Mannheim
Compact Memory

Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1973-09-01 · 9 (Noviembre, 1973) · p. Seite 29

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXV (1973)
Issue
9 (Noviembre, 1973)
Date
1973-09-01
Page
Seite 29 (sequence 29)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/8553624-8555347-9195530--6421-8555482
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

6 entity mentions

SEPTIEMBRE 1973 29 Gescheiterte Fusion ARGENTINIEN (Fortsetzung v. Seite 28) Lösung ihrer Wohnungsprobleme behilflich sein. In diesem Zusammenhang muss auf die grossen psychologischen Folgen und Begleiterscheinungen der Wohnungsnot aufmerksam gemacht werden, die sich hinter den nackten Zahlen verbergen. Die Regierung anerkennt ihre Verpflichtungen gegenüber diesen Bevölkerungsschichten. Die Lösung der Probleme in diesem wie in anderen Bereichen wird das Antlitz der Gesellschaft bestimmen, in der die Kinder aufwachsen werden. — Ich wende mich nun dem Problem der Absorption und Einordnung der Neueinwanderer zu, vor allem auf dem Gebiet der Wohnung. Es ist unnötig, die Bedeutung der Einwanderung für die politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Zukunft Israels zu unterstreichen. Wir erachten es als unsere Pflicht, die Bedürfnisse der Einwanderer zu befriedigen. In den Entwicklungsstädten trägt das Ministerium nicht nur zur Wohnraumbeschaffung für junge Ehepaare und der Verbesserung der Wohnungen Alteingesessener bei, es muss auch Vorsorge für die Aufnahme und Eingliederung künftiger Bewohner der Entwicklungsstädte getroffen werden. In 50 ländlichen Siedlungen beiderseits der “Grünen Grenze”, einschliesslich zwei städtischen Ansiedlungspunkten hat das Ministerium im laufenden Finanzjahr 90 Mio IL für Wohnbauzwecke zur Verfügung gestellt. Wir sind verpflichtet, uns vor allem dem spekulativen Anstieg der Wohnungspreise zu widersetzen, da diese keineswegs durch die Preisent- W I Zeev Sharef, israelischer Minister für Wohnungsbau. Wicklung der Baumaterialien oder der Arbeitlöhne bedingt sind. Der Umfang der Bautätigkeit hat sich erheblich gesteigert. Auf Grund der Kenntnisse in den Bereichen der Planung und Technik darf angenommen werden, dass wir in den kommenden Jahren eine immer grossere Anzahl von Wohnungen fertigstellen können. Wir haben gewaltige Anstrengungen in die Förderung dieser Entwicklung investiert und dabei volle Unterstützung und Mitarbeit seitens der privaten und öffentlichenlichen Wohnungsbaugesellschaften gefunden. An dieser Anstrengung sind auch das Finanzministerium, das Ministerium für Handel und Industrie, die Entwicklungsbank usw. massgeblich beteiligt. Ich hoffe, dass es uns gelingen wird, einen beträchtlichen Teil unserer Mitteil der beschleunigten Bautätigkeit zur Aufnahme der Einwanderung und zugunsten schwächerer Schichten unserer Bevölkerung zuzuwenden. z o Die deutschsprechenden jüdischen Gemeinden und Organisationen von Buenos Aires entfalten, nach wie vor, eine rege Tätigkeit, aber diese erfolgt im engen Rahmen der einzelnen Gemeinden. Der Solidaritätsgedanke hat sich noch nicht durchgesetzt, und dies hat sich anlässlich der Jom-Haäzmaut-Feier deutlich gezeigt. Da diesmal das 25jährige Bestehen des Staates Israel gefeiert wurde, so wollten verschiedene massgebende Persönlichkeiten der deutschsprechenden Gemeinden eine geminsame Grosskundgebung veranstalten, um der Jom- Haazmaut-Kundgebung ein besonders feierliches Gepräge zu geben. Es blieb aber bei der guten Absicht. Die Gegner einer gemeinsamen Feier haben die Tatsache bemängelt, dass der in Aussicht genommene grosse Saal nicht in dem Stadtteil Belgrano liege, wo dgs Gros der deutschsprechenden Juden wohnt. Das Argument war wenig stichhaltig, doch scheiterten die Verhandlungen über eine gemeinsame Grosskundgebung, und auch in diesem Jahr fand in jeder Gemeinde eine eigene Jom-Haazmaut-Feier statt. Dieser bedauerliche Vorgang hat jedoch seine tieferen Gründe. Schon seit einigen Jahren waren Bestrebungen im Gang, alle deutschsprechenden Gemeinden, mit Ausnahme der Orthodoxen Moldes-Synagoge, zusammenzuschliessen und eine einheitliche Grossgemeinde nach dem Vorbild der deutschsprechenden Juden in Brasilien, die in Sao Paulo und Rio de Janeiro eine einzige Grossgemeinde geschaffen haben, ins Leben zu rufen. Die Notwendigkeit einer Grossgemeinde wurde in der Hauptsache damit begründet, dass man der Jugend eine fortschrittliche jüdische Erziehung und eine sportliche Betätigung sichert, wozu eine Grossgemeinde, die über grössere finanzielle Mittel verfügen würde, viel geeigneter erscheint. Die Fusionsverhandlungen wurden mit Enthusiasmus aufgenommen, und in der Kommission waren alle Beteiligten mit dem Zusammenschluss einverstanden. Es wurden bereits die Statuten der künftigen Grossgemeinde ausgearbeitet; die Schenkung eines Grundstücks von mehreren Hektaren in der Nähe von Buenos Aires wurde für unsere Jugend in Aussicht gestellt. Die Generalversammlungen von zwei Gemeinden haben der Fusion zugestimmt. Aber in der Zwischenzeit entfalteten die Gegner der Fusion eine rührige Tätigkeit, obwohl es unter den gegebenen Umständen offensichtlich überflüssig ist, dass die relativ kleine deutschsprechende Gemeinschaft über fünf Gemeinden verfügt (ausser der orthodoxen). Doch die Trägheit, die Gleichgültigkeit gegenüber der künftigen Entwicklung — die ältere Generation schmilzt immer mehr zusammen — und auch persönliche Ambitionen mancher Gemeindemitglieder haben über die Vernunft gesiegt. Die Generalversammlung der Chaim- Weizmann-Synagoge hatte die Fusion abgelehnt; es fehlten nur zwei Stimmen für die statutenmässig erforderliche Zweidrittelsmehrheit. Daraufhin hat auch die Generalversammlung der Leo-Baeck- Synagoge gegen die Fusion gestimmt. So ist die Errichtung einer Grossgemeinde, trotz jahrelanger Verhandlungen, nicht zustande gekommen. M. S. Der Joint in Gegenwart und Vergangenheit In den letzten Jahren hat das American Joint Distribution Committee durchschnittlich 25 Millionen Dollar für etwa 300 000 bedürftige Juden in 25 Ländern ausgegeben. Ein Drittel dieser Summe ging vorneifmlich an Alte und Invalide in Israel. In den 58 Jahren seiner Existenz hat der Joint insgesamt eine Milliarde Dollar aufgebracht, rechnet Boris Smolar im Worward. Er blickt zurück auf die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, von der die jüngere Generation kaum noch was weiss, auf die Joint- Programme zwischen den Kriegen und auch auf die Hilfe für Displaced Persons nach 1945 und die Bemühungen auch während und nach dem Zweiten Weltkrieg, so viele Juden wie möglich von der Katastrophe zu retten und nach Palästina zu bringen. Schliesslich ging es darum, die zerstörten Gemeinschaften wieder aufzubauen, dann erst kam die Tätigkeit für die Betagten in Israel, Malben. Es sieht nicht so aus als ob der Joint arbeitslos würde. Jüngere Kräfte sind zu ihm gestossen, beginnen die Führung zu übernehmen und besuchen die Länder, für die Joint heute eintritt, ob für die Jugend, die Alten, für medizinische Hilfe oder in kulturellen Belangen. Während die meisten europäischen Gemeinschaften selbständig geworden sind und Mitteleuropa selber mithilft, sind Programme wie der Beistand für die Auswanderer aus der Sowjetunion und neue Probleme in Lateinamerika ins Blickfeld getreten. An einer Tagung in Amerika beschrieb Minister Allon die israelischen Bedürfnisse dahingehend, dass Mittel für die Rettung der russischen Juden nötig seien, ferner für die Erziehung und die Schliessung der sozialen Lücke zwischen den Bevölkerungsschichten und auch für die friedliche Lösung des Konfliktes mit den Arabern. Die immer schlechter werdenden Verkehrsverhältnisse in Santiago während der letzten 6 Wochen haben sich leider auch auf die regelmässigen Zusammenkünfte unserer Chaweroth hemmend ausgewirkt. — Wir freuen uns, berichten zu können, dass im vorigen Monat ein von der Federación WIZO gestifteter Kinder-Spielplatz in Renca eröffnet worden ist, der den Namen “Plaza Chile-Israel” trägt. — Die im vorigen Mitteilungsblatt erwähnte, diesjährige Wohltätigkeitsaktion ist inzwischen durchgeführt und abgeschlossen worden. — In diesem Zusammenhang müssen wir zu unserem Bedauern berichten, dass Frau Anny Meyer gebeten hat, von der Liste der Beitragenden zu dieser Aktion gestrichen zu werden. — Wir nehmen diese Gelegenheit wahr, allen unseren chaweroth und ihren Angehörigen ein sehr herzliches Leshana Tova zu wünschen und geben der Hoffnung Ausdruck, dass das Jahr 5734 ein Jahr des Friedens für Israel, Chile und die gesamte Welt sein möge. Santiago, August 1973 ITALIEN Überwunden geglaubte Vorurteile am Fernsehen " j Die Union jüdischer Gemeinden Italiens hat einen scharfen Protest erlassen gegen die antisemitische Haltung einer Fernsehsendung in der Reihe “Zeit des Geistes”. Die Union beklagte sich darüber, dass Pater Follano in dieser Sendung herabwürdigende antisemitische Äusserungen gemacht habe, in der Absicht, die jüdische Religion zu verunglimpfen. Der Prediger habe vorsätzlich den Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils verletzt, indem er die falschen und wissenschaftlich unhaltbaren antijüdischer Vorurteile wieder ins Licht gerückt habe. Er stellte das Judentum als am Buchstaben klebendes, materialistisches Brauchtum dar, während das Christentum demgegenüber die Religion des Geistes repräsentiere. Der Präsident der Gemeindeunion, Dr. Sergio Piperno, und Oberrabbiner Dr. Elio Toaff äusserten ihre schwere Besorgnis angesichts dieser Manifestation der Intoleranz, die sich der wachsenden antisemitischen Propaganda in Italien zugesellt. Die Gemeindeführer verlangen eine verstärkte Kontrolle der TV- Progrämme “ hinsichtlich der Rechte der religiösen Minderheiten. Auf dem Friedhof der jüdischen Gemeinde von Acqui bei Turin sind 50 Grabsteine geschändet worden, und auch auf dem Friedhof im gleichfalls piemontesischen Saluzzo hatten Vandalen gehaust. Allgemein wird angenommen -r- und dies ist auch die Meinung der Behörden —, dass Neonazis und Faschisten hinter diesen Aktionen stehen. Die Ortsbehörden werden sich mit den jüdischen Gemeinden in die Kosten der Wiederherstellung teilen. RUDI JELEN Feine Goldschmiede Arbeiten Moderne Aenderungen Uhren-Reparaturen Staendige Auswahl von Schmucksachea Barmizwäligeschenke Edif. Pza. de Armem Local 136, (entrepiso) Eingang MONJITAS 873 Telefon 884865

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.