Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XV (1953)
- Issue
- 3 (Marzo, 1953)
- Date
- 1953-03-01
- Page
- Seite 13 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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BOLETIN INFORMATIVO 13 >3 rophet auf in Israel wie Mose der Kinder Israels aus Aegyps verknuepft; er floesste den er- . ein, er erzwang dann ihre Freieireiung erst ihren wahren Sinn, ite, in ein Volk, das durch sein, uen religioesen und ethischen aen geistigen Errungenschaften ie durch Vergleiche mit von ani ten. In ihrer parteiischen Kurzj ¡iche die Gestalt Moses und sei-! i werden: gerade darin, worin j sehe Monotheismus ueber den! yaelzende, Einmalige. Andrerj gruendlich von den verschiedei ut mit unseren unabhaengigen; ade vor Christus ueberein, dass; ade Geschichtlichkeit bezweij i! st, tritt rechtmaessig der, der in amueckte das juedische Volk s; Legenden und Maerchen erle Satzungen oder gar Buecher ahend alles Sagenhafte, das uns noch derselbe imposante Gerer geschichtlichen Wirksamkeit it im Bewusstsein der Voelker! Buecher und Abhandlungen,! ¡geben, das zwar weit entfernt j unte Splitter aber ein beredtes ' r und Voelker dazu treibt, mit B. & Wolter er schoepf fce Waere Jahwe ein kenitischer Gott gewesen, wie manchmal behauptet wird, so haetten sich unserer Meinung nach die Keniter zur fuehrenden Nation entwickelt und Israel waere in ihnen aufgegangen. Denn es war die Religion, der charakteristische Glaube in Gott, der zu einem grossen Teil die nationale Besonderheit der antiken Nationen und Staemme bestimmte . Dass Israel zur fuehrenden Nation wurde, verdankt es seiner Religion. Woher Moses seine Gottesidee und die davon abhaengigen Ideale schoepfte, bleibt das Geheimnis seines religioesen Genius und seiner religioesen Erfahrung. (Kittel, Scientific Study). Was er wirkte Was erbaute unsere Kathedralen? Betrachte den Kern dieser Sache: es war das goettliche Hebraeische Buch, das Wort teilweise des Mannes Moses, der als Geaechteter seine midianitischen Herden betreut, vor viertausend Jahren, in der Wildnis des Sinai! Es ist eines der seltsamsten Dinge, aber darum nur umso wahrer. (Carlyle, Heroes). Name sehen Namen traegt, gehoert ¡er der Situation: es ist angyptisierter Volksteil, dem er * zum Aegypter machen will, ►den, auf der sie waechst. Die imen freilich aus hebräischer m Nil) Gezogene” erklaeren. in nur bedeuten: der Herausif hinzudeuten, ist, wie mich •he Absicht dieser Etymologie; tn, der Israel aus der Flut ge- Tradition bestanden hat, geht unverstanden gebliebenen— i merkwuerdigen Hymnus, der fgenommen worden ist, heisst Tage der Urzeit” und darauf Mno, was zunaechst kaum et- »nt als: Moses, seines Volkes; lügenden Zusammnhang! Der merken, dass hier der Name *n werden soll: Gott gedachte es, des Mannes, der das Volk tte. (HUBER) Mose und der Berg Sinai I Der Berditschewer wurde i einst gefragt: “Wie ist es zu 1 verstehen, dass Mose, der in I seiner grossen Demut Gott gebeten hatte, einen andern zu Pharao zu entsenden, sich : nicht einen Augenblick weii gerte, die Thora zu empfan-! gen?”.; “Er hatte gesehen —wie der : Midrasch erzaehlt—, “antwortete der Rabbi, “wie die hohen Berge vor Gott erschienen und jeder sich die Gunst erflehen.wollte, dass auf ihm die Offenbarung geschehe, wie Gott sich aber den kleinen Sinaiberg erkor. Darum folgte er, als auch er sich auserwaehlt sah, ohne Widerstreben dem Ruf”. (Chassidische Erzaehlung) Seine Lehre Tatsaechlich muss jeder, der die wiedergegebenen Meinungen von Moses vorurteilslos betrachtet, klar einsehen, dass es Moses war, der Gott als das Wesen erkannte, das immer existiert hat, das existiert und existieren wird, und darum benennt er Ihn mit dem Namen Jehovah, welcher im Hebraeischen diese drei Phasen der Existenz ausdruecken. Von Seinen Eigenschaften lehrte Moses, dass Er gnaedig, voll des Erbarmens aber ein eifervoller; Gott sei. Schliesslich glaubte und lehrte Moses, dass dieses goettliche Wesen so verschieden von allen anderen Wesen sei, dass es durch keinerlei Abbild irgend eines sichtbaren Gegenstandes ausgedrueckt werden koenne; auch, das man Ihn nicht erblicken koenne, und das weniger aus einer bedingten Unmoeglichkeit als aus der menschlichen Unfestigkeit heraus; weiter, dass auf Grund Seiner Macht, Er Einig und Einzig waere. (Spinoza, Tractatus Theologico-Politicus). Rembrandt: Moses zerschmettert die Tafeln Glaube und Gesetz Vernimm: Ich glaub an Gott, den Ewig-Einen, Der kreisen laesst das All, selbst unbewegt, Durch seiner Liebe Kraft, der selbstlosreinen! Nicht Metaphysik noch Physik erregt Mir diesen Glauben, und er wird vertreten Dii'ch jene Wahrheit, die uns ist belegt Durch Moses, ihn, der Gott versoehnte Und sein Gesetz erliess dem Volk zum Frommen. (DANTE, GOETTLICHE KOMOEDIE) Th. Mann; So sagt Amen! Das Gebluet merkte bald was es heissen wollte, einem \ zornig-geduldigen, dem Un- : sichtbaren verantwortlichen Werkmann gleich Mosen, in die Haende gefallen zu sein, und merkte, dass jene unnatuerlhhe Weisung, es sei jedes Freudengeschrei zu unterlassen, ueber des Feindes Ersaufen, nur ein Anfang gewesen war —und zwar ein vorwegnehmender Anfang, der schon weit im Gebiet der Reinheit und Heiligkeit lag und viele Voraussetzungen hatte, die zu erfuellen waren, ehe man dahin gelangte, eine solche Forderung nicht als voellig uunatuer ich zu empfinden. Wie es aussah in dem Gehudel, und wie sehr es ein blosser Rohstoff war aus Fleisch und Blut dem die Grundbegriffe der Reinheit und Heiligkeit abgingen; wie sehr Mose von vorn anfangen und ihnen das Frueheste beibringen musste, das merkte man den notduerftigen Vorschriften an, mit denen er daran herumzuwerken, zu meissein und zu sprengen begann nicht zu ihrem Behagen; der Klotz ist nicht auf des Meisters Seite, sondern gegen ihn und gleich das Frueheste, was zu seiner Formung geschieht, komm ihm am allerunnatuerlichsten vor. Immer war Mose unter ihnen, bald hier, bald da bald in diesem und bald in jenem Dorflager, gedrungen, mit seinen stechenden Augen und seiner plattgetriebenen Nase, schuettelte die Faeuste an breiten Handgelenken und ruettelte, maekelte, krittelte und regelte an ihrem Dasein, ruegte, richtete und saeuberte daran herum indem er die Unsichtbarkeit Gottes dabei zum Pruefstein nahm, Jahwe’s, der sie aus Aegyten gefuehrt hatte, um sie sich zum Volk zu nehmen, und der heilige Leute an ihnen haben wollte, heilig, wie Er es war. Du sollst sauber sein und dich viel mit lebendigem Wasser baden um der Gesundheit willen; denn ohne die ist keine Reinheit und Heiligkeit, und Krankheit ist unrein. Denkst du aber, Poebelei ist gesuender denn saubere Sitte, so bist du ein Bloedian und sollst geschlagen sein mit Gelbsucht Feigwarzen und Druesen Aegyptens. Uebst du nicht Sauberkeit, so werden boese schwarse Blattern auffahren und Keime der Pestilenz gehen von Blut zu Blut. Lerne unterscheinden zwischen Reinheit und Unreinheit, sonst bestehst du nicht vor dem Unsichtbaren und bist nur Poebel. Unterscheide! sage ich dir und sei heilig vor Gott, sonst kannst du nicht heilig sein, wie ich dich haben will. Du isst ja alles durcheinander, ohne Wahl und Heiligkeit, wie ich sehen muss, das ist mir ein Greuel. Du sollst aber das eine essen und das andere nicht und sollst deinen Stolz haben und deinen Ekel, So machte er ihnen Speisevorschriften und schraenkte sie ein in Dingen der Nahrung, aber nicht nur in diesen Ebenso tat er es in Dingen der Lust und Liebe. Man stelle sich ihre Bestuerzung vor ueber all die Einschraenkungen! Sie hatten zunaechst das Gefuehl, dass ueberhaupt vom lieben Leben beinahe nichts uebrig bleibe, wenn man all dies befolgte. Er sprengte mit dem Meissei an ihnen herum, dass die Stuecke flogen, und das war sehr woertlich zu nehmen, denn mit den Ahndungen, die er auf die schlimmsten Ueberschreitungen der Schranken setzte war es kein Spass. Wie gross war ihre Bestürzung! Nicht einmal Trauerschnitte sollten sie sich machen und sich nicht em bisschen taetowieren Sie merkten, was es auf ‘sich hatte mit der Unsichtbarkeit Ciottes. Halte dein Herz, im Zaum sagte er ihnen, und wirf nicht dein Auge auf eines anderen Habe dass du sie haben moechtest, denn leicht bringt dich das dazu, sie ihm zu nehmen, sei es durch heimliche Entwendung, was eine Feigheit ist, oder indem du ihn totschlaegst, was eine Roheit ist. Jahwe und ich wollen euch weder feig noch roh, sondern die Mitte davon sollt ihr sein, naemlich anstaendig. Mache ueberhaupt nicht einen so dummdreisten Unterschied zwischen dir und den anderen, dass du denkst, du allein bist wirklich und auf dich kommt’s an der andere aber ist nur ein Schein. Ihr habt das Leben gemeinsam, und es ist nur ein Zufall, dass du nicht er bist. Darum liebe nicht dich allein, sondern liebe ihn gleicherweise und tue mit ihm, wie du wuenschen wuerdest, dass er mit dir taete, wann er du waere! Seid lieblich miteinander und kuesst die Fingerspitzen, wenn ihr einander voruebergeht, und neigt euch mit Lebensart und sprecht den Gruss: “Sei heil und gesund!”. Denn es ist ebenso wichtig, dass jener gesund ist, wie dass du es bist. So sagt Amen zu alledem! Und sie sagten Amen. ‘JLass mein Volk ziehen!” (Szene aus Fry’s Moses- Drama) Im Bild: Premierauffuehrung in einem Berliner Theater, mit Emst Deutsch als Moses. Der englische Dichter Christopher Fry, der Shakespeare unserer Tage genannt, hat kuerzlich seine Moses-Tragoedie “Der Erstgeborene” zur erfolgreichen Urauffuehrung gebracht. Moses, aegyptischer Prinz und erfolgreicher Feldherr, kommt nach seiner Flucht Ui der Stunde der Gefahr zurueck, um seine Anklage gegen den Frondienst vorzubringen und fuer sein Volk Freiheit zu fordern. Er ist ein Mann des Schicksals, der zum Sprachrohr Gottes geworden ist; es ist die Einsamkeit des Auserwaehlten aber die das eigentliche Problem des Dramas darstellt.