Nation von Hungerkuenstlem”, wie sie einmal genannt worden sind, die niemals genug zu essen haben um je wirklich satt zu sein. Gleichzeitig glich er den Sädhus, jenen religioesen Asketen, die zu Tausenden das Land durchwandern und bei der Bevcelkerung hohe Verehrung geniessen. Das erklaert die doppelte Beziehung der Indischen Massen zu Gandhi. Als einer der ihren war er “Gandhiji”, — ein Kosename, den man wohl mit “Vaeterchen Gandhi” am 'besten, wenn auch etwas frei uebersetzt. Gleichzeitig war er in der geistigen Sphäere Indiens grossster Sadhu, der “Mahatma”, die “grosse Seele”, den das ganze Volk sich als seinen “guru” oder ■ geistigen Fuehrer gewaehlt hat. Der Hang zum Asketentum und zur leidenschaftlichen Hingabe an ein religioeses oder ethisches Ideal liegt den Indem im Blut, und Gandhis beispiellose Persoenlichkeit, die diese beiden wesensztiege in hoechster Vollendung vereinigte, machte ihn zu einem Fuehrer seines Volkes, fuer den Vergleiche aus. der Sphaere des Politischen und selbst der Alltagsmoral voellig unzulaenglich sind. Nur Christus oder Buddha koennen als geschichtliche Parallelerseheinungen in Betracht gezogen werden. Er gehoert in die Rangordnung der moralischen Genies, deren es im Laufe der Jahrtausende weniger gegeben hat, als man an den Fingern einer Hand abzaehlen kaemnt.\ Nur einem solchen Genie w®r es moeglich, Gegensaetze in sich zu vereinen, wie sie Gandhis Wesen ausmachten. Er war ein Heiliger mit der messianischen Botschaft der Gewaltlosigkeit, der sich um die kleinsten Dinge des taegiichen Lebens kuemmerte und lieber die primitivsten sanitaeren Massnahmen mit. derselben Eindringlichkeit predigte wie ueber das Prinzip, das eigene Leben fuer die Wahrheit zu opfern. Er war ein orthodoxer Hindu aus der Klasse der Brahmi- *ien, der dafuer eintrat, dass jeder in seiner Kaste bleibe’ und der Sonn kein anderes Gewerbe treibe als das vom Vater ererbte, und gleichzeitig erschuetterte er die hinduistische Gesellschaft bis in ihre Fundamente durch seinen revolutionieren Kampf gegen die AecMung der Parias; —ein Kampf, der ihm dem unausloeschlichen Hass engstirniger Traditionalisten eintrug wie es die Mitglieder der Hindu Mahasabha-Organisation sind der sein Moerder angehoert. Physische Gewaltlosigkeit galt ihm als das hoechste ethische _ und politische Prinzip, aber nichts konnte ihn mehr kraenken als wenn, man ihn den Verfechter der “passiven” Resistenz nannte, denn er predigte eine hoechst aktive Ueberwindung des Uebels durch rein ethische und geistige Mittel. Er sprach' zu den ind i sehen analphabetischen Massen in einer Sprache, die ihnen verstaendlich war und ins Herz drang, und mit dem britischen Vizekcenig im gewaehltesten Englisch und mit aller Gerissenheit eines legalistisch geschulten Politikers. Er besass eine Intelligenz, die wenig ihresgleichen hatte; aber er war alles, andere als ein Intellektueller. Und ueber aller Polaritaet seines Wesens stand dasy was ihn hoch hinaushob ueber das Gewimmel seiner Zeitgenossen; die bis ins Letzte kompromisslose Einheit seiner Erkenntnis, seines Wol- Ierts und seines Handelns. Sein Einfluss auf die Formung des indischen Volkes und auf dessen Geschick wird ihn lange ueberleben; aber angesichts der kritiklosen Schwaermerei. die heute in fast allem zutage tritt, was ueber Gandhi den Volkserzieher und Politiker gesägt und geschrieben wird, scheint es notwendig auf einige nicht unwichtige Tatsachen hinzuweisen. Gandhis Fuehrung ist in mancher Beziehung durchaus nicht so widerspruchlos von seinen eigenen Anhaengem akzeptiert worden, wie es. nach aussen Mn erscheinen mag Erleuchtete Geister wie Tagore und Aurobindo haben gegen seine jv^iprun«» angekaempft, aus ganz Indien eine Art “asehrasn” zu machen, eine asketische Gemeinschaft gleich der, in der seine Juenger lebten, und in der bezeichnenderweise selbst den Verheirateten Keuschheit zur Pflicht gemacht war. Tagore hat. Gandhis Philosophie der Le- ¡bensfeindhehkeit geziehen, und man braucht nur die AutobiograpMe Jawaharlal Nehrus zu lesen um zu wissen wi» wenig es dem Mann, auf den mm Gandhis Mantel gefallen ist. gelungen ist, sein eigenes Denken und FUehlen in volle Uebereiinstiimimung mit dem des Meisters zu bringen. ES kann auch nicht bestritten werden, dass Gandhis Lehre der Gewaltlosigkeit in einem wesentlichen Punkt auf einer Voraussetzung beruht, die einfach der. Erfahrung widerspricht; auf einem Irrtum, den vor ihm schon Tolstoj begangen hat. Tolstoi hat ein Maerehen geschrieben, in dem ein Koenfg sein® Nachbarn mit Krieg uetaerzieht, aber da diese sich nicht wehren, weigern sieh seine eigenen Soldaten ihnen Boese* zuzufuegen und verbruedem sich mit ihnen. SO sah die Welt schon vor Hitler nicht aus, und dennoch wollte Gandhi allen Ernstes die Politik Indiens gegenueber den Japanern auf diese Chfmaere gruenden. Und es war Louis Fischer, der Europäer, der Gandhis Wesen und Wirken aus persoenlicher Erfahrung wahrscheinlich am besten kennt, der in einem Buche (“Stalin oder Gandhi?”) darauf hingewiesen hat, dass Gandhis Kampf fuer dieFreiheit seines Volkes nur moeglich war weil seine Gegner, die Indien beherrschenden Englaender, “noch einige eingeborene Ueberreste angeborener liberaler Prinzipien besassen. In Russland waere der' Mahatma einfach eines Tages verschwunden und niemand haette je wieder etwas von ihm gehoert”. Diese Fakten zu registrieren. heisst nicht' im mindesten die Groesse Gandhis schmaeiem, so wenig wie die Tatsache, dass der Prediger der Gewaltlosigkeit durch Moerderhand fiel, die Lehre von der Gewaltlosigkeit ad . absurdum fuehrt. Sie besagen nur, dass Gandhi nicht gelungen ist, was weder Moses noch Christus und Buddha 'vollbringen kennten, - und was . offenbar ausserhalb der menschlichen Moeglichfceit liegt: das Menschengeschlecht zur Vernunft zu bringen. Das Hoechste, was die Propheten aller Zeiten erreichen koennten ist, dass die Menschheit vor ihnen ein boeses Gewissen hat. Das wird ewig auch Gandhis Verdienst bleiben. C. Z. KLOETZEL “UNSER WEG” Von unserer Sehwest errngemeinde der Assacracao Religiosa Israelita in Rio de Janeiro ist unter der Lotung ihres Gemetaderabfeiners Bar. , H. Lemle eine Schrift mit dem Titel “Unser Weg”’ im 4 Sprachen — portugiesisch, deutsch. Jiddisch und hebraeisch — veroeff entlieht werden. Diese Schrift will Antwort auf die Frage vieler ehrlicher Juden geben, die den Weg zu einem totalen und doch modernem Judentum suchen; “Was sollen wir tun”?’ Es ist kein Zweifel, dass die Ueberfuelle der Tradition es dem suchenden Juden schwer macht “zu ’beginnen”, so wie Franz Rosenzweig es von uns verlangt hat. Er steht vor einem ihm undurchdringlich scheinenden Dickicht und er sucht sich einen weg zu bahnen. Um ihn zu finden, bedarf es Wegweiser, die in moderner und leichtverstaendlicher Sprache ihm sagen, “was er zu tun hat”. Das will Dr. Lemle auf diesen 9 Seiten, in denen er vom Standpunkte eines progressiven Rabbiners seiner Gemeinde und allen denen, die ihm folgen wollen, sagt, welches die Forderungen des juedischreligicesen und nationalen Lebens sind. Er geht von dem Juden als Sohn Gottes, als Sohn seines Volkes und als Mitmensch aus. Er zeigt in der ersten Gruppe wie das Vertrauen zum Schoepfer und seiner Welt durch taegliche Meditation— Beten, Heiligung des Schabbat, der Jomim towim, durch die Feiern der Ereignisse des Familienietens, und durch den Besuch der Synagoge gefestigt werden kann. Die zweite Gruppe umfasst alle Anforderungen an uns, die durch unseren Einsatz fuer das Gute und unseren Kampf gegen das Boese dazu beitragen helfen, dass die Welt immer mehr vertrauenswert wird. Dazu gehoeren allgemeine Prinzipien wie Ehrlichkeit gegen sich selbst, Erhaltung der Grundsaetze der or AA CaUClrvRMC MMaF» "dt yalftata*/* AAfcfcfcj» m* * — aF-AIMKC Todesfall: IKZE2ZZ7/ Jeden Freitag abends um 19 Uhr. Jeden Samstag, vormittag um 9 1|4 Uhr. Ausserdem an Jahrzeiten. Diese Daton muessen jedoch rechtzeitig an die casilla 984 mitgeteiu werden. Nach langem schweren Lei« den starb am 11. Januar 1954 Herr Herbert Sommerfeld. Verkuendung des Neumondes: Samstag den 27. Februar: ADAR SCHENI. Neumondstag: 1. Tag Freitag, den 5. Maerz. 2. Tag Samstag, den 6, Maerz. HASCHOMER HATZAIR Como1 es ya tradicional en esta época, todo» los esfuerzos y actividades convergen hacia la realización de las Moshavot, que representan para el movimiento la culminación de un año de trabajo educativo' y a la vez marca la iniciación de un. nuevo período: Allí, en estrecho contacto con la ■ naturaleza, se funden los anhelos e inquietudes Juveniles de cientos de muchachos judíos que a través de su formación en el movimiento van forjando colectivamente los valores que han de dar más tarde un sentido nuevo a sus vidas. 28© stemiím, venido® de los rfodos de Moshavá, la cual se hala ubicada a algunos kilómetros de Quillota, en un lugai que reáne las condiciones necesarias de espacio, agua y sombra, con un magnífico paisaje a su alredor. La Moshavá de Padres volverá a ser una realidad,, después del éxito que significara por primera vez el año pasado.. Por expresa petición de los participantes en la misma, que tuvieron ocasión de conocer el fugar de Quílota durante la 1.a visita, ella se levará a cabo en el mismo luga f en que se desarrollan actualmente las Moschavot del movimiento. m y este año en los diversos pecarpas, entre si 12 y di 2® vxz» nur trau 111] T/4 T Durch einen ghrechüchen Zufall war es der Wia® gelungen, eine Zusammenkunft, mit Frau Miriam Kubovy noch, zwei Tage vor ihrer Abreise im Hause von Frau Rosie Rubens zustande zu bringen. Leider war es durch . den Mangel an Zeit hur moeglich, den erweiterten Vorstand zu diesem Tee rinzuladen. FÄ&u Kubovy erzaehlte an diesem Nachmittag in ihrer warmen und. lebhaften Art. von dem Leben der Frau in Ist: «t und betonte. Immer wieder, dass es zwar keinesfalüs MeM, woiMi aber beffitfe- GaluMu tauschen,, wie immer auch deren soziale Stellung sei. Sie berichtete mit vielem Beispielen vom taeghehen Leben der israelischen Hausfrau, Ihre Auszehrungen gipfelten in der Bemerkung, dass man in Israel gelernt habe zwischen Wichtigem und Unwichagem zu unterscheiden, und dass hierin der Schluessel zur Ueberwindung vieler Probleme lege, die in einem anderen Land vielleicht umloasbar waeren. Moral in Bezug auf Chawersein, Charakter und Lebensform., Freundschaft, Wahrhaftigkeit und verwirklichte soziale Gerechtigkeit; Die dritte Gruppe gilt der Erhaltung des Judentums. Ihr gilt Dienst, Heim, MIMeu, Kindererziehung, Hebraeüsch, Le r n en und Kulturioex’- derung, Verantwortung fuer die juedische Gemeinschaft, Mitarbeit fuer Israel und die Mizwa des Gebens, In diesem Programm lasst der Verfasser die Forderungen zusammen, die vom Standpunkt eines literalen Julien aus, der Orach Chajürn— der Weg des Lebens— eines sein Judentum bejahenden Menschen sein solen. Allerdings koennen wir darin nur einen Anfang sehen, denn mit Forderungen allein ist dem modernen Am Haarez noch nicht die Moeglchkeit' gegeben, das Programm zu erfuelen. Man muss lim z. B. sagen, was er beten soll, wie er, den i Schabbat und Jom tow beffil gen soll, ihm den Zugang zu unserem Schrifttum in moj dermer, leicht ffassfficher Ftann ermöglichen. So wichtig uns diese Schrift als Wegweiser I und als Versuch riñes modernen Orach Cbajim zu sein scheint, enthaelt sie jedoch gleichsam nur die Ueterschriften, denen die Durchfuehr ungsbestimmungen — die Srifim auf hehrarisch— folgen muessen. Gerade darin lag die grosse Bedeutung «ses Scnuiichan Arueh, ((des Täelfigiosas Kodex) ) dass er auch dem schüchtern Juden zu sagen vermocMe, wie er zu leben hat und nicht nur aBgemeine- Forderungen stellte. Dazu gehoert auch eine naehere Stellungnahme zu den moralischen Forderungen, die sich aus der Problematik unserer Zeit eigeben. So sehen wir in dieser Schrift den wichtigen und interessanten Versuch einer progressiven Gemeinde, konkret zu sagen, was Judentum ist und wie es in unserer Zeit gelebt werden muss. Schon : allein das ist fuer den, der : die Geschichte des Relgioes- Mberalen Judentums kennt, ein bedeutsamer Schritt.. Wir i hoffen jedoch, dass Ihr.. ILeram- I le das Begeammmtoe ffgmtaefat; und seinem Lesntn auch den I Weg zrigtt, auf dem seines fftoderungem ZU TmniwinftñlrrBnmn , .-¡rimd Briftfh. E. loneffiffiUEdtaam