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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1973-09-01 · 9 (Noviembre, 1973) · p. Seite 34

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXV (1973)
Issue
9 (Noviembre, 1973)
Date
1973-09-01
Page
Seite 34 (sequence 34)
Language
German
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34 SEPTIEMBRE 1973 ORAMA SOWJETUNION Schwere Sanktionen gegen Professor Lewitsch Die Sowjetische Akademie der Wissenschaften hat am 8. Mai über den Ausschluss ihres korrespondierenden Mitglieds Benjamin Lewitsch beraten. Es wäre dies der erste Fall eines Ausschlusses in der Geschichte der Akademie. Professor Lewitsch von der Moskauer Universität leitete bis in die ersten Monate des Jahres 1972 die Abteilung Theorie des Instituts für Elektrochemie. Als im März 1972 seine beiden Söhne Jewgenj und Alex samt Gattinnen ein Leumundszeugnis von ihren Arbeitgebern verlangten (erste Etappe der Prozeduren bei Auswanderungsgesuchen), wurde er wenige Tage später von der Universität entlassen, mit der Begründung, die beabsichtigte Auswanderung seiner Söhne sei ein Beweis des schlechten moralischen Einflusses, den er auf diese ausübe. Nachdem er anschliessend selber bei der Akademie der Wissenschaften um ein Leumundszeugnis angesucht hatte, wurde ihm die weitere Führung der Sektion des Elektrochemischen Institus untersagt und im April eine einfache Forschungsarbeit zugeteilt. Im Juli erfolgte seine Entlassung vom Institut. Alle Angriffe gegen ihn hielten sich bis vor kurzem immer nur auf professioneller Ebene. Nun wurde aber an der Sitzung der Sektion der Akademie der Wissenschaften eine schwere Anklage gegen ihn erhoben. Er habe, hiess es, durch die Reaktionen, die die Nachricht über seinen Auswanderungsantrag in wissenschaftlichen Kreisen hervorgerufen habe, den internationalen Beziehungen der Sowjetunion schweren Schaden zugefügt. Professor Lewitschs Sohn Jewgenij ist ein hervorragender Astrophysiker, der wegen seines Gesundheitszustandes vom Militärdienst befreit war. Kürzlich wurden aus seinen Dossiers bei den Behörden sämtliche diesbezüglichen ärztlichen Atteste entfernt. Am 16. Mai wurde er ins Militärspital beordert, von wo er nicht wieder heimkehrte. Seiner Familie wurde mitgeteilt, er sei eingerückt und per Flugzeug zu einer Militäreinheit im Transbaikal gebracht worden. Kiiple Behandlung der Rückwanderer aus Israel Etwas über hundert der vielen Tausende von sowjetischen Juden — weniger als ein Drittel Prozent — die nach Israel ausgewandert waren, haben den Wunsch geäussert, in die Sowjetunion zurückzukehren. Moskau lässt sie aber auf Einreisevisa warten, während sie in einem Miethaus in Wien zusammengedrängt einer wachsenden Verzweiflung unterworfen sind. Im Moment sollen dort 95 Rückkehrwillige untergebracht sein. Als Gründe, Israel zu verlassen, gaben diese Juden dem sie befragenden New Yorker Magazin “Time” eine bunte Palette von Erklärungen. Einige waren ohne tiefe-, re Kenntnisse des israelischen Lebens den bei sowjetischen Juden kursierenden Gerüchten gefolgt. Einleuchtendere Begründungen beziehen sich auf den im Vergleich zu russischen Verhältnissen vorherrschenden Mangel an Arbeitsgelegenheiten, vorerst einfachere Wohnverhältnisse, unangemessene kulturelle Möglichkeiten und die allgemeinen Lebensformen in einem modernen Israel. Obwohl die meisten der enttäuschten Emigranten nicht religiös sind, zeigten sie sich darüber schockiert, dass ein jüdischer Staat Nacktheiten in Filmen und Bikinis von Sabras am Strand toleriert. Es gibt auch solche, die sich über die israelichen Schulen beklagen, in denen keine Disziplin herrsche, von Lehrerinnen unschickliche Kleidung getragen werde und wie sie sagen, auch geraucht würde. Die schwerwiegendste Enttäuschung aber ist bei den Klagen zum Ausdruck gekommen, wonach ein Mangel an Wärme ihnen gegenüber bei der jüdischen Gemeinschaft, die sie “zu umarmen” gekommen seien, herrsche. Einer der Emigranten, Roman Adschubaschwili, äusserte sich dahin, dass sie in Russland manchmal “Juden” gerufen worden seien, in Israel aber stets “Russen”, weil sie die Landessprache noch nicht benützten. Für manche bereitete der demokratische Individualismus in Israel besondere Schwierigkeiten, und sie kamen zur Überzeugung, nicht in einem “kapitalistischen Land” leben zu können. Es ist begreiflich, dass es einzelne geben muss, die auf Grund ihrer Erziehung und Lebensweise in einem Staatsinterventionismus sich nicht in eine freie Lebensgemeinschaft eingliedern können, in ein Leben, das im heutigen Israel mit seinen wirtschaftlichen Problemen alles andere als leicht ist. Neutrale Beobachter in Wien hegen den Verdacht, dass die Sowjets mit dem Hinhalten der Rückwanderer diese für Propagandazweeke missbrauchen wollen und sie als “Opfer des zionistischen Schwindels” bezeichnen, die sich selbst um alle “Vorzüge des Lebens unter dem Sozialismus” gebracht haben. Auch jüdische Instanzen in Wien zeigen wenig Interesse für diese Unglücklichen. Hauptsächlichste Betreuung kommt von österreichischen Offiziellen, die Papiere für Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis besorgen. DÄNEMARK Die Integrierung der polnischen Flüchtlinge Die Zahl der jüdischen Flüchtlinge aus Polen in Dänemark beträgt gegenwärtig etwa 3500. Die meisten kamen in den Jahren 1969 und 1970. 350 Neuankömmlinge aus dem Jahr 1972 hatten keinen Pass und erhielten daher den Status “staatenlos”. Viele von ihnen hatten bloss irgendeinen jüdischen Ahnen oder einen jüdischen Ehepartner, und ihre Beziehungen zum Judentum sind sehr locker. Sie sind als Kommunisten 'und Atheisten erzogen worden, sogar als Antizionisten, so dass für sie Israel nur in den seltensten Fällen das gelobte Land darstellt. Obwohl ihnen von israelischer Seite ein Gratisaufenthalt im jüdischen Staat ermöglicht wurde, kehrten die meisten von ihnen nach Dänemark zurück (kaum 50 blieben, und es kann jetzt, nach einem Abstand von 3 bis 4 Jahren, behauptet werden, dass sie sich definitiv niedergelassen und Fuss gefasst haben. 2800 von ihnen sind schon vollständig integriert. Sie haben ihr eigenes Heim und Arbeit und fallen weder den Behörden noch der jüdischen Gemeinde zur Last. Im Gegenteil, sie beginnen bereits ihr Teil zur Wirtschaft beizutragen. Das Personal zur Betreuung von Flüchtlingen wird also im laufenden Jahr stark reduziert werden, mit Ausnahme der jütländischen Stadt Holding, wo 30 Neuankömmlinge betreut werden müssen. Von den bereits integrierten Flüchtlingen leben 2000 in Kopenhagen, 450 in Aarhus, 300 in Odense und 50 in Holding. Die restlichen 700 erhalten noch Unterstützung, einige von ihnen besuchen Wir wuenschen allen unseren Freunden und Bekannten ein Glueckliches Neues Jahr Familie Emanuel Herzberg Mittel- oder Hochschulen, und die Senioren erhalten Alterspensionen. 2000 Flüchtlinge aus Polen wurden, ein Jahr nach ihrer Ankunft in Dänemark, versuchsweise der jüdischen Gemeinde zugeteilt. Einige hundert davon erklären, sie seien nicht bereit, Gemeindebeiträge zu zahlen, manche mit der Begründung, sie fühlten sich nicht als Juden. Mehr als tausend jedoch zahlen kleinere Gebühren, obzwar nur die wenigsten von ihnen jemals in der Synagoge erscheinen oder ein jüdisches Leben führen. Die jüdische Tagesschule besuchen 25 Schüler polnischer Abstammung. Das Erlernen der dänischen Sprache bereitet den Kindern gar keine,, den Älteren schon grössere Schwierigkeiten, und die über Fünfzigjährigen haben den Versuch überhaupt aufgegebenen. Im Gemeindezentrum wurde ein * Klub errichtet, der allabendlich gut besucht ist. Kontaktprobleme gibt es natürlich noch viele, da die meisten dieser Flüchtlinge sich in der veränderten Atmosphäre noch nicht ganz zurechtgefunden haben. Merkmale ihrer Neurosen sind oft übertriebene Scheuheit oder, im Gegenteil Aggressivität gegenüber ihren Mitmenschen. Zu eventuellen Integrationsschwierigkeiten trägt die Tatsache bei, dass es in Dänemark rund 30.000 Gastarbeiter, meist aus Mittelmeer- und orientalischen Ländern, gibt, und viele von ihnen sind nicht gerade die besten Typen. Der Durchschnittsdäne unterscheidet nicht zwischen polnischen Flüchtlingen und Gastarbeitern aus anderen Ländern, und es macht sich unter ih-' nen eine Tendenz bemerkbar, den Kontakt mit ausländischen Arbeitern überhaupt zu meiden. In der Regel unterstützen die dänischen Behörden die Flüchtlinge etwa zwei Jahre lang. Es wird erwartet, dass sie im Laufe dieser Zeit die Sprache erlernen und adäquate Beschäftigung finden, um auf eigenen Füssen zu stehen. Nur den ganz besonders Begabten wird es erlaubt, erst ein längeres Hoch- oder Fachschulstudium zu absolvieren, während welcher Zeit sie noch auf Unterstützung angewiesen sind. T.M. “Reichsführer” als Dozent Die Nachricht, wonach der 23jährige Povl Heinrich Riis- Knudsen als Dozent an der jütländischen Universität in Aarhus über “Die Ideologien des Nazismus und Faschismus” vortragen soll, hat grosses Aufsehen erregt und zahlreiche Proteste von verschiedenen Seiten hervorgerufen. Riis-Knudsen ist nämlich “Reichsführer”, d.h. er steht an der Spitze der sogenannten Jungnazi-Partei von Dänemark. Vor Pressevertretern erklärte er, er glaube noch immer an Hitler. Er identifiziere sich mit Hitlers Idealen und seinem Werk “Mein Kampf”, das auch das wichtigste Lehrbuch seiner Partei sei. Er könne beweisen, dass Hitler nicht einen einzigen Juden getötet habe, da er selber Jude gewesen sei. Seiner Meinung nach müsste sich jeder intelligente Mensch vom Nazismus beeindrucken lassen; sein Vater sei auch Nazi gewesen. — Wenn er an der Universität sich an das oben genannte Thema hält und nicht Propaganda für seine Partei machen wird, kann er rechtmässig nicht entlassen werden. T.M. MONEDA 1037 “COSMOS“ BOUTIQUE Providencia 2682 PEDICURO“ LUSTIG,, CASA CENTRAL SANTIAGO San Antonio 510, Of. 203, V piso Fono 33002 SUC. VISA DEL MAR Plaza de Viña del Mar 172 Of. 10, Entrepiso Edificio El Escorial Fono 883058 KINESIOLOGIA — ORTOPEDIA MANICURE: DAMAS CABALLEROS DEPILACION A LA CERA i Á

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