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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1952-02-01 · 2 (Febrero, 1952) · p. Seite 8

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XIV (1952)
Issue
2 (Febrero, 1952)
Date
1952-02-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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8 BOLETIN INFORMATIVO Febrero, 1882 ACHAD HA AM SEINE SICHERHI Zu seinem 25. Todestag Achad Haam gehoert zu den seltenen Gestalten, de. ren Erkenntnisse und Wahrheiten ueber den Wechsel der aeusseren Verhaeltnisse hinweg ihre Geltung bewahren. Und doch war Achad Haam, der bei oberflaeehlicher Betrachtung manchmal als “Philosoph der juedischen Renaissance” bezeichnet wird, kein eigentlicher Philosoph, sein Gebiet ist eher die juedische Kulturphilosophie, vor allem aber ist er, was der von ihm angenommene Name besagt: ein Mann aus dem Volke, der fuer sein Volk repraesentativ ist, weil er in sich die Eigenschaften verbindet, die als spezifische Eigenschaften unseres Volkes gelten: Er ist ein Mann mit unbestechlich klarem Blick und nuechternem Wirklichkeitssinn, der die Erkenntnis nicht durch Wunschphantasien und Romantik trueben laesst, zugleich aber ein Mann der idealen Forderung, der sein heisses Wuenschen und Seh. nen nicht durch die Erkenntnis der unzulaenglichen Wirklichkeit mindern laesst. Seit, Achad Haams Tode sind Tausende von Menschen, die frueher kaum den Namen dieses im Osten hochberuehmten Schriftstellers kannten, in den Bereich der juedischen Bewegung eingetreten. Viele haben sich bemueht, diese Rueckkehr zu mehr zu machen als, zu einer blossen Reaktion des Gemuetes. Sie wollen sich die juedische. Welt, von der sie abgesprengt waren, wieder zu eigen machen. Fuer eine Vertiefung der eigenen Beziehung zum juedischen Volkstum gibt es aber auch heute keinen besseren Lehrer als Achad Haam. Achad Haam hat sich oft mit den westjuedisehen Fueh. rem seiner Zeit auseinander gesetzt. Er hat das Wort von der “Knechtschaft in der Freiheit'’- gepraegt, das sein Uebersetzer sinngemaess wiedergab als “Aeussere Freiheit und innere Knechtschaft”. Damit meinte er die Situation des Westjuden, der aeusserlich emanzipiert ist, innerlich aber unfrei, weil er immer nach der Meinung seiner Umwelt schielen muss und sich selbst mit fremden Mas», staeben misst. Der heutige Moment, den Achad Haam nicht mehr erlebt hat, bietet die Moeglichkeit der Uebeiwindung dieses Uebels durch Bejahung des Judeseins und Einreihung in den juedischen Zusammenhang. Das aber ist nur ein Anfang. Der schwerere Tiil, die von Achad Haam geforderte Eroberung der Inneren juedischen Welt (und Sprache) hat noch zu folgen. Dazu kann Achad Haam Helfer sein. Ein grosser begeisterter Jude war dieser Mann,, in ihm brannte das ewige Feuer, das den juedischen Geist ueber alle Katastrophen am Leben erhalten hat. Seine praktische Lehre entwickelte sich vor allein in der Kritik des offiziellen Zionismus, der 18@9< im “Odessaer Komitee” seine Zentrale hatte. Das Vorgehen dieses Instituts und -die Hai-; tun® der Zionisten schien ihm verkehrt Er ist von der Ne.| Kation ausgegangen, der Wi-[ derspruch zwang ihn, der Ein Gesetz unserer Natur Warum wir Juden sind: Toerichte Frage! Frage das Feuer, warum es brennt! Frage die Sonne, warum sie scheint! Frage den Baum, warum er waechst! So frage den Juden, warum er Jude ist. Wir koennen nicht anders! Es ist in uns ohne unser Zutun! Es ist da, urlebendig und gottesgewaltig. Es ist ein Gesetz unserer Natur! Es ist da, wie die Liebe der Mutter zu ihrem Kinde, wie die Liebe des Menschen zu seiner Heimat, es sprudelt hrvor aus den dunklen Tiefen unseres Herzens. Es ist ein Bestandteil unseres Herzens! Es ist unzerstoerbar, unbesiegbar, unwiderlegbar, weil das Herz unzerstoerbar, unbesiegbar, un. widerlegbar ist. Achad Haam, ‘‘Drei Stufen” 1898. ganzes Leben als Privatmann gelebt hat und aus der Schriftstellerei niemals einen Beruf machte, die Feder zu ergreifen und zu rufen “Nicht dies ist der Weg!” Aber er begnuegte sich nicht mit Kritik, er entwarf seine eigene grosse Konzeption. Seine ersten Aufsaetze, die heute mehr als 60 Jahre alt sind, erscheinen uns darum, so aktuell, weil sie sich weniger gegen konkrete Handlungen .als gegen eine menschliche Haltung richten, die, unabhaengig von Zeit und aeusseren Bedingungen, immer besteht. Wir wollen versuchen, Achad Haams Lehre kurz zusammenzufassen: 1. Die nationale Bewegung muss von ethischen Impulsen getragen sein. Sie darf daher nicht an den Eigennutz des Einzelnen appellieren; sie muss der Sorge um die Gesamtheit, um das ganze Volk entspringen. Darum bezeichnet es Achad Haam als falsch und schaedlich, wenn die damaligen Zionisten (bei der nach dem russischen Pogrom von 1882 entstandenen grossen juedischen Auswanderungsbewegung) die Juden dadurch zur Uebersiedlung nach Palaestina bewegen wollten, dass sie ihnen eine materielle Besserung ihrer Lage in Aussicht stellten. Wer, getrieben von eigensuechtigen materiellen Motiven, nach Palaestina statt nach Amerika wandert, der wird persoenlich enttaeuscht werden und der Sache des Volkes nicht nutzen. Das Motiv der Einreihung in die nationale Bewegung darf nicht die Not sein, sondern die Liebe. Nur die Liebe zum Judentum und zu dem Ideal, das mit dem Worte “Zion” bezeichnet wird, kann zur juedischen Befreiung fuehren. Darum ist die wichtigste Aufgabe die Erweckung der Herzen zu dieser Liebe. 2. Die Sehnsucht nach der Wiedergeburt des Volkes darf keinen “pseudo - messianischen” Charakter annehmen. Als Pseud o-Messianismus empfindet Achad Haam die Vorstellung, es koenne eine “Loesung der Judenfrage” durch Sammlung aller Juden der' Welt In Palaestina In absehbarer Zeit bewerkstelligt werden.. Dies sei nur in den Tagen des Messias moeglich, am “Ende der Zeiten”, und den Menschen ist es nicht ge. gehen, das “Ende zu draengen”.. Was wir tun koennen, ist die Konzentration des Volkes, die zugleich Konzentration des Geistes sein muesse, damit von einem lebendigen Zentrum aus. das ganze juedische Volk wieder zum Leerweckt wird. 3. Das Judentum ist nicht ein Volk wie jedes andere, sondern ein Volk mit einer bestimmten geistigen Tradition, die sich durch dreitausend Jahre -in ihm befestigt, seinen Charakter und sein Denken gebaut hat, die verbunden ist mit einem grossen ethischen Ideal, um dessentwillen das juedische Volk lebt. Die Gefahr fuer die Fortexistenz des Volkes liegt in der Aufloesung dieses geistigen Gehalts, und daher ist das wichtigste Ziel dieErrich. tung eines geistigen Zentrums, aus dem heraus sich die Kraft des Volkes erneuern kann. Dieses Zentrum muesse in einer normal lebenden juedischen Gemeinschaft in Pa. laestina verankert sein. Das wichtigste Element des Volksleben ist die hebraeische Sprache. Zu ihr muss das Volk wieder den Weg finden. In einer kritischen Zeit des Uebergangs, als das Gefuege des juedischen Volkes durch das Eindringen Europas erschuettert war, ist ihm in Achad Haam ein grosser Erzieher erstanden. Er wird nicht muede zu predigen, dass die Wiederbelebung des Volkstums, die vor 60 oder 70 Jahren begonnen hat, Vorbereitungen erfordert, eine unermüdliche Taetigkeit der Erziehung. Ein wirklicher Erfolg wird erst dann beschieden sein, wenn das ganze Volk auf der Hoehe seiner Aufgaben steht. Ueberspringung einzelner Phasen ist nach Meinung dieses ueberzeugten Evolutionisten un. moeglich und muss sich rae. chen. Als unter Herzl der moderne Zionismus auftrat, hat Achad Haam auch diesem gegenüber die Freiheit seiner Kritik behalten; sie gipfelte in dem beruehmten Wort “Die Erloesung Israels wird von Propheten kommen und nicht von Diplomaten”. Der Herzische Zionismus hat in Achad Haam ein Element der Sehwaechung der Bewegung gesehen und hat ihn deswegen leidenschaftlich be_ kaempft. Vor allem glaubte man, dass die Betonung der geistigen Seite der juedischen Wiedergeburt von den politischen und organisatorischpraktischen Aufgaben ab’enke. In der jahrelangen Polemik sind aber viele Entstellungen unterlaufen, viele Schlagwor. te gepraegt worden, die sich einwurzelten, ohne spaeter nachgeprueft zu werden. “Achad Haamist” wurde eine Art Sfehmaehung.. Man toezeichnete damit die Zionisten mit “kleineren”',' vorwiegend kulturellen Zielen, gegenueber der grossen “politischem” Konzeption einer grosszuegi. haengt von Dir ab. ACCION UNIDA g/tJe&e/ L Wehe, wenn sie losgelassen. (Von Seite 1) ein Mittel der Meinungsaeusserung sieht. Wenn die Revisionisten allerdings mit ihrem Radau be. weisen wollten, dass man mit Faschisten nicht verhandeln kann, so haben sie dies in einem gewissen Sinne erreicht; nur nicht so, wie sie es sieh vorstellen. Die letzten Wahlen zur Knesset bedeuteten einen Schritt, die Empoerung gen Losung der Judenfrage. Wir glauben, dass es heute unnoetig ist, in diesen Kampf fuer und gegen Achad Haam einzugreifen. Noetig ist nur, seine Schriften zu lesen und auf sich wirken zu lassen. Dann wird, besonders an der Hand der inzwischen weitergegangenen Entwicklung in Israel und im Judentum, jeder sich die Frage zu stellen haben, was an Achad Haams Lehren und Warnungen ueberholt ist und was auch in | der heutigen Zeit sich als richtig erwiesen hat. Vor allem aber wird jeder Leser eines lernen: die grosse unbedingte Liebe zum Judentum. ueber die kuerzlichen Tumul. te bedeuten einen weiteren, um die Erkenntnis zu naehren, dass die Geissei des Terrors zerstoert werden muss, wenn noetig mit Gewalt, wenn man vermeiden will, dass der Terror um seiner selbst willen um sich greift. Die Abgruende der geistigen Umnachtung, in die ein Mensch fallen kann, wenn er erst einmal Revisionismus und Terror prinzipiell akzeptiert, sind einfach unvorstellbar. So gibt es heute ein halbes Dutzend Splittergruppen, die nebeneinander in patriotisch . nationalistischen Purzelbaeumen wetteifern. Die juengste von ihnen z. B., heisst “Koenigreichs-Partei” und tritt unter Fuehrung eines gewissen Scheib fuer die sofortige Wiederherstellung der biblischen (?) Grenzen ein (welche?), fuer den Aufbau des 3. Tempels; fuer diese Leute ist Ben Gurion - ein Verraeter und Begin ein korrupter Schwaechling. Dass sie auch vor Praes. weizmann keinen Respekt haben,’ versteht sieh von seihst. Was koennen ken, wenn der r ling und Brand in ihren Augen genug ist? Um der ihnen das ' weisen will? We losgelassen. Dab rechtzeitig ein! DEN KR Was die Bezieh zu seinen arabis barstaaten anbe ben wir allen 1 “Frieden nicht Das Gegenteil is dem Streitfall gypten. Wir 1 Grund, dem Kr: trauen. Es ist wahr, d Tag die Zeitun Spalten den blu den des Streits i men. Die Alten bekannt und wei allgemeinen ric stellt. Was aber irrefuehrt, ist Analogie mit c Iran. In Iran ist nie men, dass es ir Zeit zu Gewa oder Verstaendig Dort hat Englanc (Inwieweit die I Pyrrhussieg gen! nen, interessiert ment nicht).

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