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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1973-09-01 · 9 (Noviembre, 1973) · p. Seite 33

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXV (1973)
Issue
9 (Noviembre, 1973)
Date
1973-09-01
Page
Seite 33 (sequence 33)
Language
German
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SEPTIEMBRE 1973 33 Das Schreckgespenst der Inflation Gibt es wirklich eine ernsthafte Gegnerschaft gegen die Inflation? Sind die immer wieder auftretenden Klagen über die Entwertung des Geldes wirklich berechtigt? Auf den ersten Blick er7 scheinen diese Fragen befremdend. Denn Zeitungen, Radio und Fernsehen sind voll von Klagen über die Inflation, und die Minister wetteifern miteinander in Ermahnungen an das Publikum, bei der Bekämpfung der Inflation mitzuhelfen. Aber man hat sich bisher mit der Inflation ganz gut eingerichtet. Jede Gruppe hat für sich Lohnerhöhungen durchgesetzt, die Preise sind überall gestiegen, und die Prosperität dauert an. (Die Pensionäre, die bisher keine Möglichkeit gefunden haben, sich bemerkbar zu machen, obwohl sie unter den höheren Preisen am meisten leiden, werden dabei ausser acht gelassen). Wenn also die Prosperität trotz aller steigenden Preise andauert, besteht die Versuchung, die Warnungsrufe der Wirtschaftler und Minister als übertrieben pessimistisch anzusehen und daher in den Wind zu schlagen. Diese Versuchung ist umso grösser, als die Regierung niemals einen ernsten Versuch gemacht hat, die „verdeckte Arbeitslosigkeit”, also die Beschäftigung unnötigen Personals in ihren administrativen und ökonomischen Betrieben, zu bekämpfen. Bisher hat auch jede Gruppe, die ohne Scheu Druckmittel gegen den Arbeitgeber anwandte, sich durchgesetzt. Es ist nur natürlich, dass immer mehr Gruppen aus der Erfahrung lernen, d.h., dass sie unbekümmert um andere ihre eigenen Forderungen vertreten, so dass es ihnen im Grunde gar nichts ausmacht, wenn die Preise steigen. Wenn die Hausfrau trotzdem über die steigenden Preise klagt, so ist das noch kein Beweis dafür, dass weniger verbraucht wird, weil alles teurer wird. Die Gelehrten sind sich über die Methoden zur Bekämpfung der Inflation nicht einig, weil sie sich über ihre Ursachen streiten. Diese manchmal scholastisch anmutende Diskussion hat wenig Interesse für die grosse Öffentlichkeit. Es bedeutet nicht viel für sie, ob man es mit einer Übersteigerung der Kosten oder mit einer zu starken Nachfrage zu tun hat. Die Antwort auf diese Frage ist wichtig für die Wirtschaftsfachleute, die entsprechend der Krankheit die Diagnose stellen und den Politikern die Heilmittel voi schlagen müssen. Aber letzten Endes ist die Teuerung und die Lohnspirale eine politische Frage, die nach politischen Gesichtspunkten entschieden wird. Daran ändert auch Finanzminister Sapir nichts, wenn er leugnet, dass er ein Budget mit einem Blick auf die kommenden Wahlen vorgelegt hat. Er kann in einem Wahljahre gar nichts anderes tun, als auf sie Rücksicht zu nehmen. Es ist nur normal, dass sämtliche Diskussionen über die Bekämpfung der Inflation sich mit Massnahmen beschäftigen, die nach den Wahlen zu treffen sind. In der Zeit bis zum nächsten Oktober werden alle froh sein, wenn sie einen Ansturm von neuen Lohnforderungen abschlagen und die gefürchtete galoppierende Inflation verhindern können. Die grosse Frage ist: Was geschieht, wenn das nächste Parlament gewählt ist? Ginge es nach der Logik, so müsste gerade in Israel eine rationale Lohn- und Preispolitik leichter zu gestalten sein als in anderen westlichen Ländern. Denn Regierung und Histadrut zusammen bilden die wichtigste, kapitalkräftigste und machtvollste Arbeitergruppe im Lande. Die Entwicklung der letzten Jahre hat jedoch gezeigt, dass die Regierung und die Histadrut keineswegs am gleichen Strange ziehen, und dass überdies die Leiter der Gewerkschaften ihre Autorität zugunsten von militanten pressure groups eingebüsst haben. Schliesslich macht sich in den letzten Jahren mehr und mehr eine „Kettenreaktion” in den Lohnkämpfen bemerkbar. Da jede Gruppe nicht nur darauf bedacht ist, möglichst viel für sich selbst herauszuschlagen, sondern auch den Zwischenraum zwischen sich und der nächsten Sprosse der sozialen Leiter zu wahren, nehmen die Lohnkämpfe kein Ende. Es besteht wie in vielen anderen Punkten ein klaffender Widerspruch zwischen der offiziell noch geltenden egalitären Philosophie und der Wirklichkeit des täglichen Lebens. Um die Zukunft zu beurteilen lohnt es, den vergangenen Entwicklungen nachzuspüren. Wir haben die ökonomische Katastrophe, die wir so oft erwartet haben, niemals erlebt, weil unsere Auslandshilfe alles überstiegen hat, was sich auch die kühnsten Phantasten erträumten. Und das gilt nicht nur für Spenden, Wiedergutmachungsgelder und direkte Hilfe der Vereinigten Staaten. Auch der Vertrieb der „Bonds”, der ja eine Übergangsform von Spenden zu Investitionen ist, hat ungewöhnlichen Erfolg gehabt. In den letzten Jahren sind die Kapitalimporte so gestiegen, dass sie von manchen als die Hauptquelle der Inflation angesehen werden. Die Investitionen sind nur zum Teil durch nationale Gefühle veranlasst. Zum anderen Teil kommen sie von Geschäftsleuten, die sehen, dass man in Israel niedrigere Löhne zahlt als in Westeuropa oder Amerika. Treiben wir die Löhne Uber einen gewissen Standard hinaus, so fällt dieser Anreiz für Kapitalimporte weg. Dann werden wir uns den Kopf nicht mehr über Inflation, sondern über eine Wirtschaftsrezession zu zerbrechen haben, übersteigt der Kapitalimport einen gewissen Standard, so werden unsere Reserven an Arbeitskräften so in Anspruch genommen, dass wir — wenn auch in viel kleinerem Masse — einen ähnlichen Mangel an arbeitenden Händen bekommen, wie er z. B. in der Schweiz oder in Deutschland besteht. Jede wirtschaftliche Planung sollte daher ausser Kapitalien, Wasser und Energiequellen auch das Reservoir an Arbeitskräften berücksichtigen. Eine Bekämpfung der Inflationwird nur möglich, wenn sich Regierung und Histadrut auf eine gemeinsame Linie einigen. Die privaten Betriebe, die ohnedies weniger von Lohnkonflikten geplagt sind als die öffentlichen Unternehmungen, können dann relativ leicht in eine entsprechende Linie gebracht werden. Wenn Regierung und Histadrut auf einer Linie gehen, dann sollte es bei genügender Entschlossenheit möglich sein, mit den Einzelgruppen fertig zu werden, die uns jetzt so viel Kopfzerbrechen bereiten. All dies ist jedoch nur zu erreichen, wenn die Kämpfe zwischen dem Generalsekretär der Histadrut und dem Finanzminister aufhören und ehrlich zugegeben wird, dass in der gegebenen Situation die Legalitäre Politik nicht durchzuführen ist. Sind die allgemeinen Richtlinien festgelcgt, so bleibt noch eine Fülle von Einzelheiten zu klären. Dafür ist jedoch genügend Zeit vorhanden, denn an entscheidende Änderungen ist in einem Wahljahr nicht zu denken. Gerda Luft „H.B.” Tel-Aviv LIBYSCHES GELD FÜR ANTIJÜDISCHE PROPA¬ GANDA IN ITALIEN Nach der Rückkehr aus Italien erklärte Jacob Tsur, Präsident des Jüdischen Nationalfonds und ehemaliger israelischer Diplomat, dass Libyen in Italien Millionen von Dollar ausgibt, um die antizionistische und antijüdische Propaganda zu fördern. Die Gelder würden an verschiedene italienische Organisationen und auch an gewisse Zeitungen geleitet. Auf Weisung von Moskau unterstützt zudem die Leitung der Italienischen Kommunistischen Partei die antijüdische Propaganda. : FÜR DIE EINHEIT DES EUROPÄISCHEN | JUDENTUMS [ ' Rund vierzig Delegierte aus jüdischen Gemeinschaf- } ten von zwölf europäischen Ländern sind in Antwerpen I zusammengekommen, um die Leitung des Europäischen I Rates der jüdischen Gemeindedienste zu wählen. Zum i Präsidenten des Rates wurde Fritz Holländer, Vorsitzen- I der der Jüdischen Gemeinde Stockholm gewählt. Der [ bisherige “erste Mann”, Claude Kelman, Frankreich, [ wurde mit Akklamation zum Ehrenpräsidenten erkoren, j Als einer der Vizepräsidenten wurde Ing. Jacques Zuk- : ker, Leiter des Sozialre.ssorts des Schweizerischen Israe- [ litischen Gerne indebundes, gewählt. Dieser 28. statutari- | sehe Delegiertentag des Verbandes, der gleichzeitig sei- | ne “Barmizwa” feiern konnte, bewilligte für das Jahr S 1973 ein Budget von 130.000 Dollars, das sich damit geil genüber demjenigen des vergangenen 'Jahres um 50.000 ■ Dollars erhöht. Der Rat ist gewillt, eine neue Etappe jj in seiner Arbeit in Angriff zu nehmen und das europäi- I sehe Judentum zu stärken, das sich als Einheit und als 5 rechtskräftiger Gesprächstpartner gegenüber dem ame- '} rikanischen Judentum und Israel zu verstehen hat. Fundición Romaco Soc. Ltda. Santiago Concha 1671 wuenschen allen Freunden und Bekannten ein gesundes Leschono Tauwo Ein gesundes Neues Jahr wuenscht Panadería “Victoria” Lev i y Loewenthal CRUZ 1342 FONO 373774 Ein glueckliches Leschono Tcruwoh wuenscht Santa Lucía Ltda. Alameda 299 frente Portugal Fono 30956 | Carteras HARRY KLEIN Ltda. : Antonio Varas 2181 — Tel. 230177 s wuenschen allen unseren Freunden ein Gutes Neues jj Jahr. I Hans und Helga Mendel FOTO TIMAR NUEVA YORK 54 — Fono 64943 Retratos Artísticos — Reproducciones y Ampliaciones de todas clases para Diarios, Imprentas — Fotografías de Propaganda para Industrias — Trabajos para Aficionados — Albumes para Matrimonios — Fotocopias al instante oon XEROX 52

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