Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXXV (1973)
- Issue
- 8 (Agosto, 1973)
- Date
- 1973-08-01
- Page
- Seite 27 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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Agosto 1973 27 ‘MISSION IN ISRAEL4 Aus Amerika ist manches Nützliche nach Israel gelangt: die permanente materielle Unterstützung, Rüstungshilfe, der diplomatische Einsatz. All das war und ist für den Staat Israel von einer wahrlich nicht zu unterschätzenden Bedeutung, und man kann nur hoffen, dies möge in der Zukunft so bleiben. Aber auch anderes ist in letzter Zeit aus Amerika in Israel eingetroffen, für das man dort keine Verwendung hat: ein Mr. David Berg, der sich “Moses” nennt und eine Organisation mit dem Namen “Chidren of God” führt, ferner ein Mr. Louis Kaplan aus Phoenix, Arizona, der Haupt der Bewegung “Jews for Jesus” ist, und schliesslich Mr. Meir Kahane, welcher die Jewish Defence League und sich selbst nach Israel transferiert hat, wo er gelegentlich auch die Gefängnisse von innen kennenlernte. Alle die Ex-Amerikaner haben etwas mit dem zu tun, was manche Zeitungen etwas vereinfacht “Judenmission” nennen. Die Herren Berg und Kaplan, indem sie für Jesus oder zumindest für eine Vorstellung, die sie so nennen, agitieren, und Mr. Kahane, indem er nach der bei ihm und den Seinen üblichen Methode zusammenschlägt, was sich zum Zusammenschlagen gerade anbietet. Uber die Mission an den Juden seitens christlicher Gruppen ist in Israel seit Jahren geredet worden. Da die Dinge bekannt sind und sich in letzter Zeit im gewohnten Rahmen bewegten, gab es keine besonderen Sensationen. Wie war die Situation? Die "grossen” Kirchen, also römische Katholiken, Anglikaner, grie-* chische Orthodoxe, Protestanten, hielten sich zurück, trieben keine aktive Mission und nahmen nur den, der zu ihnen wollte, was legitim und auch in Israel keineswegs zu verhindern ist. Anders jedoch handelten Sektierer: Es sind meist aus den USA finanzierte getaufte Juden, häufig genug psychopathologische Gestalten, die bei den Kirchen höchst unbeliebt sind, weil sie die Christen im Lande in Verruf bringen. Diese Leute fielen auf, weil sie Traktate verteilten und sich sonst mehr oder weniger auffällig gebärdeten. Schliesslich gibt es noch eine weitere Gruppe von Menschen, die sich zum jüdischen Volke zählen, aber aus Überzeugung Christen geworden sind oder bereits von getauften Eltern abstammen. Sie führen eine Art von Marranenexistenz; es mag im ganzen Lande kaum mehr als 1500 Menschen dieser Art geben. Ihre Entscheidung ist ihre eigene Angelegenheit, und von jeder aktiven Mission halten diese “Judenchristen” sich schon im eigenen Interesse fern. Sie fühlen sich nicht als Sektierer, obwohl sie eine etwas ungewöhnliche Lebensform für sich gewählt haben, die von andern Juden nicht nachvollziehbar ist. So war die Situation bis vor kurzer Zeit; im Grunde waren auch die traditionellen Juden damit zufrieden, weil auch sie allmählich erkannt hatten, dass die “grossen Kirchen” die aktive Judenmission weitgehend aufgegeben hatten und sich vor allem dem arabischen Milieu widmeten. Probleme konnte es im Grund nur bei Mischehen und deren Kindern geben, aber auch solche Fälle wurden in den letzten Jahren ohne emotionalen Aufwand von beiden Seiten behandelt. MASSEN -HISTERIE Anders ist die Lage nun insofern geworden, als vor kurzem die oben erwähnten Herren Berg und Kaplan mit ihrem Anhang unangenehm auffallen und alles daransetzen, durch ihre Agitation die Spalten israelischer Zeitungen zu füllen. Sind in Gazetten der übrigen Welt “Sex and Crime” anziehende und das Publikum elektrisierende Themen, so kommt in Israel noch das Problem "Judenmission” hinzu, eine Tatsache, für die es gewiss historische Ursachen gibt, denn getaufte Juden figurieren in den mittelalterlichen Annalen des jüdischen Volkes als besondere Schädlinge, die gelegentlich auch den Tod von Juden verursachten. Daher mag die derzeitige Aufregung nicht unverständlich sein. Ist sie aber sachlich berechtigt? Bei den jetzt neu aufgetretenen Gruppen, besonders bei “Jews for Jesus”, handelt es sich um nichts anderes als um Spielarten der längst bekannten Sekten, nur dass hier agitatorisch noch lauter vorgegangen wird und gewiss auch einige junge Israelis davon ergriffen wurden, was vermutlich Hauptanlass der Erregung ist. Niemand wird mit Zustimmung derartige Phänomene zur Kenntnis nehmen, aber solche Vorgänge sind Ausdruck einer Art von Massenhysterie, die rasch abklingt, so wie Billy Grahams Bekehrungserfolge im christlichen Bereich meist auch nur von kurzer Dauer waren. Falsch wäre es, wenn Juden hier ihrerseits hysterisch reagierten, was leicht der Fall ist, wenn das Reizwort "Judenmission” anklingt, aus Gründen, die oben erwähnt wurden. Im Staate Israel sollte jedoch noch viel weniger Anlass zu unausgewogener Haltung als in der Diaspora sein, wo Juden in einer Minderheitensituation leben. Was in den letzten Monaten durch die altneuen Sektierer bewirkt worden ist, ist nichts anderes als das Einfangen einiger labiler Juden, die einen Lebensinhalt suchten und in Kürze erkennen werden, dass sie wieder einmal einer Täuschung anheimgefallen sind. Der israelische Justizminister Schapiro sowie Oberrabbiner Goren, so wenig beide Sympathien für derlei Sekten haben, warnten mit Recht vor gewalttätigen Reaktionen oder vor voreiligen Gesetzesänderungen, die nur Wirrwarr schaffen könnten. Die derzeit allzu aggressive Haltung der Sektierer ist eine Augenbliekserscheinung, die verschwindet, wenn man solche krankhaft aufs Auffallen bedachten Gestalten möglichst ignoriert, anstatt ihnen gratis eine Publizität zu geben, die sie nun wahrlich nicht verdienen. ANGST VOR SEKTIERERN Vor allem soll man sich aber davor hüten, Allgemeinurteile zu fällen und für die histerischen Neuankömmlinge aus Amerika “die Kirchen” oder “das Christentum” verantwortlich zu machen. Juden müssten aus langer eigener, schmerzvoller Erfahrung höchst sensitiv sein, was Kollektivurteile anbetrifft, und sollten nicht alle jene mitverschulden, die selbst solche Sektierer ablehnen. Im übrigen gibt es in Israel und anderwärts nicht wenige Juden, die undifferenziert in jedem Christen oder in jedem Pfarrer einen verkappten “Judenmissionar” zu erkennen meinen. Eine derartige Haltung, zumal in Israel, würde vor allem auf eine eigene innere Schwäche hinweisen, dass man etwa vor Andersgläubigen Angst hätte. Und hier sind wir beim Kern des ganzen Problems: Wenn nicht bald Vernunft in dieser Sache einkehrt, so könnte man die aufgeregte Haltung mancher Juden nicht anders deuten, als dass sie von einer vielleicht sogar unbewussten Angst befallen sind, Angst vor Sektierern. Das freilich wäre ein viel ernsteres Phänomen als das lautstarke und konfuse Geschrei der aus den USA Zugereisten. Worauf es angesichts der augenblicklichen Situation ankommt, ist ein Differenzierungsvermögen: Man soll ohne Gewalt und mit Würde denen entgegentreten, die ihre Mitmenschen etwa belästigen, und soll sich davor hüten, die Dinge sensationell aufzubauschen, weil gerade nicht viel Sensationelles aus Jerusalem zu melden ist. Eines schliesslich darf wohl noch hinzugefügt werden: Max Brod hat in einer seiner tiefsten Äusserungen sich mit den abgefallenen Juden auseinandergesetzt. Nicht ihnen gab er die Schuld, sondern denen, die sich früher nicht genug um sie gekümmert haben: “Ihr habt nicht genug geliebt”. Eine Lösung solcher Probleme kann allein darin liegen, dass Juden sich der Gefährdeten annehmen, so dass sie ihnen das bieten, was sie bei den "Jesus People” suchen und doch auch dort nicht finden. Vielleicht sind daher gerade diese neuen Erweckungsbewegungen ein Anlass mehr, sich auch in Israel vermehrt um junge Menschen zu kümmern, die auf der Suche sind. Freilich wäre dafür die Ausweisung von sogenannten “Missionaren” oder eine wie auch immer geartete Gesetzesänderung nichts anderes als das offensichtliche Eingeständnis eigener Schwäche und Furcht sowie ein fulminantes Ausweichen vor dem wesentlichen Problem: Sich derer anzunehmen, die durch Drogen oder anderes im Leeren sind und eine geistige Heimat brauchen, die ihnen auch in Israel eine kalte Gesellschaft nicht selten bisher versagte. S. M. (“Israelitisches Wochenblatt” Zürich) Nunsseiba Dementiert Der prominente jordanische Politiker und Jerusalemer Einwohner Anwar Nusseiba hat Berichte dementiert, nach denen er in das jordanische Kabinett als „Minister für die besetzten Gebiete“ eintreten werde. Beobachter schlossen aus dem lediglich vagen Dementi, dass der Jerusalemer Jurist, der schon einmal Verteidigungsminister im jordanischen Kabinett war, absichtlich nicht allzu hart formulierte. Nusseiba gilt derzeit als Jordaniens Geheimbotschafter ln Israel.“ Vor kurzem hatte Nusseiba in einem Vortrag in Tel Aviv die Bedeutung israelisch-arabischer Kontakte hervorgehoben und gesagt: „Um der Zukunft willen darf es nicht wieder zu einer Situation kommen, in der es keinerlei Kontakte gibt.“ Er fügte hinzu: „Es Ist das Wichtigste, zusammenzukommen, auch wenn man dazu seinen Stolz hinunterschlucken und sich über Vorurteile erheben muss." Als historisches Beispiel nannte Nusseiba die Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich: „Wer hätte vor zwanzig Jahren angenommen, dass die beiden Länder in einer europäischen Gemeinschaft vereinigt sein würden?“ RUDI JELEN Feine Goldschmiede Arbeite« Moderne Aenderungm Uhren-Reparaturen Staendige Auswahl von Schmuchsaehm Barmizwahgeschenke Edif. Pza. de Armas Local 1S6, (entrepiso) Eingang MONJITAS 878 Telefon 884865 ADAMS , PAMELA GRANT PAMEUTy Lo mejor en Cosméticos Rabino Kahane. .j ¡ff¡¡¡¡|§