Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXXV (1973)
- Issue
- 9 (Noviembre, 1973)
- Date
- 1973-09-01
- Page
- Seite 27 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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SEPTIEMBRE 1973 27 Die Koenigin von Saba Eine Reise durch Aethiopien und die Falaschas Ein Besuch in einem der Dörfer der Falaschas unweit der Stadt Gondar, bei jenen dunkelhäutigen Juden, die sich für Nachkommen der alten jüdischen Stämme Äthiopiens halten, lässt uns über die Spuren jüdischer Vergangenheit in jenem Lande nachdenken. Die Falaschas haben die gleichen Gesichtszüge wie die Bewohner der vielen Dörfer der Provinz Tigre. Wie diese leben sie in runden Häusern, den Tukuls, und bearbeiten ihre Felder auf den Bergabhängen. Sie züchten Hirse, Mais und Linsen, vereinzelt auch Gemüse. Sie sind nun schon an die vielen Besucher aus Israel upd anderen Ländern gewöhnt, die sich für ihre Vergangenheit interessieren. Wie alle Dörfer, haben sie Verkaufsstände, in denen sie die von ihnen hergestellten, sehr primitiven schwarzen Tonwaren an die Fremden verkaufen — nur mit dem Unterschied, dass hier der Magen David als Dekoration Verwendung findet und manchmal auch das Wort “Schalom” in hebräischen Schriftzügen. Die Besucher kaufen auch reichlich ein; sie besuchen die kleine Synagoge und lassen sich vom jungen Rabbiner über das Leben der Gemeinde erzählen; anwesend ist auch sein Vater, Oberhaupt der Falascha-Gemeinden des Landes, eine ehrwürdige, patriarchalisch wirkende Gestalt in weissen Gewändern. In der kleinen Schulklasse, in die wir geführt werden, hören wir hebräische Lieder und begutachten die Schriftzüge der kleinen Schüler. Der Lehrer erhielt hebräischen Unterricht in Addis Abeba und hat viele Freunde in Israel. Die Kontakte mit israelischen Stellen und Privatpersonen sind eng und herzlich. Der Augenschein überzeugt uns vom Stolz und der Treue, mit denen sie an Israel hängen. Dies wird übrigens verständlich angesichts des Namens, den Israel in Äthiopien allgemein geniesst. Diese Tatsache hat ihre Wurzeln in der Geschichte des Landes. Im Wappen des Kaisers Haile Seiassie erscheint der Löwe von Juda, zusammen mit dem Magen David und dem Kreuz; in der 1955 dem Lande erteilten Konstitution bezeichnet er sich als “Abkomme von Menelik I., Sohn der Königin von Äthiopien, Königin von Saba, und des Königs Salomon von Jerusalem”. In der antiken Königsstadt Axum werden dem Reisenden die Ruinen des früheren Palastes gezeigt, wobei ausdrücklich betont wird, dass dies die einstige Residenz der Königin von Saba war. Aethiopiso’ve Juden. Profane Sitten wie das religiöse Ritual sind voll von Anspielungen und Assoziationen mit dem Judentum. Auch existieren viele magische Volksbräuche, von denen manche offensichtlich hebräischen Ursprungs sind. Die Riten der heutigen monophysitischen Kirche sind durchtränkt mit teils hebräischen, teils archaisch-semitischen Elementen. Auch in die Sprache drangen hebräische Worte ein: sie haben das Wort “Gehannam” für Hölle, das dem hebräischen Wort Gehinnom entspricht, Almosen ist “Meswat” (Mizwa), Kobe ist Käppchen (hebräisch: Hut, Barett). Das äthiopische Volk wird als “Dakike Israel” (Kinder Israel) bezeichnet: bei der Beerdigung herrscht auch die Sitte des Sich-an-die-Brust- Schlagens; die Beschneidung wird auch hier am achten Tag vorgenommen. In Lalibella, wo wir die elf prächtigen, in den schieren Granitstein gehauenen Kirchen besuchen, wird uns versichert, dass eine von ihnen nach dem Modell des Salomonischen Tempels geschaffen wurde. In Gondar sehen wir “symbolische” Gräber der Patriarchen und dasjenige von Adam. Der Priester der alten Kirche St. Marie von Zion in Axum, der uns die vielen prächtigen Kronen der alten äthiopischen Könige und andere Schätze zeigt, berichtet uns voller Stolz, dass im Jahre 1967 der israelische Aussenminister Abba Eban diese Stätte besuchte. Viele Legenden ranken sich im besonderen um die Geschichte der kaiserlichen Dynastie. In der antiken Schrift “Kebra Nagasti” (Herrlichkeit der Könige), von deren Bestehen bereits im sechsten Jahrhundert berichtet wird, sagt die Königin von Saba: “Von nun an werde ich nicht mehr die Sonne anbeten, sondern den Schöpfer der Sonne, den Gott Israels!” Eine andere Legende erzählt, dass der Sohn der Königin von Saba nach Jerusalem zog, um seinen Vater, den König Salomo, zu besuchen und bei dieser Gelegenheit die Bundeslade entführte, die sich dann einige Zeit lang in Axum befunden haben soll. Einer anderen Sage nach wurde die Bundeslade vor der Zerstörung des Tempels heimlich nach Axum geschafft. Damals erhielt die Stadt die Bezeichnung "Zweites Jerusalem”. über die Persönlichkeit der Königin von Saba, die in Axum geherrscht haben soll, sind die Forscher sich noch nicht einig. Tatsache ist, dass im Altertum im Süden der Halbinsel Arabien eines der vielen kleinen Königreiche den Namen Saba trug. Es bestanden rege Handelsbeziehungen zwischen Äthiopien und den arabischen Ländern; Kaufleute und Abenteurer kamen über das Rote Meer und gründeten da Niederlassungen im kühlen Bergland. Sie brachten viele Sitten und auch Worte ihrer Heimat mit sich und gaben Äen neuen Ortschaften sabäische Namen. Viele Erfindungen und Neuerungen, wie bessere Waffen und Hauskonstruktionen, sind auf sie zuführen, und Gewürze und Medizinpflanzen ihrer Heimatländer gediehen nun auch in Äthiopien, überhaupt stand ihre Kultur höher als die der eingeborenen Kuschiten, und bald erlernten diese auch die neuen Sprachen und Schriften. Auf dem Wege über das Rote Meer, aber auch jüdische Volksteile eingewandert sein. In der Bibel und auch in späteren Schriften finden sich zahlreiche Anspielungen auf die Beziehungen mit Äthiopien. Jedenfalls scheint erwiesen, dass im Norden des Landes eine starke Vermischung mit Semiten stattfand. In Ermangelung jeglicher schriftlicher Beweise ist anzunehmen, dass die Falaschas entweder von jenen eingewanderten Juden oder den semitisierten Bewohnern des alten Königreiches abstammen. Ihre genaue Zahl ist vorläufig nicht bekannt; man schätzt sie auf 20 000 bis 50 000 Seelen. Natürlich wurden im Laufe der Zeiten, und auch heute wieder, Versuche gemacht, sie zu anderen Glaubensformen zu bekehren, doch beweisen sie eine starke Treue dem Judentum gegenüber. Sie sprchen nicht hebräisch — wenn man davon absieht, dass sie jetzt hebräische Studien betreiben. Ihre ursprüngliche Sprache ist das Gees, das vor dem Amharischen im alten Königreich von Axum gesprochen wurde. Sie erkennen die Fünf Bücher Moses an, doch lehnen sie Talmud und Mischna ab. Von Festen erkennen sie nur die frühen an. Eine besondere Beachtung wird der strengen Einhaltung de« Schabbats zugesprochen. Daneben beobachten sie auch viele altchristliche und heidnische Gebräuche. Hannah Petor i DIE ISRAEL-FLAGGE UND IHR URSPRUNG Nicht sofort hatte der Staat Israel eine Flagge, vielmehr wurde sie erst sechs Monate nach der Staatsgründung vom provisorischen Staatsrat in ihrer heutigen Form beschlossen; mit den blauen Streifen auf weissem Grund und dem Magen David in der Mitte. Enfaltet wurde sie zum erstenmal ein Jahf nach Staatsgründung, als Israel in Lake Success das 59. Mitglied der Vereinten Nationen wurde, auf die es soviel Hoffnung setzte. — Die Flagge lehnt sich eng an die zionistische Flagge an, wie sie schon am Ersten Zionistenkongress in Basel benutzt wurde. Der Entwurf zu jener Fahne stammte von David Wolfsohn, der nach Herzls Tod das Präsidium der Zionistischen Weltorganisation übernommen hat. Mit den Vorbereitungen zum Kongress in Basel befasst, erzählte er, wie er plötzlich auf die Idee kam, den Tallit, in den man sich sonst einhüllt, als Vorbild, gewissermassen als Symbol zu nehmen, indem man ihn vor den Augen der Nationen öffnet, ausbreitet. So bestellte er die weiss-blaue Fahne mit dem Schild Davids in der Mitte. “Keiner”, so berichtet Wolfsohn, “drückte etwelches Erstaunen aus und keiner fragte, woher und wie sie entstand.” ADAM'S PAMELA GRANT PAMELITA Lo mejor en Cosméticos Heumann Fábrica de Mermeladas, jarabes, Tomato-Ketchup Independencia 2021 Tel.: 774446 - 774243 Casilla 6592 - Correo 4 SANTIAGO LESHANA TOVA DESEAN CORDIALMENTE Hnos. S.A.LC.