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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1952-02-01 · 2 (Febrero, 1952) · p. Seite 3

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XIV (1952)
Issue
2 (Febrero, 1952)
Date
1952-02-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Febrero, 1952 BOLETIN INFORMATIVO 3 L /fon / PROTOKOLL der Sitzung des Repraesentanten-Kollegiums vom 10. Januar 1952. URTEIL DES EHRENGERICHTS Das Tribunal de Honor der Campaña Unificada 1951 hat folgenden Beschluss gefasst: En Santiago, a 12 de Diciembre de 1951, reunido ei Tribunal de Honor de la Colee, tividad Israelita de Chi’e, bajo la presidencia del señor Mauricio Faivovich e integrado por los señores León Gomberoff, Isidoro Dimant, Miguel Maldavsky, José Hirsch, berg, Alejandro Keller, Enrique Testa y Guillermo Rosenberg, y habiendo citado a este Tribunal de acuerdo a las formas se. ñaladas en sus reglamentaciones, no ha comparecido ni justificado su inasistencia el señor Bertoldo Plaut; por lo tanto el Tribunal de Honor resuelve: 1. —Condenar al señor Bertoldo Plaut a ser expulsado de todas las instituciones judías a las cuales pertenece. 2. —Comunicar a todas las instituciones judías del país que prohíban al señor Bertoldo Plaut visitar sus locales sociales. 3. —Recomendalr a los miembros de la colectividad israelita que se abstengan de toda clase de relaciones con el señor Bertoldo Plaut. Wir bringen diese Entscheidung unseren Mitgliedern zur Kenntnis. DAS DIREKTORIUM DER S. C. I. “B’NE JISROEL” Vortrag Rabbiner Loewenstein: Der Einfluss des juedis chen Denkens auf die nichiiuedische Umwelt. Anwesend die Herren: Feldmann, Ebstein, May, Bab, Friedmann, Rosenthal, Veis, Levy, Hanff, Michel, Hollaen. der, ausserdem die Ersatz. Repraesentanten, die Herren Zausmer, Augusto Rothschild, Ricardo Rothschild. Nicht anwesend die Herren: Darmstaedter, Roesler, Schueftan, Windmueller. Ausserdem alle Herren des Direktoriums mit Ausnahme der Herren Nebenschoss und Pincus. Vor Eintritt in die Tagesordnung begruesst der Vorsitzende, Herr Feldmann, Herrn Fernando Friedmann, der laengere Zeit an den Sitzungen nicht teilgenommen hat, sowie Herrn Weissenberg als neuen Geschaeftsfuehrer der Gemeinde. Ausserdem dankt er Herrn Augusto Rothschild fuer das der Gemeinde geschenkte Wandbild. H e r r Friedmann bietet daraufhin ebenfalls die Schenkung eines Bildes an, die dankbar angenommen wird. t 1) Das Protokoll der Sitzung vom 29.11.1951 wird verlesen und genehmigt. 2) Bericht des Vorstandes: Herr Hirschberg gibt Kenntnis von dem Abschiedsessen, das der Vorstand der Gemeinde Herrn Dr. Gruenbaum veranstaltet hat. Er berichtet weiterhin, dass der Angesteil. te der Gemeinde Herr Wahlbaum schwer erkrankt ist und gibt Kenntnis von der am 10.1.1952 erfolgten Trauung des Kantor Ruschin. Er berichtet weiterhin ueber die Grundsteinlegung des neuen Schulgebaeudes des V a a d Hachinuch. In die Finanzkommission fuer die Errichtung dieses Gebaeudes sollen auch aus den Kreisen der S. C. I. zwei Delegierte entsandt werden. 3) Pachtvertrag fuer die Oekonomie: Herr Landau berichtet ueber die Verhand. lung mit Herrn Alfred Ruschin, der sich um die Ueber. nahme der Oekonomie bewor. ben hat. Nach eingehender Debatte wird der vom Vorstand vorgelegte Entwurf des mit Herrn Ruschin zu schliessenden Pachtvertrages angenommen. 4) Campaña Unificada. Herr Landau berichtet ueber das Ergebnis der Campaña Unificada 1951 in unserem Sektor. Er erklaert, dass er zu seiner Befriedigung feststellen kann, dass fast alle unsere Mitglie. der in Erkenntnis der drin, penden Notwendigkeit ihre Beitraege um 25% gegenue ber dem Vorjahr erhoeht haben, und dass, viele die hierzu in der Lage sind, noch ueber diese 25% hinaus eine Erhoehung vorgenommen haben. Er bittet die Anwesenden, soweit sie ihrer Zeichnungspflicht noch nicht genuegt haben, dies baldigst zu tun und auch im Kreise ihrer Bekannten darauf hinzuwir. ken, damit die Campaña im Monat Maerz abgeschlossen werden kann. In diesem Zusammenhang berichtet Herr Landau —ueber den Besuch des Herrn Rabbiner Schwarz, der auch in diesem Jahr fuer eine Jeschiwoh in den Staaten sammeln will und die Unterstuetzung der Gemeinde hierzu erbittet. Nach kurzer Debatte wird einstimmig beschlossen, weder eine Sammlung des Rabbiner Schwarz in unserem Sektor zu gestatten, noch aus irgend einem Fond einen Betrag fuer diese Sammlung zur Verfuegung zu stellen, da sie dem Charakter der A. U. wiédersnraeche. Herr Hirschberg berichtet ueber die Taetigkeit des Tribunal de Honor. Herr Augusto Rothschild regt in diesem Zusammenhang an, die Frage zu pruefen, ob an Personen, die durch das Tribunal de Honor aus den juedischen Institutionen ausgeschlossen worden sind, Plaetze zu den Hohen Feiertagen in unseren Synagogen vermietet werden koennen. Herr Hirschberg antwortet namens des Direktoriums, dass die Gemeinde an so’che Gleubensgenossen keine Plaetze vermieten wird, so lange die Betreffenden die Mbeglichkeit haben, (an einem anderen Gottesdienst teilzunehmen. 5) Kindergarten. Herr Hirschberg berichtet ueber eine am 9.1.1952 stattgefundene Sitzung bezueglich Schaffung eines Kindergar. tens im Barrio Providencia, der unter dem gemeinsch'»ftlichen Protektorat des Vaad Hachinuch und der S. C. I. stehen soll. In diesem Zusammenhang berichtet Herr Hanff ueber die Gruendung einer Organisation, die Kinder im Alter von 7 bis 13 Jahren umfassen soll. Die Re. praesentanten. Versammlung begruesst die Schaffung des Kindergartens und dieser Organisation. 6) Freunde des juedischen Blindenheims. Herr Hirschberg berichtet, dass die zu. staendige Zentrale mit der Taetigkeit des Herrn Gruenbaum als Sekretaer dieser Vereinigung einverstanden ist, und dass die Gemeinde fuer die organisatorische Gestaltung und Durchfuehrung dieser Vereinigung Sorge tra gen w'P. 7) Verschiedenes: Herr Mi "hei aeussert sich eingehend zu der Frage, wie die nich+ organisierte Jugend im juedi sehen Interesse erfasst werden kann. Nach eingehendev Debatte, in der zum Ausdruck gebracht wird, dass bereits diestiezuegliche Bestrebungen im Gange sind, wird das Direktorium gebe+en, dieser An gelegenbeit seine besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden. Der Vortrag hatte als Gegenstand nicht die Wirkung dieses oder jenes juedischen Denkers auf seine nichtjuedischen Kollegen, sondern vielmehr die Wirkung des juedischen Denken im Allgemeinen, und zwar insofern es eigentlich juedisch ist, auf die Weltkultur. Der Referent ging von der juedischen Bibel, dem meistgelesenen und meist uebersetzten Werk der Weltliteratur, aus. Er zeigte dabei, wie die Bibel vor Allem durch Vermittlung der christlichen Kirchen auf die bildenden Kuenste (Praeraffaeliten), das Drama (Passionsspiele) und Musik (gregorianischen Gesang) gewirkt hat. Dann ging er zu einem weiteren ebenso entscheidenden, wenn auch von der Welt nicht ebenso gewuerdigten Einfluss ueber, naemlich dem auf das Rechtswesen und auf das politische Denken. Er zitierte Woodrow Wilson, der einer der ersten war, der auf die biblischen Grundlagen des europaeischen Straf, und Zivilrechts hingewiesen hatten. Auch die konstitutionellen Kaempfe Englands sind mit bewusster Bezugnahme aui biblische Rechtsvorstellungen gefuehrt worden. Das ganze Mittelalter hin. durch gab es judaisierende Tendenzen bei diversen Sekten und so erklaert sich das kirchliche Verbot fuer Laien, die Bibel allein zu lesen. Die Kirche hat aber diesen Kampf verloren, da die Re. formation die Bibel dem Volke in die Hand gab. Wenn auch der direkte Einfluss der Juden auf die Reformation, oft uebertrieben worden ist, so steht es doch heutzutage fest, dass die Reformatoren die Bibelauslegung direkt oder indirekt aus den Werken juedischer Kommentatoren wie Raschi und Kimchi gezogen haben. Nur die Hussiten standen direkt mit juedischen Rabbinern in Verbindung. Die Erneuerung im euro- "'’“ischen Denken setzt im XIII. Jahrhundert ein, und zwar durch Kontakt mit dem mohammedanischen Spanien, das kulturell hoch ueber dem christ’ichen Europa stand. Die Juden sind dabei diejenigen gewesen, die diese Kul. turuebernahme vermittelt haben. Juedische Denker haben damals stark auf die christliche PÄlosophie gewirkt, vor allem stuetzen sich die beiden Haeupter der Scholastik, Thomas von Aquin und Duns Scotus auf Maimonides, respektive Gabirol; Maimonides’ Einfluss ist noch spaeter bei Spinoza zu verspueren. In letzten Teil seines Referats ging Herr Rabbiner Loewenstein auf diejenigen Beitraege des juedischen Denkens ueber, die in der westlichen Kultur noch bis heute fortwirken. Die Bibel hat durch ihren Begriff der goettlichen All ge. walt die Anbetung des Schicksals verdraengt, die noch bei den Griechen und Roemern entscheidend war. Die Bibel hat den Fortschritt (Streben zur messlanischen Zeit) an Stelle der Idee des Rueckschritts (Lehre vom vergangenen goldenen Zeitalter) gesetzt, und somit auch dem Fortschritt die Wege geebnet. Gott gilt im Judentum als unmittelbare Ursache. Der Ablauf der Weltgeschehen ist von der goettlichen Weisheit —nicht vom blinden Zufall— abhaengig. So gelangt Maimonides zur Lehre von der Einheit und Erklaerbarkeit der Welt. Diese Auffassung hat den wissenschaftlichen Fortschritt der Neuzeit er. moeglicht, wie der englische Denker Whitehead gezeigt hat. Auch hat das Judentum Einfluss durch seine diesseitig orientierte, realistischere Ethik ausgeuebt und vor al ien anderen Religionen die Forderung gestellt, auch den Armen seiner Armut wegen nicht widerrechtlich zu bevorzugen. In der westlichen Kultur hat sich die iuedische Ethik, in der moralisches Denken und Tun zu einer Identitaet verschmolzen sind, neben d«r mehr reflektierenden Ethik der Griechen behauntet. Im Grossen und Ganzen hat das Judentum vor allem auf dem Wege des Rechts und der Literatur gewirkt und zwar vielfach durch Vermittlung von Christentum und Islam. Trotzdem waren die Juden stets Traeger von eigenen Gedanken und Idealen, Am 10. Januar 1952 hat sich unser Kantor Herr Oscar Ruschin mit Frau Adele Loe. wenstein vermaehlt. Wir sprechen Herrn Ruschin und sei. ner Gattin unsere herzlichste Gratulation verbunden mit den besten wuenschen fuer die Zukunft aus. Direktorium und Repraesentanten.Koilegium der S. C. I. “B’ne Jisroel” 86. Geburtstag 23. Februar 1952: Herr Max Wolff. Victoria Subercaseaux 113, piso 2. 75. Geburtstage 23. Februar 1952: Herr Gu. stav Kleinschmidt, Copiapö 454. 24. Februar 1952: Frau Margarita Jacobsohn, Vina del Mar, Paseo Howard 2. 70. Geburtstag 23. Februar 1952: Herr Carlos Burger, Eleodoro Yänez 2466. Wir gratulieren den Jubila. ren auf das herzlichste und wuenschen ihm noch viele glueckllche und segensreiche Jahre im Kreise ihrer Familie. Direktorium und Repraesentanten.Koilegium der S. C. I. “B’ne Jisroel” die den Anderen immer etwas fremd geblieben sind. Zusammenfassend laesst sich sagen, dass Herr Rabbiner Loewenstein uns eine kurzgefasste, aber nichtsdestoweniger vollstaendige und uebersichtliche Darstellung eines der wichtigsten Kapitel der Kulturgeschichte unseres Volkes geboten hat, wofuer ihm auch bei dieser Gelegenheit im Namen aller seiner Hoerer herzlichst gedankt sei. G. Leisersohn

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