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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1953-11-01 · 11 (Noviembre, 1953) · p. Seite 3

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XV (1953)
Issue
11 (Noviembre, 1953)
Date
1953-11-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Noviembre, 1953 BOLETIN INFORMATIVO 3 mit BERUF: ARZT—BERUFUNG: ZUM NATIONALEN DIENST PROLOG IN DER HALLE In der Hotelhalle stehen einige missvergnuegte Gaeste herum; es scheinen Reisende aus aem grossen, noerdlich gelegenen Lande zu sein, die sich mit Landschaft und Menschen von Chile vertraut machen wollten und sich nun vom Wetter an der Ausfuehrung ihrer wanderlustigen Absichten gehindert sehen. Denn draussen hagelt es. Zwei kurze schoe. ne Tage haben urploetzlich ihren Abschluss gefunden, es bewoelkte sich, regnete und wurde kalt. Dafuer kann nun freilich kein Mensch etwas und vielleich aergert es unsere verwcehnten Touristen gar, dass sie niemanden fuer die Naesse die Schuld geben koennen. Nicht einmal dem Hotelportier, an den sie sich jetzt mit einer misslaunigen Frage wenden. Er antwortet etwas und schuettelt mit dem Kopf. Auch mir hatte er so geantwortet. Hoeflich, und beinah besorgt, ob mich seine Verneinung nicht etwa verletzen wuerde. Nein, Herr Dr. Kannowitz, waere nicht da; er sei vor laengerer Zeit ausgegangen und haette nichts hinterlassen. Dabei hatte er traurig den Kopf geschuettelt. Ich sah auf die Uhr; es war zehn Minuten vor der festgesetzten Zeit. Mein Eifer, das mir von Dr. Kannowitz zum Unterhalten bewilligte Stuendchen so lange als moeglich auszudehnen, hatte mir einen Streich gespielt und mich zur Eile getrieben. So also liess ich mich in einem Sessel nieder und wartete. Ich nahm mir auch standhaft vor, nicht enttaeuscht zu sein, wenn der Gast aus Israel ueber seine dringenderen Erledigungen an die Verabredung mit mir vergessen haben sollte. Ein Kaertchen werde ich ihm dalassen, freundlich und ohne Vorwurf “Sollten Sie doch noch einmal fuer mich...”. Mit diesem Gedanken bin ich noch beschaeftigt —es muss auf den Glockenschlag drei, die verabredete Zeit sein!— da stoesst jemand die Eingangstuer auf, geht auf den Portier zu, fragt etwas, wendet sich um und eilt auf mich zu. Da packt er mich auch schon am Arm und meint: “Ich habe Sie doch hoffentlich nicht lange warten lassen? Kommen Sie!”. Es ist Dr. Kannowitz. Da muss ich Caesar korrigierend zitieren: Er kam, ich sah, er siegte... Dr. Kannowitz bot mir einen Platz an, dann wies er entschuldigend auf den Tisch, auf dem sich Buecher, Zeitschriften und Zeitungsausschnitte tuermen. ‘'Ich bereite mich gerade auf den Vertrag heute abend vor!” meint er, setzt aber gleich hinzu, wahrscheinlich damit ich nicht das Emofinden haettezu stoeren: “Bin aber schon so gut wie fertig!” Ich werfe einen Blick auf die Titel der ausgeschnittenen Artikel; fast alle sind den besten Zeitschriften Israels und Nordamerikas entnommen und be_ handeln die geistigen Grundfragen juedischer Existenz. Die Gruendlichkeit, mit der sich der Magbit . Emmissaer fuer seine Ausführungen an uns vorbereitet, stimmt mich bewundernd und dankbar; doch kann ich nicht umhin, an mein Gegenueber die neugierige Frage zu stellen, wann er denn die Zeit gefunden haet. te, die Lese— und Auslesetae. tigkeit zu bewerkstelligen. Dr. Kannowitz laechelt: “Ja, da muesste ich Ihnen von meiner Frau erzaehlen — aber nur privat! In Ihr Blatt duer. fen Sie das nicht bringen, es hat ja keine Bedeutung fuer die Leser!”. Ich beschliesse bei mir, diesem Rat keine Folge zu leisten und begnuege mich daher mit einem unbestimmten Kopf, schuetteln. So erfahre ich, dass Dr. Kannowitz in seiner Frau die beste Sekretaerin gefunden hat, oder “eigentlich noch mehr, denn sie sei ihm in Allem ueber”. Aus Russland gebuertig, dort im hebraeischen e*. zogen, spaeter Studentin in Deutschland verbindet die Beim Betreten von dem bescheidenen, aeusserst kleinen Hotelzimmer, in das mich Dr. Kannowitz fuehrt, faellt mir einiges ueber die wohlwollende Auseinandersetzung ein, die zwischen den hiesigen No. tabeln und unserem Gast fitattgefunden hatte; jene hatten ihn vorsorglich in dem vornehmsten Hotel untergebracht,der Doktor aber war nicht eher zufrieden, bis man ihm eine bescheidenere Unterkunft besorgt hatte. Es ge. he ihm nicht um die “Repraesentatlon”. vielmehr um die “Produktion” —die sollte gut und erfolgreich verlaufen, (und, wetss Gott, sie tat es!). ☆ 'SEI DANKBAR: DU WURDEST GERETTET lern * Altersheim Kinderheim u.a.) MAGBIT; PRODUKTIVE ARBEIT Aufbau* Verteidigung) Schu* m&mi ÄÄ1 Mi mam Frau unseres Schaliaeh die verschiedensten Kulturen in Bildung und Wesen. S i e spricht und liest in sieben Sprachen und sie hat ihm fuer seine wichtige Reise das “geistige Futterpaket” sorgfaeltigst vorbereitet. Nein, ich habe keinen Beruf sschaliaeh vor mir! Auch vor diesem, der sich einen schweren und undankbaren Beruf zu eigen gemacht hat, sollten wir tiefste Achtung empfinden. Doch bei Dr. Kan. nowitz, dem vielbeschaeftigten Kinderarzt in Israel kommt das eindrucksvolle Element der Spontanitaet hinzu: Man glaubt, ihn zu sehen, wie er seinen weissen Kittel ablegt und mit einem Seufzer sagt: Wenn Ihr mich denn braucht, nun in Gottes Namen, hier bin ich! Und so macht er sich auf den nicht sehr bequemen Weg, zoegernde und verschlossene Judenherzen an ihre Aufgaben und Pflichten zu mahnen. Er kommt, ohne die professionelle Baggage an Schlagworten und politischen Gemeinplaetzen (die parteipolitische Intcxation, wie er sie nennt, ist ihm verhasst),»nur mit seinen eigenen, ehrlich erarbeiteten Ideen, die er allerdings kunstvoll und eindringlich zu formulieren weiss. (Sehlus Seite 4) ISRAEL - Bericht als Auftakt zum Magbit Zum ersten Mal seit Bestehen unserer Gemeinde hat die Sochmuth (Jewish Agency) in Jerusalem einen Schaliaeh nach Chile ge .schickt, der in erster Linie die Juden aus Deutschland besucht und uns in unserer Sprache und in unserem Geist von Israel zu berichten weiss. Unser Praesident Dr. Landau begruesste ihn am Donnerstag, den 15. Oktober vor sei. nem Vortrag ueber das ThP. ma: “15 Jahre Medinat Israel, Licht und Schatten”, in MAGBIT: ssssss r I ' >" Hl.*, v dem er hervorhob, welche Be. deutung es fuer uns habe, dass ein “Verwandter”' ums an diesem Abend ueber unsere “Verwandten” berichte. Dr. Kannowitz ist ein Mam. mit Geist und Charme, der sich nicht nur an oas Herz, sondern auch an den Verstand wendet und der gekom. men ist, um insbesondere ln unserem Kreise die Bande mit Israel zu vertiefen. Er begann seinen Vortrag mit einem Bericht ueber den Emgiiederungsprozess der Juden aus Deutschland in den Jahren 1933-1939, in jenes Leben Israels,. das wir nicht geschaffen haben, sondern dessen Grundlagen vor allem von den russischen Juden der 2. Alijah gelegt worden sind. Die Juden aus Deutschland haben sich mit ihren Gruppeneigen, schäften in dieses Land, im dem 74 verschiedene jiuedische Grupoen leben, aut »imgecrdnet. Sie sind, wie er tret. fend formulierte, keine Menschen, die eine Festung stuermen koennen, aber sie halten eine Festung. Darum haben sie an den heroischen Eroberungen nur einen kleinen An. teil und trotzdem gelang es ihl nen dem Land ihren Stemmet aufzudruecken. Alle anderen Alijoth kamen zu ihren Landsleuten. Fuer die Juden aus Deutschland waren alle Probleme neu. Darum konnten sie sieh nur schwer einordnea. Sie hatten Schwierigkeiten mit der Sprache; ¡. sie brachten eine aes&etisah» ievotutücn,. denn sie >[ ((SßblMßs S»*te 4t

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