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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1953-12-01 · 12 (Diciembre, 1953) · p. Seite 13

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XV (1953)
Issue
12 (Diciembre, 1953)
Date
1953-12-01
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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Diciembre, 1963 BOLETIN INFORMATIVO 13 Vor etwa fuenfzig Jahren, als dem Vulkan des europaeischen Unfriedens noch seine grossen Ausbrueche bevorstanden, gaerte es in der Ideen— und Vorstellungswelt der heranwachsenden Jugend. Unzaehlige Plaene und Programme zur Behebung allgemeiner oder spezieller Uebel wurden in ihrem erhitzten Hirn ausgedacht, mit Ei. fer verfochten, und Wege zu ihrer Verwirklichung angebahnt. An einem Grossteil dieser Traeume und Bestrebungen ist die Geschichte ganz achtlos voruebergegangen; sie sind, bunt-schillernde Seifenblasen, auf dem Bo. den der harten Tatsachen zum Platzen gekommen. Einige dieser Ideen hingegen, haben sich in dem Kraeftespiel der Zeiten durchgesetzt und bestimmen heute das Schicksal von Staaten. Eine davon ist die des Arbeiterzionismus, der Synthese von sozialistischen Gerechtigkeitsidealen und zionistischem Freiheitsdrang. Diese Idee befuerwortete mit einigen, sehr wenigen Freun. den der junge David Gruen in Russland. Er vertrat die¬ Israel hat die erste internationale Ausstellung —erfolgreich!— hinter sich. Name und Thema derselben *|‘E!roberung der Wueste”, schien auch im engeren Sinn im Zusammenhang mit den Vorarbeiten zu diesem Unternehmen zu stehen, denn dort, wo noch vor wenigen Monaten ein mit Felsen besaetes und von Disteln bewachsenes Gelaende Jerusalems in trostlosem Zustand gewesen war, erhob sich dann ein weites Ausstellungsgelaende, mit geordneten Wegen, gruenen Rasen und Blumenbeeten, besetzt von einem Dutzend Ausstellungspavillons. Auf der Ausstellung war die auslaendische Industrie zu 60% vertreten uhd Dokumentarfilme von 22 Laendern wurden in einem Vorführungsraum ununterbrochen gezeigt. Doch das Glanzstueck der Ausstellung war der Israel-Pavillon, in dem mit elektrisch aufleuchtenden Karten und Diagram. se Synthese die aeusserst unpopulaer war und ihm. im im zionistischen Lager Misstrauen, im sozialistischen Lager feindselige Ablehnung einbrachte. Dem Vorwurf jedoch, unfruchtbare Traeume r zu sein begegneten die jungen Leute damit, dass sie ihre bescheidene Habe zusammenpackten, in das Land der Vaeter gingen, um dessen harten Boden zu bearbeiten. David Gruen nennt sich dann David Ben- Gurion. Die Verbindung zwischen dem Poale-Zionismus und Ben-Gurion erwies sich fuer beide Teile als aussergewoehnlich fruchtbar: die palaestinensische Arbeiterschaft erhielt einen besonders faehi. gen Fuehrer, der sie einte, formte und in Gewerkschaft und Partei zusammenfasste, David Ben-Gurion andrerseits gewann den Rueckhalt einer stetig wachsenden Kraft, die ihn schliesslich an die Spitze des gesamten Volkes bringen sollte. Nach vielen Jahren Dienstes und Verdienstes fuer sein Volk und dessen chaluzische Elitemen, Tafeln und Modellen aufgezeigt wurde, wie aus einem oeden und verwuesteten Land, wie es sich den er. sten zionistischen Ansiedlern darbot, anbaufaehiges und fruchtbares Gebiet gemacht wurde. Hat sich jemand gefragt, wo all die Gelder hingeflossen sind, die nach Erez Israel gingen, so musste er hier die eindrucksvolle und ueberzeugende Antwort erhalten. Aber auch fuer die Zukunft (bis zum Jahre 1970!) waren grosse Plaene vorskizziert; die Wasserprojekte sollen bis dahin fertig durchgefuehrt, die Bodenschaetze des Negev (Eisenerze, M a n g a n, Feldspat, Glaserden, Alabaster, Pyromine, Phosphaterden, Kaolin usw.) verwertet sein. Fuer die Kleinglaeubigen unter uns ist der Geist dieser Ausstellung eine schlagende Antwort, fuer die in der Erfüllung ihrer nationalen Pflicht Engherzigen und Saeumigen ist sie eine ernste Mahnung! schichten, wurde David Ben- Gurion der erste Ministerpraesident des neuen juedischen Staates, den er zum Sieg ueber die angreifenden. Araberstaaten fuehrte. (Es war der erste juedische Waffensieg seit den Tagen Jehudas, des Makkabaer!). Seit damals hat Ben - Gurion durch seine ueberragende Persoenlichkeit die innere und aeussere Politik Israels bestimmt; unabhaengig von der Meinung seiner Partei, ja ihr sich oefters entfremdend, hat er grosse Teile des Volkes um sich zu scharen verstanden und wurde zum Sym_ bol der Auferstehung und Wiedervereinigung Israel. Im letzten Monat erklaerte der 67—jaehrige Ministerpraesident seinen Ruecktritt. Die Ruhe, um die David Ben- Gurion bittet und die er in einer Negev—Siedlung zum Studium klassischer Literatur benutzen will, ist ihm von Herzen zu goennen. Doch ist das Staatsschiff Israels schon aus den truegerischen Untie. fen so weit heraus, dass es auf die Leitung des erfahrenen Steuermanns verzichten kann? Koenig end MÜliooaer Unter den arabischen Herrschern, die sich nach dem er. sten Weltkrieg vom tuerkischen Erbe ein Reich einrichteten, ragte eine eindrucksvolle Gestalt hervor: Abdul Aziz Ilbn Abdul Rachman al Faisal al Saud, kurz als Ibn Saud bekannt. Im letzten Monat starb dieser maechtige Koenig, Herrscher ueber 6 Millionen Bewohner der arabischen Wueste, ueber die heilige Stadt Mekka und ueber die gewaltigen Erdoelfelder. In seinem Leben hatte er sich an dem Besitz von et. wa 140 Frauen, 40 Soehnen, 64 Toechtern 20 Cadillac« und hunderten anderen Autos, Phantasieschloessern, Flri- ^(atflugizeugen in Bomtoergroesse und einem Jahresverdienst von 200 Millionen US. Dollars erfreut. Seine politischen Errungen, schäften sowie seinen Reichtum aus 1001 Nacht verdankte Ibn Saud seiner Energie und seinem Sinn fuer eiskalte, nuechterne Berechnung. Frueh war es ihm gelungen, sein Herrschaftsgebiet zu erweitern und sich von der englischen Vormundschaft zu befreien. Doch liess er sich von seinem Nationalstolz und mohammedanischen Glauben nicht daran hindern, mit den unglaeubigen Fremden aus Nordamerika die besten Geschaefte zu machen. Er ueberliess ihnen die Ausnutzung der Oelfelder auf Grund eines 50:50 Profitabkommens. Die«e uepnigen Gewinn brin. genden Verbindungen mit der modernen Welt veranlassten den schlauen Fuchs nun aber keineswegs zu einer Aenderung in der natriarchalisch-rueckstaendigen Gesellschaftsordnung im Inneren des Landes. Die Wuestensoeh- NOBEL UND STOLZ An eine der hiesigen Tages. Zeitungen wurde vor einiger Zeit die Anfrage gerichtet, wieviele der Nobelspreistraeger eigentlich Juden oder j uedischer Abstammung seien. Die Zeitung, welche sonst auf die entlegensten Fragen gern und ausfuehrlich antwortet, konnte diesmal Namen und Zahlen nicht in Erfahrung bringen und daher keine Auskunft erteilen. Erst ein spaeter veroeffentlichter Brief aus dem Leserkreis wies den Anteil der Juden (%) an den Nobelpreistraegern nach. Der Prozentsatz ist im Verhaeltnis zur zaehlenmaessigen staerke des juedischen Volkes aeusserst hoch. Jeder Jude, wenn er nicht gerade selbst zum Typ des geistig degenerierten Kartenspielers, Gaf6- und Nachtlokalbesuchers gehoert, hat ein gewisses Recht, darauf stolz zu sein. Diese Zahlen jedoch in apologetischer Absicht zu zitieren, ist ein naives Unterfangen: kein Antisemit wird sich je von j uedischer Leistung imponieren lassen! In der diesjaehrigen Liste der Preistraeger figurieren zwei hervorragende Bioche. miker, Juden aus Deutschland gebuertig. Krebs und Lipmann wurden aus ihrer Arbeit an einem deutschen bio - chemischen Institut durch den Sieg der Braunen Horden gerissen und mussten als v o e 11 i g unbemittelte Fluechtlinge in England bzw. den USA. Unterkunft suchen. Doch wissenschaftlicher Eifer und Begabung,blieben ih. nen treu und brachten nach vielen Jahren Erfolg und schliesslich Anerkennung. Fuer eine der Fachwelt ungeheuer wichtige Entdeckung erkannte man beiden Gelehrten-den Nobelpreis fuer Biochemie 1953 zu. Oben erwaehnte Tageszeitung mag sie gleich ihrer Liste hinzufuegen. ne an Schwert — aber nicht an Klassenkaempfe gewoehnt, arbeiteten zu Hungerloehnen bei den nordamerikani«chen Gesellschaften. Doch ebenso wenig wie jemand dem Tod entgehen kann, gelingt es einem Land, der Entwicklung aus dem Weg zu gehen. Im selben Monat, in dem Ibn Saud seine uebersatten Augen schloss, erlebte Saudi-Arabien seinen ersten Arbeitskonflikt: Die Arbeiter und Angestellten einer Erdoelgesellschaft versuchten in einem ueberaus gut organisierten Streik hoehere Arbeitsloehne und die Anerkennung: ihrer Gewerkschaft durchzusetzen. Ibn Haud uebergibt also seinem Sohn Saud al Saud ein Koenigreich, in dem die sieben Msásmmasai Muoomm - * * Aus einer Rede Ben-Gurions in der Knesseth Wir entnehmen den juengst erschienenen stenographischen Protokollen der Knesseth: Gegner, die Liebe erwecken “...Wenn ich mich jetzt meinem Kollegen Rosen zuwende —so faellt es mir schwer, Worte der FreuncK schaft zurueck zuhalten. Unsere Beziehungen reichen noch in die Zeit vor seiner Einwanderung zurueck. Der deutsche Zionismus nahm innerhalb des Gesamtzionismus einen ehrenvollen Platz ein, und Rosen war einer seiner begnadetsten und treuesten Fuehrer. Nicht in allem stimmten wir mit den deutnen Zionisten ueberein, beonders ich nicht, der ich zu em Fluegel der Arbeiterbewegung gehoerte, die den ,bg des deutschen Zionisius in mehreren grundlegenen Fragen fuer falsch hielt. Vber auch in der Hitze der Diskussion bestand zwischen ins stets gegenseitige Achtung und gegenseitiges Vertrauen. Rosen ist einer der wenigen, ich moechte sagen, der Auserlesenen, denen es sogar hier, im Staat u. Parament, wo die Wellen des politischen Ehrgeizes hochschla gen und man sich in oeffentichen Diskussionen kaum Zuegel auferlegt, gelungen ist, sich die Achtung und das Vertrauen aller zu erwerben. Und ich glaube, ich uebertreibe nicht, wenn ich sage, dass es in der Knesseth auch nicht eine Fraktion gibt, die Pinchas Rosen nicht perscenliches Vertrauen schenkt — auch wenn sie seine Ansichten und die seiner Parteigenossen in politischen Dingen nicht teilt. Das Auftreten solcher Persoenlichkeiten in der Knesseth gereicht der Allgemeinheit zum Segen. Es faellt mir schwer, einen angemessenen Ausdruck dafuer zu finden, wie angenehm die Zusammenarbeit mit ihm' war, wenn es auch ein offenes Geheimnis ist, dass ich auch in der Regierung in manchen Fragen nicht einer Meinung mit ihm war. Aber ich wuensche mir und allen meinen Freunden immer mit solchen Gegnern zusammenzuarbeiten, Gegnern, die nicht nur Achtung und Wertschaetzung, sondern auch Liebe erwecken”. fetten Jahre sich einem Ende zuzuneigen scheinen. BEN. SEITE 9 UND 10 SIND FUER KINDER, SEITE 11 UND 12 FUER JUGENDLICHE BESTIMMT. GEBT SIE EUREN SOEHNEN UND TOECHTERN! Ein Blick auf die Karte ueberzeugt uns, dass Israel den Negev besiedeln muss, um sicher zu sein. Bei Akaba trifft seine Grenze auf die dreier arabischer Nachbarn. Ilil 3Ö#DANt£N wmm Er ©íbero nö der Wueste

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