Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXXV (1973)
- Issue
- 8 (Agosto, 1973)
- Date
- 1973-08-01
- Page
- Seite 21 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Agosto 1973 21 Sowjetisches Ausreisevisum für Israel. (Fortsetzung von Seite 20) Juden grosse Belästigungen, verlieren ihre Arbeitsplätze, Wissenschafter schlagen sich mit Hilfsarbeiten durch. Nach . Erhalt des Visums, auf das oft monatelang gewartet werden muss und das oft genug verweigert wird, folgt die Liquidation der Wohnung, die Reise zur Abfahrtsstation nach Moskau, wo die Auswanderer im Bahnhof übernachten, da sie kein Recht auf ein Hotelzimmer haben, nachdem sie nicht mehr als Sowjetbürger gelten. Noch beim Grenzübertritt werden sie von offenbar bezahlten Juden animiert, auf die Weiterreise zu verzichten. Man rechnet heute mit etwa 120.000 Juden in der Sowjetunion, die auf ihr Visum warten, und Tausend haben seit Erlass des “Lösegeld”-Dekrets die Einreichung des Gesuches unterlassen. Die Aufgabe Israels und des Keren Hajessod Die russischen Einwanderer stehen unter einem gewissen Schock in der neu erlangten Freiheit. Sie sind voller Erwartung bezüglich der Einordnung in Israel, hinsichtlich Wohnung, Umgebung und Arbeit. In Lod bleiben sie einige Stunden zur Erledigung der Passkontrolle und der Bestätigung der Personalformulare aus Schönau. Hier bereits entstehen neue Probleme, da viele Olim unbedingt in der Nähe von Verwandten wohnen wollen und es ablehnen, in Entwicklungsorte zu gehen, wo die Regierung grosse Anstrengungen unternimmt, neue Wohnblöcke bereitzustellen. Die Wohnungen enthalten zumeist drei Zimmer mit den nötigsten Einrichtungen. An jedem Ort befindet sich ein Verantwortlicher des Einwanderungsministeriums und betreut die neuen Bürger während der drei Jahre, in denen sie ihre Rechte als Olim haben. Der Orteleiter weiss erst im letzten Moment, wie viele Zuzüger aus Lod zugeteilt werden. Die Betreuung gestaltet sich sehr schwierig, da die vielen kleinen Probleme zur Zufriedenheit gelöst werden müssen. Eis muss Bedacht darauf genommen werden den Enthusiasmus der Olim nicht schon in der ersten Zeit zu zerstören. Man spürt anfangs ein tiefes Misstrauen den israeli- MQNEDA]1037 sehen Behörden gegenüber, mit dem die Olim aus der Sowjetunion mit deren Bürokratie' belastet sind. Es braucht viel Geduld, sie zu überzeugen, einem israelischen Beamten Vertrauen entgegenzubringen. Olim mit akademischen Berufen werden mit den Fami-, lien in einen Uulpan (Merkas Klita) eingewiesen, wo sie in fünf Monaten Iwrit erlernen. Aus finanziellen Gründen kann man nicht alle Olim in einem Ulpan aufnehmen, sondern nur diejenigen, die wegen ihres Berufes rasch die Sprache beherrschen müssen. Die in Wohnungen Eingewiesenen werden in Abendschulen angelernt, und die Kinder kommen sofort in allgemeine Schulen mit besonderen Iwritstunden. Auch eine notwendige berufliche Weiterbildung wird gefördert. Man kann sich kaum eine EIN DEUTSCH-ISRAELI¬ SCHES FORSCHUNGS¬ PROJEKT Für ein deutsch-israelisches Gemeinschaftsprojekt zur Grundlagenforschung der Biophysik bewilligte die Stiftung Volkswagenwerk Hannover in ihrem Schwerpunkt Molekulare und Physikalische Biologie dem Weizmann-Institute of Science, Rechewoth (Prof. Dr. H. Eisenberg) und dem Max- Planck-Institut für biophysikalische Chemie, Göttingen (Dr. E. Neumann), insgesamt rund 442.000 DM. Die Forschungen zur „Molekularen Hysterese“ sollen Phänomene wie Erfahrungsgedächtnis. Nervenerregung und biologische Rhythmen klären helfen. Die kürzlich in biologischen Vorstellung davon machen, welches Opfer Israel mit der Aufnahme der russischen Juden erbringt. Nur schon die Unterbringung in Wien und der Flug nach Israel verschlingen Unsummen, nicht zu reden von der Ansiedlung, Schulung, Betreuung und den Fragen der Infrastruktur. Israel sieht sich ausserstande, die Kosten dieser wahrhaft humanitären Aufgabe allein zu tragen. Hier springt die Tsraelaktion des Keren Hajessod ein. Und an uns liegt es, dem KH nach unseren besten Kräften beizustehen. Es sind unsere Brüder, die die Sowjetunion unter manch materiellen und ideellen Opfern verlassen — und noch verlassen wollen. Helfen wir ihnen, und helfen wir Israel, diesen enthusiastischen Menschen ein neues, glückliches Leben bieten zu können! Leo Rapp Grossmolekülen und Membranen entdeckte Erscheinung der molekularen Hysterese eröffnet einen neuen Zugang zu einer Reihe noch wenig verstandener Lebensvorgänge. Hysterese — in der Computertechnologie als physikalische Grundlage der Informationsspeicherung wohlbekannt — wird in der Biophysik als Modell für molekulare Gedächtnisaufzeichnung und als neues kybernetisches Prinzip für periodische Vorgänge diskutiert. In dem geförderten Projekt sollen die physikalisch-chemischen Eigenschaften molekularer Hysterese erforscht und damit die Grundlagen zur Analyse und zum Verständnis einiger komplexer biologischer Erscheinungen erarbeitet werden. ISR SCHWIERIGKEITEN IM EINORDNUNGSMINI¬ STERIUM Seit längerer Zeit sind in Israel Gerüchte über Schwierigkeiten im Ministerium für Eingliederung der Einwanderer im Umlauf, die sich aus Streitigkeiten über die Vollmachten des Ministeriums ergaben. Diese Gerüchte haben jetzt ihre teilweise Bestätigung gefunden: der Generalrektor des Ministeriums, Hillel Aschkenasi, ist zurückgetreten, weil er sich mit dem vor kurzem erannten Vizeminister Schlomo Rosen (beide Mapam) nicht einigen konnte. An der Spite des Ministeriums steht der frühere Botschafter in Wien, Natan Pe led (gleichfalls Mapam), der nach den Wahlen von seiner Partei ausgewechselt werden soll. Während sich hohe Beamte des Einordnungsministeriums über Arbeitsschwierigkeiten beklagen, bemerkte der Leiter der Einwande rungsabteilung der Jewish Agency, Usi Narkis, dass die Kooperation mit dem Einordnungsministerium zufriedenstellend sei. Auf einer Tagung der Direktoren der Einwanderungszentren sagte er voraus, dass Israel im Jahre 1973 wieder mit 50.000 Einwanderern zu rechnen habe und dass die Zahl der Olim aus der UdSSR wohl unverändert bleiben werde. Während die Einwanderung aus den USA zurückgegangen ist, kamen in den letzten Wochen mehrere grosse Gruppen von Einwanderern aus Südamerika ins Land, mit denen die Einordnung schon vorher besprochen war. Es gab mit ihnen keine Debatten über Wohnungen, und sie wurden zum grossen Teil in Kibuzim und Aufnahmezentren geschickt. Weitere Ein Wanderer aus Südamerika werden erwartet. Die grosse Aktion zur Beschaffung von Mietwohnungen für Olim (die angesichts des Wohnungsmangels in einer gewissen Periode begann) scheint sich als überflüssig zu erweisen. Der Regierung wurden nicht weniger als 2400 Wohnungen angeboten, aber es gibt für sie nicht genügend Anwärter, da viele Neueinwanderer lieber abwarten wollen, bis sie ihre endgültigen Eigentumswohnungen erhalten. Die Mietwohnungen können als Übergangsregelung nur für ein bis zwei Jahre bezogen werden. Der Ichud Hakibuzim, eine der drei grossen Kibuzorganisationen, gab kürzlich be- AEL kannt, dass 1972 über 800 neue Einwanderer in die Kibuzim aufgenommen wurden. Der Anteil der Olim aus Osteuropa war dabei ganz geringfügig. Hier zeigt sich wieder, dass die Olim aus Russland alle Lebensformen ablehnen, die mit Kollektivismus zu tun haben. Ganz allgemein besteht bei den Einwanderern aus der UdSSR eine Neigung zu den Rechts- und nicht etwa zu den Arbeiterparteien. STURMSZENEN BEI DER RNP-KONFERENZ Stürmische Debatten gab es bei der Landeskonferenz der Religiösnationalen Partei (RNP), bei der radikale Elemente eine grosse Rolle spielten. Die Konferenz nahm einen Beschluss an, dass die RNP auf keinen Fall der Teilrückgabe von Judäa und Samaria (Westufergebiet) zustimmen würde. Ferner nahm sie zunächst mit grosser Mehrheit auf Veranlessu-ig der Delegierten der orthodoxen Kibuzim eine Resolution an, nach der auch Jeschiwa- Schüler zum Dienst im Militär (nach dem Muster der Nachal-Siedlungen) verpflichtet werden sollten. Diese Entscheidung rief einen Sturm hervor, besonders bei Rabbinern und Vertretern von Jeschiwa-Kreisen. Auch Oberrabbiner Goren wandte sich gegen diesen Beschluss, der zur erneuten Formulierung an die Landesleitung der Partei zurückgewiesen wurde. BEMÜHUNGEN TIM DIE BEKÄMPFUNG DER INFLATION Ein gemeinsamer Ausschuss zur Bekämpfung der Inflation unter Beteiligung der Regierung, der Histadrut and der Arbeitgeber hielt weitere Sitzungen ab. Im Rahmen der Besprechungen legte Finanzminister Sapir Regierungsvorschläge vor, die ¿mter anderem Einführung einer Sondersteuer auf grosse Luxuswohnungen sowie Besteuerung der Gewinne der Banken und Versicherungsgesellschaften vorsehen. Die Histadrut soll auf ihre Forderung nach einer vorzeitigen Teuerungszulage im Sommer 1973 verzichten; ausserdem sollen viele Staatsausgaben Zurückgestellt werden. Die Vertreter der Arbeitgeber traten den Plänen des Ministers skeptisch gegenüber und verlangten weiter, dass nicht nur ein Plan für 1973 aufgestellt, sondern eine weiter* vorausschauende Politik für 1974/75 bearbeitet werden müsse. FOTO TIMAR NUEVA YORK 54 — Fono 64943 Retratos Artísticos — Reproducciones y Ampliaciones de todas clases para Diarios, Imprentas — Fotografías de Propaganda para Industrias — Trabajos para Aficionados — Albumes para Matrimonios — Fotocopias al instante con XEROX Ablauf und Regelung von Lebensvorgängen