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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1973-08-01 · 8 (Agosto, 1973) · p. Seite 28

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXV (1973)
Issue
8 (Agosto, 1973)
Date
1973-08-01
Page
Seite 28 (sequence 28)
Language
German
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28 Agosto 1973 Ein Stück Geschichte: Jüdisches Kaleidoskop vor 100 Jahren Aus der "Allgemeinen Zeitung des Judentums", Maerz 1873 Zur Erinnerung an die Märzrevolution des Jahres 1848 veröffentlichte die “Allgemeine” einen “Leitenden Artikel” mit der Überschrift “Ein fünfundzwanzig] ähriges Gedächtnis”, der mit den Worten ausklang: “Wir Juden dürfen nicht vergessen, dass das Jahr 1848 uns in den meisten Ländern Europas unsere staatsbürgerliche Stellung begründet hat.” * Aus Schweden wird berichtet, dass dort “der letzte Funke von Religionshass erloschen” sei. Die jüdischen Gemeinden in Stockholm, Gothenburg, Norrköping sind beschäftigt, eine neue Gemeinde-Verfassung auszuarbeiten. Die Zahl der Juden in Stockholm beträgt 800 bis 900 Seelen, in Gothenburg 500 bis 600 Seelen, in Norrköping 40 Seelen; ausserdem gibt es noch kleinere Gemeinden in Malmö und in Karlskrona. Weiterhin wird erwähnt, dass Juden auch als Abgeordnete in der Kammer sitzen. * In London hörte der jüdische Board of Deputies einen ausführlichen Bericht über die schwierige Lage der Juden in Persien, über ihre Unterdrückung sowie über die Hilfsaktion zur Linderung der Hungersnot der persischen Juden. Gleichzeitig wird berichtet, dass etwa 180.000 Juden in Persien leben; sie sind unter anderem als Ärzte, Kaufleute, Seidenweber und Goldschmiede tätig. Während in Ispahan nur eine Synagoge vorhanden ist, gibt es in Teheran zehn jüdische Gotteshäuser. * Ein “Privat-Correspondent” berichtet in einem längeren Aufsatz, dass ein “Rabbiner Abraham Baer Cohn aus Jerusalem” gegenwärtig Deutschland bereist, um Geld für ein Hospital und eine Schule in Safed zu sammeln. Er hat Empfehlungsschreiben der deutschen Konsuln in Beirut und in Jerusalem bei sich. Ausserdem, so heisst es in dem Bericht weiter, setze sich auch der Grossherzog von Mecklenburg-Schwerin, der zuvor Palästina besucht hatte, für Herrn Cohn ein. “Durch den Grossherzog wurde der Reichskanzler Fürst Bismarck bewogen”, Anweisung zu geben, den Abgesandten aus Jerusalem zu unterstützen. Doch der “Privat-Correspondent” spricht sich scharf “gegen diese Sammelei durch Herumreisen” aus. * Das “Israelitische Provincialwaiseninstitut für Knaben und Mädchen in Ostpreussen” ist in Schippenbeil gelegen. Nach seinem Bericht hat es im Vorjahr sechs Waisen, "in diesem zehn solche erhalten, unterrichtet und erzogen”. Die Einnahmen dieser Einrichtung betrugen “im Vorjahr 1794 Thaler, Ausgaben 1590 Thaler”, während das Vermögen dieses Instituts, das seit dem Jahre 1868 besteht, “gegenwärtig... 8400 Thaler” aufweist. * Aus Berlin weiss die “Allgemeine” zu melden: “Der unbemittelte israelitische Handelsmann Ehrenberg... lud zur religiösen Ceremonie bei seinem achten Knaben Se. Majestät den Kaiser ein, der die Übernahme der Pathenstelle acceptirte. Der Knabe erhielt den Namen ‘Wilhelm’. Die Leute haben elf lebende Kinder.” * Unter den Inseraten, die in diesem Monat in der “Allgemeinen” erschienen, gibt es wiederum einige, die erwähnenswert sind. Ein Verlag in Frankfurt/M. kündigt das Erscheinen eines Buches von Dr. Adolf Brüll an. “Trachten der Juden im nachbiblischen Alterthume. Ein Beitrag zur allgemeinen Costümkunde.” Der Preis dieser “von vielen Seiten herbeigewünschten Arbeit” ist nur ein Thaler. Wie immer ist eine grosse Nachfrage nach Vorbetern, die für das Inland wie für das Ausland gesucht werden, diesmal' unter anderem nach Nürnberg und nach Melbourne in Australien. Unter anderen Stellenangeboten besagt ein Inserat, dass das bekannte Bankgeschäft Levi Hirschland in Essen einen Angestellten sucht, der zugleich Bankbeamter, Buchhalter und Korrespondent . sein soll. Besonders gefragt aber sind Erzieherinnen in verschiedenen europäischen Ländern. Typisch ist die nachfolgende Annonce: “Eine wohlhabende, angesehene Familie in einer belebten, an der Theiss gelegenen Stadt in Ungarn, sucht... für 3 Kinder von 7-14 Jahren eine fein gebildete Gouvernante... die englisch und französisch beherrschen muss... eine tüchtige Pianistin sein und die Realgegenstände unterrichten kann ...” Wer sich indes nicht eine Privaterzieherin leisten kann, seine Kinder aber auch nicht in die allgemeine Schule schicken will, dem stehen “Pensiónate für Jünglinge” oder Mädchen offen, die regelmässig in der “Allgemeinen” inserieren. Da gibt es solche Erziehungsheime in Breslau und Posen, in Brüssel und in Hannover, in Marktbreit/M. und in vielen anderen Orten. Die meisten dieser Anzeigen sind gross aufgemacht, anziehend und vielversprechend. Im Gegensatz dazu fällt eine Annonce auf, die sich durch übermässige Sparsamkeit auszeichnet. Dieses Inserat lautet: “In m. Knaben-Pensionat k. w. ein. Schüler Aufn. f. Sie erh. Erz. u. Nachh. b. d. Arb., bestm. geist. u. körp. Pflege.” Dazu kann man nur sagen: Pf., w. gzg. Ramel Fabricados por Colchones de Resortes Camas Danesas Camas Americanas Camarotes (Literas) Sofá-camas para cada necesidad Sommieres plegables Sommieres para closet Colchones Record S. A LAS DALIAS 3237 (MACUL) — FONOS 213975 41669 Vor den jüdischen Feiertagen jeder von uns wird sich fragen wie er sein Gewissen reinigt (damit beim Beten es nicht peinigt) von allen Taten schlechter Sorte, schlechter Gedanken, schlechter Worte, Er sucht den Sitz von dem Gewissen von oben abwärts, ganz beflissen im Kopf zuerst, doch gleitet auch . hinunter er dann bis zum Bauch; doch findet es an keiner Stell! Verzweifelt fragt er an bei Schnell. Der blättert dann in dicken Bänden Wo solche Fragen Lösung fänden um dann die Antwort zu erteilen: “Mein Lieber, dein Gewissen sitzt wo sich dein Taschenbleistift spitzt; drum kann ich folgendes empfehlen um dein Gewissen zu entquaelen: Nimm dein Scheckheft rasch zur Hand mit Bleistiftspitze ganz gewandt füll aus und setzt’ne Ziffer ein und schick es dann Cisroco ein. Auf einmal wie ein Sonnenstraihl befreit bist’ von Gewissensqual, stehst an den Feiertagen, rein im Gewissen, vor dem Schrein. . .Cisroco wird zum Bienenhaus, Vor Spenden kennt es kaum sich aus, denn Jeder Pfennig ist willkommen doch auch die Mark wird angenommen. Drum will im Voraus ich schon danken namens der Alten und der Kranken. Stets soll man an Cisroco denken, Denn er erhält sich von Geschenken. Federico Schnell CONFECCIONES STARK HNOS. S. A. C. I. Vicuña Mackenna 587 - Fonos 384313-34504 Die huebsche “Rebbezin” wirbt unter Juedischen Studenten fuer das Judentum Auf amerikanischen Universitäten erscheint bei den jüdischen Studenten in letzter Zeit die hübsche und elegante Rabbinersgattin Esther Jungreis als Vertreterin der Bewegung Hineni (“Hier stehe ich)”, um Interesse für eine religiöse Erneuerung zu wekken. Hinter ihr steht die orthodoxe Organisation Young Israel. “Zuerst müssen wir ihre Seele erfassen”, erklärt Esther Jungreis, "um dann anschliessend mit Hilfe von Freiwilligen das Judentum als Wissen, Kultur und Lebensform zu erklären”. Sie betrachtet diese “emotionale Methode” angebracht, um junge, dem Judentum entfremdete Menschen anzuziehen, und hat auch bereits Erfolge aufzuweisen. Zu den Arbeitsmethoden der Hineni-Gruppe gehört es, abzuklären, weshalb sich die jungen Leute von den etablierten Synagogen abgewendet haben und jedem jüdisch-organisatorischen Leben femstehen.

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