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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1973-09-01 · 9 (Noviembre, 1973) · p. Seite 24

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXV (1973)
Issue
9 (Noviembre, 1973)
Date
1973-09-01
Page
Seite 24 (sequence 24)
Language
German
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24 SEPTIEMBRE 1973 Im Zusammenhang mit den vielen Faktoren, welche die jüngste monetäre Krise ausgelöst haben, wird jetzt mit gross: m Nachdruck über das Erdöl gesprochen. Die Aufforderung Nixons an die führenden europäischen Staaten, eine gemeinsame Energiepoktik zu betreiben, bereichert de n europäisch-amerikanischen Dialog um eine neue Note. Welche Rolle haben nun “die arabischen Dollars” während der letzten Krise gespielt und was soll und wird in Zukunft geschehen? Noch vor wenigen Jahren wäre die Fragestellung Petrol — Wälirungsreserven undenkbar gewesen. Vor 15 Jahren hat der National Ökonom Fritz Baade in seinem Buch “Welt- Energie-Wirtschaft” geschrieben: “Bei einer auch nur bescheidenen Verwirklichung der Träume, die heute mit dom Begriff der Atomenergie verbunden werden, ist die Weltenergiewirtschaft der Jahrzehnte bis zum Jahre 2000 nicht eine Energiewirtschaft der Knappheit, sondern des Überflusses... Die Rechnung gilt für die Erde in ihrer Gesamtheit... In den USA und in der Sowjetunion ist der Überfluss noch viel stärker ausgeprägt als in der übrigen Welt.” Was hat sich auf dem Schauplatz der Welt-Energieträger zugetragen? Der unvermeidliche Niedergang der Kohle, der wichtigsten Energiequelle in Europa bis zum Zweiten Weltkrieg, hat eine rapide Steigerung anderer Energieträger und insbesondere von Petrol als Energiequelle d:r westlichen Länder hervorgerufen. Diese Entwicklung vollzog sich in allen europäischen Ländern und auch in Japan. Die Produktion anderer Energieträger, wie Naturgas und hydraulische Elektrizität, hat sich stark verringert. Die Elektrizität nuklearen Ursprungs kann im Jahre 1985 theoretisch die Nachfrage befriedigen, aber bis dahin sind Japan und insbesondere Europa, aber auch die Vereinigten Staaten, obgleich sie selbst Produzent von bedeutenden Erdöl-Quantitäten sind, auf dei Einfuhr von Öl angewiesen, um die steigenden Bedürfnisse ihrer Wirtschaften vor dem Hintergrund der wachsenden Bevölkerung zu befriedigen. Die Befürchtung liegt nahe, dass die petrolproduzierenden Länder eine mehr oder weniger künstliche Knappheit hervorrufen, sei es um ihre Reserven zu behalten oder zu valorisieren, um rasch die Preise von Rohöl zu steigern, sei es auch aus rein politischen Gründen. Diese Gefahr, die man bereits während der Suezkrise im Jahre 1956 sah, haben die Vereinigten Staaten veranlasst, ihre Energiepolitik fundamental zu revidiem. So ist Israels Oelleitung das Petrol nun zu einem Politikum ersten Ranges geworden, und dies erklärt den Appell Nixons, eine gemeinsame Energiepolitik mit den europäischen Ländern und Japan herzustellen. Die letzte monetäre Krise ist laut gewissen Meinungen zu einem guten Teil auf die Petroleumeinkünfte der produzierenden Länder des Nahen Orients zurückzuführen. Die von uns konsultierten Quellen ergeben etwa folgendes Bild: Laut Schätzungen des amerikanischen Staatsdepartements werden die arabischen Länder und Iran im Jahre 1973 etwa 19—20 Milliarden Dollar aus dieser Quelle erhalten. Im Jahre 1980 werden ihre Jahreseinkünfte etwa 30 Milliarden Dollar betragen. Mit anderen Worten: laut dieser Hypothese kann man die Ziffer von 210 Milliarden Dollar für die Petroleumeinkünfte der Petrolländer des Vorderen Orients zwischen 1973 bis 1980 einsetzen. Dies erklärt die rapid steigende Bedeutung dieser Staaten, die bereits heute zu den wichtigen Financiers der Weltwirtschaft gehören. Wenn man annimmt, dass in Zukunft 50 Prozent der Einkünfte in den Ländern selbst zur Entwicklun gihrer Infrastrukturen verwendet werden, so sind es im Jahre 1985 immer noch 100 Milliarden Dollar, die diesen Ländern zur Verfügung stehen. Eine der grössten amerikanischen Banken hat unlängst eine geheime Enquete über den Eurodollarmarkt durchgeführt und kam zum Ergebnis, dass von den 80 Milliarden Dollar etwa 15 Milliarden in den Zentralbanken deponiert sind und nahezu 40 Milliarden aus den Ländern des Vorderen Orients und Nordafrikas stammen. Der plötzliche Abbau eines Teiles dieser umfangreichen Dollarguthaben arabischer Staaten und das dadurch bedingte Dollarangebot sollen für die jüngste Währungskrise mitverantwortlich gewesen sein. Wir haben hier nicht die Absicht, die Wandlungen am internationalen Erdölmarkt der letzten zwanzig Jahre zu schildern. Es könnte sein, dass die arabischen Länder den gleichen Irrtum begehen wie vor etwa 20 Jahren Iran, als durch den anglo-iranischen Boykott Persien seine Deviseneinnahmen von 16 Millionen Pfund im Jahre 1950 auf 0,1 Millionen im Jahre 1953 sinken sah. Im Jahre 1971 vollzog sich am internationalen Erölmarkt ein drastischer Umschwung. Die OPEC (Organization of Petrol Exporting Countries), hat eine einheitliche Preispolitik gegenüber den Erdölkonzernen eingeschlagen, deren Folge eine 40prozentige Erhöhung der Rohölpreise war. Überdies ist im Jahre 1972 in Genf eine Formel ausgehandelt worden, wonach die in Dollar ausgedrückten Rohölnotierungen in Anlehnung an einen Index der neun wichtigsten Währungen laufend angepasst werden. Da die USA, Europa und Japan auf Jahre hinaus das Erdöl des Nahen Orients beziehen müssen, so versuchen die Produzentenländer bei ihren Abnehmern immer neue Konzessionen zu verlangen. Andererseits zwingt es die westlichen Länder, eine gemeinsame Front gegen die OPEC-Länder zu bilden. Allerdings ist das Gewicht der Produzenten-Länder nicht gleich. So hat z.B. Saudiarabien die grösste Möglichkeit, ihre Ölreserven zu vergrössern und es stellen sich in diesem Zusammenhang zwei Fragen: 1. Wie werden Einzelgänge vermieden, wie z.B. der von Japan abgeschlossene Vertrag in Abindhabi, wonach Japan für Petrol weit über den Marktpreis offeriert hat? 2. Wird Amerika seine speziellen Beziehungen zu Saudiarabien auch seinen Partnern zur Verfügung stellen? 3. Wird Amerika dem Druck Saudiarabiens betreffend Israel nachgeben? Was geschah mit den aus den Öleinnahmen fliesenden Geldern? 1. Die Regierung von Kuweit hat mit knapp 2 Milliarden DM einen Fonds für arabische Wirtschaftsentwicklung alimentiert, der etwa die Funktion einer Entwicklungsbank ausübt. 2. Ein zweiter Fonds für soziale Entwicklung in Arabien kam zustande. — Weltbankpräsident Mc Namara machte im Februar dieses Jahres auf eine weitere Verwendungsmöglichkeit der Ölmilliarden aufmerksam. Die Weltbank ist selbstverständlich nicht der einzige westliche Kreditnehmer von arabischem Kapital. Schon jetzt zeigt sich eine Kooperation von amerikanischen und arabischen Banken, z.B. die Compagnie arabe internationale d’investissement, Luxemburg, welche im Januar 1973 unter Mitwirkung der Dresdner Bank über die Société financière européenne gegründet worden ist. Andererseits hat die International Maritime Banking London in Beirut ein Büro zur Entwicklung der Angelegenheiten im Vorderen Orient eröffnet. In einem Aufsatz, der in “Le Monde — L’Economie” vom 8. Mai aus der Feder von Renaud de Rochebrune erschienen ist, wird darauf hingewiesen, dass mit arabischen Ölkapitalien Aktien von wichtigen Petrolgesellschaften erworben werden, allerdings, schreibt der Verfasser. Si l’Arabie Saoudite ou le Koweït acquerraient 30 % d’Exxon (ex-Standard Oil of New Jersey), la permière compagnie pétrolière du monde, ou 40 % de Shell, il est probable que Washington ou le gouvernement britannique réagiraient! Même si le gouvenement américain, aujourd’hui, dit le contraire.” Es ist nicht einfach, den Einfluss dieser Gelder auf die letzte Währungskrise zu erklären. Stehen wir wirklich vor einer Energiekrise? Der berühmte israelische Physiker Prof. Enrst David Bergmann erklärte neulich, dass die jetzige sogenannte Petrolkrise eine künstliche Hysterie sei, die von interessierten Parteien mit Hilfe der Presse und der für die arabischen Ölstaaten tätigen Public-Relations-Agenten geschaffen wurde. Israel sollte, sagte er, sich auf die Entwicklung der ¿Atomenergie konzentrieren J^und die dummen Vorwürfe, f isie sei “eine zionistische Er- ^.Ifindung”, ignorieren. EINWEIHUNG DES BNE-BRIT-WALDES IN KESALON Gelegentlich eines in Israel abgehaltenen Treffens des Board of Governors des Weltordens Bne Brit fand eine Baumpflanzungszeremonie im Märtyrerwald der Bne Brit am Denkmal der “Feuerrolle” bei Kesalon im judäischen Bergland statt. Bei der Feier, die gleichzeitig das Andenken an die sechs Millionen jüdischer Naziopfer im Zweiten Weltkrieg wachrief und das 25-Jahr-Jubiläum des Staates Israel beging, waren etwa 300 aus den Vereinigten Staaten gekommene Teilnehmer zugegen. Nach Lesung des dreiundzwanzigsten Psalms und des Totengebets erfolgte die Pflanzung von 25 Setzlingen als Sinnbild der 25 Jahre von Israels Bestehen. WEISE WORTE: VOM ALTER “...Lange leben heisst gar vieles überleben, geliebte, gehasste, gleichgültige Menschen, Königreiche, Hauptstädte, ja Wälder und Bäume, die wir jugendlich gesät und gepflanzt. Wir überleben uns selbst und erkennen durchaus noch dankbar, wenn uns auch nur einige Gaben des Leibes und Geistes übrig bleiben. Alles dieses Vorübergehende lassen wir uns gefallen; bleibt uns nur das Ewige jeden Augenblick gegewärtig, so leiden wir nicht an der vergänglichen Zeit. Redlich habe ich es mein Lebelang mit mir und ande-k ren gemeint und bei allein^ irdischen Treiben immer au ■ ( Höchste hingeblickt; Sie unclfc, die Ihrigen haben es auch getan. Wirken wir also immerfort, so. lang es Tag für uns ist, für andre wird auch eine Sonne scheinen, sie werden sich an ihr hervortun und uns indessen ein helleres Licht erleuchten. Und so bleiben wir wegen der Zukunft unbekümmert! In unsres Vaters Reiche sind viel Provinzen, und da er uns hierzulande ein so fröhliches Ansiedeln bereitete, so wird drüben gewiss auch für beide gesorgt sein: vielleicht gelingt alsdann, was uns bis jetzo abging, uns angesichtlich kennen zu lernen und uns desto gründlicher zu lieben. Gedenken Sie mein in ‘beruhigter Treue’.” (Goethe am 17.4.1823 an Auguste v. Bernstorff geb. zu StoUberg) Fábrica de Confecciones Schupper S.A. San Diego 258 —Local 12-A A. Prat 563 desean a sus clientes y amigos un Feliz y Próspero Año Nuevo

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