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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1952-09-01 · 9 (Septiembre, 1952) · p. Seite 4

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XIV (1952)
Issue
9 (Septiembre, 1952)
Date
1952-09-01
Page
Seite 4 (sequence 6)
Language
German
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BOLETIN INFORMATIVO Septiembre, 19S2 Die Wahrheit tun, weil sie die Wahrheit ist! EIN SPRUCH DES MAIMUNI Von MARTIN BUBER •■»»er aas inebe dient; dass der sich mit der Lehre und den Geboten befasst und in den Bahnen der Weisheit geht, geschieht nicht um irgendeines Dinges der Welt willen und nicht aus Furcht vor dem Ue. bel und nicht um das Gute zu erwerben, sondern er tut die Wahrheit deswegen, weil sie die Wahrheit ist... Und das ist die Stufe unseres Vaters Abraham, den der Hei-ige, gesegnet sei Er, seinen Liebenden genannt hat, da er nicht anders als aus Liebe diente. Und das ist die Stufe, die der Heilige, gesegnet sei Er, uns durch Mose geboten hat, wie es heisst: ‘Liebe IHN deinen Gott”. Dieser Spruch des Maimuni aus dem letzten Abschnitt seiner “Regeln der Umkehr” scheint mir sein eigentlichstes Vermaschtnis an diese unsere Stunde zu sein. Gott lieben heisst die Wahrheit tun, weil sie die Wahrheit ist. Gott lieben — aber wissen wir denn in dieser Zeit der Verdunkelung aller Schau und der Unaussprechlichkeit aller Namen noch, wer Gott ist? Und muessten wir es nicht wissen, um ihn lieben zu koennen? Die Wahrheit tun — aber wissen wir denn in dieser Zeit tausendfaeltiger Ver. zweckung, Vermischung, Verfaelschung der Wahrheit noch, was Wahrheit bedeutet? Und muessten wir es nicht wissen, um sie tun zu koennen? Aus Maimunis Spruch wird uns die. Antwort gegeben. ‘‘Die Stufe unseres Vaters Abraham”. Als die Stimme des noch Unbekannten erstmals, unvermittelt aus aller naechster Unendlichkeit an Abrahams hoerendes Herz dringt: “Gehe vor dich hin aus deinem Land, aus deinem Geburtskreis, aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dich sehen lassen werde”, fragt er den, der sich ihm ja noch nicht kund,getan, der ihm nur erst befohlen hat, nicht: “Wer bist du?”, sondern er geht. Und erst allmaehlich aui seinem langen Gang durch das Land erfaehrt er, wer ihn angeredet hatte. Ja aber — werden wir denn noch angeredet? --—-Z'ET'aSt H LrdSHi was euch widerfaehrt, birgt sich als in ihrem Exil die Stimme. JTai aber — wird uns denn in dem, was uns widerfaehrt, gesagt was wir ton sollen? Wieder gibt uns der Spruch die Antwort. “Liebe IHN deinen Gott mit all deinem Herzen, mit all deiner Seele, mit ah deiner Macht". Erkunde, was du mit DIE MELODIE DER EHRFURCHTGEBI1TEHDEN TAGE Von Rabbiner EGON LOEWENSTEIN WENIG fehlt nur noch und wir wenden auf’s Neue ein Blatt in der Zahl der Jahre der Geschichte unseres alten Volkes. Wieder werden die Melodien extoenen, die uns so heimlich und traut klingen. Alle diese Melodien uebertoent der Urlaut des Scholar. Und wenn das Schofar ertoent, um ein neues Jahr anzukuendigen, schreitet das juedische Volk hoffnungsvoll und erwartungsbereit gemeinsam einem neuen Jahr entgegen. Was immer uns auch trennt, welche Gegensaetze im Laufe des Jahres auch die Gemueter bewegen moegen, in diesen Tagen denken wir an jenes schoene Wort: “Hine ma tow uma naim schewet achim gam jachad” .— wie schoen und lieblich ist es, wenn ganz Israel einheitlich und bruederlich zusammen wohnt. Da kommen jene in die ttactten des Gebets, die wah- e innere juedische Froemigkeit erfuellt, die nicht des K ■>“ ,>>"‘#*1 ehofarrufes beduerfen, um s J dt sich und ihrem Gewissen n G,0tt;shaus Einkehr zu alten. Da sind auch jene ie sich wahrend der Tage 3s Jahres zu nationaler Tat t kultureller Arbeit und zu zialem Tun finden. Aber lehrend der Jomim Nauim kommen auch jene tehne Israels zu uns, die akvem juedischen Leben ent- ■emdet, die sich vom Mue- 3n und Hasten des Alltags 3berwaeltigen lassen und aehrend der Tage und Fe- .esstunden des Jahres nicht m sehen waren. Sie alle rufen die Melodien und der all deiner Seele tun kannst! Was du mit all deiner Seele tun kannst, so. dass aus keinem Untergrund deiner Seele r’a keinem Augenblick letzter Besinnung deinem Vorhaber. 3in Widerspruch begegnet, — was du mit all deiner Macht tun kannst, so dass all dein Wesen ganz und einig ist ir. einem Tun, das ist die Wahrheit. Worin wir ganz und einig werden koennen, das sollen vir tun. Wenn wir es ton. werden wir zu lieben beginnen üinen Unbekannten erst. Aber dann werden wir erkennen, .ven wir lieben. Schofarton. Gemeinsam begehen wir die ehrfurchtgebietenden Tage. Man hat die letzte Gruppe die 3-Tage-Juden genannt, und man muss fragen, was zieht diese Juden an diesen 3 Tagen des Jahres in die Gotteshaeuser? Die meisten ven ihnen verstehen nicht die Sprache der Gebete; das Gebetbuch'ist ihnen ein Buch mit 7 Siegeln. Der geistige inhalt isD ihnen zumeist fremd geworden. Suende, Busse sind fuer sie ohne inneren Gehalt. Sie kommen, weil sie doch eine ihnen selbst oft unerilaerliche Bindung zur Gemeinschaft Israels empfinden. Einmal im Jahr wuensch;n sie sich mit der Vergangenheit zu verknuepf-en. Wenigstens in,diesen 3 Tagen ..es Janres wollen sie sich ih-;er Zugehoerigkeit zur Gemeinschaft des juedischen Volkes bewusst werden. Sie suchen die alten, vertrauten, j. kannten Melodien dieser Tage des Festes. Dann stehen vor uns jene laengst versunkenen Zeiten unseres “frueaertn Lebens”, als wir mit anderen Menschen unter ganz rnderen Lebensbedingungen Jie ehrfurchtgebietenden Tage begingen. Wir sehen vor uns die trauten, oft nur von ¿ezaehlten Familien getrageten Betstuben, oder auch die srunkvollen Synagogen, die mser Stolz waren. Im Geiste «gleiten uns alle jene, die ms die ersten Schritte ins --eben fuehrten. Diese Erinterungen werden lebendig, venn das Schofar ertoent tnd die Melodien erklingen. Es ist dieser Zauber der Jomim Nauroim, der uns in diesen Tagen wieder zusam- Awf drei Dingen beruht die Welt: auf der Lehre, dem Dienst und der Wohl taetigkeit... - ■ -t um mm IMHgNBBP «í - , . vdMpsNMiiiMNi '■ - ééImé ■* i: WÁ\ V*Vk. ■Wi-’-f-é, ' mmmémrmhí ■mtm müi 0^00 liliÜ li I '-An«*- / v 4 &m¡ i!§fp¡i

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