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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1973-09-01 · 9 (Noviembre, 1973) · p. Seite 32

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXV (1973)
Issue
9 (Noviembre, 1973)
Date
1973-09-01
Page
Seite 32 (sequence 32)
Language
German
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32 SEPTIEMBRE 1973 (Fortsetzung v. Seite 31) Der junge, energische Executive Assistant Manager Stefan Bokämper, der im Juli 1970 aus Hannover nach Jerusalem kam, (und nun auch in der Fernen Osten im Rahmen der Inter-Continental-Hotelgesellschaft versetzt wird) sorgte darüber hinaus für seine jüdischen Gäste durch Wahrung festlicher Anlässe. So erfreute sich die Chanukkahfeier im Inter-Continentai besonderer Beliebtheit. Ein junger Rabbiner entzündete die Chanukkahlichter, für die Kinder gab es besondere Überraschungen, Touristen und Bürger des Landes vereinigten sich in frohen Chanukkahgesängen, gegenüber dem Tempelberge an historischer Stätte. Solche gelegentlichen Hinweise genügen aber Religionsminister Dr. Wahrhaftig nicht. Er will den ganzen Komplex des Hotels in eine religiösnationale Kulturstätte verwandeln, was immer das ist. Die Pläne sind noch äusserst unklar, reichen von der Jeschiwah bis zum Museum, von der Konferenzstätte bis zum Pantheon der Nation. Es kann nicht nachdrücklich genug. gewarnt werden. Es gibt in Jerusalem schon eine ganze Reihe kostspieliger Unternehmungen repräsentativer Art, die keine wirkliche Funktion aufzuweisen haben. Die grossartig angelegte Van- Leer-Stiftung ringt um Inhalt und Programm. Ihr angeschlossen sind die Räume der Akademie, deren Vorlesungen ebenso an der Hebräischen Universität stattfinden könnten. Auf den Höhen des Skopus-Berges erhebt sich das Harry-Truman-Friedenszcntrum, in dessen heiligen Hallen nur alle heiligen Zeiten Vorträge stattfinden. An der King-George-Avenue ragt stolz und kühn der Bau des Hechal Schlomo, Sitz des Oberrabbinats, das aber auf Wohnungssuche geht, da es im Schatten der Westmauer in der Altstadt seine inneren Kämpfe austragen will, nicht im komfortablen Wolfson- Bau. Soll Jerusalem nun noch eine Institution zum Selbstausfüllen bekomen? Soll ein ausgezeichnetes Jerusalemer Hotel, das zugleich eine Klammerfunktion zwischen beiden Teilen der Stadt erfüllt, geopfert werden? Dr. Wahrhaftig appelliert an Gefühle, und das ist immer besonders gefährlich, denn gegen sie kann man nicht mit der Logik ankämpfen. CHAGALL-FENSTER 1.00tf-US V-ONW «Ri****- - St***«» lEVi-'i) iiimiM.iiifiirum auf Briefmarken Kürzlich erschienen sechs neue israelische Marken mit der Abbildung von Fenstern aus der Synagoge des Hadassa-Krankenhauses in Jerusalem, die von Marc Chagall geschaffen wurden und zu Weltberühmtheit gelangt sind. Die zwölf Fenster symbolisieren die Stämme Israels, die von den Söhnen Jaakobs ausgehen. Die jetzt edierten mehrfarbigen Marken zu je 1 IL zeigen die Fenster mit den Stämmen der sechs Söhne Leas: Reuben, Simeon, Lcvi, Juda, Zebulun und Issachar (Format 40 x 51,4 mm). Der Arabische Terrorismus Jerusalem (JTA) — General Aharon Yariv, der bisherige Sonderbeauftragte der Ministerpräsidentin Golda Meir für die Bekämpfung des Terrorismus, erklärte, dass seit dem Zwischenfall mit dem Sabena-Flugzeug vor mehr als einem Jahr 37 von 48 antiisraelischen Aktionen im Ausland gescheitert seien. Bei einer Unterhaltung mit einem Journalisten sagte der General, dass Israel die Ermordung eines seiner Diplomaten in den USA sehr ernst nehmen müsse, aber Vetrauen zu den ordamerikanischen Behörden habe, die Mörder ausfindig zu machen Yariv fügte hinzu, .dass die Moral der Terroristengruppen, die gegenwaertig über 14.000 Mann verfügen, sehr gesunken sei und die israelischen Sicherheitsdienste Erfolge zu verzeichnen haben, die dem Publikum nicht im mer bekannt sind. RUNDSCHAU VEREINIGTE STAATEN Vorbereitungen zum Bizentenarium der amerikanischen Revolution Die vorbereitende Komission für die Feiern ist gewillt, auch alle rassischen, ethnischen und religiösen Gruppen an den Geschehnissen teilnehmen zu lassen, die 1976 das 200-Jahr-Jubiläum der amerikanischen Revolution kennzeichnen sollen. Die Feiern sollen keineswegs, wie befürchtet wurde, von den WASPs — den White Anglo- Saxon Protestant Groups — beherrscht werden, vielmehr nahmen schon an den ersten Sitzungen Weisse und Schwarze. Deutsche. Juden, Polen, Ukrainer u.a. teil. Von jüdischer Seite ist es vornehmlich die Amerikanisch- Jüdische Historische Gesellschaft, die mit Forschungen und Publikationen sich für den Anlass vorbereitet und auch ihr Hausorgan, die AHJS Quarterly, auf das Ereignis einstellt. Selbstverständlich haben sich die JTA und die jüdische Presse in den Dienst der Sache gestellt. Auch die jüdischen Frauenorganisationen, der National Council of Jewish Women, die Bne-Brit-Frauen haben bereits ihre Mitwirkung zugesagt. Man hofft, an den Festlichkeiten ein Bild der amerikanisch-pluralistischen Gemeinschaft zu geben, in der die Vielfalt der kulturellen Formen und des Denkens in ihrer ganzen Vitalität zum Ausdruck kommt. Bereits hat der 80-jährige Filmpionier Jack Warner, Sohn eines jüdischen Einwanderers, einen Film produziert, “1976”, der auf das Jubiläum Bezug nimmt, ein anderer Film betitelt sich “Emigration” und spricht von dem “Traum Amerika”. Ein Film über die jüdische Einwanderung und ihren Beitrag wird von vielen gewünscht. W. MISSIONIERUNGS- VERSUCHE OHNE WESENTUCHE ERFOLGE? An einer Tagung von 1200 Teenagern der United Synagogue Youth (USY) in Boston wurde kürzlich die verstärkte Aktivität christlicher Missionsgruppen unter der jüdischen Jugend behandelt. Nach Feststellungen der Bne Brit Hillel Foundation (Rahmenorganisation der jüdischen Logen für die Arbeit unter Studenten) haben die Mission.sbemühungen kaum Erfolge zu verzeichnen. Die in Boston tagenden Delegierten der rund 25.000 Mitglieder umfassenden USY sind jedoch der Auffassung, dass der mit starken Mitteln versehenen Aktivität — z. B. der “Jews for Jesus”-Bewegung — mit einer Verstärkung des jüdischen Wissens und vermehrter Selbsterziehung begegnet werden muss. Verschiedene Druckschriften wurden zu diesem Zweck herausgegeben. Der jüdische Studentenseelsorger an der Columbia-Universität ist der Meinung, dass die gegenwärtige Bewegung an den Hochschulen jüdischerseits überschätzt wird, bemängelt jedoch auch seinerseits das geringe Interesse für jüdische Erziehungs- und Bildungsprogramme. An der orthodoxen Yeshiva University ist man der Auffassung, dass die Abwehr stimuliert werden sollte, insbesondere da der Organisation “Campus Crusade for Christ” grosse Geldbeträge zur Verfügung stehen und auch Universitätslehrer beim Proselytisierungsversuch eingesetzt werden. W. Es gibt zur Zeit 410.000 Juden in Grossbritannien. Zu diesem Ergebnis kam unlängst Prof. S. J. Prais, ein bekannter Statistiker, aufgrund von Untersuchungen, die er zusammen mit der Statistischen Abteilung des Board of Deputies (der Dachorganisation der britischen Juden) durchgeführt hat. Die Zahl 410.000 steht im Widerspruch zu den 450.000 Juden, die das Jewish Year Book feststellt; doch meint Prof. Prais in seinem jüngst veröffentlichten Bericht, 450.000 sei zu hoch gegriffen. Er selbst kommt, in näherer Analyse, zu 273.000 Juden für Grosslondon, das ist 3,5 Prozent der Gesamtbevölkerung; darauf folgen Manchester (36.000), Leeds (19.400) und Glasgow (13.400). Nordwestlondon allein hat 110.000 Juden, die dort, in einigen der Vororte, bis zu 18,6 Prozent der Bevölkerung ausmachen. In Nordloridon ist der Prozentsatz 16,5. Südlich der Themse gibt es, alles in allem, nur 17.600 Juden. Der Unterschied zum Jewish Year Book wird damit erklärt, dass das letztere auch Personen mit einbezogen habe, die keiner organisierten Gemeinde oder Gemeinschaft angehören. ALGERIEN Synagoge von Oran wird Moschee Schon vor einigen Monaten war man beunruhigt über die Nachricht, es stehe eine Umwandlung der grossen Synagoge in Oran, nachdem sie nationalisiert worden war, in eine Moschee bevor. Die dortigen Behörden gaben dann allerdings die Zusicherung ab, dass man die Synagoge in ein Kulturzentrum umbauen werde. Dies stimmte nur insofern, als nun ein kleiner Teil des Gotteshauses für kulturelle Zwecke bestimmt, die Synagoge jedoch in eine Moschee transformiert wird. Ein Mitglied des Pariser Komitees zur Erhaltung des religiösen Erbes der jüdischen Gemeinde Oran hat nach einem einmonatigen Aufenthalt in Algerien die Ansicht geäussert, dass die architektonisch wertvolle Synagoge mögicherweise nicht nationalisiert worden wäre, wenn die Gemeinde imstande gewesen wäre, die Verantwortung für den Unterhalt und die Funktionsfähigkeit weiter zu tragen. Andererseits konnte nach langen und delikaten Verhandlungen erreicht werden, dass die Expropriation des jüdischen Friedhofes in Oran auf einen kleineren Teil der Fläche hat reduziert werden können, womit jetzt nur 600 Gräber exhumiert werden müssen gegenüber den ursprünglich vorgesehenen 2000. Die jüdische Bevölkerung Algeriens ist von etwa 135.000 im Jahre 1960 auf heute rund 1500 zurückgegangen, deren Grossteil in Algier wohnt, während Oran nur noch wenig Juden zählt. 125.000 waren nach der Unabhängigkeitserklärung 1962 als französische Bürger nach Frankreich ausgewandert und etwa 10.000 nach Israel. NIEDERLANDE Ehrungen für Anne Franks Freunde Vier Personen, die im Leben von Anne Frank, dem jüdischen Mädchen, das in seinem Versteck im deutschbesetzten Amsterdam das zu Berühmtheit gelangte Tagebuch schrieb, eine Rolle spielten, werden Ehrenurkunden erhalten. Auf Vorschlag von Otto Frank, dem Vater Annes, wird Jad Waschern, die Jerusalemer Gedenkinstitution für die Opfer der Katastrophe, durch den israelischen Botschafter in den Niederlanden, Chanan Bar-On, die Ehrungen vornehmen. Die als Helden im Kampfe um die Rettung von Juden geehrten Personen sind Jan und Miep Gies, im Buch Henk und Miep van Santen genannt, Victor Kugler, alias Kraler, und postum Jo Kleiman, der im Tagebuch als Koophuis erschien. Zehn weitere Holländer, die verfolgten Juden während der Kriegszeit halfen, werden ebenfalls Urkunden entgegennehmen können.

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