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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1973-08-01 · 8 (Agosto, 1973) · p. Seite 29

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXV (1973)
Issue
8 (Agosto, 1973)
Date
1973-08-01
Page
Seite 29 (sequence 29)
Language
German
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Agosto 1973 29 NEUES GLIED IN HISTORISCHER KETTE Eine Jeschiwa in Pektin Hoch oben in den Bergen von Galiläa liegt die Stadt Pekiin. Ihre Einwohnerschaft von 2000 Seelen setzt sich zu zwei Dritteln aus Drusen, ferner aus etwa 600 christlichen Arabern und aus ungefähr 50 Moslems zusammen. Bis vor kurzem gab es dort nur eine jüdische Familie — diejenige der Zinatis. Nach der Zerstörung des Zweiten Tempels wurden die Juden in alle Himmelsrichtungen zerstreut — manche verschlug es nach Europa, andere nach Asien. “Meine Ahnen kamen vor 2000 Jahren nach Pekiin”, rühmt sich stolz vor mir Josef Zinati, “seither ist die Familie hier ansässig’’. Es gibt aber kaum noch Zinatis; die Familie des 72jährigen Josef ist die letzte in der Reihe. Bricht wohl die historische Kette der jüdischen Ansiedlung in Pekiin ab, bleibt die Stadt zum erstenmal in der Geschichte ohne Juden, wenn die Zinatis nicht mehr sein sollten? Die Antwort auf diese Frage kam unlängst von einer Gruppe von elf jungen Studenten. Mit der Begeisterung und einem Pioniergeist, der einst den kibuzgründenden Chaluzim eigen war, waren sie kürzlich nach Pekiin ausgezogen, um sich dort niederzulassen und in der durch Generationen der Zinati-Familie aufrechterhaltenen Synagoge eine Jeschiwa zu gründen. Sie wollen den Kern der zu erneuernden jüdischen Siedlung bilden. Alle elf sind aus den Vereinigten Staaten. Bis vor einem Jahr war keiner von ihnen religiös, ja es gab auch Hippies unter ihnen. Hier fand ich sie nun, in Gebet und Tora-Studium vertieft und dem traditionellen jüdischen Leben aufs tiefste verbunden. Sie halten sich für eine “Zweigstelle” der Diaspora- Jeschiwa vom Berg Zion in Jerusalem. Ihr Ziel ist es, die Pekiin-Jeschiwa “autark” zu gestalten. Sie hoffen, ihren Unterhalt als Landwirte, Lehrer oder mit sonst einer Beschäftigung zu verdienen. Vorläufig leben sie aber nur von der Zuversicht, dass die Versprechungen eingelöst werden, die ihnen gegeben wurden, und ihr tiefer Glaube lässt sie unter den ungünstigen Umständen ausharren. Mangels passender Unterkunft sind sie genötigt, vorläufig in der aus einem einzigen Raum bestehenden Synagoge zu “wohnen”. Zwischen Decken und Matratzen, Gurkenkartons, Gebet- und Talmudbüchem, Kochtöpfen und Pfannen, Jahrzeitkerzen, Hauen und Schaufeln, Handtüchern, Koffern und Rucksäcken, Schreiner¬ und Maurerwerkzeugen, Schachteln mit Putzmitteln, Blumen in Blechdosen und einem grossen Kerosin-Herd (auf dem in einem Topf sogar während des Mincha-Gebetes irgend etwas kochte) sah ich sie hausen (und es fehlte auch die Gitarre nicht). Vom Ministerium für religiöse Angelegenheiten waren sie ermuntert worden, und Rachel Ben-Zwi, Witwe des ehemaligen Präsidenten, hatte ihr Unternehmen gesegnet. Die Abteilung für öffentliche Bauten hat ihnen Wasserzufuhr und elektrischen Strom versprochen. Irgend jemand bemüht sich angeblich um zwei Wohnungen für sie in der Nähe der Synagoge, damit sie endlich menschlich untergebracht werden können. Josef Zinati strahlt vor Freude übet die Aussicht, dass die Kette der jüdischen Besiedlung in Pekiin nun doch nicht abbricht. Der richtige “Motor” hinter der Sache ist aber seine Tochter Margalit. Sie lässt den israelischen Behörden keine Ruhe, nötigt sie, der Gruppe endlich beizustehen. Sie bemuttert die elf Studenten, sorgt dafür, dass sie von den Nachbarn nicht behelligt werden, führt die Synagoge und andere Sehenswürdigkeiten den Touristen vor usw. Wie ich in Erfahrung gebracht habe, ist sie die eigentliche Initiantin des Planes. Sie hatte die DIaspora-Jeschiwa in Jerusalem aufgesucht und dort die Jungen für die Sache gewonnen. Im Winter ist es kalt in den Bergen von Galiläa. Werden Glaube und Idealismus bei den elf Jungen die Rauheit des Klimas zu überwinden helfen? Wird man ihnen endlich unter die Arme greifen? Finden wir die elf Enthusiasten noch im nächsten Frühling in Pekiin, wenn die Sonne wieder warm scheint und die Blumen um die nahegelegene Höhle von Rabbi Simon bar Jochai wieder blühen? Carl Alpert, Haifa Synagogen-Plaetze Für die Hohen Feiertag: Sonntag 2.u.9. September 9-12,30 h. Ein Korczak Film NEUE GEDICHTE VON NETTI BOLESLAV Ein Korczak-Film Zwei Filme will der polnisch-jüdische Filmregisseur Alexander Ford in Israel drehen; Einen Korczak-Film, den er bereits in Polen vor zwei Jahre konzipiert hat, aber nicht fertigdrehen durfte; Ford hat Korczak noch gekannt. Der zweite Film handelt von einem “Hijacking”- Zwischenfall; das Drehbuch stammt von einem neuen russischen Einwanderer. Erforscher der klassischen Medizin des Judentums gestorben Der Ende Januar in Jerusalem gestorbene Dr. Sussmann Muntner, bis 1933 Arzt in Berlin, hat in den letzten Jahrzehnten Schriften zur klassischen Medizin der Juden herausgegeben, insbesondere zehn Bände der medizinischen Schriften von Maimonides und die Schriften des ältesten bekannten jüdischen Arztes, Assaf Harofe. In deutscher Sprache kam unter anderem vor einigen Jahren der Band des Maimonides, “Regimen sanitatis oder Diätetik für die Seele und den Körper” bei Karger, Basel, heraus. Was viele, die den Verstorbenen kannten, nicht wussten, ist, dass er deutsche Dichtung ins Hebräische mit viel Einfühlungsvermögen übertragen hat. Kollek erhielt eine Stradivari Anlässlich eines kürzlichen Konzertes in Jerusalem übergab der Geiger Henryk Szeryng dem Jerusalemer Bürgermeister Teddy Kollek eine rund 240 Jahre alte Stradivari-Violine, deren Wert auf rund 180 000 Franken geschätzt wird. Kollek gab das Instrument dem Israelischen Philharmonischen Orchester weiter, das es von Fall zu Fall israelischen Solisten zur Verfügung stellen soll. Die G'eige soll einst dem Virtuosen Eugène Isaye gehört haben. Moses machte einen Fehler "Zwar hat Moses mit einem Stock Wasser aus dem Stein geschlagen, aber dann fuehrte er uns vierzig Jahre durch die Wueste bis gerade zu dem einzigen Platz im Mittleren Osten, wo es kein Petroleum gibt." Golda Meir Memorándum En caso de fallecimientos de socios dirigirse al Fono 2 2 2 9 7 3 (horas de oficina) y fuera de estas horas a los Fonos 2 7 2 1 7 7 ó 743754. Traslados pueden efectuarse solamente entre | las 8 y 22 horas. Die israelische Dichterin Netti Boleslav, Tochter eines Rabbiners in der Tschechoslowakei und deutschsprachig aufgewachsen, kam als Sechzehnjährige in das damalige Palästina und lebt seit 1948 in Tel Aviv. Ausser ihren Übersetzungen aus dem Hebräischen und Tschechischen in die deutsche Sprache ist ihr Gedichtband “Der Weg ist tausend Schlangen weit” sehr bekannt geworden. — Israel ist für diese Dichterin nicht nur ein Land und ein Staat der Gegenwart, sondern sie knüpft bewusst an die altehrwürdige jüdische Tradition an und vermischt sie mit westlichen Elementen. Am stärksten sind neben ihren zarten Liebesgedichten ihre lyrischen Ergüsse über Menschen und Ereig-. nisse der Gegenwart; da sind entsetzliche Anklagen über Vietnam: Menschen zünden Kriege an als wäre Krieg ein Ofen Götter lachen in ihre Bärte Reporter kommen geflogen rinnendes Blut in die Kameras zu schütten Zeitungen in Trauerwagen eingespannt Die Rechenmaschine ist in Bewegung — sie rennen ahnen das Sterben nicht von den Tribünen wird kommandiert... Und der “Nachruf für den Soldaten im Sechstagekrieg” bringt andere, ganz zarte Töne; In jeder Wolke ein blasses Gesicht umarmt ihr euch wie Blumen in Kränze geflochten Augen wie blaues Licht ein Totenlicht — Tagebücher und Lieder schrieben sie auf die Rucksäcke. Ein Dorf in Israel; Nahalal wird anschaulich geschildert, mit seiner stacheligen Kaktee und dem Schatten nächtlicher Palmen bei wandelndem Mond. Dazu die heulenden Schakale im Morgenrot. Und über “Jeruschalajim” weiss die Dichterin Inniges und Gläubiges auszusagen, “vom vielarmigen Leuchter deiner Religionen” und von den “Sternen deiner läutenden Nächte”. Jeruschalajim nennt Netti Boleslav das “Öllämpchen meines Glücks”. — Während einer Reise durch Deutschland tut sie einen Blick aus dem Fenster eines deutschen Gasthofes und sieht an jeder Strasse das Schild “Bier”, riecht die Blutwurst und den Sauerbraten. Aber sie sieht auch “alte Gesichter gestempelt mit brauner Vergangenheit” und sieht von weitem ein Schild “Dachau”. Ein Park in der Tschechoslowakei, dann die Heimatstadt ihrer Mutter, Bad Königswart, eine Fahrt von München nach Marienbad, — all das wird lebendig in den Gedichten der Autorin. Und von sich, der Emigrantin, sagt sie die eindrücklichen Worte: Man hat mir die Muttersprache geraubt in mir atmet ein Land, das unterging. So verwerfe ich mein Schicksal werfe es auf die ganze Welt in der ich mich nicht finde. An jedem Baum leuchtet ein Fragezeichen. Gertrud Isolam i PEDICURO“ LUSTIG,, CASA CENTRAL SANTIAGO San Antonio 510, Of. 203, V piso tfMM 83002 SUC. VINA DEL MAR Plaza de Viña del Miar 172 Oí. 10, Entrepiso Edificio El Escoria] Fono 883038 KINESIOLOGIA — ORTOPEDIA MANICURE: DAMAS CABALLEROS DEPILACION A LA CERA

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