Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXXV (1973)
- Issue
- 8 (Agosto, 1973)
- Date
- 1973-08-01
- Page
- Seite 22 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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Mentioned entities
- Louis Lewandowski 2× ep/1005797
- Franz Schubert 1× ep/1025587
- Golda Meir 1× ep/1009279
- Hermann Cohen 1× ep/1004894
- Jacob Gilboa 1× ep/1008244
- Josef Tal 1× ep/1009312
- Lukas Foss 1× ep/1026785
- Magnus Davidsohn 1× ep/1005841
- Oscar Wilde 1× ep/1025765
- Paul Ben-Haim 1× ep/1009375
- Robert Lachmann 1× ep/1035581
- Salomon Sulzer 1× ep/1026557
- Stefan Wolpe 1× ep/1027825
- Teddy Kollek 1× ep/1009273
- Września 1× ep/1048180
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22 Agosto 1973 Musik in Jerusalem und Tel Aviv Zur 25-Jahr-Feier der Rubin-Musikakademie in Jerusalem hatten sich nicht nur Musiklehrer aus dem ganzen Lande als Gratulanten eingefunden; dem feierlichen Abend im neuen Jerusalem- Theater wohnten Ministerpräsidentin Gold.i Meir und Bürgermeister Teddy Kollek bei, und ein buntes Programm beleuchtete die vielseitigen Aktivitäten des Instituts. Ein Konservatorium für Musik hat es in Jerusalem schon zu Zeiten des Gouverneurs Roland Storrs kurz nach dem Ersten Weltkrieg gegeben; der Gründer und Direktor, der englische Pianist Sidney Seal, hat in Jerusalem noch musiziert und unterrichtet, als Emil Hauser das “Palestine Conservatoire” gründete und nach der von ihm tatkräftig unterstützten und vom High Commissioner Sir Arthur Wauchope befürworteten Einwanderung von Fachkräften aus Mitteleuropa zu erster Blüte brachte. Damals begannen die Komponisten Josef Tal und Heinrich (Hanoch) Jacoby zu unterrichten; Stefan Wolpe kam für mehrere Jahre ins Land; Dr. (heute Professor) Edith Gierson-Kiwi konnte ihre ethnomusikologischen Studien beginnen und mit Dr. Robert Lachmann das Archiv für im Lande aufgenommene traditionelle Musik begründen. Benno Balan eröffnete seine Musikalienhandlung und begann, Lieder und Kompositionen unserer Komponisten zu drucken. In den vierziger Jahre kam das “Palestine Conservatoire”, das in Dr. Helene Kagan eine aktive und wertvolle Helferin hatte, in Schwierigkeiten ideeller und organisatorischer Natur; man war sich in der Leitung uneinig, und es kam zu einer Spaltung. Die Majoritätsgruppe gründete ein neues Institut unter Leitung von H. Jacoby und Jocheved Dostrowsky — und aus diesem Institut erwuchs 1947 die jetzige Akademie; 1958 erst konnte die Akademie — dank der Spenden Samuel Rubins — ein eigenes Haus beziehen. Nach einem Präludium — “Makamat” von Ami Ma’ayani, gespielt von der Schwester des Komponisten, der Harfenistin Ruth Ma’ayani, folgten Begrüssungsreden. Unerwartet, selbst improvisierend, ergriff auch die Ministerpräsidentin das Wort. “Kunst ist in diesem Lande kein Luxus”, sagte Golda Meir, “und wir brauchen Schulen für künstlerische Erziehung in den grossen Städten genau wie in Beerschewa, in Dimona, im Kibuz. Das Leben ist hart in unserem Lande, und wir brauchen den Künstler, der uns Schönheit schenkt — die Schöpfungen der Künstler von gestern und die der lebenden und heute schaffenden Künstler!” — Im musikalischen Programm des Abends sang der Akademiechor unter Leitung von Stanley Sperber kurze Chorstücke. Mendi Rodan, pädagogischer Direktor der Akademie, dirigierte Solisten und Akademieorchester in einer recht gelungenen Wiedergabe des Finals aus dem ersten Akt von Mozarts “Cosl fan tutte”. * Einen Abend nach der Akademiefeier konzertierte im Jerusalem-Theater das Radiosinfcni:orchcster unter Leitung seines musikalischen Leiters Lukas Foss, der die Woche zuvor ein “Mozart- Marathon” von mehreren Stunden Musik mit grossem Erfolg musiziert hatte. Diesmal bot das Orchester warme und enthusiastische Wiedergaben von Robert Schumanns Zweiter Sinfonie und der “Unvollendeten” von Franz Schubert; als Solist hatte man den jungen schwedischen Geiger chilenischer Abkunft Gustavo Garcia-Saavedra gewonnen, der dem Violinkonzert von Paul Ben-Haim in meisterhafter Interpretation zu ungewöhnlichem Erfolg verhalf. Erfreulich ist es festzustellen, dass die Zahl der Musikfreunde im Lande, die sich mit den Schöpfungen der Komponisten unserer Zeit auseinandersetzen wollen, im Wachsen begriffen ist. Die “Musica Viva”-Serie der Philharmoniker erfreut sich wachsender Beliebtheit. Die immer zeitgenössische Werke einbeziehenden Programme des Kammerensembles werden mit Beifall aufgenommen. Der “Neuen Dimensionen” gewidmete Abend des Tel Aviver Museums und des Radios hatte ein neugieriges Publikum ins Museum gelockt, und das neue Recanati- Auditorium war voll besetzt; ein grosser Teil der Hörerschaft blieb nach dem Konzert im Foyer, um mit Komr ponisten und Hörem über das Pragramm und die Musik zu debattieren. Das nächste “Marathon” des Jerusalemer Rundfunks — im Juli des Jahres — wird jüdischen Komponisten und israelischer Musik des 20. Jahrhunderts gewidmet sein. Zubin Mehta hat interessante Werke von Penderecki und Jacob Gilboa auf dem Programm der Philharmoniker, und auch der kommende Israel-Festival wird sicherlich durch neue Schöpfungen Interesse erwecken. Zu den rührigsten Protagonisten der neuen israelischen Musik im In- und Ausland gehört die Pianistin Vera Lengyel — in den Konzertsälen und Rundfunkstudios des Auslands ein ständiger Gast! An den Beginn ihres kürzlich im Tel Aviver Museum gegebenen Programms setzte sie eine interessante Gegenüberstellung der Stile und Ausdrucksformen von Johann Sebastian Bach und seinen Söhnen; den Beschluss bildete Franz Schuberts grosse A- Dur-Sonate. Unser Interesse aber konzentierte sich vor allem auf die beiden Uraufführungen des Abends: Menahem Avidoms “Jemenitische Hochzeits-Suite” und Jacob Gilboas “Epigramme nach Oscar Wilde” — israelische Werke, wie sie gegensätzlicher nicht sein können: Avidom in “östlichem Mittelmeer-Stil” voller Eleganz und Charme; Gilboa mit Hilfe neuartiger Spieltechnik — “Tontrauben” — Tastenanschlag, Schlag- und Zupfeffekte im Innern des (erbärmlichen alten Museums-) Flügels — in ausdrucksstarkem Nachempfinden Oscar-Wildescher Aussprüche. Ein vollbesetzter Saal spendete der ausgezeichneten Künstlerin reichen Beifall — neuer Beweis dafür, dass unsere zeitgenössischen Komponisten nur die geeigneten Interpreten finden müssen, um ihren Werken Aufmerksamkeit und Anerkennung zu gewinnen. Peter Gradenwitz Auslieferung Gefordert Polen hat bei den Vereinigten Staaten die Auslieferung der ehemaligen KZ-Aufseherin Hermine Braunsteiner- Ryan beantragt. Ihr wird von polnischer Seite unter anderem die Teilnahme an Selektionen in den Konzentrationslagern Maidanek in Polen sowie in Ravensbrück und Genthin zur Last gelegt. Die Opfer starben in Gaskammern oder Gaswagen. Wie die polnische Nachrichtenagentur meldete kam Hermine Braunsteiner-Ryan 1949 nach Heirat mit einem Amerikaner in die Vereinigten Staaten. Sie habe ihre Vergangenheit verschwiegen und so selbst die amerikanische Staatsbürgerschaft erhalten. Nachdem sie erkannt wurde, sei sie ihr 1971 wieder abgesprochen worden. Sie lebe jedoch weiterhin in den USA. Auch die deutsche Bundesregierung hat die Auslieferung der in Brooklyn (New York) lebenden Hermine Braunsteiner-Ryan beim Aussenministerium in Washington beantragt. Rechtsexperten des amerikanischen Aussenministeriums müssen zunächst den Status der Frau klären und dann über die beiden Auslieferungsanträge entscheiden. Reformator der Synagogenmusik Zum 150. Geburtstag von Louis Lewamdowsld Bis auf den heutigen Tag sind insbesondere die synagogalen Gesänge des auch als Komponist und Musikpädagoge berühmten Chordirigenten Louis Lewandowski lebendig geblieben. Vor allem seine Werke “Kol Rino Utefilo” (Stimme des Jubels und des Gebets) und “Todo w’Simro (Lob und Gesang; 1876 und 1882) sind typisch für sein Bestreben, überkommene G'ottesdienstmelodien dem Empfinden der Zeit und der europäischen Musik anzupassen, das heisst sie entsprechend zu bearbeiten. Sie sind von , ihm für Vorbeter, Chor und — Orgel geschrieben. Neben solchen liturgischen Werken hat Lewandowski auch zahlreiche weltliche Kompositionen hinterlassen, darunter eine Sinfonie und eine Kantate, die beide preisgekrönt wurden. Seine musikalische Ausbildung war wesentlich fortschrittlicher als die seines Zeitgenossen und engeren Fachkollegen Salomon Sulzer (gest. 1890), dessen liturgisches Wirken in Wien zu studieren er früh Gelegenheit hatte. In Wreschen/ Posen geboren, am 3. April 1823, wurde er durch seinen Vater, den man zu gottesdienstlichen Funktionen an den Hohen Feiertagen heranzog, mit der jüdisch-religiösen Sphäre gut vertraut gemacht. In Berlin, wo seine musikalische Begabung auffiel, besuchte er das Gymnasium. Zu seinen Förderern gehörte auch ein Enkel Moses Mendelssohns, Alexander Mendelssohn (1798-1871), Mitinhaber des gleichnamigen Bankhauses und Vorstandsmitglied der jüdischen Gemeinde. Durch ihn fand Lewandowski Kontakt zu Künstlerkreisen. Er ergriff das Musikstudium sowohl an der Universität als auch an der Akademie der Künste, deren erster jüdischer Schüler er wurde und wandte sich früh der Synagogenmusik zu. Kaum zwanzig Jahre alt, wurde er zum Chordirigenten an der Alten Synagoge in der Heidereutergasse in Berlin berufen und 1886 an die Neue Synagoge in der Oranienburger Strasse verpflichtet. Ausserdem war er Lehrer für Chasanut an der 1859 gegründeten jüdischen Lehrerbildungsanstalt und Gesanglehrer an der jüdischen Volksschule. Beim 25jährigen Amtsjubiläum wurde er zum Musikdirektor und zu seinem fünfzigsten, zum Titularprofessor der Musikakademie der Akademie der Künste ernannt. Am 3. Februar 1894 ist er gestorben. Der bekannte Berliner und spätere Londoner Oberkantor Magnus Davidsohn (1877-1958), der Lewandowskis mittelbarer Nachfolger für das Fach Chasanut am Lehrerseimnar wurde, hat dessen Wirksamkeit einmal als “epochal für die Synagogenmusik” bezeichnet. Kaum bekannt dürfte sein, dass Louis Lewandowski der Schwiegervater von Hermann Cohen war — seine Tochter Martha war mit dem berühmten Marburger Philosophen verheiratet; sie ist im September 1942 in Theresienstadt ums Leben gekommen. (Jüdische Wochenzeitung, (Düsseldorf) Heumann Hnos. S.A.I.C. Fábrica de Mermeladas, Jarabes, Tomato-Ketchup Independencia 2021 Tel.: 774446 - 774243 Casilla 6592 Correo 4 SANTIAGO BLUSAS Vi* w