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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1952-09-01 · 9 (Septiembre, 1952) · p. Seite 5

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XIV (1952)
Issue
9 (Septiembre, 1952)
Date
1952-09-01
Page
Seite 5 (sequence 7)
Language
German
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Septiembre, 1952 BOLETIN INFORMATIVO 5 menfushrt. Ihrem Bann vermag sich keiner zu em^enen, er sei denn, er hat sich schon ganz losgeloest von der juedischen Gemeinschaft; sein juedisches Gefuehl sei schon ganz erstorben. Solange diese Erinnerungen noch in uns wach sind, wir sie nicht ijn Getriebe unseres juaoum verlieren, vermoegen sie immer wieder ein Antrieb in unserem Leben zu werden. Sie gleichen jenem Funken, der gerade noch glimmt, der aber in jedem Augenblick wieder eine hell auf lodernde Flamme zu werden vermag. Vom Dubnoer Maggid wird erzaehlt: Als er einmal in einer Gemeinde sprach, in der viele aufgeklaerte Juden waren, fuehlte er, dass seine Worte nicht zuendeten. Und er schloss seine Rede mit einem Gleichnis: Ein Bauer kaufte sich einen Blasebalg. Er hatte sich bis dahin sein Feuer immer selbst anblasen muessen, nunmehr besass er einen mechanischen Blassap. parat. Und er blaest, aber das Feuer entzuendet sich nicht — wegen einer Kleinigkeit. Er hatte vergessen, dass der Blasebalg nur dann ein Feuer entfacht, wenn in ihm ein Funken vorhanden ist. Aber wenn bei Euch, schloss der Maggid sein Gleichnis, der Funken fehlt, — was kann da alles Blasen helfen? Dieser Funken in uns, das sind die Jomim Nauroim. Solange dieser Funken in uns ist, vermag ein Feuer daraus zu w irden, das Feuer der Be.1 geisterung. Dieser Funken vermag umzuschlagen in eint, neue bewegende Kraft — in den Wixlen zu einem juedischen Leben. Diese Tage sol. xen uns he-fen, aen Funken in uns zu bewahren, damit wir nicht ganz seelenlos und willenlos der uns umgebenden Welt ausgelieiert werden. Aus den Traeumen an den Tagen des Gerichts, aus den Melodien in den Stunden der Erinnerung, aus dem Schofarruf der Tradition soll eine hell, aufleuchtende Flamme wer. den, die uns befaehigt, den Funken in uns und in dem Leben unserer Familien vor dem Ersticken zu bewahren. Denn die entscheidjende Frage dieser Tage ist nicht nur die, dass wir diesen Funken m uns bewahren, sondern auch imstande sind, ihn in unseren Kindern zu entzuen. den, damit die Melodie juedischen Lebens weiterklingt. Moegen auch in diesen Melodien neue Toene erklingen, Toene, die wir nicht gekannt, aie den Willen unserer Jugend, ausdruecken, am Leben unseres Volkes weiterzujauen. Das Grundmotiv dieser Melodie darf nicht zerstoert werden, wenn das juedische Volk sich nicht selbst zerstoe. ren will. Erst in der Synthese aller dieser Melodien — der alten und der neuen — tritt das wahre Antlitz Israels hervor. Moege ein jeder von uns die Kraft haben, aus den Traeumen und Nachsinnen .. : Rabbinischer Gelehrter (A. Heine) dieser Tage die Antwort fuer die Fragen seines eigenen Lebens zu finden und den Funken zu einer Flamme zu entzuenden. Dann werden wir die Gefahren, die uns umgeben. in gemeinsamer Anstrengung meistern, Wir werden unseren bescheidenen Beitrag dazu leisten, dass das Volk und Land Israel seiner endgueltigen Erloesung entgegengefuehrt wird und sich die Menschheit ihre Freiheit erringt. Moege das Jahr 5713 fuer alle Mitglieder unserer Gemeinde, fuer die gesamte juedische Kollektivitaet Chi. les, fuer alle juedischen Ge. meinden in der Welt und fue unseren Staat Israel und sei. ne Bewohner ein Sch’nat Be. racha — ein Jahr des Segens werden! ®é¡íé¡ Äi Mmmmß HÜ illllPlf äläsaä m» .* «.. « •- 8¡mi¡ Sfilp«. smmí mmm ítíWá MU tim $ÜÍ$ MÉHi itlUi mm |gltf¡ wmm mm :_ »lili .. i UNTERWEGS ZU UNS (Ein Rösch Haschanah-Wort fuer unsere Jugend) Im Talmud heisst es einmal, dass der Heilige, gelobt sei Er, dem Volke Israel drei Geschenke machte; “Die Thora, Erez Jisrael und die Kommende Welt”. Versucht man, im Ablaufe der Geschichte einen Sinn zu erblicken, so muss fuer alle epochalen Wendungen und Ereignisse auf die Frage “Wozu dies alles” eine Antwort gefunden werden. Und von der Antwort, um die wir uns bemuehen, wird es abhaengen, ob wir unserem Leben eine Richtung und Zielsetzung zu weisen vermoegen. Die drei erwaehnten Geschenke der Vorsehung waren uns juedischen Menschen im Laufe der Zeiten fremd geworden. Was wussten wir'im Grunde von der Thora oder den anderen Teilen der Bibel? Im Zeitalter der Assimilationstendenzen waren “Lernen” im alten Sinne und sonstige Beschaeftigung mit dem Geist des Judentums verlorengegangen. Man hatte vergessen, dass ein Erbe —und die Thora galt als Erbe— immer wieder neu erworben werden muss. Doch In den letzten 15 bis 20 Jahren hat man, auch hier im neuen Lande, wenn auch in bescheidenem Umfange, wieder begonnen, sich ein wenig in juedische Kultur und Tradition zu vertiefen. Das Geschenk der Thora ist durch Leid bitter erkauft werden, aber noch immer ist die Lehre nicht Allgemeinbesitz des Volkes, fast ausschliesslich bei Wenigen zu Hause. Auch das zweite Geschenk “Erez Jisrael”. gewiss ein sehr altes, ist unter grossen Opfern neu erworben worden. Durch Jahrhunderte in Gebeten ersehnt, in der Nacht des Leidens ertraeumt, gehoerte Palaestina nicht zu dem, womit sich der moderne juedische Mensch des 19. und des beginnenden 20. Jahrhunderts zu beschaeftigen pflegte. Dann, durch dreissig, vierzig Jahre, gab es einen Kampf um Ideologien, und erst, als die Katastrophe ueber die europaelsche Judenheit hereinbrach, wurde Erez Jisrael zum vollen Bestandteil juedischen Denkens. Um das Land seinem Volke zurueckzugewinnen, bedurfte es ungeheurer blutiger Opfer. Das dritte Geschenk, “Olam Haba”, “die Kommende Welt”, wollen wir es betrachten, zwingt uns dazu, den Fragenkomplex “Juedische Jugend” zu streifen. Was weiss unsere Jugend, so fragen wir, von juedischer Geschichte und Literatur, von hebraeischer Sprache und Kultur? Sie muss unsere juedische Welt wiederfinden, muss sie —auf ihre Weise— neuentdecken. Eine juedische Jugend, die jetzt, im fuenften Jahre eines juedischen Staates, dessen Segnungen sie dereinst voll gemessen soll, nicht ernsthaft versucht, einen Weg zu finden, loest sich vom Judentum, ob sie es so empfindet oder nicht. “Die Kuenftige Welt” ist nicht nur religioes-mystisch zu verstehen, sondern zugleich als die Welt des juedischen Kindes, der heranwachsenden Jugend. Sie, unsere Hoffnung, muss “Thora” und “Erez Jisrael”, die anderen beiden Gottesgeschenke, neu entdecken, fuer sich selbst zurueckgewinnen. indem sie heimkehrt zum Judentum. Zurueckfinden zu sich selbst, bedeutet, unterwegs sein zum juedischen Volke, seinem Lande, seiner Snrache und seinem Geiste! Dies ist die Forderung, welche der Tag der Selbstbesinnung. der “Jom Hasikaron” an uns stellt, an unsere Jugend, die eine heilige Erbschaft weitertragen soll; dies Jst-die Mahnung von Rosch Haschan^h fuer unsere Zeit! CURT WU.K Sfwlf :'<*** Maertyrerwald: Jede» Baum eine Seele. Kultgegenstaende Aus dem Museum des Kibbuz Eijn Charod

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