Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XIV (1952)
- Issue
- 12 (Diciembre, 1952)
- Date
- 1952-12-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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10 "BOLETIN INFORMATIV O” Diriemb ISRAEL TRAUERT UN SEINEN PRAESIDENTEN Sohn des jmedischen Volkes Von HAI Die Nachricht vom Ableben Weizmanns rief dank seiner einzigartigen Persoenlichkeit ein ungeheures Echo auf der ganzen Welt, unter Wissenschaftlern und Staatsmaennern, Diplomaten und Kuenstlern, Herrschern und Volksmassen hervor. Bei der Judenheit der ganzen Welt herrschte tief empfundene Trauer. Ungeheuerlich er. schuettemd jedoch war die Reaktion bei denen, die der Verlust am unmittelbarsten betrifft, den Einwohnern des Staates Israel, die sich diesen ueberragenden Menschen zum Praesidenten gewaehlt hatten. Maenner, Frauen, Kinder weinten bei der traurigen Nachricht, bei der selbst der Sprecher im Radio die Festigkeit seiner Stimme verlor und sie unter Traenen verlas. Ein gewaltiger Zug von vielen Tausenden nach Rechovot setzte ein, mit Sonderautobussen und Extrazuegen aus Tel-Aviv und Haifa, um von dem verehrten und geliebten Chaim Weizman letzten Abschied zu nehmen. Schweigend gingen die vielen Menschen am Sarg vorbei an dem zwei Polizisten und zwei Mitglieder des Weizmann . Forschung-Instituts die Ehrenwache hielten. Im ganzen Land herrschte gedaempfte Stille; Schulen, Regierungsaemter, Thaeter wurden bis nach der Beerdigung geschlossen; das Radio hatte jede Programm - Sendung unterbrochen und widmete diese Stunden dem Andenkeen an den Verstorbenen; Musik wurde nirgends ausgeuebt; alle Fahnen waren auf Halbmast; ein ganzes Volk fuehlt sich verwaist; ein ganzes Volk trauert. UEBEB SEINE PERSOENLICHKEIT Wer Weizmann in der Hauptsache als den Mann sieht, dem die Faehigkeit gegaben war, vor den Staats. maennern der Welt unsere Forderungen zu vertreten, sieht ihn klein —so ungeheuer bedeutungsvoll diese Faehigkeit fuer uns auch war. Wesentlicher war seine F'orderungan uns selbts; wesentlicher, dass gerade er, der uns alles gebracht hat, was wir politisch ueberhaupt erreicht haben, doch vom ersten Augenblick verstanden hat, dass jeder politische Erfolg nur eine leere Formel bleibt, solange wir sie nicht mit Blut und Geist erfuellen. Und nicht nur verstanden, sondern sich nun aufgemacht hat und all die Jahre vor der Staatsgruendung hindurch von New York nach Jerusalem, von Jerusalem nach Czemowitz und von Czernowitz nach London gejagt ist, um diesen Gedanken —diesen, wenn man so will, sehr einfachen Gedanken immer wieder in die juedischen Herzen und Hirne zu haemmern. Maskir der Frauen Was ist der Mensch, dass du, oh Gott, des Menschen noch gedenkest? Was ist das Leben, das in Gnaden du ihm stets von neuem, schenkest? Denn eitel ist sein Streben, wie ein Schatten zieht er hin und am Ende seiner Tage sucht er des Lebens Sinn. Du schufst ihn wie die Blume, die im Morgentau erblueht; und blass am Lebensabend und welk er vor dich hin dann tritt. Und was der Mensch errungen, es folgt ihm nicht ins Grab, ab faellt von ihm das Leben das einstens Gott ihm gab. Und in der letzten Stunde verweilt sein mueder Blick auf seinem Lebensbuche sein Geist blaettert zurueck. Recht tun, Unschuld und Guete als goldener Vermerk aus seinem Lebenswerk, in grossen Lettern strahlet Und auf der langen Reise traegt er es still mit sich, Gott selber ist der Pruefer am hohen Richtertisch. Weh, dir, oh Mensch, kommst du zu Ihm mit leeren Armen, glanzlas dein Buch, und flehst um Sein Erbarmen. Du aber, Chaim Weizmann, als du dein Buch gelesen, du bist kein muess’ger Sucher nach gold’ner Schrift gewesen. Vereintest Weisheit, Guete im Dienst der Judenheit mit Aufopfrung und Treue, und in Bescheidenheit. Du bist von uns gegangen aus Dunkel in das Licht, aus Truebnis und aus Taeuschung, vor Gottes Angesicht. Wenn je.tzt wir jued’schen Frauen den Blick in Demut senken, so bitten wir um Segen in deinen Angedenken. Was du erkaempft, erstritten, hast du fuer uns erreicht; Taudoh rabboh, du Grosser, die Erde sei dir leicht. LENE BACK Praesident des freien Staates .Hs Wiederum hat die Hist T gender Einfachheit und S< k llele von Wucht und PTaez : te zeichnen koennen. ist Geschichte durch die Ew . projiziert worden. Sie heisst Mose und . Verkuender und der Erobe Land nur noch erschauen im Namen des Volkes Besii me verteilte. HERZL UND WEIZMAN1 iS! Hi*!!f'#l i!|‘!?■ * i i'i -j *j!«| Beider Namen sind unz trennlich verbunden. E: Gnade der Vorsehung 1 uns diese Fuehrerperso( lichkeiten in der Reihenfo 6 beschert in der sie auftrei konnten und mussten. E ¡1 Herzl, dann Weizmann.; Altersabstand von etwas v niger als einer Generatii So, dass sie sich noch kar ten. Erst den Prophet dann den Politiker. Nach di Architekten den Baumeiste Herzl zeichnete sich dui die Kuehnheit seiner Pha tasie aus. Weizmann dur die Praezision seines Real mus. Herzl verkuendete < fernes Endziel. Weizmann < moeglichte den taeglich Vormarsch, Schritt um Sc ritt, durch Staub und Hit Man muss ihn gesehen haben; man muss einmal von seiner durchaus koeniglichen Art erfasst worden sein. Er hat einmal davon gesprochen, dass es zwei Arten von Wuerde gibt: die eine sei ‘die mechanische Wuerde, die sich darin ausdrueckt, sich in Positur zu werfen, den Staatsmann zu spielen..von der anderen spricht er nicht weiter, und er braucht das auch nicht. Man wird nicht umhin koennen, diese seine Haltung, die Wirkung, die von seiner Persoenlichkeit ausgeht, mit als Erklaerung fuer einen historoischen Akt heranzuziehen, fuer die Tatsache naemlich, dass wir eine Balfour- Deklaration bekamen. Es ist bekannt, dass Lloyd George ihn fragte, womit er ihn fuer die Dienste belohnen koenne, die er der englischen Regierung waehrend des Krieges geleistet hatte, und dass er antwortete, er wolle nichts fuer sich, er wolle ein Heim fuer sein Volk. Das Grossartige darin, das den Mann charakterisiert, liegt nicht in der Antwort selbst —die haette mancher andere Zionist wohl auch gegeben—, es liegt in der Tatsache, dass er bekommen hat, was er wollte. Was stand schliesslich hinter ihm? Imponderabilien, die in der Welt realer Gegebenheiten wenig zu besagen haben. Was er als entscheidenden Faktor mit sich brachte, war eben diese seine ueberragende Persoenlichkeit. Er erzaehlte einmal die Geschichte von dem armen Bocher, der in die weite Welt ging und zu einem Koenig kam und ihm sagte: Gib mir deine Tochter. Und der Koenig gab sie ihm. Er erzaehlte dies eben als Maerchen, und um zu sagen, dass die Wirklichkeit anders aussieht. Aber fast dieses Maerchen hat sich an ihm selber ereignet, und er haette eigentlich zufuegen sollen, dass es eben doch auf den Bocher ankommt... Gustav Krojanker Daten ans seinem Lieben 1874 Geboren als drittes Kind von Oser und Rahael Wel mann in Motol bei Pinsk. Hebraeisch-juedische Ausb düng im Cheder; 1886 Einschulung ins Gymnasium in Pinsk. In den oberst Klassen beginnendes Interesse fuer Chemie; 1891 Nach der bestandenen Reifepruefung Uebersiedlu nach Deutschland (Pfungstadt, Darmstadt, Berlii und Studium an dortigen Universitaeten. Kontakt x zionistischen Zirkeln der russisch-juedischen Si denten; 1898 Zum ersten Zionisten-Kongress als Delegierter g waehlt; 1900 Erwerbung des Doktor-Titels. Prfvat-Dozent in Ge Verkauf der ersten Erfindungen an deutsche (I. G. Fi benindustrie) und franzoesische chemische Firm Teilnahme am 4. Zionisten-Kongress; 1904 Uebersiedlung nach England (Manchester, London). 1906 Heirat mit Vera Chatzmann; 1907 Propagation des “synthetischen Zionismus”, als Ver nigung der praktischen mit den polistischen Tendi zen; 1916* Erfindungen fuer die englische Kriegsindustrie^ Ernennung zum Direktor der chem. Laboratorien < englischen Admiralitaet; 1917 Balfour-Deklaration erwirkt; 1918 Grundsteinlegung der Hebraeischen Universitaet; 1920 Praesident der Zionistischen Weltorganisation; 1929 Praesident der Jewish Agency; 1932 Einweihung der Daniel-Sieff-Instituts; 1936 Rede vor der Koeniglichen (Peel-)Kommissiön; 1947 Rede vor der UNO-Palaestina-Kommission; 1948 Wahl zum ersten Praesidenten der Republik Israel Nachhall in dei BEN-GURION: israelischer Regierunsch ef “Weizma: tion einen Platz ein neben den Grossen des Altertums, i den Propheten und Koenigen, denen die mit gewirkt hab Lebens durch viertausend Jahre. Viele Buecher werden unseres Volkes, und seine Taetigkeit geschrie ben werden trug: die des Staatsmanns und die des Wissenschaftler HARRY TRUMAN, Praesident der U S. A.: “Mit d ersten Praesidenten Israels, hat die Mensch-heit einen Aufopferung fuer das Nationalheim des jue dischen Vo Verwirklichung wie auch als Haupt der neuen Regierung, von Millionen erworben E.r war ein Mann voll eisheit und gekannt zu haben”. KOENIGIN ELISABETH II, von England “Mit tic ben, Dr. Chaim Weizmanns, der sein Leben so selbstlos d hat”. WINSTON CHURCHILL, Premier-Minister England genden Mitbuerger verloren und Israel einen treuen Sohr TRYGVE LIE, Generalsekretaer der UN O: “Der Na hoch verehrt werden als der eines Staatsmanns mit selte spiel seines Lebens wird fuer alle diejenigen ein Anspoi streben”.