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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1973-08-01 · 8 (Agosto, 1973) · p. Seite 25

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXV (1973)
Issue
8 (Agosto, 1973)
Date
1973-08-01
Page
Seite 25 (sequence 25)
Language
German
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Agosto 1973 25 jacques lipchi TZ Generaele zwischen Krieg Gut und Solide und Frieden Hemmerle (Mannheim) mmi Wäät Jaques Lipchitz: “Harlekin mit Akkordeon” (1918) von Herbert F r e e d e n (Jerusalem) Von Joachim Er verkörperte Vitalität: ein kräftiger Mann mit schulterlangen Haaren, kräftigen Händen, dem guten Essen zugetan und künstlerisch aktiv bis ins hohe Alter. 81 Jahre war Jacques Lipchitz, als er Ende Mai 1973 in seinem Urlaubsort Capri einem Herzschlag erlag. Dass er zu den bedeutenden Bildhauern unseres Jahrhunderts zählt, hatte kurz zuvor eine Ausstellung in der Londoner Marlborough- Galerie erneut bewiesen; sein Resümee überschrieb der Kritiker einer britischen Sonntagszeitung mit den Worten “Gut und solide”. Güt und solide ist das Lebenswerk dieses Mannes, der ein Stück Kunstgeschichte mitgestaltete und zugleich ein Erlebender jüdischen Schicksals war. Am 22. August 1891 im litauischen Druskieniki als Sohn des Abraham Isaac Lipchitz und seiner Frau Rachel Leah geboren, besuchte er die Schule in Bialystok, bis er die Stadt 1905 nach einem Pogrom verliess. Zunächst begann er ein technisches Studium in Wilna, bis er sich entschloss, nach Frankreich, zu gehen und dort die bildenden Künste zu studieren. 1912 kehrte er noch einmal naeh Russland zurück, des Militärdienstes wegen; ab 1913 lebte er wieder in Paris. Paris brachte ihm Begegnungen mit den bedeutendsten Künstlern seiner Zeit: Gris, Braque und Picasso. In Paris wurde Jacques Lipchitz mit Archipenko und Zadkine zum Begründer des Kubismus in der Bildhauerei. Sie entwickelten eine neue Formensprache, liessen die akademischen Lehren hinter sich, Neuem, Eigenen zuliebe. Das zeigt auch sein 1918 entstandener “Harlekin mit Akkordeon”, eine 68 Zentimeter hohe Sandstein-Arbeit, die von der Mannheimer Kunsthalle 1965 erworben wurde. Jacques Pipchitz zerlegte die klassische Borm, er reduzierte sie auf geometrische Grundelemente, komponierte daraus seine Plastiken. Waren es zunächst mächtige, wuchtige Formen, so gewann er später eine neue Ausdrucksform, jetzt waren es frei schwingende Arabesken, dann hymnische Werke. Lipchitz war ein sensibler, aber LAMPARAS El surtido más grande en todos los estilos Ferreluz Merced 555, TeL StttOl auch ein kraftvoll gestaltender Künstler. Früh hatte er Rodin bewundert. Der sah 1912 Arbeiten des jungen Lipchitz und liess ihm^bestellen, er möge nur fleissig arbeiten, dann werde etwas Besonderes aus ihm. Aus Lipchitz wurde etwas Besonderes. 1937 erhielt er auf der Pariser Weltausstellung eine Goldmedaille für sein Werk “Prometheus, einen Geier erschlagend”. Mit diesem Thema war eine der grossen Inspirationsquellen seines Wirkens offengelegt: “Rückgriff auf Mythologie aus humanem ‘Engagement’ ” — Albert Schulze-Vellinghausen formulierte es. Offen für das Neue, begnügte sich Jacques Lipchitz nicht damit, einmal Begonnenes immerfort zu variieren, vielmehr befasste er sich mit der bildhauerischen Form des Barock und der Renaissance, mit etruskischen ebenso mit mexikanischen, afrikanischen und indischen Ausdrucksmöglichkeiten. ES war Leo Trotzki, der 1926 Lipchitz einen der führenden Bildhauer nannte. ' Im Jahre 1924 hatte der Künstler die französische Staatsbürgerschaft angenommen, 1941 musste er aus Frankreich nach Amerika fliehen. Diese Ereignisse finden ihren Niederschlag in Werken mit Titeln wie “Flucht”, “Einer neuen Welt entgegen”, “Das Hohe Lied” — eine unübersehbare Hinwendung zur jüdischen Bibel und Glaubenswelt. In Deutschland blieb Lipchitz bis in die fünfziger Jahre weithin unbekannt. Spätestens seit 1970 kann davon keine Rede mehr sein. Anlässlich der Berliner Festwochen zeigte die Nationalgalerie eine grosse Retrospektive, die den Namen Jacques Lipchitz auch hierzulande bekannt machte. Berühmt war er vorher schon: in Südfrankreich, wo er im Geiste der Toleranz ein Werk für eine christliche Kirche schuf, in Rio de Janeiro und in Los Angeles — seinen Ruhm bewahren Museen der Welt. Jacques Lipchitz, der das Leben verkörperte, ist ein Weltbürger gewesen: offen für die geistigen Werte aller Kulturen. Jacques ¡Lipchitz war auch ein bewusster Jude, der dem Staat Israel zahlreiche Werke hinterlässt. In Jerusalem hat man ihn begraben. Die dramatische Verabschiedung des Kommandeurs der Südfront, General Ariel Sharon, hat ein Problem ins Rampenlicht gerückt, das schon seit einiger Zeit die israelische Öffentlichkeit beschäftigt: was geschieht mit den Generalen, die den Heeresdienst quittieren? Jedes Jahr müssen etwa 40 hohe Offiziere ihren Abschied nehmen, weil sie die Altersgrenze von 45 Jahren erreicht haben — ein Alter, in dem andere ihre Karriere erst beginnen, und bestimmt die politische Karriere. Bei General Sharon, einem der dynamischsten Soldaten Israels, trat noch ein anderes Moment hinzu. Et glaubte, auf Grund seiner Erfolge Anspruch darauf zu haben, der nächste Stabschef zu werden. Als er erfuhr, dass er statt dessen im Januar 1974 in Pension geschickt würde, kündigte er spontan den Dienst — gerade noch zeitig genug, um als Kandidat in die Liste der rechten Oppositionspartei Gachal für die im Herbst stattfindenden Parlamentswahlen anfgenommen zu werden. Israels Armee will jung und unpolitisch bleiben; das erstere gelingt ihr durch immerwährende Rotation der Führungskräfte, einschliesslich des Generalstahschefs; nicht in den Strudel des Parteienhanders gezogen zu werden, ist dagegen schon schwieriger. Die Offiziere haben genau so ihre politische Überzeugung wie Zivilisten, nur dass sie sie nicht äussern dürfen. Bei Sharon war das offenbar nicht immer der Fall und die Frage entstand, kann sich eine Regierung einen Stabschef leisten, der politisch im Lager der Opposition steht? Muss es dabei nicht zu Konflikten zwischen politischer und militärischer Führung kommen? Tatsächlich schlossen sich bisher alle Generalstabschefs, sobald sie die Armee verliessen, der sozialdemokratischen Arbeitspartei an — entpuppten sich also nachträglich als “linientreu”. ftf fl Junge Berufspolitiker und Parteifunktionäre sehen die Infiltration der Generäle auf die politische Szene nicht gern —oft wurden Militärs über ihre Köpfe hinweg in Positionen geschleust, und zwar nicht auf Grund ihrer politischen Erfahrung, sondern um die Partei um einen bekannten Namen zu bereichern. Dabei stellte sich heraus, dass die Qualifikationen eines guten Soldaten nicht immer mit den Eigenschaften identisch sind, die ein guter Politiker braucht. Chaim Bar Lew, dessen “Bar Lew Linie” am Suezkanal 1969 den “Abnutzungskrieg” der Ägypter zum Scheitern brachte, macht keine so glänzende Figur als Handelsminister und seine politische Zukunft ist in Frage gestellt. Ezer Weizmann, einer der “Architekten” der Luftwaffe, wollte auch die Gachal-Partei im Tiefflug nehmen, wurde aber von den Parteifunktionären abgeschossen und ist heute Abteilungsleiter einer Schifffahrtsgesellschaft. Der ehemalige Personalchef der Armee, Shlomo Lahav, versucht als Kandidat von Gachal der Arbeitspartei das Bürgermeisteramt von Tel Aviv strittig zu machen, nachdem für ihn im Parlament kein Platz war, Andere Generäle haben ihre politischen Ambitionen begraben müssen: der einstige Kommandeur der Südfront, Gawish, ist Boss eines Stahlwerks; der frühere Abwehrchef Amir Generaldirektor des gewerkschaftseigenen “Koor”-Konzems; der Eroberer von Ostjerusalem im Sechs Tage- Krieg Narkiss ist Leiter der Einwanderungsabteilung der Jewish Agency; Luftwaffengeneral Remez Direktor der Hafenbehörde und der ehemalige Generalquartiermeister Gewa Manager einer Supermarket-Kette. Der Sieger im Sechs Tage-Krieg Yizchak Rabin wurde als Botschafter nach Washington geschickt, wo er zwar gute Beziehungen zu den Amerikanern herstellte, dafür aber sein Verhältnis zum Aussenministerium in Jerusalem verschlechtrete, und das ihm vor sechs Jahren gegebene Vorsprechen eines Regierungspostens steht immer noch offen. Von 75 hohen Müitärs, die in den letzten 10 Jahren aus der Armee ausgeschieden sind, ist es nur 18 gelungen, in die Politik ein- ■zusteigen — und nicht immer mit Erfolg. Die grosse Ausnahme bildet Moshe Dayan, aber er ist nur ein Beweis dafür, dass nicht das Handwerk, sondern die Persönlichkeit entscheidet. ELRY-FAJAS Ropa Interior Fina MONEDA 858 — FONO 716163

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