Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXXVI (1975)
- Issue
- 5 (Mayo, 1974)
- Date
- 1974-05-01
- Page
- Seite 18 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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18 MAYO 1975 “Aktion Suehne- Zeichen,, in Israel von Herbert Freeden (Jerusalem) “Nein, es gibt keinen Konflikt unter den freiwilligen Helfern der ‘Aktion Sühnezeichen’ in Israel — die Nachrichten, die vor einiger Zeit durch die Presse gingen, waren übertrieben”, sagt mir Dr. Michael Krupp, der theologische Leiter der Gruppen. Ich sitze in seiner Wohnung in En Karem, einem von Pinien bestandenen idyllischem Vorort Jerusalems: jedes der dortigen drei Klöster behauptet, an der Stelle des Geburtshauses Johannes des Täufers zu stehen. Eines von ihnen, das der Franziskaner, hat der evangelischen Familie Krupp in einem ihrer Annexe eine Wohnung eingeräumt. Dass ein Teil der jungen Deutschen, die in Israel zivilen Ersatzdienst leisten, in den Strudel des jüdischarabischen Konflikts hineingezogen worden sind und dass ihr politisches Bewusstsein nicht mehr in die “offizielle israelische Landschaft” passt, trifft in nur sehr beschränktem Masse zu. “Aktion Suehnezeichen” wurde 1958 ins Leben gerufen, um in den Ländern, die unter den Nazis gelitten hatten, Aufbauarbeit zu leisten •— Norwegen, Frankreich, Griechenland, Jugoslawien, und insbesondere Polen und Israel. In Israel begann die Arbeit 1961 während des Eichmann-Prozesses. Damals fand sich kaum ein Kibbuz bereit, Deutsche aufzunehmen, bis nach Mühen die erste Gruppe von 11 Freiwilligen im Kibbuz Urim untergebracht werden konnte. Seitdem kamen insgesamt 500 Freiwillige nach Israel — in jedem Jahr zwei Gruppen auf 12 Monate mit ungefähr je 2 0 Teilnehmern. Gegenwärtig ist die 29. Gruppe im Land. Der Schwerpunkt der Arbeit hat sich von den Kibbuzim in die Stadt verlagert, und seit 1964 ist Jerusalem zum Zentrum geworden. Die Gruppen verbringen je sechs Monate mit Landwirtschaft und städtischer Arbeit. 20 Prozent aller Kibbuzim nehmen jetzt Deutsche auf, aber — ob Stadt oder Land — das Problem Deutsche und Juden kommt einmal auf jeden Freiwilligeh zu, und darin liegt ja, nach Dr. Krupps Meinung, der Sinn der Arbeit in Israel. In Jersualem halfen die Freiwilligen beim Ausbau des Blindensheims, des Alin-Krankenhauses für behinderte Kinder, und eines Altersheims. Neuerdings konzentriert sich die Tätigkeit in Jerusalem auf Erziehungs- und Sozialarbeit. Die hebräische Sprachkenntnis, die dafür nötig ist, erlernen die Freiwilligen in Schnellkursen in einem der Kibuzim, um als Erzieher und Helfer für zurückgebliebene Kinder und für Blinde wirken zu können. Schon ein halbes Jahr vor ihrer Ankunft in Israel werden die Gruppen gesammelt, um die Teilnehmer vorzubereiten und ihre Eignung festzustellen. Eine wesentliche Voraussetzung für den Einsatz in Israel ist die Anerkennung des Existenzrechtes des jüdischen Staates. Jede Israel-Gruppe fährt vor ihrem Einsatz auf zwei Wochen nach Polen, um in den ehemaligen Konzentrationslagern Auschwitz, Maida’nek oder Stutthoff die Nazivergangenheit kennen zu lernen. Die meisten der freiwilligen Helfer sind Studenten und Angestellte — etwa 60% protestantisch, 30% katholisch und 10% Dissidenten. Ungefähr ein Drittel sind Mädchen. 1968 wurde zwischen der Zentrale in Berlin und der Bundesregierung ein Abkommen geschlossen, nach dem 18 Monate Einsatz in “Aktion Sühnezeichen — Friedensdienst” als ziviler Erzatzdienst gilt. Der Einsatz bleibt aber freiwillig, niemand wird zugewiesen und jeder kann wählen, in welches Land er geschickt werden will. 80%-90% der männlichen Freiwilligen sind Kriegsdienst-Verweigerer. 1967 wurde ein altes Haus in En Karem in ein gemeinsames Wohnheim für die Freiwilligen verwandelt und vier Jahre später kam in einem anderen Jerusalemer Vorort ein zweites Haus hinzu — das “Haus Pax” in Talpiot, das mit seinen Tagesräumen, seinem Gastbetrieb für Jugendliche aus Deutschland und seinen Räumlichkeiten für Seminare das eigentliche Zentrum bildet. Vor einiger Zeit war einer der Freiwilligen durch Vermittlung des Luterfaith-Committees in einem arabischen Studentenheim in Jerusalem tätig und stand einem Hagel von antiisraelischen und judenfeindlichen Aeusserungen der Studenten gegenüber, dem er nicht gewachsen schien. Es war nicht das erste Mal, dass die Helfer mit Arabern in Berührung kamen: sie arbeiteten in Sommerlagern m arabischen Dörfern, manchmal nur mit arabischer Jugend, manchmal in Lagern gemischt mit Juden und internationalen Freiwilligen. Einige junge Deutsche halfen auch langfristig im Krankenhaus von Nazareth, ohne dass es zu Spannungen gekommen wäre. Als man den Freiwilligen aus dem arabischen Studentenhein in Jerusalem zurückzog, hatte er das Gefühl, die Studenten, die ihm anvertraut waren, in Stich gelassen zu haben, und er beschloss, nach Deutschland zurückzukehren. Ihm schlossen sich aus Protest über seine Abberufung fünf weitere Freiwillige an, die fühlten, dass sie nicht genügend Mitbestimmungsrecht hätten. Der Leiter der Berliner Zentrale, Franz von Hammerstein kam nach Jerusalem, um in Seminarform den Konflikt zu besprechen. Dabei erinnerte er an die Hauptaufgabe der Aktion Sühnezeichen, nämlich mitzuhelfen, die Spuren der Nazi-Vergangenheit durch tätige Hilfe auszulöschen. Erst in zweiter Linie stände das Interesse für die Minderheiten, sowohl die arabische wie die jüdischorientalische. Die hektische Entwicklung des Staates Israel habe noch nicht genügend Zeit gefunden, die Probleme der Minderheiten zu lösen, aber auch an dieser Entwicklung trage die Vergangenheit eine Mitschuld. Die Richtlinien für die Arbeit würden nicht durch einzelne Gruppen medergelegt, sondern durch die Berliner Zentrale und die Mitgliederversammlung in der Bundesrepublik. Trotzdem fand man sich bereit, den Freiwilligen mehr Mitbestimmungsrecht einzuräumen. In Israel wird ein Gremium von vieren die Arbeit koordinieren — Dr. Krupp und Erika Schkemmodau, die Leiterin der Aktion Sühnezeichen in Israel, sowohl jeweils zwei gewählte Freiwillige. Sollte ein Fall eintreten, in dem die vier zu keiner Einigung gelangen, so wird die Entscheidung der Zentrale in Berlin überlassen. “Die Mehrzahl der Freiwilligen steht links”, meint Dr. Krupp. “Das heisst aber nicht, dass sie nicht in die politische Landschaft Israels passen. Ich würde sagen, dass sie ungefähr der Linie der linkssozialistischen Mapam entsprechen”. Ihre politische Freiheit wird nicht angestatet und nur ein Prinzip wird als unantastbar dargestellt: die Existenzberechtigung Israels. Wer das nicht akzeptiert, wird nachhause geschickt. ZUR KUR ANS TÜTE MEER Durch die judäische Felswüste führt die Strasse von Jerusalem zum tiefsten Punkt der Erde am Toten Meer. Wo der Bibel zufolge der himmlische Herrscher Feuer und Schwefel auf die sündigen Städte Sodom und Gomorrha regnen liess, baut Israel ein Zentrum des Heiltourismus auf. Das Werk steht unter dem Motto: Was vor 2000 Jahren gut genug für König Herodes war, wird auch dem europäischen Kassenpatienten von heute guttun. Israels Kurbehörde kontrolliert im wesentlichen drei Zentren, in denen Heilungssuchende Erleichterung finden. Am Westufer des Toten Meeres und 396 Meter unter dem Meeresspiegel findet sich noch immer der in der Bibel genannte Schwefel in Gestalt von Thermalquellen mit hohem H2S-Gehalt und hoher Salinität. Auch das Feuer ist noch da, wenigstens in der Erde. Eis wärmt die Quellen auf über 40 Grad Celsius auf. Die Wasser heilen hauptsächlich rheumatische Krankheiten. Das Tote Meer soll aber auch nach Darstellung der Kurbehörde zu einem wichtigen Zentrum für die Behandlung einer weit verbreiteten und therapieresistenten Hautkrankheit werden: der Psoriasis oder Schuppenflechte. Rund 2 Prozent der Erdbevölkerung sind von ihr befallen. Der Prozentsatz liegt höher in nördlichen Ländern, die weniger Sonnentage haben. Bereits seit Jahren und vor Gründung der Kurbehörde kommen Patientengruppen der dänischen Krankenkassen zur Psoriasis-Behandlung zum Toten Meer. Deutschland, die Niederlande und die Schweiz haben Interesse angemeldet. Einschliesslich Flug und Kuraufenthalt kommt der dänischen Versicherung die Psoriasis-Behandlung in En-Bokek am Toten Meer billiger zu stehen als daheim in einem Krankenhaus. Der Erfolg wird von der Kurbehörde als überaus gut beschrieben. Nach vierwöchiger Behandlung gelten etwa 25 Prozent als genesen und 68 Prozent als gebessert. Unweit von En-Bokek befinden sich die Trinkquellen von En-Nouit. Was Karlsbad vermag, sollen diese Quellen auch können, wenngleich sich vermutlich in absehbarer Zeit keine gesellschaftliche Legende um sie ranken wird. Mehr als tausend Meter oberhalb des Toten Meeres liegt 640 Meter hoch in den Bergen die Stadt Arad. Sie existierte ebenfalls schon in biblischer Zeit im Lande Kanaan. Arad ist in der römischen und byzantinischen Geschichte erwähnt. Hier finden Asthmakranke Heilung, und der Ausbau eines Kurzentrums ist geplant. War der vielzitierte König Herodes, wie die Geschichtsschreibung überliefert, der Gesundheit wegen am Toten Meer, so war er mit Sicherheit auch am See Genezareth am Nordende des Jordantales und 200 Meter tief unter dem Meeresspiegel. Auch hier befinden sich bekannte Heilquellen, denen gute Kräfte gegen rheumatische Erkrankungen, Gelenkerkrankungen und Krankheiten der Atemwege zugeschrieben werden. Am See Genezareth liegt die Stadt Tiberias mit 22.000 Einwohnern, die nach dem römischen Kaiser Tiberius benannt ist. Inge Wachsmuth (Jüd. Wochenzeitung, IJüsseldC'rf) Independencia 2021 Tel: 774446 ■ 774243 Casilla 6592 - Correo 4 SANTIAGO HEUMANN' HNOS SJU.C. Fábrica de Mermeladas, Jarabes, Tomato-Ketchup Colchones Record S. A. Las Dalias 3237 (Macul) - Fonos 213975-214345